SSL (?): an | aus

Bitte die Forenregeln und die Hinweise zu den Versuchen lesen!

Neue Antwort erstellen PDF (normal) (Druckversion)
Quecksilber(II)-iodid
Illumina-Mitglied

Anmeldedatum: 08.07.2013
Beiträge: 220
Artikel: 2
Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Herstellung von Quecksilber(II)-iodid

Geräte:

3 Bechergläser je 200 ml, Trichter mit passendem Filter, Heizplatte, Glasstab, Waage


Chemikalien:

Quecksilber(II)-chlorid (N, T+)


Kaliumiodid

Natriumsulfid (C, N, T)


____________

Quecksilber(II)-iodid (N, T+)


Quecksilbersulfid (Xi)




Hinweis:

Beim Arbeiten mit Quecksilbersalzen ist große Vorsicht geboten. Es ist auf Sauberkeit und Sorgfalt zu achten!


Durchführung:

Als Erstes gibt man 5,7 g Quecksilber(II)-chlorid ab und gibt dieses in ein 200 ml Becherglas, wobei auf genaues Abwiegen zu achten ist. Danach gibt man soviel Wasser hinzu bis sich alles löst, es sollten etwa 80 ml sein. Nun bereitet man die zweite Lösung vor. Dazu gibt man 7 g Kaliumiodid in knapp 10 ml Wasser, wobei man hier ebenfalls genau abwiegen muss. Sobald man dies getan hat, gibt man die Quecksilber(II)-chloridlösung unter Rühren in die Kaliumiodidlösung. Sofort fällt ein rot bis orangefarbener Niederschlag aus, welcher abfiltriert, mehrmals mit Wasser nachgewaschen wird und anschließend getrocknet wird. Zum Testen der Thermochromie gibt man das getrocknete Quecksilber(II)-iodid in ein hohes Gefäß und erhitzt es auf einer Heizplatte auf ca 100 °C. Man sieht nach kurzer Zeit, wie sich eine gelbe Phase bildet die langsam nach oben wandert. Da diese Thermochromie reversibel ist, geht das Quecksilber(II)-iodid nach dem Abkühlen langsam in seine ursprüngliche, rote Form zurück.


Entsorgung:

Lösliche Quecksilbersalze, wie eventuell im Filtrat/Waschwasser vorhanden, werden mit Natriumsulfid (oder einem anderen löslichen Sulfid) als unlösliches Quecksilbersulfid gefällt. Auch das Quecksilberiodid wird den Schwermetallabfällen zugeführt.


Erklärung:

Das Quecksilber(II)-chlorid reagiert mit dem Kaliumiodid, wobei schwerlösliches Quecksilber(II)-iodid ausfällt.

HgCl2 + 2 KI -> HgI2 + 2 KCl

Bei einem Überschuss von Kaliumiodid würde sich das Quecksilber(II)-iodid wieder als Kaliumtetraiodomercurat(II) lösen, welches die Ausbeute schrumpfen lässt und gelöstes Quecksilber im Abfall vorhanden sein lässt. Siehe Mayers Reagenz.

Der thermochrome Effekt, basiert auf der Veränderung der Kristallstruktur bei verschiedenen Temperaturen. Das Quecksilber(II)-iodid ist bei Zimmertemperatur rot (α-Modifikation) und geht bei ca. 73 °C in die gelbe β-Modifikation über.


Bilder:


Das ausgefallene Quecksilberiodid


Die Thermochromie
Benutzer-Profile anzeigenAlle Beiträge von Stepfan anzeigenPrivate Nachricht senden
Illumina-Moderator

Anmeldedatum: 10.08.2009
Beiträge: 4968
Artikel: 4
Wohnort: Bad Spenza
Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Alter: 41
...hübsch, aber einige Böcke drin... Wink :
Zitat:
Zudem sollte man auf einen Eisenspatel verzichten, da sich ein Amalgam bilden würde, dass mit der Zeit langsam Quecksilber ausdampfen lassen würde.
Dass Hg mit Eisen ein Amalgam bildet wäre mir neu. Nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass es dies nicht tut wurde es früher in Flaschen aus Eisen gehandelt ( "Flask" war (ist?) aufgrund dieser Tatsache ein Handelsmaß für Hg und entspricht 34,473 kg)
Zitat:
Sofort fällt ein rot bis orangefarbener Niederschlag aus, welcher filtriert und anschließend getrocknet wird.
...wie filtriert man einen Niederschlag? "Abfiltriert" sollte hier das Wort der Wahl sein.
Zitat:
Da diese Thermochromie reversible ist, verschwindet die Farbe, je nach Menge, innerhalb von 1 Stunde.
...Chaossatz... Ich sehe da englisch kombiniert mit unklaren Aussagen. Welche Menge? Welche Farbe und wohin "verschwindet" die? Wird die heimlich geklaut und alles ist dann grau?
Zitat:
und noch mehr gelöstes Quecksilber im Abfall vorhanden sein lässt.
...wie jetzt? NOCH MEHR? wieviel ist denn schon drin ? Wink
Das Quecksilbersulfid aus der "Entsorgung" fehlt übrigens noch in den Angaben zu den Stoffen und ein entsprechender Hinweis zur Entsorgung des selben auch.

Wie gesagt da solltest du noch etwas dran rumfeilen. Ansonsten gefällt es mir soweit.

_________________

"...wie ein Sprecher betont,hat für die Bevölkerung zu keinem Zeitpunkt Gefahr bestanden."
http://www.youtube.com/watch?v=bn0PgN0HpRY
"...mittlerweile rostet das Miststück..." E.v. Däniken
Benutzer-Profile anzeigenAlle Beiträge von Newclears anzeigenPrivate Nachricht senden
Illumina-Mitglied

Anmeldedatum: 08.08.2010
Beiträge: 943
Artikel: 4
Wohnort: Berlin-Pankow
Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Alter: 57
Die Fotos sind gut gelungen! Ich mag solche anorganischen Experimente mit Effekt ( in diesem Fall Thermochromie ) sehr! Wink

Lars hat mit dem Hinweis auf die "Böcke" im Text recht und Du lernst ja noch...

_________________
"Der einfachste Versuch, den man selbst gemacht hat, ist besser als der schönste, den man nur sieht." (Michael Faraday 1791-1867)

Alles ist Chemie, sofern man es nur "probiret". (Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832)

„Dosis sola facit venenum.“ (Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus 1493-1541)

"Wenn man es nur versucht, so geht´s; das heißt mitunter, doch nicht stets." (Wilhelm Busch 1832 -1908)
Benutzer-Profile anzeigenAlle Beiträge von Uranylacetat anzeigenPrivate Nachricht senden
Illumina-Mitglied

Anmeldedatum: 08.07.2013
Beiträge: 220
Artikel: 2
Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Ausgebessert Smile
Benutzer-Profile anzeigenAlle Beiträge von Stepfan anzeigenPrivate Nachricht senden
Pok
Illumina-Mitglied

Anmeldedatum: 19.08.2013
Beiträge: 1188
Artikel: 31
Das letzte Foto sieht sehr schön aus. Interessant, dass HgI2 genau den gegenteiligen Farbwechsel im Vergleich zum Cu- bzw. Ag-Tetraiodomercurat zeigt. Diesen Artikel (hier) könntest du vielleicht noch verlinken.

Beruht die Angabe der 1 h für die Rückumwandlung auf der langsamen Abkühlung der Substanz und hast du deshalb ursprünglich geschrieben, dass die Geschwindigkeit von der Menge abhängt? Oder dauert es nach dem Abkühlen noch 1 Stunde? Falls ja, lass diese Zeitangabe mal drin (scheinst den Satz ganz gestrichen zu haben). Das ist genauer als "langsam wieder zurück".
Benutzer-Profile anzeigenAlle Beiträge von Pok anzeigenPrivate Nachricht senden
Illumina-Moderator

Anmeldedatum: 10.08.2009
Beiträge: 4968
Artikel: 4
Wohnort: Bad Spenza
Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Alter: 41
...naja, da sind immer noch einige Rechtschreib, Satzbau und Grammatikfehler drin aber es ist auf jeden fall schon besser als vorher. Da soll sich dann jemand anders, am besten Du Mr. Green , drum kümmern. Hab morgen nen langen, trockenen Tag mit nem Literatur/Recherche- Workshop im Institut vor mir und jetzt ehrlich gesagt keinen Bock mehr das auch noch aufzuführen Wink Bei sorgfältigem Lesen findest Du das Meiste davon vermutlich eh selber Wink

_________________

"...wie ein Sprecher betont,hat für die Bevölkerung zu keinem Zeitpunkt Gefahr bestanden."
http://www.youtube.com/watch?v=bn0PgN0HpRY
"...mittlerweile rostet das Miststück..." E.v. Däniken
Benutzer-Profile anzeigenAlle Beiträge von Newclears anzeigenPrivate Nachricht senden
Illumina-Mitglied

Anmeldedatum: 08.07.2013
Beiträge: 220
Artikel: 2
Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Das war Pi mal Daumen, denn einmal ging ein kleiner Versuch im Reagenzglas relativ zügig in das Rot über, während das komplette Quecksilberiodid schon etwas länger gebraucht hat. Kann aber auch vom langsameren Abkühlen oder Ähnlichem stammen.

Edit: Hab auch nicht gedacht, dass das Mods übernehmen Razz Dennoch viel Spaß dir morgen^^
Edit2: @Pol ich könnte ja mal messen, wie lange es dauert bei verschiedenen Mengen Smile
Benutzer-Profile anzeigenAlle Beiträge von Stepfan anzeigenPrivate Nachricht senden
Illumina-Moderator

Anmeldedatum: 10.08.2009
Beiträge: 4968
Artikel: 4
Wohnort: Bad Spenza
Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Alter: 41
...ich hab da als Mod nur Anregungen gegeben. Ich werd nen Teufel tun und in nem fremden Text rumfummeln ...

_________________

"...wie ein Sprecher betont,hat für die Bevölkerung zu keinem Zeitpunkt Gefahr bestanden."
http://www.youtube.com/watch?v=bn0PgN0HpRY
"...mittlerweile rostet das Miststück..." E.v. Däniken
Benutzer-Profile anzeigenAlle Beiträge von Newclears anzeigenPrivate Nachricht senden
Pok
Illumina-Mitglied

Anmeldedatum: 19.08.2013
Beiträge: 1188
Artikel: 31
sentryx16 hat Folgendes geschrieben:
ich könnte ja mal messen, wie lange es dauert bei verschiedenen Mengen Smile

Jo, mach das mal. Wink
Stopp dann mal die Zeit ab dem Zeitpunk, wenn alle Mengen Raumtemperatur (RT) erreicht haben. Dann dürfte die Menge eigentlich keinen Einfluss haben. Vielleicht hängt die Geschwindigkeit aber auch von der Temperatur beim Erhitzen ab. Also alle Proben müssten auf dieselbe Temperatur (irgendwas > 150 °C) gebracht werden. Oder dieselben Mengen Quecksilberiodid auf verschiedene Temps (> 150 °C) bringen und dann gucken, ob es unterschiedliche Rückumwandlungsgeschwindigkeiten gibt (auch Zeit erst ab Erreichen der RT stoppen).
Benutzer-Profile anzeigenAlle Beiträge von Pok anzeigenPrivate Nachricht senden
Illumina-Moderator

Anmeldedatum: 10.08.2009
Beiträge: 4968
Artikel: 4
Wohnort: Bad Spenza
Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Alter: 41
Könnte mir vorstellen, dass da u.U. auch die Partikelgröße ne gewisse Rolle spielt.
B.t.w. Hat mal jemand das "Silbertetraiodomercurat" umkristallisiert? Soll angeblich aus konz. Schwefelsäure klappen. Im Normalfall hat man ja nur den mikrokristallinen Niederschlag. Hatte das schon ewig mal vor, komme aber nicht dazu.

_________________

"...wie ein Sprecher betont,hat für die Bevölkerung zu keinem Zeitpunkt Gefahr bestanden."
http://www.youtube.com/watch?v=bn0PgN0HpRY
"...mittlerweile rostet das Miststück..." E.v. Däniken
Benutzer-Profile anzeigenAlle Beiträge von Newclears anzeigenPrivate Nachricht senden
IllumiNobel-Gewinner 2012

Anmeldedatum: 06.01.2012
Beiträge: 2610
Artikel: 53
Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Alter: 53
So, ich finde, der Artikel ist nahezu Wink verschiebungsreif.

Ich hätte noch gerne den Hinweis in der Versuchsbeschreibung, daß man die Quecksilberchloridlösung unter gutem Rühren in die Kaliumiodidlösung gießen muß. Dabei tritt die Fällung verzögert ein, weil Kaliumiodid zunächst im Überschuss ist. Geht man umgekehrt vor - also die KI-Lösung in die HgCl2-lösung gießend - so kann sich eine Additionsverbindung HgCl2+HgI2 (Quecksilber-II-iodidchlorid) bilden, da Quecksilberchlorid stets im Überschuss ist. Das stört zwar die Beobachtung der Thermochromie nicht, aber das Präparat ist eben nicht rein. Ausserdem sollte der Niederschlag auf dem Filter mit Wasser ausgewaschen werden, bis alles überschüssige Quecksilberchlorid entfernt ist (das Waschwasser muss in die Entsorgung aufgenommen werden).

_________________
"Alles sollte so einfach wie möglich gemacht werden. Aber nicht einfacher."(A. Einstein 1871-1955)

"Wer nur Chemie versteht, versteht auch die nicht recht!" (G.C. Lichtenberg, 1742 - 1799)

"Wissenschaft ist das organisierte Töten von Vorurteilen." (Joachim Kügler)
Benutzer-Profile anzeigenAlle Beiträge von lemmi anzeigenPrivate Nachricht senden
Illumina-Moderator

Anmeldedatum: 10.08.2009
Beiträge: 4968
Artikel: 4
Wohnort: Bad Spenza
Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Alter: 41
...meinen Segen hast Du... Wink

_________________

"...wie ein Sprecher betont,hat für die Bevölkerung zu keinem Zeitpunkt Gefahr bestanden."
http://www.youtube.com/watch?v=bn0PgN0HpRY
"...mittlerweile rostet das Miststück..." E.v. Däniken
Benutzer-Profile anzeigenAlle Beiträge von Newclears anzeigenPrivate Nachricht senden
IllumiNobel-Gewinner 2012

Anmeldedatum: 06.01.2012
Beiträge: 2610
Artikel: 53
Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Alter: 53
[EDIT: done]

_________________
"Alles sollte so einfach wie möglich gemacht werden. Aber nicht einfacher."(A. Einstein 1871-1955)

"Wer nur Chemie versteht, versteht auch die nicht recht!" (G.C. Lichtenberg, 1742 - 1799)

"Wissenschaft ist das organisierte Töten von Vorurteilen." (Joachim Kügler)
Benutzer-Profile anzeigenAlle Beiträge von lemmi anzeigenPrivate Nachricht senden
Illumina-Mitglied

Anmeldedatum: 08.01.2015
Beiträge: 403
Artikel: 5
Wohnort: Schweiz
Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Hallo,

gibt es auch eine Möglichkeit, das aus den Elementen direkt herzustellen (Hg und I)?
Benutzer-Profile anzeigenAlle Beiträge von Lithiumoxalat anzeigenPrivate Nachricht senden
Pok
Illumina-Mitglied

Anmeldedatum: 19.08.2013
Beiträge: 1188
Artikel: 31
Laut Wikipedia ja. Leider ist dazu keine Quelle angegeben. Aber hier ist eine Quelle (siehe unten bei "Doppelt Jodquecksilber"): einfach Hg und Iod 1:1 molar (I2, nicht I!) zusammenmörsen mit leichtem Iod-Überschuss (natürlich aufpassen, dass keine Hg-Tröpfchen umherfliegen!). Den leichten Iod-Überschuss kann man vermutlich bei erhöhter Temperatur absublimieren oder er verschwindet langsam von selbst. Es könnte aber sein, dass der Thermochromie-Effekt an die Partikelgröße gebunden ist (siehe Bemerkung von Newclears) und diese bei der Herstellung aus den Elementen nicht ideal ist. Dass es beim Schmelzen gelb wird, steht aber immerhin im Buch. Vermutlich wird es schon bei niedrigeren Temps gelb werden. Man sollte nicht bis zum Schmelzen erhitzen, weil das Salz da schon ziemlich flüchtig ist und dann natürlich extrem giftig (eingeatmet).
Benutzer-Profile anzeigenAlle Beiträge von Pok anzeigenPrivate Nachricht senden
Quecksilber(II)-iodid
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.
Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde  
Seite 1 von 2  



Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
  
   
  Neue Antwort erstellen