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Pyrrolizidinalkaloide im Essen
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http://www.bfr.bund.de/de/presseinformation/2016/36/verunreinigungen_in_tees_und_honig_sind_die_hauptaufnahmequellen_fuer_pyrrolizidinalkaloide__pa_-198657.html
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Was macht man als Verbraucher mit solcher Information? Grüner Tee und Honig gelten ernährungswissenschaftlich als sehr gesund. Dann können die Pyrrolizidinalkaloide wohl nicht so schlimm sein. Das Gleiche gilt für Acrylamid im grünen Tee.
Wären die Pyrrolizidinalkaloide wirklich problematisch, dann würde man finden, dass Tee und Honig Risikofaktoren für die Entstehung von (Leber)Krebs sind. Aber das findet man nicht. Man findet eher das Gegenteil.
Dass Honig vergiftet sein kann, das kennt man seit der Antike wo der "pontische Honig" sogar als strategisches Gift benutzt wurde um anhnungslose Invasoren zu schwächen. Und Pyrrolizidinalkaloide sind sehr verbreitete Fraßgifte, man schätzt, dass 3% der blühenden Pflanzen welche enthalten. Sogar geschätzte Heil- und Küchenkräuter wie Beinwell und Borretsch bilden Pyrrolizidinalkaloide. Da ist das nur naheliegend, dass sie im Honig landen.

Sicher ein spannendes Thema, aber wirklich hilfreich kann es für den gemeinen Verbraucher wohl nicht sein.
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Ich beschäftige mich hobbymäßig auch mit Heilpflanzen. Die Pyrrolizidinalkaloide sind auch da schon länger ein Thema.
Ich habe aber mal einen guten Kommentar zu Studien über dieses Thema gelesen: "Wenn man einer Ratte (oder so) Tage- oder Wochenlang nur Huflattich in konzentrierter Form gibt, ist es kein Wunder, dass der ihnen nicht bekommt".

Ich denke, man muss das immer relativieren. Gerade bei Heilpflanzen - aber wie Xyrofl ja schon meinte auch beispielsweise Honig - überwiegt schlichtweg der Nutzen gegenüber der "Gefahr", die von diesen Stoffen ausgeht.
Schau dir nur mal die Inhaltsstoffe von Heilpflanzen an. Sehr viele davon sind in konzentrierter Form schädlich, aber in Pflanzen liegen sie eben nur stark verdünnt vor! Und was wäre der Mensch ohne die vielen natürlichen Wirkstoffe, die auch heutzutage in der Medizin eingesetzt werden!

Liebe Grüße,
Florian

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Chemistry is like cooking - just don't lick the spoon!
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Zitat:
Ich habe aber mal einen guten Kommentar zu Studien über dieses Thema gelesen: "Wenn man einer Ratte (oder so) Tage- oder Wochenlang nur Huflattich in konzentrierter Form gibt, ist es kein Wunder, dass der ihnen nicht bekommt".

Ich bezweifle sogar fast, dass man bei irgendeiner dieser Pflanzen experimentell zeigen kann, dass sie gefährlich ist, außer vielleicht bei richtigen Giftpflanzen wie Greiskraut, die um Größenordnungen höhere Gehalte haben. Ich wette, der Grenzwert ist einfach nur extrem niedrig weil man bei genotoxischen Giften sicher sein will. Mehr nicht. Oder hast du eine Studie zu Huflattich, Beinweill oder Borretsch, die das zeigen kann?
Und bei Tee und Honig sieht man sogar das Gegenteil. Die gelten gemeinhin als gesund, teilweise sogar tumorprotektiv (siehe Links) und selbst wenn sie unter gewissen Bedingungen, insbesondere bei krasser Überdosierung schädlich sind, dann wohl eher durch den Coffeingehalt oder den vielen Zucker. Wenn man für das Gesamtprodukt findet, dass es gesund ist, dann sollte die Sache wasserdicht sein. Und grade grüner Tee und Honig sind so gut untersucht, dass man schon an der Belastbarkeit von ernährungswissenschaftlichen Studien generell zweifeln muss, wenn jetzt die Pyrrolizidinalkaloide irgend eine bedeutende Rolle spielen sollen.

Klar, Honig kann verdorben sein wenn die blöden Bienen nur von Greiskraut und anderen sehr PA-haltigen Pflanzen gesammelt haben, so wie beim pontischen Honig auch, wobei da eher andere Giftpflanzen eine Rolle gespielt haben, aber das kann ja der Verbraucher so gar nicht prüfen. Ich sehe auch nicht ein, dass man deswegen nur noch sortenreinen Honig kaufen sollte und selbst da kann ja keiner garantieren, dass er alle PA-haltigen Pflanzen in Bienenreichweite ausradiert hat. Bienen fliegen einfach zu weit.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3385631/
https://www.cancer.gov/about-cancer/causes-prevention/risk/diet/tea-fact-sheet#q3
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Pyrrolizidinalkaloide im Essen
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