SSL (?): an | aus

Bitte die Forenregeln und die Hinweise zu den Versuchen lesen!

Neue Antwort erstellen
Plastik Weichmacher
Illumina-Mitglied

Anmeldedatum: 02.07.2018
Beiträge: 4
Artikel: 0
Wohnort: Passau
Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Alter: 29
Hallo Community 😀

Da ich hier neu bin habt bitte Verständnis falls der Post hier falsch ist. Ich hab mich vorher schon bissl informiert über das Thema Plastik und Kunststoffe. Was mich brennend interessieren würde ist, ob bzw mit was man Hardplastik „weicher“ machen kann. Grund hierfür ist mein Hobby. Bin begeisterter Stockschütze und möchte meine Sommerlaufsohlen strenger machen. Durch „aufweichen“ würde ja eine stärkere Reibung entstehen. Waschbenzin wirkt kurzzeitig, stinkt aber sehr stark.
Eventuell kann mir jemand weiterhelfen, bin über jeden Tip und Ratschlag dankbar

_________________
Gestern geträumt, heute erlebt, morgen vergessen...
Benutzer-Profile anzeigenAlle Beiträge von FROQ89 anzeigenPrivate Nachricht senden
Re: Plastik Weichmacher
Illumina-Mitglied

Anmeldedatum: 23.06.2018
Beiträge: 132
Artikel: 0
Wohnort: Süddeutschland
FROQ89 hat Folgendes geschrieben:
Ich hab mich vorher schon bissl informiert über das Thema Plastik und Kunststoffe. Was mich brennend interessieren würde ist, ob bzw mit was man Hardplastik „weicher“ machen kann. Grund hierfür ist mein Hobby. Bin begeisterter Stockschütze und möchte meine Sommerlaufsohlen strenger machen. Durch „aufweichen“ würde ja eine stärkere Reibung entstehen. Waschbenzin wirkt kurzzeitig, stinkt aber sehr stark.
Eventuell kann mir jemand weiterhelfen, bin über jeden Tip und Ratschlag dankbar

Servus!

Geht es um das hier? :
"Stockschießen, Eisstocksport bzw. Stocksport oder Eisstockschießen ist eine Sportart, die vor allem im Alpenraum verbreitet ist und eine gewisse Ähnlichkeit mit Curling hat.
...
Der Turnierstock besteht aus drei Teilen: Dem Stiel, dem Stockkörper und der Laufsohle.
...
Die Laufsohlen gibt es als Sommer- und Winterlaufsohlen. Die Sommerlaufsohlen bestehen aus Kunststoff, die Winterlaufsohlen aus Gummi. Sie sind in verschiedenen Härtegraden (Shores genannt) verfügbar, was zu unterschiedlichen Reibwerten auf dem Untergrund führt. Den unterschiedlichen Härtegraden sind entsprechende Farben zugeordnet, um die Laufsohlen leicht identifizieren zu können. Am meisten Kraft benötigt der Spieler für die besonders weiche lila Laufsohle. Die Abstufung läuft dann über blau, gelb, orange, grau, schwarz, grün und weiß. Im Sommer gibt es noch eine leichte, rote Laufsohle mit einem besonderen Profil." ( https://de.wikipedia.org/wiki/Eisstockschie%C3%9Fen )
Benutzer-Profile anzeigenAlle Beiträge von Reosir anzeigenPrivate Nachricht senden
Re: Plastik Weichmacher
Illumina-Mitglied

Anmeldedatum: 02.07.2018
Beiträge: 4
Artikel: 0
Wohnort: Passau
Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Alter: 29
Reosir hat Folgendes geschrieben:
FROQ89 hat Folgendes geschrieben:
Hallo Community 😀

Da ich hier neu bin habt bitte Verständnis falls der Post hier falsch ist. Ich hab mich vorher schon bissl informiert über das Thema Plastik und Kunststoffe. Was mich brennend interessieren würde ist, ob bzw mit was man Hardplastik „weicher“ machen kann. Grund hierfür ist mein Hobby. Bin begeisterter Stockschütze und möchte meine Sommerlaufsohlen strenger machen. Durch „aufweichen“ würde ja eine stärkere Reibung entstehen. Waschbenzin wirkt kurzzeitig, stinkt aber sehr stark.
Eventuell kann mir jemand weiterhelfen, bin über jeden Tip und Ratschlag dankbar

Servus!

Geht es um das hier? :
"Stockschießen, Eisstocksport bzw. Stocksport oder Eisstockschießen ist eine Sportart, die vor allem im Alpenraum verbreitet ist und eine gewisse Ähnlichkeit mit Curling hat.
...
Der Turnierstock besteht aus drei Teilen: Dem Stiel, dem Stockkörper und der Laufsohle.
...
Die Laufsohlen gibt es als Sommer- und Winterlaufsohlen. Die Sommerlaufsohlen bestehen aus Kunststoff, die Winterlaufsohlen aus Gummi. Sie sind in verschiedenen Härtegraden (Shores genannt) verfügbar, was zu unterschiedlichen Reibwerten auf dem Untergrund führt. Den unterschiedlichen Härtegraden sind entsprechende Farben zugeordnet, um die Laufsohlen leicht identifizieren zu können. Am meisten Kraft benötigt der Spieler für die besonders weiche lila Laufsohle. Die Abstufung läuft dann über blau, gelb, orange, grau, schwarz, grün und weiß. Im Sommer gibt es noch eine leichte, rote Laufsohle mit einem besonderen Profil." ( https://de.wikipedia.org/wiki/Eisstockschie%C3%9Fen )


Servus,
Nein mir geht es darum mit was ich das Plastik behandeln kann, um es weicher zu machen.

_________________
Gestern geträumt, heute erlebt, morgen vergessen...
Benutzer-Profile anzeigenAlle Beiträge von FROQ89 anzeigenPrivate Nachricht senden
Illumina-Mitglied

Anmeldedatum: 27.10.2015
Beiträge: 399
Artikel: 0
Wohnort: Leverkusen
Das Thema "Plastik und Kunststoffe" ist ein sehr weites Feld. Wenn man nicht die Art des Kunststoffes kennt, dann ist die Empfehlung eines Weichmachers schwierig. Je nach Grundpolymer, Füllstoffen und Weichmachern, die in der Mischung schon drin sind kann das Experiment auch "nach Hinten" losgehen. Ein weicherer Belag erzeugt mehr Reibung, bremst also früher. Man muß sich aber auch reproduzierbar auf bestimmte Eigenschaften einstellen können, was bei einem flüchtigen Lösemittel schwierig ist. Das Waschbenzin wird beim ersten Wurf noch drin sein und wirken, aber bei späteren Würfen immer weniger werden, was die Sohle wieder unvorhersehbar härter macht.


Mal abgesehen vom Technischen: Ist im Wettbewerb die Verwendung einer bestimmten Laufsohle vorgeschrieben, oder darf jeder Teilnehmer verwenden, was er will? Im Wikipedia-Artikel liest es sich so, alsob es eine gewisse Auswahl gibt, die Regelkonform ist und darüber hinaus nicht.

Gibt es im Handel mehr als eine Marke an Sohlenbelägen? Wenn Ja, dann teste mal verschiedene Hersteller, Marken oder Produktserien durch, ob es dort zu nutzbaren Unterschieden kommt.


Manchmal isr gerade die Einschränkung der Auswahl das bessere Training. Man ist gezwungen, sich den Gegebnenheiten anzupassen und lernt so eine höhere Variabilität.



PS: Da sich unsere Antworten überschnitten haben:
Also handelt es sich um WAS Anderes? Wenn es sich nicht um die Thematik des zitierten Wikipediaartikels handelt, um was denn sonst?

Zusatzbemerkung: Man braucht kein Vollzitat der vorherigen Antwort. Man kann auch einfach auf "Antworten" klicken und dann die Antwort schreiben. Oder man zitiert nur die kleinen Abschnitte, auf die es besonders ankommt. Ansonsten vermüllt man den Thread immer weiter mit iterativen Versionen des vormals schom multipliziert Geschriebenen.
Benutzer-Profile anzeigenAlle Beiträge von Glaskocher anzeigenPrivate Nachricht senden
Illumina-Mitglied

Anmeldedatum: 25.09.2010
Beiträge: 654
Artikel: 0
Plastik ist doch deutlich von dem entfernt, was wir hier normalerweise machen, da Polymere doch eher eine Spezialität der Industrie sind, selbst in professionellen Laboren ist der Umgang mit Polymeren etwas völlig anderes als die normale Synthesechemie und echt schwer. Während man irgendwelches Plastik ohne nennenswert nützliche Eingenschaften ohne Weiteres im Labor herstellen kann, sind Werkstoffe mit definierten Eigenschaften etwas ganz Anderes, das überfordert reine Chemiker, die keine materialwissenschaftliche Ausbildung genossen haben. Irgendwie weich kriegen wir vielleicht hin. Ganz exakt die richtige, vorher berechnete Weichheit... Das kriegen wir wohl nur hin wenn wir vor haben, gemeinsam hunderte von Sohlen zu versauen und aus den Fehlschlägen mühsam zu lernen.

Zitat:
Was mich brennend interessieren würde ist, ob bzw mit was man Hardplastik „weicher“ machen kann.

Dabei sei zunächst angemerkt, dass man richtiges Hartplastik, also Duromere (abgeleitet von durus, lat. "hart" und dem suffix "mer" wie im Wort Polymer = "Vielteiler", abgeleitet von gr. poly = viel und meros =Teil) wie Resolharze gar nicht erweichen kann. Diese Kunststoffe bilden dreidimensionale, molekulare Netzwerke und unter Umständen ist das ganze Werkstück ein einziges Molekül, weil wirklich alles zusammen hängt, solche Werkstoffe sind unschmelzbar und fühlen sich an als wären sie hart wie Stein, beispielsweise das Material aus dem hochwertige Billardkugeln gemacht werden ist oft echtes Hartplastik. Das was du meinst sind sicher normale Thermoplaste, die auch sehr hart und spröde werden können, aber immer schmelzbar sind und deswegen zwar hartes Plastik sind und in der Werkstoffkunde wohl auch Hartplastik genannt werden, aber chemisch nicht zu den Duromeren gezählt werden und für den Chemiker eher kein "Hartplastik" sind.
Ich würde davon ausgehen, dass deine Plastikteile entweder aus thermoplastischen Polymeren oder sehr schwach vernetzten Harzen bestehen, die noch Eigenschaften von Thermoplasten oder Elastomeren besitzen, d.h. nicht auf molekularer Ebene völlig versteift sind.

Zitat:
Durch „aufweichen“ würde ja eine stärkere Reibung entstehen. Waschbenzin wirkt kurzzeitig, stinkt aber sehr stark.

Aufweichen ist auch nichts anderes als was ein industrieller Weichmacher wie Dibutylphthalat macht. Die üblichen Kunststoffe wie PE, PET, usw. sind entweder lange, lineare Ketten oder verzweigte, molekulare Bäume, niemals aber Netze, können also durch Lösemittel voneinander getrennt werden wie Nudeln in einer Nudelsuppe. Die Weichmacher sind wie das Waschbenzin auch einfach nur Lösemitel für das jeweilige Polymer. Sie unterscheiden sich von den normalen Lösemitteln einzig darin, dass sie praktisch keinerlei Flüchtigkeit besitzen, also extreme Schwersieder sind wie Öle, nur mit deutlich stärkerem Lösevermögen. Das einfachste wäre also ein Öl wie Paraffinöl oder "mineralisches" Motorenöl, aber das hat fast kein Lösevermögen für die meisten Stoffe, es ist extrem schwach und wird von dem Kunststoff bestimmt nicht angenommen, hätte aber ansonsten ziemlich genau die gesuchten physikochemischen Eigenschaften.

Wir brauchen also einen Stoff mit ähnlichen Eingeschaften wie Motorenöl, aber einem vielfach stärkeren Lösevermögen für den Kunststoff, damit er von der Sohle auch angenommen wird und nicht einfach nur darauf verschmiert. Solche Stoffe kann man theoretisch finden indem man die Hansen-Parameter des Kunststoffes kennt. Das sind Parameter, die beschreiben, wie polar, polarisierbar und protisch ein Kunststoff ist. Diese Worte klingen sicher erstmal seltsam. Polarität gibt an, wie stark geladen die Moleküle auf gegenüber liegenden Seiten sind. Dies ist wichtig, da sich Moleküle vorwiegend durch Elektrostatik aneinander fest halten (nicht zu verwechseln mit den chemischen Bindungen innerhalb der Moleküle). Stark polar ist beispielsweise Dimethylsulfoxid, das in medizinischen Salben verwendet wird, ganz unpolar sind Paraffinöle wie das Motorenöl. Polare Stoffe mischen sich gut untereinander, aber verschmähen unpolare Stoffe, die sich ihrerseits mit unpolaren Stoffen nur mischen. Polarisierbarkeit gibt an, wie stark ein Molekül auf solche polaren Moleküle reagiert. Polarisierbare Stoffe können sich mit polaren und unpolaren Stoffen mischen, weil sie sich je nach Situation anpassen, sie sind also "elektronisch flexibel" und reagieren auf polare Moleküle indem sie selber ihrerseits polar werden, selbst wenn sie in ungestörter Form nahezu unpolar wären. Zu den besonders polarisierbaren Lösemitteln zählen die Chlorkohlenwasserstoffe und Aromaten, Stoffe mit dieser Eigenschaft rühmen sich "starke" oder "scharfe" Lösemittel zu sein. Paraffine haben hier wiederum extrem niedrige Werte, sind also sehr stumpfe Lösemittel. Der letzte Parameter beschreibt die Fähigkeit, Wasserstoffbrücken zu bilden, also Bindungen zwischen Molekülen, die über normale elektrostatische Anziehung hinaus gehen, das ist anschaulich gesprochen ein Wert, der sagt, wie wasserartig sich ein Stoff verhält. Stoffe die das können mischen sich untereinander super (beispielsweise Wasser, Glycol und Zucker, usw), aber sie mischen sich extrem schlecht mit Stoffen die das nicht können, selbst wenn diese polar oder polarisierbar sind. Paraffine können das gar nicht, sind also für alle Stoffe die sowas können extrem abstoßend.

Problematisch ist jetzt, dass wir die Parameter deines Kunststoffes nicht kennen, da wir nicht einmal seinen Namen kennen. Da das Waschbenzin zumindest ein wenig angenommen wird, schätze ich den Kunststoff aber als deutlich unpolar und nicht besonders protisch ein, vermutlich sind die aromatischen Kohlenwasserstoffe in deinem Waschbenzin die Komponenten, die den Kunststoff erweichen. Schwere chlorierte Öle, Phthalate oder andere aromatische Öle sollten gehen können. Aber die meisten davon sind gefährlich, denn sie sind ungesund und da sie nicht flüchtig sind, aber gute Lösemitteleigenschaften haben, kleben sie sich überall fest, ziehen schnell ein und gehen nicht wieder weg, sie lösen sich auch super im Gewebe von Menschen und kriechen durch die Haut und die meisten Schutzhandschuhe (auch unpolares, meist aprotisches Plastik) noch besser als durch die Plastiksohle.
Weichmacher sind ja immer in den Schlagzeilen weil viele von ihnen alles andere als harmlos sind, man wird sie also auch schwer bekommen und ich glaube als Sportler ist einem die Gesundheit noch etwas wichtiger als einem Bastler, es wird also schwer, da groß herumzuprobieren, es gibt kaum Stoffe, die alle nötigen Eigenschaften in sich vereinen, du willst dir ja kein Gift auf die Sportgeräte schmieren Wink

Auf jeden Fall wird es leichter, einen möglichen Weichmacher zu finden wenn du uns sagst, was für Plastik das ist, vielleicht steht das ja irgendwo. Zur Zeit weiß ich nicht einmal wie die Geräte aussehen und was für Sohlen das sind. Bilder wären vielleicht hilfreich. Zumindest will ich jetzt echt wissen, was das für Geräte sind.
Benutzer-Profile anzeigenAlle Beiträge von Xyrofl anzeigenPrivate Nachricht senden
Illumina-Mitglied

Anmeldedatum: 02.07.2018
Beiträge: 4
Artikel: 0
Wohnort: Passau
Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Alter: 29
@ Glaskocher

Um die Sportart im o. g. Wikipedia Artikel geht es, ich wollte aber keine Definition des Sportes sondern wissen, wie man eben diese Sommerlaufsohlen verändern kann bzw mit welchen Mittel.
Des weiteren bin ich lange genug in dieser Sportart vertreten und kenne die unterschiedlichen Platten mit den unterschiedlichen Shorehärten Smile
Die Sommerlaufsohle die ich verändern möchte dient nur zum trainieren und nicht für Wettbewerbe ( a. hab ich keine lust gesperrt zu werden, b. will ich meiner Mannschaft nicht schaden, c. will ich den Verein nicht schaden und d. ist das meine Freizeitbeschäftigung - bis zu 4 mal die Woche.

@ Xyrofl

Danke für deine Antwort, wusste echt nicht dass so viel dahinter steckt. Naja wann befasst sich ein normaler Mensch schon mal mit Plastik wenns nicht gerade um den Umweltschutz geht.
Ich dachte die Aussage mit dem Waschbenzin könnte helfen damit ihr wisst, dass dieser die Platten kurzzeitig weicher macht. Nur stinkt dieser und schmiert die Stockbahn zu. Das heißt ich würde unsere eigene Anlage kaputt machen. Zum genauen Material was für solche Platten hergenommen wird kann ich leider nichts sagen. Ich weiß nur, dass es sich um ein Kunststoff Granulat handelt, welches mit einem Weichmacher versetzt wird und später gespritzt (Spritzgussverfahren) wird.
Klar steht mir meine Gesundheit im Vordergrund, nur bin ich halt von der Materie soweit entfernt dass ich dachte, es gäbe Weichmacher die nicht wie beschrieben durch die Haut eindringen oder schwer erhältlich sind.

Unten ist ein Bild einer solcher Sommerlaufsohle und ein Bild des Sportgerätes

_________________
Gestern geträumt, heute erlebt, morgen vergessen...
Benutzer-Profile anzeigenAlle Beiträge von FROQ89 anzeigenPrivate Nachricht senden
Illumina-Mitglied

Anmeldedatum: 23.06.2018
Beiträge: 132
Artikel: 0
Wohnort: Süddeutschland
FROQ89 hat Folgendes geschrieben:
Des weiteren bin ich lange genug in dieser Sportart vertreten und kenne die unterschiedlichen Platten mit den unterschiedlichen Shorehärten Smile

Aber wir haben doch größtenteils keine Ahnung von diesem Sport. (Ich habe jedenfalls am Anfang gedacht, es geht um Sportschuhe.) Da ist es nötig, erst einmal die Hintergründe zu klären. Das mit deinen Bildern scheint nicht geklappt zu haben.
Nachdem das Waschbenzin teilweise funktioniert, würde ich es mal mit einer Lösung von Kerzenwachs (Paraffinwachs) in Waschbenzin an einer Stelle einer alten Sommerlaufsohle testen. Paar Stunden einweichen, dann verdunsten lassen. Und alles gut notieren: Wir haben immer Fragen zu wieviel, wie lang, wie warm und viele andere mehr Wink
Benutzer-Profile anzeigenAlle Beiträge von Reosir anzeigenPrivate Nachricht senden
Illumina-Mitglied

Anmeldedatum: 02.07.2018
Beiträge: 4
Artikel: 0
Wohnort: Passau
Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Alter: 29
Muss ich mal probieren Smile
ich muss halt die komplette Laufsohle damit behandeln, da man einen Fleck nicht merkt, bzw nur durch einen Shorehärtetester nachvollziehbar wäre.

Ja hätte es nochmal versucht, geht aber leider nicht.
Wenn es euch keine Mühe bereitet und ihr sehen wollt um welche Sportart bzw. welches Sportgerät es geht schaut einfach mal bei einem gängigen Hersteller auf die Seite, z.B. https://www.ladler.de

_________________
Gestern geträumt, heute erlebt, morgen vergessen...
Benutzer-Profile anzeigenAlle Beiträge von FROQ89 anzeigenPrivate Nachricht senden
Illumina-Mitglied

Anmeldedatum: 25.09.2010
Beiträge: 654
Artikel: 0
Zitat:
Klar steht mir meine Gesundheit im Vordergrund, nur bin ich halt von der Materie soweit entfernt dass ich dachte, es gäbe Weichmacher die nicht wie beschrieben durch die Haut eindringen oder schwer erhältlich sind.

Dass sie durch die Haut eindringen können sofern der Kunststoff sie nicht fest gebunden hat, lässt sich wohl nicht vermeiden, das tun fast alle technischen Weichmacher, da die Haut leichter zu durchdringen ist als die meisten Kunststoffe. Die Haut, bzw. genauer ihre lipophile Schutzschicht ist eben ähnlich polar wie die meisten Kunststoffe, nur viel weicher und durchlässiger. Das einzige was einen Weichmacher harmlos machen kann sind Eigenschaften wie biologische Abbaubarkeit oder einfach ein komplett untoxisches Verhalten im Körper.

Wenn die Sohlen sowieso Weichmacher enthalten, dann kannst du den Hersteller ja mal anmailen, ob er dir Infos zur Stoffklasse geben kann. Leider sind die typischen Weichmacher schwer zu bekommen, wer verkauft schon Phthalate, Adipate, Sebacate und Ähnliches... Vielleicht gehen auch bestimmte ätherische Öle. Die können ziemlich schwer sein und sie haben meist gutes Lösevermögen für viele technische Kunststoffe. Wenn Waschbenzin geht, dann geht bestimmt auch Terpentin oder Orangenöl und das sind schon Terpengemische. Schwerere Terpene (Diterpene, Triterpene, usw) könnten dann die gesuchten Eigenschaften haben. Als Naturstoffe sind die auch tendenziell eher besser abbaubar, wenngleich sie bei Weitem nicht alle harmlos sind.
Benutzer-Profile anzeigenAlle Beiträge von Xyrofl anzeigenPrivate Nachricht senden
Illumina-Mitglied

Anmeldedatum: 22.09.2017
Beiträge: 26
Artikel: 0
Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Vielleicht eignet sich Triethylcitrat? Das sollte ja relativ gut biologisch abbaubar und ungiftig sein.
Benutzer-Profile anzeigenAlle Beiträge von Bortribromid anzeigenPrivate Nachricht senden
Illumina-Mitglied

Anmeldedatum: 27.10.2015
Beiträge: 399
Artikel: 0
Wohnort: Leverkusen
Die erste Hürde der maßgeschneiderten Applikation von Weichmacher ist die Kenntnis der Art des Polymers. Oft sind angeandte Polymere jedoch keine Reinstoffe, sondern Gemische von "reinen" Polymeren, um bestimmte Eigenschaften über einen gewissen Bereich "fließend" einstellen zu können. Dieses Mischen geschieht entweder schon beim Aufbau der Makromoleküle, wo dann unterschiedliche Sorten Monomere gemischt oder in zeitlicher Folge zur Polymerisation gebracht werden. Später kann man noch unterschiedliche, ineinender lösliche, Polymere im Extruder mischen, um gewünschte Eigenschaften zu beeinflussen. An dieser Stelle werden die meisten Weichmacher zugegeben und homogen verknetet.

Wenn man in ein fertig geformtes Werkstück zusätzlichen Weichmacher einbringen will, dann geht das nur durch Diffusion. Die Oberfläche wird dazu mit einer hohen Konzentration an Weichmacher über längere Zeit behandelt. Je weiter die Moleküle vordringen sollen, desto länger dauert es. An der Oberfläche ist immer die höchste Konzentration, und auf dem Weg ins Innere nimmt die Konzentration ab. Manchmal kann man diesen Effekt beobachten, wenn mit einem Farbstoffhaltigen Faser- oder Kugelschreiber auf z.B. Weich-PVC geschrieben wurde. Der Farbstoff wandert langsam ins Material und der Diffusionshof wird nach Außen immer blasser. Solche Diffusionsvorgänge dauern oft mehrere Wochen, wenn nicht gar Monate, um mit dem Auge sichtbare Strecken zu überbrücken. Typische Weichmacher haben eine ähnliche Molekülgröße wie die als Beispiel angeführten Farbstoffe und vermutlich auch eine ähnliche Mobilität im Poymernetzwerk.

Die Gleiteigenschaften der Laufsohlen auf z.B. Beton beruhen zum Teil auch auf dem kontrollierten Abrieb der Sohle. Zusätzlicher Weichmacher würde den Abrieb beschleunigen, was mehr Kraft verbraucht, die sich dann in den "strengeren" Gleiteigenschaften bemerkbar macht. Da aber die zusätzlich erweichte Schicht vermutlich eher dünn ist, werden sich die Laufeigenschaften nach wenigen "Würfen" über die Sohlenfläche verteilt inhomogen ändern. Das könnte zu recht unvorhersehbarem Laufverhalten mit überraschenden Wendungen führen. Aber bei Verwendung einer nahezu "abgelaufenen" Sohle könnte man das Experiment mal wagen...

Molekülgröße und Flüchtigkeit stehen oft in reziprokem Verhältnis zueinender. Je größer das Molekül ist, desto weniger flüchtig ist es und desto langsamer diffundiert es. Je mehr Moleküle in der Luft zur Verfügung stehen, desto wahrscheinlicher ist ein intensives Geruchserlebnis. Allerdings gibt es da sehr große Unterschiede in der Wahrnehmung unterschiedlicher Stoffgruppen.
Benutzer-Profile anzeigenAlle Beiträge von Glaskocher anzeigenPrivate Nachricht senden
Illumina-Mitglied

Anmeldedatum: 23.06.2018
Beiträge: 132
Artikel: 0
Wohnort: Süddeutschland
Bortribromid hat Folgendes geschrieben:
Vielleicht eignet sich Triethylcitrat? Das sollte ja relativ gut biologisch abbaubar und ungiftig sein.

Ja, das klingt auch gut. Da wir wahrscheinlich keine allzu genauen Informationen zum Polymer bekommen werden, wären Tests mit verschiedenen möglichen Weichmachern wohl das beste. Und da wäre es natürlich auch von Vorteil, man müsste nicht jedes Mal eine ganze Laufsohle verwenden, sondern nur stellenweise und dann mit dem Shorehärtetester prüfen.
Hier mal die Sammlung von vorgeschlagenen Kandidaten ohne größere Gefährlichkeit zum Testen:
- Paraffin
- Fett
- Stearinsäure
- Polyethylenglycol
- Triethylcitrat
Insgesamt würde ich aber auch sagen: Das wäre ein Projekt, für das du FROQ89 ein paar zig Stunden einplanen musst. Allerdings sind wir danach wohl Experten für das Weichmachen von Laufsohlen Wink
Benutzer-Profile anzeigenAlle Beiträge von Reosir anzeigenPrivate Nachricht senden
Illumina-Mitglied

Anmeldedatum: 22.10.2009
Beiträge: 161
Artikel: 0
versuch mal Acetyltributylcitrat , wird seit einiger zeit als ersatzt für die Phthalat Weichmacher verwendet,
und wird bei sehr vielen Polymeren inbesonderen bei PVC eingetzt.
Und um Polymere mit Weichmacher zu versetzten sollte im Normalfall das Polymer als feines Pulver vorliegen.
Bei einer Sohle wird äusserliches auftragen nicht viel bringen, da der Weichmacher ja nicht komplett eindringen wird.
Wird vermutlich nur aussen "matschig" und das wars dann.....
Benutzer-Profile anzeigenAlle Beiträge von virgil anzeigenPrivate Nachricht senden
Plastik Weichmacher
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.
Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde  
Seite 1 von 1  



Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
  
   
  Neue Antwort erstellen