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Synthese von p-Nitrophenetol
Hier wird die Synthese von p-Nitrophenetol durch Williamsonsche Ethersynthese mit in situ generiertem Natriumethanolat gezeigt. Geräte: Magnetrührer, Ölbad, 500 ml-Dreihalskolben, Rückflusskühler, Tropftrichter, diverse Bechergläser, Trockenrohr, Messzylinder, Scheidetrichter, Destillationsanlage oder Rotationsverdampfer, Filternutsche, Vakuumpumpe, große Petrischale Chemikalien: Ethanol absolut (F)
Ethyliodid (Xn)
p-Nitrophenol (Xi)
Diethylether (F+, Xn) ![]()
Ethanol 95% (F)
Natrium (C, F) ![]()
Natriumsulfat wasserfrei Natriumhydroxid (C)
Calciumchlorid (Xi)
____________ p-Nitrophenetol (?)
Hinweis: Diethylether sollte niemals über offener Flamme destilliert werden. Maßnahmen gegen elektrostatische Aufladung treffen. Durchführung: In einen mit Argon oder Stickstoff beschickten 500 ml-Dreihalskolben werden 2,1 g feingeschnittenes Natrium gegeben und langsam mit 250 ml absolutem Ethanol aus einem Tropftrichter versetzt. Die Zugabegeschwindigkeit sollte der Reaktion im Kolben angepasst werden. Nachdem das Natrium vollständig mit dem Ethanol reagiert hat, wird eine Lösung von 8,3 g p-Nitrophenol in 50 ml absolutem Ethanol unter starken Rühren der Ethanolat-Lösung zugetropft (falls die Zugabe des Phenols in Anwesenheit von elementarem Natrium begonnen wird, kann die Nitrogruppe reduziert oder das Phenol eventuell sogar zerstört werden.) Da das durch Deprotonierung entstehende p-Nitrophenolat nur geringfügig in Ethanol löslich ist, bildet sich sich sofort beim Eintropfen der Lösung ein Niederschlag von Natrium-p-nitrophenolat, welcher durch starkes Rühren mit einem möglichst großen Rührfisch in Suspension gehalten wird. Nach der vollständigen Zugabe der alkoholischen p-Nitrophenol-Lösung werden durch den Tropftrichter 10,8 g Ethyliodid langsam zugetropft und die Lösung anschließend 5-7 h unter Rückfluss erhitzt. Durch eine längere Reaktionszeit kann die Ausbeute geringfügig gesteigert werden. Die Farbe der zu Beginn kräftig rot (wirkt auf den Bildern heller) gefärbten Lösung wird mit zunehmendem Reaktionsfortschritt heller, bis sie eine (gelb-)orange Farbe annimmt. Das Ethanol wird zu einem Großteil abdestilliert und der Rückstand unter Rühren in 20 ml 5%ige Natronlauge gegeben, wobei ein gelbes Produkt ausfällt. Die resultierende Suspension wird anschließend mit 3x 50 ml Diethylether extrahiert; dabei sollte darauf geachtet werden, dass es unter Umständen einige Stunden dauern kann, bis sich die gelbe etherische Phase von dem dunkelroten Rückstand im Scheidetrichter abtrennt. Die organische Phase wird anschließend mit 10 g wasserfreiem Natriumsulfat getrocknet und abgetrennt. Das verbleibende Natriumsulfat wird ein- bis zweimal mit Diethyelther nachgewaschen. Im Rotationsverdampfer werden nun die vereinigten Etherphasen soweit abdestilliert, bis im Kolben eine tieforange viskose Lösung verbleibt, die nach kurzer Zeit und eventueller Druckminderung im Rotationsverdampfer (vorher natürlich den Diethylether aus der Vorlage entfernen!) als gelbes Pulver zurück bleibt. Der Rückstand wird mit einem Spatel entfernt. An der Kolbeninnenwand klebende Reste können durch Lösen in einer kleinen Menge Diethylether aus dem Kolben gespült und durch Verdampfen des Ethers anschließend kristallisiert und zu dem zuvor isoliertem Pulver gegeben werden. Das Pulver wird aus einer 1:1-Mischung von Ethanol (95%) und destilliertem Wasser umkristallisiert. Dabei ist darauf zu achten, das die vollständige Löslichkeit erst in der Siedehitze erreicht wird und sich nach Abkühlen ein feiner fast weißer kolloidartig scheinender Schleier bildet, der sich innerhalb von 30-60 Minuten in kristalliner Form abscheidet. Der Niederschlag wird abgesaugt und im Vakuumexsikkator vorgetrocknet. Der leicht cremefarbene Rückstand wird in einer großen Petrischale in einer geringen Menge warmen Diethylether gelöst und unter einem Abzug oder im Freien in Ruhe stehen gelassen, bis der Ether vollständig verdampft ist. Dabei scheidet sich eine große Kristallschicht mit schönen Formen ab, welche durch leichtes Zerstoßen zu kleinen Plättchen zerteilen lässt. Bei langsamer Kristallisation entstehen einzelne bis zu 10 mm große sargdeckelförmige Kristalle. Ausbeute: 5,2 g (62,4% d.Th.) Entsorgung: Alle Lösungsmittel werden soweit wie möglich recycelt, und die restlichen organischen Phasen dem organischen Lösungsmittelabfall zugeführt. Das p-Nitrophenetol wird in den organischen Feststoffabfall gegeben oder aufgehoben. Erklärung: Bei der Williamsonschen Ethersynthese greift nach einem SN2-Mechanismus das durch die Natriumethanolatlösung generierte nucleophile p-Nitrophenolat das Ethyliodid an, wobei sich der entsprechende Ethylether bildet. Durch den starken Überschuss an vorhandem Ethanolat wird die Ausbeute gesteigert (Lit. 60%). Die schlechte Reaktivität der Nitrophenole lässt sich durch die Verteilung der pi-Elektronen über den Ring hinaus erklären, wobei die Nitrogruppe zwar die Acidität des Phenols erhöht, was eine Deprotonierung leichter macht, allerdings gleichzeitig die Nucleophilie des resultierenden Phenolates schwächt. Dieser Effekt zeigt sich verstärkt bei Di- und Trinitrophenolen, da die Nucleophilie herab und die Acidität weiter heraufgesetzt wird. Eine Veretherung von Pikrinsäure ist auf diese Weise nur noch in ungenügenden Ausbeuten möglich. Unter Abscheidung von Natriumiodid, welches in der Suspension kaum zu erkennen ist, wird das p-Nitrophenetol gebildet.
Bilder:
Natrium in absolutem Ethanol
Gesamte Apparatur mit fertig gebildetem Natriumethanolat und einigen Tropfen der Phenollösung
Breiige Suspension bei der erst anschließend mit absolutem Ethanol aufgefüllt wurde, was die Suspension leichter rührbar macht
Überschüssiger Ethanol wird abdestilliert
Nach Zugabe des Sumpfes in 5%ige Natronlauge und ausfallender Feststoff
Getrocknete organische Phase vor dem Abrotieren
Kristalle des gereinigten p-Nitrophenetols im evakuierten Rundkolben nach dem Trocknen
Aufgenommenes IR-Spektrum des Produktes |
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Illumina-Mitglied
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Ein guter Hinweiß wäre: generell alle Zündquellen zu entfernen wenn man mit Ethern hantiert und auch Handys aus zu schalten. Ich denke das in diesem Fall ein Abzug Pflicht ist ist klar, da Ether sehr schnell ex- Atmosphären bilden.
Bei der Etherdestillation empfehle ich (aus persönlicher Erfahrung) die Vorlage zum Auffangen mit einem Eisbad zu kühlen, um Verdampfen des Ethers zu vermeiden. Ansonsten ein sehr schöner gut durchführbarer Versuch, wenn man sich an den Arbeitsschutz etc. pp hält auch relativ sicher. |
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Illumina-Moderator
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die sache mit dem ether versteht sich ja eigentlich von selbst,... allerdings sieht man noch soooo oft dass leute neben ner (alkyl.-) gridnard anfangen irgendwelche ampullen zuzuschmelzen %[
ich empfinde diethylether eh als recht scheußliche chemikalie und die tatsache, dass man selbst bei gekühltem ether den schwall beim eingießen in einen kolben sieht gibt einem nicht gerade das gefühl von sicherheit. desweiteren hat ein befreundeter biochemiker von mir in seiner uni damals ne etherexplosion miterlebt und - naja - mir ne detaillierte schilderung des Laborzustandes nach der explosion (bei der destillation ist ne ganze ether-recycling-anlage in brandgeraten, verdacht auf kabeldefekt) gegeben... und irgend wie arbeite ich nicht gerne damit,... deswegen lieber älteren ether verdampfen lassen und immer mal neuen bestellen deswegen verstehen sich ether und rotis in jedenfall besser als ether und heizpilze oder destillationsanlagen, zumal dann gleichzeitig mit absteigendem kühlergearbeitet werden müsste und und und... Mit dem Eisbad das ist natürlich immer zu empfehlen, die frage ist halt, ob es sich mengentechnisch lohnt (in dem fall sicherlich)... aber ein roti macht das arbeien mit ether schon etwas angenehmer... OT/EDIT: ist das ganze mit handy so kritisch? denn an tanken isses ja ebenfalls verboten, allerdings ist das ganze doch so ein vielfach getesteter "mythos" der sich (angeblich) als falsch herausgestellt hat. und isses modell- bzw. frequenzabhängig? |
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Illum.-Ass.
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Das mit dem Handy ist an Tankstellen ein Mythos, man darf nur nicht telefonieren wegen der Ablenkungsgefahr. |
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_________________ Ich gebe keine Drohungen ab, ich mache nur Versprechungen
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Illumina-Mitglied
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Lieber mit Organo-Hg-Verbindungen und Cyaniden arbeiten, stimmt's? Ach ja, sehr schöner Versuch, war das eine Synthese im OC-Praktikum o. ä.? |
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_________________ „Es gibt eine Theorie, die besagt, wenn jemals irgendwer genau rausfindet, wozu das Universum da ist und warum es da ist, dann verschwindet es auf der Stelle und wird durch etwas noch Bizarreres und Unbegreiflicheres ersetzt. Es gibt eine andere Theorie, nach der das schon passiert ist. “
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Illumina-Moderator
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jo,.. weil die können nicht (meistens )explodieren und ja IST es^^ die kristalle trocknen gerade aufm wasserbad und nuckeln an der pumpe OT: meine nächste synthese wird lustig (ich hab den artikel sogar schon fast fertig geschrieben,... nunja^^ 21 ausgangschemikalien |
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Illumina-Mitglied
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Schönes Kochrezept! @ Nico: Irgendwas gefällt mir an dem Artikel jedoch nicht... |
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_________________ Ich liebe den Geruch von Ether am Morgen Top10, die mir den Laboralltag versüßen
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Illumina-Mitglied
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Eine Synthese mit mehreren Schritten o. ä.? Da pass mal auf dass du Jan keine Konkurrenz machst |
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_________________ „Es gibt eine Theorie, die besagt, wenn jemals irgendwer genau rausfindet, wozu das Universum da ist und warum es da ist, dann verschwindet es auf der Stelle und wird durch etwas noch Bizarreres und Unbegreiflicheres ersetzt. Es gibt eine andere Theorie, nach der das schon passiert ist. “
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Illumina-Moderator
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sind nur 4 also noch überschaubar vll. NMR, MS und so
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Illumina-Mitglied
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Wir planten zusammen eine kleine Synthese. Ich will jetzt aber noch nicht zu viel verraten. Wollen einfach mal was ausprobieren. |
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_________________ Ich liebe den Geruch von Ether am Morgen Top10, die mir den Laboralltag versüßen
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Illumina-Mitglied
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Nur unser Produkt wäre eher reines Phenetol mit Vakuum Dest. oder nen Alkylether. Die Methode für die Phenolether ist ja wieder etwas anders. |
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_________________ Haribo macht Kinder froh, KCN tut's ebenso
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Illumina-Moderator
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naja ich will das ganze ja auch net weiter ausreizen aber solange ich euch keine idee geklaut habe ist ja noch alles okay.... |
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Illumina-Mitglied
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Ja Handy und technische Geräte sollten generell aus sein, da sich in ihnen durch den Stromfluss aufladungen bilden, oder eventuelle Funken (ihr würdet euch wundern wie oft da miniaturfunken enstehen die man nie merkt weil sie sonst keine Auswirkung haben) entstehen.
Ich bin der Meinung man sollte Ether vermeiden wenn es geht sind aber zb. um Stoffe von Wasser zu trennen 1a Mittel, da man sie am HV sehr trocken bekommt. Aber halt Arbeitsschutz erste Stelle und so....^^ |
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Illumina-Moderator
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joar,.. das ist das halt das für und wieder ich habe nicht ausprobiert wie gut eine extraktion mit HalKWs funktionieren würde, allerdings ist dann dabei die erhöhte umweltbelastung wieder der contrapunkt, was beim ether ja weitestegehend unbedenklich ist... hm,.. :/ dann hat man wohl die "wahl der qual" wie till lindeman jetzt so schön sagen würde |
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Illumina-Mitglied
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Also Ether ist natürlich in großem Mengen immer leicht bedenktlich, zum Extrahieren nimmt man daher auch MTBE . Methylenchlorid dürfte für das Nitrophenetol vllt. noch ganz gut sein, aber wie du schon sagtest, die Umweltgefährdung spricht dagegen. |
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_________________ Haribo macht Kinder froh, KCN tut's ebenso
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| p-Nitrophenetol |
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