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Ich habe mal nach einem Schellack-molekülaufbau gesucht. Bis jetzt aber nichts brauchbares gefunden. Das ist für die Theorie schonmal ganz schlecht.

Vermutlich habe ich unwissentlich die Kopfgruppen getrennt. Anders kann ich es mir nicht erklären.
Beweisen würde ich es gerne, kann es aber nicht. Was mich natürlich auf Vermutungen hin, weiter machen läßt. Gut, Otto Hahn´s Labor war zur Zeit der ersten Kernspaltung auch mehr als dürftig......ähm, ja, nee... Wink

Egal, ich beginne mal Deine Fragen rückwärts zu beantworten.

Ich habe den Schellack nicht aus reinem Spaß mit Paraffinöl angereichert. Spaß hat es sicherlich gemacht, keine Frage. Der Hintergrund ist aber eher einen Lack zu entwickeln, welcher seine Eigenschaften in Urform behält und resistender gegen Witterungseinflüsse ist. Bleichen verändert schonmal grundlegend die Eigenschaften und man kann ihn auch nicht "klar" bleichen. Ein wenig Gelbstich bleibt. Ob man nun Wasserstoffperoxyd oder Natriumhypochlorid einsetzt. Das ist schonmal fakt.

Siehe Artikel: http://bwp-schriften.univera.de/Band4_10/foerster_Band4_10.pdf (letzter Absatz vorallem)

Ich habe mich entschlossen Schellack aus meiner Reihe auszuschließen. Es ist für meine jetztigen Möglichkeiten zu komplex.

Stattdessen werde ich mit den Harzen aus der pflanzlichen Ecke weitermachen. Sandarak und Mastix. Beide Harze können in der Mischung ebenso wünschenswerte Lackeigenschaften haben, wie der Schellack selbst. Das Bleichen fällt auch weg, da sie von Natur aus lediglich nur einen leichten Gelbstich haben.
Allerdings kann ich dann erstmal von vorne anfangen und die Theorie zum Aufbau der Harze studieren. Ebenso im praktischen Versuch, was ist möglich?

Mein erster Versuch wird sein, die Harze zu schmelzen und wieder mit Paraffinöl anzureichern. In der Wärmephase < 75°, Ethanol tropfenweise bei stehtem Umrühren zugeben, bis das Harz in deutlich flüssiger Konsistenz ist. Dann erkalten lassen und beurteilen.
Wieder in warmen Ethanol anlösen und die Lösung beurteilen. Nach der Lösung einen Probestrich durchführen um die Lackeigenschaften herauszufinden.

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Grüßle Tim
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HEUREKA,

Der Versuch scheint gelungen. Ich habe erst die Harze Mastix und Sandarak (2:3) in einen Behälter gegeben. Sie schmolzen auf und haben sich polymerisiert, vereint.
Nach exakt 3 Minuten habe ich 3ml Paraffinöl tropfenweise in das Gefäß gegeben. Bei jedem Tropfen hat es sehr deutlich geknallt. Ich vermute, das kalte Paraffinöl hat schlagartig mit dem Harz reagiert und die O2-Anteile aus dem Harz gelößt. Selbe sind dann schlagartig verkocht.
Nachdem das Paraffinöl vollständig gebunden war, entstand eine milchige Flüssigkeit. Zunächst war ich enttäuscht, das der Versuch nicht geglückt ist.

Als ich dann aber den Ethanol, nach dem Abkühlen auf 75° hinzugab, passierte auch nicht viel, ausser das die Flüssigkeit dünner wurde. Gut, der Ethanol hat sich als polares Medium in das unpolare Paraffinöl mischen lassen. Das war schonmal ein kleiner Erfolg.

Ich habe dann die Temperatur auf 85° angehoben und der Ethanol begann zu sieden. Mit jeder Sekunde des Siedens wurde die Flüssigkeit wieder klarer.
Die Zähigkeit des Harzes nahm mit abnehmender Ethanolkonzentration zu.

Das Produkt ist harzlacktypisch. Aber sehr seidig. Ich hatte bisher noch nie einen Lack, welcher so seidig scheint. Das empfinde ich erstmal als überraschenden Effekt. Ob er nun aber als Lack im eigentlichen Sinne taugt, ich werde es morgen versuchen. Wenn der Lack abgestanden ist.

Ob das Paraffin dann einen Einfluß auf die Witterungsbeständigkeit hat, werde ich in einem Langversuch herausfinden.


Harz und Paraffinöl


Harzflüssig


Oeleinkochen


Ethanolhinzu

Den fertigen Lack präsentiere ich dann morgen! Und entschuldigt bitte meine unorodoxe Vorgehensweise! Embarassed

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Wie versprochen heute die Lackprobe.

Ich habe den Lack weder gefiltert noch irgendeiner Art weiterbehandelt. So wie er aus dem Kochbehälter kam, hab ich ihn ganz schellacktypisch aufpoliert - nur ohne Schellack eben. Wink

Ich habe zwei Sachen zu verbessern:

1.) Die Mischung muß härter werden. Durch die 2:3 Mastix im Lack ist er sehr weich geworden. Zu weich, als ihn schön gleichmäßig aufpolieren zu können.
Das Resultiert aus der unebenen Oberfläche im Lackbild.

2.) Ich benötige kein Polieröl mehr. Der Lack selbst hat gleitende Eigenschaften durch das Einkochen des Öles bekommen, so das Polieröl weggelassen werden muß. Ich hatte anfangs den Ballen gewöhnlich präpariert und mit Erschrecken festgestellt, das der Auftrag nur aus Schlieren besteht. Nach der Probe ohne Polieröl war es eine homogene Angelegenheit.

Positiv:

1.) Der Lack hat einen wunderbaren seidigen Glanz und färbt das Holz nur in Nuancen.

2.) Der Auftrag geht fast doppelt so rasch, verglichen zu herkömmlichen Schellack.

3.) Die porenfüllenden Eigenschaften sind gleichmäßiger, im Vergleich zu Schellack. Bimsmehl wird man hier nicht mehr brauchen.

Bilder:


Die beiden Probehölzer, unbehandelt. Der Ballen im Glas und das Produkt!


Glanzgrad

Ich werde die Tage also nochmal eine Charge mit veränderter Rezeptur herstellen und noch ein weiteres/härteres Harz hinzufügen. Danach werde ich wieder eine Polierprobe machen. Die Einteilung wird dann sein 1:3:4

Möchtet Ihr das Ergebnis gerne sehen? Smile

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Ich bin auf das Ergebnis gespannt. Bitte mitteilen!

Was mich wundert ist, dass deine Harz-Paraffin-Mischung sich in Alkohol klar (?) löst. Denn dass das Paraffin sich mit den Lackbestandteilen chemisch verbindet halte ich für ausgeschlossen. Durch das Erhitzen können sich alllenfalls die Lackbestandteile selbst verändern. Aber das Paraffin bleibt bei diesen Temperaturen wie es ist, eben parum affinis, ohne jede Neigung sich zu verbinden. Es müsste also beim Lösen in Ethanol wieder frei werden und diesen trüben. Im besten Falle hast du eine Emulsion von Paraffinöl in einer alkoholischen Lacklösung vorliegen und vielleicht wirken die (erhitzten) Lacksäuren als Emulgatoren/Lösungsvermittler?. Vermutlich bekommt man das gleiche Ergebnis, wenn man die Harzmischung erhitzt, abkühlen lässt, in Ethanol löst und dann das Paraffinöl zumischt. Dass der Lack so weich ist leigt vielleicht gar nicht an der Harzmischung, sondern daran,daß es eben eine Mischung mit dem flüssigen Paraffinöl ist, die nach dem Verdunsten zurückbleibt.

Der Buchheister-Ottersbach beschreibt, daß man, um biegsamere und widerstandsfähigere Lacke zu erhalten, einen Teil des Spiritus als Lösungsmittel durch Terpentinöl (tewa 1/3-1/4) ersetzen soll. Hast du das mal probiert?

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Was ich schon versucht habe, war Harze in Paraffinöl zu lösen. In heißem Paraffinöl. Das hat aber im Ansatz nicht funktioniert. Das Öl wurde milchig und die Harzbrocken erstarrten zu einzelnen Klumpen. Ne riesen Sauerei das Ganze.

Auch Ethanol wollte ich mit P-Öl mischen. Das geht nicht. Es trennt sich sofort wieder auf.

Wiegesagt, die einzige Möglichkeit das Öl in das Harz zu bekommen, ist die von mir beschriebene. Bis jetzt.

Ich habe keine Ahnung ob das Öl nur emulgiert wurde oder was sonst da genau passiert ist. Jedoch ist das Harz ebenso weich wie herkömmlich gemischter Mastix/Sandarak-lack. Ich habe eine Referenzmischung angesetzt und das Öl weggelassen. Gleicher Härtegrad. Nur nicht so seidig.

Heute habe ich auf den durchgetrockneten Lack etwas Wasser gegeben um zu sehen was mit dem Lack über 24h passiert. Das Wasser verhält sich auf der Oberfläche wie frischer Regen auf einem frisch gewachsten Autolack.

Das Wasser zieht sich sehr hoch, da es von der Oberfläche abgestossen wird. (Polarität)



Hohes Wasser

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Ich mußte den Versuch nach 19Std abbrechen, weil schlicht fast kein Wasser mehr auf dem Probeholz war. Verdunstet.
Nichts desto weniger wurde in den 19 Std. die Lackoberfläche in keiner erkennbaren Reaktion beschädigt.
Für gewöhnlich hätte ich mit einer blinden Stelle auf dem Lack gerechnet.

Das Restwasser konnte ich einfach so mit einem Tuch wegwischen und gut wars!(Siehe Bilder)
Den gleichen Test werde ich mit einem mittelprozentigen Getränk (Wein) nochmals ausprobieren. Dann werde ich sehen was der Lack wirklich kann. Wink


Restwasser nach 19 Std.


Oberfläche nach wegwischen des Wasser.

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Ist normalerweise nicht eher Schweiß, Hautfett usw. ein Problem?
Auch bei dem Tisch, an dem ich gerade sitze, ist das ein Problem - nicht Wasser.

Und bei welchen Temperaturen lässt du Paraffinöl mit dem Harz reagieren?
Davon hängt es doch maßgeblich ab, ob das Paraffinöl reagieren kann oder nicht.


PS: Was hast du eig. gegen Kunstharze?
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Könnte es einfach sein, dass der aufgetragene Lack noch deutliche Mengen an Paraffinöl enthält?
Dies würde erklären warum man kein Polieröl braucht und warum er so hydrophob ist.

Wobei ich dann auch vermuten würde, dass der Lack nicht richtig trocknen könnte oder sich schmierig anfühlt?
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@ CD-ROM-LAUFWERK

Ok, da muß ich jetzt gaanz weit ausholen. Im Musikinstrumentenbau sind Spuren durch Benutzung und Abtrag durch Hautschweiß/Fett sogar gewünscht. Denn das zeigt nach einem gewissen Alter, das jenes Instrument gerne und oft bespielt wurde. Somit ist es in "Kondition" was die schwingungsaktive Elastizität im Holz sicherstellt. Viele Stradivaribesitzer spielen selbst keine Geige, verleihen diese dann an Virtuosen um sie "spielbar" zu halten und somit den Wert sicherstellen.

Das Öl habe ich bei 220° tropfenweise hinzugefügt. Die Harze waren vollständig verflüssigt und beim eintropfen hat es deutlich und laut geknistert und geknallt. Dadurch wurde das Harz seidiger und homogener. Nach dem Runterkühlen auf < 75° habe ich tropfenweise den Ethanol hinzugefügt unter stehtem Rühren, bis sich die Konsitenz zu einem brauchbaren Grad entwickelt hat.

Was ich gegen Kunstharzlacke habe? Nix, im Allgemeinen. Abgesehen das sie saugiftig in Bearbeitung sind (Sprühnebel, Schleifstaub, Ausdünstung).
Und der Kunde will kein "Plastik" auf seiner Geige. Er möchte schöne handgerührte Lacke aus der tratitionellen Herstellung.
Meine Modifikation, ist aber für den Sektor der E-Instrumente gedacht.

@Timmopheus

Nein, schmierig fühlt er sich nicht an. Eher wie die Haut einer Schlange oder ein nasser Autoreifen. Durchgetrocknet ist er aber in jedem Fall! Wink

Ich habe heute einen Testverlauf mit 14%igen Schaumwein auf der Oberfläche durchgeführt. 7h lag der kohlensäurehaltige Wein auf der Oberfläche.
Reaktion: Keine Reaktion. Der Oberfläche wars doch so ziemlich piepe, was da auf ihr liegt.


Wein frisch auf Oberfläche


Nach 7h auf der Oberfläche


Nach dem gründlichen Abwischen des Schaumweines

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Zitat:
Abgesehen das sie saugiftig in Bearbeitung sind (Sprühnebel, Schleifstaub, Ausdünstung).

Saugiftig?
Ich meine du sollst das nicht trinken, wenn es nicht ausgehärtet ist... da ist es vermutlich wirklich schädlicher als Naturharze.
Schleifstaub sollte man generell nicht einatmen, schon Holzstaub ist mitunter krebserregend.
Ansonsten sehe ich da keine Probleme. Es gibt ausreichend Lösemittelfreie Lacke.
Insbesondere 2K Lacke sind sowohl Lösemittelfrei als auch von unübertroffener Qualität in praktisch allen Belangen.
Zitat:
Er möchte schöne handgerührte Lacke aus der tratitionellen Herstellung.

Klingt mir nach esoterischen Bedürfnissen Wink

Zitat:
Das Öl habe ich bei 220° tropfenweise hinzugefügt. Die Harze waren vollständig verflüssigt und beim eintropfen hat es deutlich und laut geknistert und geknallt.

Hm... ob Paraffinöl bei 220°C schon gecrackt wird? Ich weiß es nicht.
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CD-ROM-LAUFWERK hat Folgendes geschrieben:
Hm... ob Paraffinöl bei 220°C schon gecrackt wird? Ich weiß es nicht.

Diese Temeperatur ist sicher zu niedrig.
Das Knacken und Zischen beim Zutropfen des Paraffins kann ich mir auch nicht ganz erklären. Können das niedrigsiedende Anteile im Öl sein? Obwohl ich nicht erwarten würde, dass Paraffin schon bei 220 °C siedet. Kommt darauf an, was Tim genau verwendet hat.

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Ich hatte mir seinerzeit gereinigtes Paraffinöl aus der Apotheke geholt. Ein klares Öl, welches von der Konsistenz her an Lampenöl erinnert.

Aber das ist irrelevant. Ich verfolge einen neuen Plan.

Leinöl. Leinöl ist schon seit jeher zu Konservierungszwecken eingesetzt worden. Vorallem im Fachwerkbau und im Schiffsbau. Es kann also richtig was ab.
Das Öl ist ja auch nix neues auf dem Markt. Es wurde schon immer für Öllacke verwendet. Ob in der Malerei oder dem Herstellen von Lacken. Es kann Harze binden und Ethanol ebenso.

Nur das ich einige Eigenschaften nicht gebrauchen kann. Die goldgelbe Färbung zum Beispiel, wenn man es erhitzt um Harze darin zu lösen. Zufällig bin ich beim Stöbern auf Rizinusöl gestossen.
Dieses Öl reagiert mit Citronensäure und beide Monomeren polykondensieren miteinander. Durch die Veresterung der beiden Stoffe, ensteht so ein Polyester. Leider ein bräunliches Harz als Produkt. Welches aber vielleicht gebleicht werden kann.

Zudem Rizinusöl über die Eigenschaft verfügt, polare und lipide Stoffe binden zu können. Das ist Interessant, denn dann kann ich vielleicht ja doch noch mein Paraffinöl ins Spiel bekommen.

Ich halte Euch auf dem Laufenden. Wink

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Grüßle Tim
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[EDIT: bis zur eventuellen weiteren Bearbeitung in die Spielwiese verschoben]

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Die Sache mit den Naturharzlacken ist interessant.

Mir fallen da einige Stoffe ein, die interessant sein könnten:
- Jojoba-Öl: Das ist im strengeren Sinne kein fettes Öl, sondern ein flüssiges Wachs. Es wird als Ersatz für Walrat benutzt. Ich könnte mir vorstellen, daß es sich ähnlich wie Paraffinöl verwenden läßt und bessere Mischbarkeit aufweist wegen der Esterbindung im Molekül.

- Betulin: Aus dem alkoholischen Extrakt von Birkekork (papierartige Rindenschicht) kristallisiert beim Erkalten das Betulin aus. Von der Molekülstruktur ähnelt es der Oleanonsäure und der Masticadienonsäure mit seinem Steroidgerüst. Als Reinstoff ist es eher ein stumpfes Pulver, könnte aber im Harzverbund durchaus besondere Eigenschaften haben.

- Tallöl: Ein Nebenprodukt der Zellstoffgewinnung, das aus Fettsäuren, Harzsäuren und Ähnlichem besteht. Es wird auch in der Herstellung von Lacken eingesetzt.
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Naturharzlack
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