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Mein HPLC-Tagebuch
Illumina-Mitglied

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Da ich vor einiger Zeit irgendwo hier im Forum versprochen hatte, ein "HPLC-Tagebuch" zu verfassen, welches den Weg mit meiner gebrauchten HPLC beschreibt, mache ich mich nun endlich mal an diese Aufgabe. Sie ist zwar derzeit (März 2017) noch immer nicht in Betrieb, der Artikel wird aber dann vollendet, wenn es soweit ist. Der Intention entsprechend werde ich den Artikel auch tatsächlich als "Tagebuch" aufbauen, das verdeutlicht dann auch, für was ich wie lange gebraucht habe und ist zudem vermutlich übersichtlicher. Die Zeiten werde ich so gut wie möglich rekonstruieren.
Dieser Artikel soll Interessierten als Lektüre dienen sowie all jenen als Hilfe, die vielleicht vor ähnlichen Problemen mit einer alten HPLC stehen (eine Person habe ich im Laufe des Prozesses bereits gefunden). Die Informationsdichte zu diesem Thema im Internet ist äußerst gering, auch in englischer Sprache ist, außer einer an einer Hand abzählbarer Anzahl Fragen in Researchgate, kaum etwas zu finden. Daher werde ich den Artikel ggf. auch zusätzlich noch auf Englisch übersetzen.

Dieser Artikel beschreibt das spezielle Vorgehen an einer spezifischen Anlage. Für eine allgemeine Einführung in das Thema HPLC verweise ich auf den Artikel von R'-MgX, zu finden hier.


Kurz etwas zur Vorgeschichte für die, die es hier nicht live mitbekommen haben: Ich habe Ende Juni 2016 eine alte Merck-Hitachi HPLC Anlage von meiner Schule geschenkt bekommen. Die stand dort seit vielen Jahren unbenutzt herum und sollte nun durch eine neue Anlage ersetzt werden. Ich habe die Anlage in der "Schrott-Sammlung" entdeckt und durfte sie, nach Rücksprache mit der Schulleitung, zu meiner großen Freude mit nach Hause nehmen.


24. Juni 2016
Eine erste Bestandsaufnahme ergab, dass es sich um eine Anlage von Hitachi ("Merck/Hitachi") aus den Jahren 1986/87 handelte, bestehend aus einer Pumpe mit Ternärer Niederdruck-Gradienten-Mischkammer und einem Injektionsventil mit 20 μL Probenschlaufe, einem "LC-Controller", einem UV-Detektor sowie einem DAD. Die genauen Teilebezeichnungen lauten: L-5000 LC Controller, 665A-11 Liquid Chromatograph (Pumpe), 665A Variable Wavelength UV Monitor und L-3000 Photo Diode Array Detector.
Die Kabel waren leider alle entsorgt worden, nur das fest verbaute Steuerkabel des "Proportioning Valve", also der drei Gradienten-misch-Ventile, sowie ein GPIB-Kabel zum Anschluss der Pumpe an den Controller waren noch vorhanden. Zudem war eine LiChrosorb® RP-18 (5 µm) Hibar® RT 250-4 Säule von Merck verbaut.


Die HPLC-Anlage direkt nach ihrer Ankunft

Da die Anlage entsorgt werden sollte, waren der Einfachheit halber alle Eluenten- und Kapillarschläuche durchtrennt worden, sie mussten also ersetzt werden. Außerdem mussten Stromkabel besorgt werden.

27. Juni 2016
Nachdem die Stromkabel gekauft und angeschlossen waren (da braucht man ganz schön viele Steckdosen!), konnte die grundlegende Funktionalität der Geräte überprüft werden. Wie sich zeigte, ließen sich alle ohne Probleme anschalten. Außerdem konnte akustisch überprüft werden, dass die Ventile des Gradientenmischers funktionierten. Auch die Pumpe lief und ließ sich vom LC-Controller aus ansteuern (Gradientenmischverhältnis, Flussrate, Start/Stop, Purge).

Mithilfe einer Schieblehre habe ich den Außendurchmesser der Eluenten- und Kapillarschläuche bestimmt und jeweils drei Meter Eluentenschlauch (3,2 mm AD, 1,6 mm ID) sowie Kapillarschlauch (1,6 mm AD, 0,25 mm ID) bestellt, beides aus PTFE (wie sich im Nachhinein optisch zeigte, waren die zuvor verbauten Schläuche aber wohl nicht aus PTFE, sondern aus einem anderen Fluorkunststoff).
Beim genaueren Betrachten der Schläuche wurde leider bereits absehbar, dass die Anschlüsse mir noch Probleme bereiten würden. Die Dichtung derselben bestand nämlich aus einem abgeflachten (Kapillarschläuche) bzw. umgestülpten (Eluentenzufuhr) Ende der Schläuche. Bei den Kapillarschläuchen sitzt dieses Schlauchende direkt auf dem Glaskörper der Durchflussmesszelle im UV-Detektor bzw. DAD.


Dichtung Eluentenschlauch - Dichtung Kapillarschlauch

14. Juli 2016
Die Schläuche sind angekommen. Bisher waren allerdings alle Versuche, an ein Werkzeug zu kommen, mit dem sich die Schlauchenden präparieren ließen, erfolglos. Ich hatte meinen Lehrer in der Schule gefragt, hier im Forum nachgefragt und die nächste Uni kontaktiert, allerdings war dieser Anschlusstyp überall völlig unbekannt.
Ich versuchte also den Tipp eines Bekannten, der in den 70er Jahren mal mit solchen Anschlüssen gearbeitet hatte und meinte, die Schläuche könne man mit einem heißen Kegel (z.B. Nagel) weiten. Das erwies sich allerdings als schwieriger als gedacht. Die Nägel, die ich da hatte waren entweder zu klein oder leicht vierkantig. Ich schliff also einen größeren Nagel rund und versuchte es. Im Endeffekt riss der Schlauch immer auf einer Seite auf, ich bekam ihn überhaupt nicht weit genug gespreizt, als dass die Verbindung auch nur annähernd dicht gewesen wäre und ich brannte mir mit dem Nagel bei der fummeligen Arbeit zwei Löcher in den Finger. Also ein ziemliches Desaster, das wenigstens nicht viel Substanz kostete, da ich die alten Kapillarschläuche zum testen verwendet hatte.

Ein weiterer Versuch waren noch, den "Flansch" vom alten Schlauch abzuschneiden und durch ein übergestülptes Stück Eluentenschlauch mit dem neuen Kapillarschlauch zu verbinden, aber das war genauso undicht wie alles andere. Es mussten also neue Ideen her ...

Die Lösung wären entsprechende Flansche zum aufsetzen gewesen - aber die konnte ich als Privatperson nicht bestellen.


Die Schläuche

21. Juli 2016
Die Idee war gekommen und es wurde wieder einmal bestellt ... diesmal Einsatzstücke (Bild s. hier), um die Eluentenschläuche anzuschließen und PTFE-Ferrules, die ich mit dem flachen Ende zum Glaskorpus hin verwenden wollte, um die Kapillarschläuche abzudichten.

Nun denn, die Teile kamen ... und wie sich herausstellte passten die Einsatzstücke nicht in die Anschlüsse - aber auch nicht in den Schlauch, obwohl sie das laut Herstellerangabe hätten müssen. Daher war der Umtausch zum Glück kein Problem und ich bestellte stattdessen Mini-Schlauchverbinder (aus PCTFE). Mit diesen konnte ich die neuen Schläuche einfach an die Reste der alten stecken und zumindest ein Problem war gelöst. Heureka!


Die Verbindung mit dem Schlauchverbinder

Die Kapillarschläuche machten da noch mehr Probleme ...
Zuerst einmal schraubte ich das Gewinde zu fest an, was die Ferrule als (natürlich undichten) Klumpen im Gewinde zurückließ. Diesen musste ich mit einer gebogenen Nadel in mühsamer Arbeit, sehr darauf bedacht, das Glas darunter nicht zu zerkratzen, wieder herausfummeln. Wenigstens hatte er schon ein Loch in der Mitte ...
Auch bei weiteren Versuchen mit den Ferrules suppelte es immer aus dem Gewinde. Dennoch hielt ich die Lösung des Problems schon in der Hand. Wie ich feststellte, waren die Ferrules nicht vorne undicht sondern hinten (bzw. innen) am Schlauch. Unterschiedliche Fixierungsstärken brachten jedoch alle nicht den gewünschten Erfolg dies abzudichten. Irgendwann kam mir jedoch der rettende Einfall: Ich dichtete das Ende mit einem winzigen Stückchen Teflonband ab (das ganz normale zur Abdichtung von Rohrverschraubungen), welches ich um den Schlauch wickelte. Dieses wurde von der Schraube fixiert - und siehe da, die Verbindung war dicht!

Jetzt hoffe ich nur, dass es hier später einmal nicht zu Probenverschleppungen kommt ... dann geht der gesamte Zirkus nämlich wieder von vorne los.

05. August 2016
Heute kamen die HPCL-Lösemittel: 2,5 Liter 2-Propanol und 1 Liter Acetonitril. Das erste Durchspülen der Anlage vor der Säule war mit "einfachem" IPA erfolgt und sämtliche Tests zu den Anschlüssen am Detektor hatte ich mit MeOH LC-MS Grade gemacht, von dem ich einmal äußerst günstig 250 mL erstanden hatte, da ich das einfache Isopropanol besser nicht über die Säule laufen lassen wollte.

22. August 2016
Nachdem es nun lange ruhig war, gibt es wieder ein bedeutendes Ereignis zu berichten! Ich hatte vor ziemlich langer Zeit schon Hitachi kontaktiert, ob sie mir die Bedienungsanleitungen für das Gerät zukommen lassen könnten. Als Antwort kam der Hinweis, dass Hitachi die Anfrage an VWR weitergeleitet habe, da diese für den Vertrieb in Deutschland zuständig seien. Von VWR kam allerdings keine Reaktion, weshalb ich jetzt einmal bei dem Kontakt, den Hitachi noch angegeben hatte, nachgehakt habe. Anscheinend ist das falsch weitergeleitet worden und dann ins leere gelaufen. Jedenfalls habe ich heute per Mail die Anleitungen für den LC-Controller, den DAD und die Pumpe bekommen. (Hinweis: Wenn jemand Interesse daran hat, kann er mir gerne eine PN schreiben!)

Zur besseren Übersicht über die Anschlüsse habe ich mir außerdem diese hübsche Übersicht aufgezeichnet Wink


Ich hatte die Geräte bereits zuvor untereinander zu einer "Startsignal-Kette" verbunden, sodass es mir nun möglich war, wenn ich den Controller startete zugleich auch den Detektor mit zu starten. Nun konnte ich dank der Anleitung auch den Drucksensor der Pumpe an den Controller anschließen. Zuerst falsch herum, aber das zeigte sich durch den negativen Druck auf der Anzeige ziemlich deutlich Wink.

Jetzt ist vielleicht auch der Richtige Moment, noch einmal einen Blick auf die einzelnen Komponenten zu werfen ...

Der LC-Controller:



Die Pumpe:



Der UV-Monitor:



Der DAD:



Seitenansicht der Pumpe mit Säule:



Wie man sieht, erfolgt der Anschluss der Teile untereinander über die schwarzen Schraubkontaktleisen (außer Pumpe <-> LC-Controller über GPIB). Zumindest in meinem Fall ... es besteht auch noch die Möglichkeit, alle Teile über eine sogenannte "PAN"-Schnittstelle zu verbinden, im Endeffekt ein BNC-Kabel. Damit war ein Anschluss an den PC möglich, Hitachi lieferte dafür auch eine Software zur Auswertung und Steuerung der Anlage - aber sowohl Software als auch der entsprechende Adapter zum Anschluss an den PC sind nicht mehr zu bekommen. Und damit sind wir auch schon beim Anschluss des Detektors ...


Hier sieht man ein Bild zur Verkabelung aus der Bedienungsanleitung

Da die Anlage soweit lief, begann ich nun, mir mal ernsthaft Gedanken über den Anschluss des Detektors zu machen ... Dabei musste ich feststellen, dass das Größte Problem bei weitem noch nicht gelöst war!
Der DAD gibt wahlweise ein Analoges Signal aus (2 Wellenlängen), das erwähnte PAN-Signal oder ein Signal über eine RS-232 Schnittstelle. Hierbei kann gewählt werden, in welchem Zeit- und Wellenlängenintervall die Signale ausgegeben werden sollen. Wenn die Intervalle zu klein gewählt werden, sieht man vorne an der Anzeige, dass sie in der Zeit Werte überspringt. Wenn die Auswertung mal funktioniert muss ich hier noch schauen, ob das an der Leistung liegt und somit auch die Ausgabe der Messwerte begrenzt.

11. September 2016
Zwischendurch ein kleiner Tipp für HPLC-unerfahrene: Wenn ihr Probleme mit dem Druck habt, schaut mal auf euer Lösungsmittel.
Ich habe nämlich festgestellt, dass ich mit dem IPA bei einem Fluss von 0,2 mL/min bereits gute 90 bar in meinem System habe. Gängige Flussraten in der analytischen HPLC liegen bei 0,5-2 mL/min, in der präparativen HPLC generell deutlich höher.

Um mich selbst aus anderer Stelle hier im Forum zu zitieren:
Zitat:
Ich hab mal die Viskositätswerte der gängigsten HPLC-LM rausgesucht:

2-Propanol: 2,43 mPa·s (dynamisch, bei 20 °C)
Wasser: 1,002 mPa·s (20 °C)
ACN: 0,369 mPa·s
MeOH: 0,593 mPa·s (20 °C)

Quellen:
http://www.syskem.de/syskem_datenblaetter/sdb_901900.pdf
http://www.uni-magdeburg.de/isut/LSS/Lehre/Arbeitsheft/IV.pdf
http://www.internetchemie.info/chemiewiki/index.php?title=Daten:L%C3%B6sungsmittel_aprotisch
http://de.wikipedia.org/wiki/Methanol

Edit: Und gibt es eine Formel, mit der man den Druck über die Eluentenviskosität berechnen (bzw. auf andere Eluenten umrechnen) kann?

Ich hab was gefunden:

Zitat:
Der Gegendruck einer HPLC-Säule ist direkt proportional zur linearen Flussgeschwindigkeit u, der Viskosität des Eluenten η, der Säulenlänge L und dem spezifischen Säulenwiderstand φ.


Das heißt, ich dürfte mit Acetonitril nur noch einen Druck von ca. 14 bar erhalten, stimmt das?
Mit Wasser wären es dann 38 bar und mit Methanol 22 bar.


Somit hängt der Systemdruck in der HPLC also ganz erheblich von der Zusammensetzung des Lösemittels ab!

13. September 2016
Ich habe mich mal wieder einer anderen Baustelle zugewandt und Deckel für die Eluentenflaschen gebastelt ...


Belüftungsfilter und Abluftfilter für das Abfallgefäß


Eluentenflasche mit präpariertem Deckel


Hier sieht man noch die Abfallflasche mit einem später noch gekauften Deckel

15. September 2016
Eine erneute Bastelaktion hat heute aus meinem Rheodyne-Valve (Injektionsventil) ohne "i" eines quasi mit "i" gemacht Wink
Ja, ja, ich erklär's ja schon ... also, das "i" bei den Teilen steht für einen eingebauten "Schalter" für das Startsignal. Beim Drehen des Hebels zur Injektion (mehr zur Funktionsweise siehe hier) wird ein Kontakt hergestellt, es fließt also Strom hindurch und die angeschlossene HPLC-Anlage erkennt den Zeitpunkt als Startzeitpunkt. Da das nicht nur sehr praktisch ist sondern auch ein wichtiger Faktor zur Reproduzierbarkeit der Retentionszeiten und die Ventile mit "i" selbst bei Ebay noch meist mehrere hundert Euro kosten habe ich mich für die Selbstbau-Variante entschlossen - denn die gibt's quasi umsonst.

Das Injektionsventil mit Schalter in Load- und Inject-Position:


Wie man sieht erfolgt der Kontakt ganz einfach zwischen dem fixen Bügel und dem "Hubbel", welcher sich beim Umlegen des Injektions-Hebels mitdreht. Der Bügel besteht aus einem Stück Nickelblech, welches an einem weiteren, abgewinkelten Blechstück zum Befestigen an der Anlage festgelötet ist. Das gewinkelte Stück wiederum ist mit einem Stück PE-Folie als Isolator an der Anlage festgeklebt. Der "Hubbel" besteht ebenfalls aus Nickelblech, hier wurden jedoch die "Füße" vor dem Ankleben durch Eintauchen in eine Lösung von PVC in THF isoliert. Die Kabel wurden beide jeweils einfach angelötet, das sind einfache Kabel aus dem Modellbaubedarf. Diese wurden hinten an der Anlage an den dafür vorgesehenen Kontakten angeschraubt.
Das Löten mit dem Nickelblech hat sich dabei als nicht so einfach wie auf Kupfer, aber doch mit normalem Lötzinn machbar herausgestellt.

Es gibt allerdings auch noch schlechte Neuigkeiten ... das mit dem PAN-Anschluss wird nix. Das hat mir der VWR-Mitarbeiter heute mitgeteilt (ja, das hatte ich schon mal vorweggenommen Very Happy ). Also bleibt jetzt noch die andere Möglichkeit, nämlich den DAD analog auszugeben.
Dazu gibt es eine kostenlose Chromatographie-Software namens "CHROMuLAN" (siehe auch hier), welche von der in Tschechien ansässigen Firma PIKRON zur Verfügung gestellt wird. Diese bietet neben einer eigenen HPLC-Anlage und einem Aminosäureanalysator auch einen A/D-Wandler ("ULAD32") für den Betrieb von Analogen Geräten mit der Software an. Der Preis beläuft sich auf 260 €, laut einem mir vorliegenden Angebot, zzgl. 21 % MWSt. und 50 € Versandkosten, insgesamt also über 350 €. Für gerade mal eine Wellenlänge. Na toll ...
Für die Software gibt es auch noch ein Plugin, mit welchem man ein Gerät über RS-232 anschließen kann. Allerdings nur mit einem bestimmten Wandler und den finde ich im Internet nicht. Der Softwareanbieter konnte mir auch nicht helfen, da das Plugin wohl von dem Vertreiber des RS-232-Converters geschrieben wurde und das ist scheinbar schon eine Weile her ...

27. September 2016
Es gibt doch wieder einen Lichtblick!
Ich muss meinen größten Dank aussprechen an Herrn Pisa von der Firma PIKRON. Es ist schön zu sehen, dass es doch Leute gibt, die nicht nur auf Profit aus sind! Er hat sich mein Problem etwas genauer angeschaut und mir vom Kauf eines ULAD32 abgeraten. Stattdessen hat er mir geraten, den DAD über die RS-232-Schnittstelle an den PC anzuschließen und zur Auswertung ein Plugin für die leistungsstärkere Open-Source Chromatographie-Software "OpenChrom" entwickeln zu lassen. Er hat mir hierzu einen Studenten vermittelt, welcher das für 400-500 € übernehmen würde.
Das ist letztendlich nicht viel teurer als der Anschluss nur einer Wellenlänge über den A/D-Converter und ich habe dafür den vollen Umfang des DAD. Klingt nach einer guten Lösung Wink !

Außerdem gibt es noch anderweitig gute Neuigkeiten! Ich war heute in der Schule, um zwei Proben im GC zu messen. Dort hab ich ganz zufällig noch einiges an Zubehör für die HPLC gefunden. Weitere Anleitungen (für den UV Monitor, die hatte ich noch nicht, sowie für den Integrator, den ich aber ja nicht hab) und vor allem ein ganzer Stapel Ersatzteile!

Dabei waren folgende Teile: Werkzeug zum Austauschen von Dichtungen in der Pumpe, 4 Ersatzdichtungen für den Pumpenkopf, 1 Hohlschraube (Metall), 1 Dichtungskegel (Metall), Sicherungen 1/2 A (2x), 1 A (4x), 2 A (4x), 3 A, (2x), ein Bündel mit zwei grünen Kabeln, ein graues, flaches Kabel, eine kleine Unterlegscheibe, zwei kleine Metallbleche mit Loch, ein Braunglasvial mit einer unbekannten Flüssigkeit, Zubehör zu Rheodyne 7125 Injection-Valve (Spirale, vmtl. "Coil-Mixer", sowie eine mehrfach gewinkelte Stahlkapillare mit zwei Hohlschrauben mit Dichtkegel), ein Kabel mit Sensor und zwei U-förmigen Kontakten zum Anschließen sowie ein Fluorkunststoffschlauch mit Kunststoff-Hohlschraube und rundem Block mit 4 Löchern.


Das gefundene Zubehör

09. Oktober 2016
Das Plugin geht in die Startlöcher ... Ich habe ein kleines Java-Programm bekommen, um die Verbindung zwischen PC und Detektor zu testen - leider hat es bisher nicht funktioniert ...

17. Oktober 2016
Eine kleine Erklärung zur Signalumschaltung anno 1987 ... Very Happy

Die Parameter der Signalausgabe der RS-232 Schnittstelle können mittels eines winzigen Schalters verstellt werden. Dieser befindet sich auf einer herausnehmbaren Platine im hinteren Teil des Detektors. Mit diesem Schalter kann zudem auch zwischen PAN und RS-232 umgeschaltet werden. Die Umschaltung analog/digital erfolgt im Menü des Detektors.

Also hab ich mal den Detektor aufgeschraubt ...



Wer findet den Schalter? Mr. Green


Vielleicht hilft die Zeichnung aus der Anleitung weiter ...

Ich hab ihn dann jedenfalls mit einem spitzen Stift umgeschaltet Wink
Und zu meiner großen Freude hab ich das ganze Teil nicht nur einmal auseinandergebaut ...

18. Oktober 2016
Das Testprogramm läuft zwar, aber es kommt bisher nichts vom Detektor an ...
Daher sind wir jetzt umgestiegen auf einen "Serial-Data-Logger", also ein Programm, dass direkt die Datenkommunikation der seriellen Schnittstelle am PC ausliest. Dennoch - es funktioniert nach wie vor nicht.

20. Oktober 2016
Der erste Fehler ist vermutlich gefunden ... und der zweite auch gleich mit. Ich hatte zum Anschluss der 25-Pin Schnittstelle an den PC einen Adapter auf 9-Pin verwendet. Allerdings durfte ich inzwischen lernen, dass RS-232 Adapter nicht genormt waren ... der kann also alles mögliche machen. Jedenfalls tut er nicht das, was er soll.
Also hab ich ein 25-Pin Kabel bestellt und den Detektor an die 25-Pin-Schnittstelle am PC angeschlossen (wie gut, wenn man noch einen alten PC hat, der das alles eingebaut hat Wink ). Und es tat schon wieder nicht ... kann es auch gar nicht, denn die Recherche hat ergeben, dass das keine serielle, sondern eine parallele Schnittstelle ist. Muss man erstmal darauf kommen ...
Ich weiß auch nicht, was genau da der Unterschied ist (vielleicht kann das mir ja einer hier erklären?), aber es funktioniert jedenfalls nicht.

Es muss also eine andere Lösung her.

27. Oktober 2016
Und diese Lösung ist, einfach selbst einen Adapter zu bauen. Wäre ich da mal früher draufgekommen, dann hätte ich mir das Geld für zwei Kabel und viel Zeit sparen können ...

Von Jan, das ist der, der das Plugin für mich programmiert, bekam ich folgende Angaben zur Verbindung der Pins:

DTE(PC) - DCE(Detector)
2 - 2
3 - 3
8 - 6
7 - 5
5 - 7

oder, wenn man auf die Verbindungs-Kontrolldaten (CTS- und RTS-Signal) verzichten möchte, geht auch folgende Option:

DTE(PC) - DCE(Detector)
2 - 2
3 - 3

Und die beiden kontakte auf Detektorseite "kurzschließen":

DCE(Detector) - DCE(Detector)
5-20

Also hab ich mir beim örtlichen Radio- und Fernsehtechniker ein mehradriges Kabel und zwei Stecker gekauft und das ganze selbst zusammengelötet. Mit grundlegenden Lötkenntnissen ist das überhaupt kein Problem, das schafft auch jeder Anfänger, der braucht halt evtl. einen Versuch mehr.

Et Voilà, hier ist das Ergebnis der Lötarbeiten:


Und siehe da, plötzlich funktioniert es! Ich hab mich glaub ich noch nie so sehr über einen Bildschirm voller Zahlen gefreut Very Happy



10. Februar 2017
Ich musste lange warten, aber endlich ist die Betaversion des Plugins fertig zum Testen!
Aber leider funktioniert es noch nicht bei mir ...

18. Februar 2017
Der alte XP-Computer hat den Geist aufgegeben... Gut, das ist ihm auch vergönnt, welcher neue PC läuft denn bitte noch 15 Jahre lang ohne Probleme? Der war viele Jahre bei meinen Eltern im Einsatz, dann bei meiner Schwester und zu guter letzt jetzt noch in meinem Labor. Damals war Technik noch für längere Zeit ausgelegt und deutlich robuster ...
Jedenfalls bootet er nicht mehr, man hört nur noch die Kühler laufen. Vielleicht hab ich ihn aber auch geschrottet, ich hatte vorher dran rumgeschraubt.
Dann muss ich jetzt also fürs erste mal auf den Laptop umsteigen. Ich hab mit meiner Familie ausgehandelt, dass ich den für 4 Wochen haben kann, bis dahin muss ich irgendwo einen Ersatz herbekommen.

21. Februar 2017
Heute kam das bestellte Adapterkabel für den RS-232 Anschluss an USB. Und es funktioniert auch! Der Datenlogger ließt die Detektor-Signale problemlos aus. Mit dem Laptop läuft es also erstmal. Nur blöderweise tut die neueste Version des Plugins immer noch nicht richtig ...

18. März 2017
Nach langem hin und her, testen und überarbeiten und wieder testen - alles ohne wirklichen Erfolg - und mittlerweile eine E-Mail Konferenz von jeweils über 30 empfangenen und gesendeten Mails, kam heute ein anderer Ansatz zum Zuge. Jan hat sich via TeamViewer auf meinen PC geschaltet, um das Problem "vor Ort" zu lösen. Ich hoffe, das hat dann mehr Erfolg!


Fortsetzung folgt, wenn es etwas neues zu berichten gibt ...

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Super und verständlich geschrieben!

Diese kleinen "DIP-Schalter" kenne ich auch unter dem Spitznamen "Mäuseklavier" ... Mr. Green Die waren auch in den laut quietschenden 9 - oder 24 -Nadeldruckern dieser Zeit verbaut und dienten zum Einstellen der länderspezifischen Zeichensätze der Drucker.

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Der Name passt. Aber eigentlich ist das ja schon fast eher ein Spinnenklavier Mr. Green

Edit: Mal kurz eine Frage, wo soll ich denn den englischen Artikel reinstellen? Auch unter Laborgeräte? Ich würde dann halt im Titel deutlich machen, dass es die englische Version ist.
Weil es gibt sonst ja nur die Kategorie "Offtopic in English", aber Offtopic ist das ja eigentlich nicht Very Happy

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