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Lötzinn
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Grüß euch!

Ich bin gerade dabei mir eine effektive Methode zum Aufarbeiten von Lötzinn (60% Blei, 40% Zinn) zu überlegen. Sinn dahinter ist die Gewinnung einer Blei- bzw. Zinnverbindung als Ausgangsstoff für weitere Verbindungen dieser Metalle wie zB Bleinitrat.
Zu allererst: Hat irgendjemand eine Ahnung was da als Flussmittel drinnen ist?
Meine Idee: Auflösung in HCl und Trennung der Chloride. Die Frage ist nur wie effektiv sich diese trennen lassen. Es geht zwar über die Löslichkeit, aber wie rein?
Und was schleppe ich mir da über das Flussmittel für Verunreinigungen ein...

Danke für eure Tipps und Ratschläge schon mal vorab!
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Das Flussmittel im Elektronik-Lot ist ein Baumharz, unter den Namen Kollophonium bekannt. Es ist nicht wasserlöslich, wird also auf der Lösung schwimmen und kann abfiltriert werden. Als Säure musst du auf HNO3 gehen, da Bleichlorid relativ schlecht löslich ist.
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Das war die Idee dabei zum Trennen von Blei und Zinn.
Erste Löseversuche zeigen, dass beide Säuren relativ "zäh" arbeiten....
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Nimm doch einfach Blei. Sooo schwer ist da auch nicht dranzukommen. (Dachdeckerblei, Gardinenschnüre, Angelblei, Tischdeckengewichte, alte Auswuchtbleie von Autoreifen....)

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"...wie ein Sprecher betont,hat für die Bevölkerung zu keinem Zeitpunkt Gefahr bestanden."
http://www.youtube.com/watch?v=bn0PgN0HpRY
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Es geht schon auch darum die Trennung sauber hinzubekommen. Und so rein sind Angelblei etc auch nicht...
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Wenn die Legierung wirklich nur Sn und Pb enthält, warum nicht einfach mit Salpetersäure umsetzen? Es entstehen Bleinitrat und Zinn-IV-oxid. Letzteres wird abfiltriert, fertig!

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in progress....
und ist ein echt widerspestiger Niederschlag
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Ich habe das vor einigen Jahren selbst versucht. Lötzinn ist blöde aufzuschließen. Man hat die Wahl zwischen Pest und Cholera. Das Zinn will nicht in Salpetersäure und das Blei nicht in HCl. Deshalb meine Anmerkung weiter oben.

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Da hast du schon recht... aber wenn man sich was in den Kopf setzt Wink

Hab gestern einen Versuch gestartet. Also Salzsäure kann man vergessen. Keine Ahnung wie das die Kollegen gemacht haben - aber selbst in der kochenden Säure sei es konzentriert, halbconc. oder verdünnt tut sich fast nichts. In Salpetersäure löst sich die Legierung optimal. Es entsteht halt der feine Niederschlag von SnO2 und tonnenweise NO2.
Auf dem Weg hab ich den Makroversuch unternommen: Ca. 250 g Lötzinn in ca 300 ml 50% HNO3. Kurzes Aufwärmen zum Starten und ab unter den Abzug. Das Lötzinn wird fast komplett gelöst. Untersuchung einer metallischen Probe zeigte, dass sie hauptsächlich aus Zinn besteht. Blei geht also sofort in Lösung, Zinn eher langsamer. Die Reste des Flussmittels sammeln sich oben an und können gut abgetrennt werden.
Ausbeuterechnung zwecks der Planung der Ausarbeitung: 150 g Blei eingesetzt, theoretisch 240 g Bleinitrat, Löslichkeit ca 500 g/l
D.h. die Suppe (sorry aber Lösung kann ich das nicht nennen) werde ich also auf 500 ml bringen und den Niederschlag mit weiteren 500 ml in Portionen auslaugen.
Sollte Bleinitrat und Zinnoxid ergeben. Umkristallisieren den PbNO3 und Reinwaschen des SnO2.
Ein Problem bleibt immer noch: die einzige Möglichkeit die mir für das SnO2 einfällt ist der Freiberger Aufschluss....
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Alternativ zur HNO3 kann man die Legierung auch in eine Ammoniumnitrat-Schmelze geben. Dabei entstehen keine Stickoxide, dafür aber Ammoniak. Auch hier setzt sich ein SnO2 Niederschlag ab. Ich habe so vor einigen Jahren erfolgreich Bleisalze aus Angelblei hergestellt.

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Nach zweimaligem Umkristallisieren und Waschen mit Aceton:
theoretische Ausbeute: 234 g
praktische Ausbeute: 135 g = 58 % der Theorie
nicht besonders hoch aber es geht
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Lötzinn
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