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Laborluft neutralisieren
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Wer kennt es nicht? Man ist im Labor und man wundert sich das viele Dinge aus Metall(Eisen) anfangen zu rosten. Darauf hin bin ich auf die Idee gekommen alle meine starken Säuren außerhalb des Labors zu lagern. Nun habe ich eine relativ neutrale Luft. Trotzdem wollte ich wissen ob es evtl. eine Möglichkeit gibt die Luft zu neutralisieren. Raumlüftung hilft viel ist im Winter allerdings doof. Meine Idee wäre ein Bad aufzustellen mit einer Soda-Lösung. Ob es hilft? Keine Ahnung.
Einfach mal eure Ideen/Erfahrungen unten rein schreiben. Danke

Very Happy
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Re: Laborluft neutralisieren
Pok
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Ein Kanister mit Natriumcarbonat-Lösung "zieht" die Säuredämpfe nicht an. Der Effekt wäre also extrem gering. Man kann Säuredämpfe schon neutralisieren, aber dabei entsteht natürlich ein Salz und das ist ähnlich stark korrosiv wie die Säure selbst (z.B. NH4Cl, wenn man Ammoniaklösung benutzt). Ich würde die Säuren einfach in Glasflaschen lagern. Da diffundiert der Chlorwasserstoff z.B. nicht durch wie bei ner Plastikflasche (bzw. nur sehr wenig über den Deckel).

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Ich denke mit so einem Luftwäscher sollte man schon ganz gut fahren. Vielleicht das Wasser leicht alkalisch einstellen. Einfach nur eine Wanne hinstellen wird wohl nicht helfen, da die Luft nicht gezielt in die Wanne strömt.
Zitat:
Darauf hin bin ich auf die Idee gekommen alle meine starken Säuren außerhalb des Labors zu lagern.

Wie wäre es mit einem halbwegs dichten Schrank der seine eigene Absaugung hat? Muss kein großer Luftstrom* sein, hauptsache die Undichtigkeiten werden ausgeglichen.
*Also auch kein 10cm Schlauch, normaler 10mm Schlauch sollte dafür reichen, sofern man irgendwie eine "Luftpumpe" findet die nicht viel zu groß ist.

Tatsächlich lässt sich das ganze aber wohl aller meistens auf Salzsäure zurückführen. Wenn man also nur diese speziell/gesondert lagert sollte das Problem schon behoben sein.
Dabei ist es egal ob sie in Glas oder Kunststoff ist, das geht durch den Deckel.
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Ich hab die Erfahrung gemacht, dass die Gesamtheit der Dinge, die rumstehen, immer für eine gewisse Geruchsbelätigung sorgt. Das Problem mit dem Rosten hatte ich früher auch. Seit ich um ALLE Flaschen Parafilm gewickelt habe, ist der Geruch um ca. 75% zurückgegangen. Bei ganz ekligen Sachen hilft oft eine zweite große Dose, in die man die Flasche stecken kann. Dort kann dann auch Natron oder ähnliches reinstreuen. Oder bei Brom zum Beispiel Natriumthiosulfat.

Am allerbesten wäre natürlich zusätzlich eine ganz schwache dauerhafte Lüftung des ganzen Raumes.
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NI2
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Vanadium hat Folgendes geschrieben:
Dort kann dann auch Natron oder ähnliches reinstreuen. Oder bei Brom zum Beispiel Natriumthiosulfat.


Diesen Diskussionspunkt hatten Chaoschemiker und ich bereits mit einigen jüngeren Usern. Das geht mal GAR nicht. Lagerst du dein Natrium auch in einem Umgefäß mit Wasser oder HCl weil man es damit neutralisieren würde? Nein! Der Grund ist einfach. Sollte es passieren dass etwas ausläuft findet hier eine Reaktion statt und die Sache kann unbemerkt außer Kontrolle geraten und durch die Wärme entwicklung schlimmer werden. Daher nur ad/ab-sorbtive Mittel zur Geruchsneutralisation direkt um eine Flasche verwenden.

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Über eine dauerhafte Entlüftung des ganzen Labors (es gibt für Wc´s und Bäder kleine Ventilatoren die den Gestank/Feuchtigkeit abziehen) habe ich auch schon nachgedacht. Evtl. lässt sich was einrichten.
Ich habe alle meine Säuren die gegen über Metallen korrosiv sind außen gelagert. Das Problem ist extrem reduziert. Hätte gedacht es gib irgendeine Möglichkeit die Luft komplett zu neutralisieren. Ich denke aber das regelmäßiges
Lüften am sinnvollsten ist.

Danke euch
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Pok
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Ich glaube nicht, dass regelmäßiges Lüften ausreicht. Weit über 90 % der Zeit findet dann kein Luftzug statt und die Gase stauen sich an. Regelmäßiges Lüften ist nicht vergleichbar in der Wirkung mit einem dauerhaften Luftzug.

CD-ROM-LAUFWERK hat Folgendes geschrieben:
Dabei ist es egal ob sie in Glas oder Kunststoff ist, das geht durch den Deckel.

"Durch" den Deckel geht wohl kaum was, sondern über den Kontakt von Deckel mit der Flasche. Wenn der Kontakt gut ist, z.B. durch eine Schaumstoffeinlage, geht m.E. das allermeiste durchaus über Wände einer Plastikflasche. Das HDPE, aus dem wahrscheinlich die meisten Salzsäurebehälter bestehen, lässt HCl-Gas eindeutig durchdiffundieren. Der Deckel ist dickwandiger und macht nur 1-2 % der Oberfläche einer Flasche aus. Der kann also gar nicht die Hauptursache sein. Aus einer Glasflasche mit Plastikdeckel und Schaumstoffeinlage entwichen bei mir langfristig Salzsäuredämpfe wesentlich langsamer als aus diesen HDPE-Flaschen aus dem Baumark, geschätzt vielleicht 90-99 % weniger.

Man muss dann natürlich die Säure immer nur über eine Pipette entnehmen oder die Öffnung nach der Entnahme sauberwischen, weil sonst natürlich Tröpfchen außen am Gewinde bleiben, die auch beim besten Verschluss in die Umgebung ausgasen.

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Ich würde sogar behaupten, dass "Luftbefeuchtung" eher nach hinten losgeht... Jede Temperaturschwankung führt in der Nähe des Taupunktes zu Kondensation von Luftfeuchte, somit zur Schaffung einer größeren Reaktionsphase und somit zu mehr Salzen, die, insbesondere bei Chlorid/Salzsäure, dazu führen dass noch mehr Feuchtigkeit kleben bleibt und das ganze weiter vor sich hinkorrodiert.

Gute Laboratmosphäre ist teuer: Belüften/Klimatisieren/Heizen, Das ist dann aber auch nicht zwangsläufig "komfortabel" (Hatte in manchen Laboratorien immer mal Probleme mit der Nase). Vermeiden lässt sich das Korrodieren vermutlich nur durch möglichst sauberen Rostschutzanstrich (ohne vorhandene Korrosionsansätze unter dem Schutz) sowie das angemessene Lagern von solchen Subtanzen in geeigneten, dichten Gefäßen.

Pok hat Folgendes geschrieben:
HDPE-Flaschen aus dem Baumark, geschätzt vielleicht 90-99 % weniger.


Im feuchten Keller sind solche Flaschen regelrecht "nass" an der Außenseite.

Übrigens kommt der Hinweis "in gut belüfteten Räumen verwenden" nicht von ungefähr.

Ich habe mal mit einem "modifizierten Kühlschrank" ohne Kühlwirkung experimentiert, nach außen hin war es dann ganz ok, Dichtung und Kühlschrankinneres waren dennoch immer siffig (trotz experimenteller Maßnahmen wie Lufttrocknung (CaCl2) und Ab/Adsorptionsversuchen (Carbonat/Aktivkohle) im Innenraum.

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Chaoschemiker hat Folgendes geschrieben:
Ich habe mal mit einem "modifizierten Kühlschrank" ohne Kühlwirkung experimentiert, nach außen hin war es dann ganz ok, Dichtung und Kühlschrankinneres waren dennoch immer siffig (trotz experimenteller Maßnahmen wie Lufttrocknung (CaCl2) und Ab/Adsorptionsversuchen (Carbonat/Aktivkohle) im Innenraum.


Mein Vater pflegt solch einen "modifizierten" Kühlschrank zwecks Aufbewahrung von Lösemittelhaltigen Produkten zu betreiben. Wobei das Wort "betreiben" hier eher als synonym gewertet werden kann.
Empfehlen kann ich solch einen "modifizierten" Kühlschrank dennoch, da sich die Wirkung der Lösemitteldämpfe erst beim öffnen des selbigen auf den Organismus auswirkt.
Die Intention hinter dieser Apparatur steckt eindeutig in der Schonung der umgebenden Infrastruktur sowie der gelegentlich daran vorbeigehenden Passanten.
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Ich bin das Problem so angegangen, daß alle Flaschen mit möglicherwesie ausgasenden Stoffen in Zip-Plastiktüten stecken (z.B. HCl und NH3). Notorisch üble Stoffe (z.B. Brom oder Iodmonobromid) habe ich zusätzlich in eine luftdicht schließende Kunststoffbox gesteckt. Übrigens auch alles was stark riecht (in eine seperate Box). Das geht natürlich nur bei kleinen Gebinden. Was in der Box ist, bleibt den Dämpfen ausgesetzt und wird angegriffen. Z.B. verfärben sich die Ettiketten. Allerdings erstaunlich langsam.

Besonders übel finde ich das Iodmonobromid. Das befindnet sich ausserdem noch in einer Umverpackung, die mit Aktivkohle gefüllt ist.

EDIT: hab den thread aus der Artikelschmiede hierher verschoben, da es sich nicht um einen Artikel im eigentlichen Sinne handelt

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Evtl. hilft auch Aktivkohle als Ab/Adsorptionsmittel. Gleichzeitig zieht ja der Abzug im meinen ,,Labor,, auch die Luft ab. Wenn wir schon bei Laborabzügen sind: Sind Abluftventilatoren von Ziehl-Abegg eigentlich anfällig? Ich mache mir oft gedanken ob es so gut für den Motor ist, wenn er 1-3h läuft. Ist es sinnvoll einen Motor rein zu bauen der >1900 m3/h zieht?
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So ich hab den Thread irgendwie verloren, wollte aber noch antworten auf:

Zitat:

Vanadium hat Folgendes geschrieben:
Dort kann dann auch Natron oder ähnliches reinstreuen. Oder bei Brom zum Beispiel Natriumthiosulfat.


Diesen Diskussionspunkt hatten Chaoschemiker und ich bereits mit einigen jüngeren Usern. Das geht mal GAR nicht. Lagerst du dein Natrium auch in einem Umgefäß mit Wasser oder HCl weil man es damit neutralisieren würde? Nein! Der Grund ist einfach. Sollte es passieren dass etwas ausläuft findet hier eine Reaktion statt und die Sache kann unbemerkt außer Kontrolle geraten und durch die Wärme entwicklung schlimmer werden. Daher nur ad/ab-sorbtive Mittel zur Geruchsneutralisation direkt um eine Flasche verwenden.


Also, ich gebe dir recht, dass das in vielen Fällen ordentlich nach hinten losgehen kann und ich ziehe auch meine undifferenzierte Aussage zurück. Bei mir selbst mache ich auch nichts davon, da gut gelüftet wird und um ALLE flüchtigen Sachen ordentlich Parafilm gewickelt ist, der hat die Geruchsbelästigung um mind. 50% reduziert. Der meisten Ausdünstungen kommen nämlich anscheined wirklich von den Tropfen die sich im Gewinde sammeln und dann dort langsam ausdampfen. Den Natrium-Wasser-Vergleich finde ich jetzt trotzdem ein bisschen übertrieben, da das ja nochmal eine ganz andere Hausnummer ist, als z.B. HCl Flaschen in Ne Tüte/Box mit bisschen Natron zu stecken. Aber unterm Strich gebe ich dir recht, NI2!

Zitat:
Ich mache mir oft gedanken ob es so gut für den Motor ist, wenn er 1-3h läuft. Ist es sinnvoll einen Motor rein zu bauen der >1900 m3/h zieht?


Wieviel hast du denn momentan? 1900 m3/h ist wirklich ultra viel für einen normal großen Abzug, da kannst damit rechnen, dass es dir alles wegweht... Very Happy
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Natürlich ist der Vergleich überzogen, genau darum geht es auch. Wenn jemand der jüngeres nicht einschätzen kann, wann so etwas Sinnvoll sein kann und wann es gefährlich wird, dann bringt man ihm erst einmal bei es gar nicht zu machen. Das ist wie beim Essen von selbstgesammelten Pilzen: wenn man keine Ahnung hat sollte man es ganz lassen.
Ausnahmen wann sowas angebracht sein kann gibt es immer. Bezüglich der Tropfen im Gebinde: vorm Zumachen einfach immer das Gewinde abwischen. Das hilft auch.

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Vanadium. Mein Motor im Abzug saugt ca. 1200-1400 m3.
Er ist völlig ausreichend und zieht super. Mal schauen ob ich nen stärkeren rein mache. Bringt aber denke ich wenig, da saugt man nur die warme Luft im Winter raus.
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Alter: 24
Zitat:
Vanadium. Mein Motor im Abzug saugt ca. 1200-1400 m3.
Er ist völlig ausreichend und zieht super. Mal schauen ob ich nen stärkeren rein mache. Bringt aber denke ich wenig, da saugt man nur die warme Luft im Winter raus.


Genau das Problem hab ich leider auch, zumal ich ja für das Benutzen des Abzugs auch das Fenster leicht öffnen muss. Habe zwar nen Heizlüfter, aber ist halt schon eine heftige Energieverschwendung gleichzeitig Abzug und Heizlüfter laufen zu lassen... Es wäre halt schön, wenn man die Saugleistung mit einer Fernbedienung stufenlos verstellen könnte. Und ja mir ist schon bewusst, dass es sowas gibt, hab es aber bisher noch nicht umgesetzt...
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Laborluft neutralisieren
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