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Pok
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Fluorescein fluoresziert auch bei diesem niedrigen pH-Wert. Allerdings blau und deutlich schwächer.

Der Farbstoff aus einem Permanentmarker fluoreszierte etwas heller (auch blau - ursprünglich grün), weshalb ich das damit nochmal probiert habe:


Mit dem Marker habe ich 20 x 20 cm Glas bemalt und darauf 5 ml einer gesättigten NaCl-Lösung getropft bis sich alles löste.


NaCl-Lösung mit Markerfarbstoff


In der gesättigten NaCl-Lösung fluoresziert es grün-gelb (zu den 5 ml wurden noch 10 ml NaCl-Lösung gegeben).


Links: 40 ml-Volumen normale Kristallolumineszenz ("XTL"), rechts: 30 ml-Volumen mit Markerfarbstoff. Beides ISO 3200, 5s, f 3,5, unbearbeitet.


So sieht die Fluoreszenz nachher aus. Aber der Farbwechsel von grün zu blau hat nix mit der Kristallolumineszenz zu tun, sondern findet auch so in Salzsäure statt. Da erkennt man, dass die XTL auch blau sein muss (vorheriges Bild) und nicht etwa grün wie der Markerfarbstoff. Mit NaCl-Kristallen an der Gefäßwand.

Man sieht also, dass die XTL sich mit dem Fluoreszenzfarbstoff aufhellen lässt. Aber es schien mir so, als könne man die einzelnen Blitze nicht so gut erkennen. Das würde auch Sinn machen, weil das "Halo" der Fluoreszenz so unscharf ist. Die Blitze sind aber ein "Highlight" bei dem Versuch, weshalb diese Fluoreszenz-Aufhellung zwar den Vorteil hat, dass es etwas heller ist, aber den Nachteil, das man die Blitze nicht so gut erkennen kann.

Am besten eignet sich vermutlich BPEA als Verstärker (was sich aber leider afaik in Wasser nicht löst). Dessen Absorptionsmaximum trifft ziemlich gut auf den breiten Peak der XTL um 400 nm. Andere Farben wären auch lustig, aber da fällt mir kein geeigneter Farbstoff ein.

EDIT: nochmal zu den 4 Peaks aus dem Fachartikel. Die schreiben "The emission at 250 nm, as seen in the XTL spectrum, originates from the lowest triplet states (3Eg) that are split by spin-orbit coupling into the upper 3Eg(T2g) and lower 3Eg(T1g) states. [...] The two Gaussian functions we used to fit the XTL emission (at 250 and 260 nm, see Figs. 4 and 5) are separated by a large amount (∼10 nm, ∼1000 cm−1) compared to the separation as determined from measurements of the luminescence lifetime (∼0.5 nm, ∼80 cm−1). Therefore, the smaller peak at 260 nm is not due to emission from the lower 3Eg state, but represents a tail in the emission from the unresolved 3Eg transitions." Also ich kapier nur Bahnhof, aber wer es genauer wissen will, dem kann ich den Artikel schicken.
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Zitat:
The emission at 250 nm, as seen in the XTL spectrum, originates from the lowest triplet states (3Eg) that are split by spin-orbit coupling into the upper 3Eg(T2g) and lower 3Eg(T1g) states. [...] The two Gaussian functions we used to fit the XTL emission (at 250 and 260 nm, see Figs. 4 and 5) are separated by a large amount (∼10 nm, ∼1000 cm−1) compared to the separation as determined from measurements of the luminescence lifetime (∼0.5 nm, ∼80 cm−1). Therefore, the smaller peak at 260 nm is not due to emission from the lower 3Eg state, but represents a tail in the emission from the unresolved 3Eg transitions

Also die ganzen Bezeichnungen T2g usw. kommen aus der Gruppentheorie und beschreiben das Verhalten der Zustände unter Anwendung entsprechender Symmetrieoperationen. Sie sagen also, dass es einen dreifach entarteten Zustand (Triplet) gibt, von dem aus die (was sind das jetzt, die Metallionen oder?) in den Grundzustand relaxieren und dabei die entsprechenden Wellenlängen abstrahlen.
Durch Spin-Bahn-Kopplung (das ist ein relativistischer Effekt, der insbesondere bei schwereren Atomen auftritt) wird das Triplet-Niveau offensichtlich aufgespalten.
Allerdings sagen sie, dass sie per Lebensdauer-Messung (wie auch immer sie das gemacht haben) herausgefunden haben, dass die entsprechenden Energien nur um einen Betrag, der 0.5nm entspricht, auseinander liegen, weshalb sie behaupten, dass die 10nm aus dem Gauss-Fit nicht auf zwei Übergänge zurückzuführen sind, sondern anstattdessen die Übergänge nicht aufgelöst sind und der Peak einfach einen "Schwanz" (tail) hat, also aus irgend einem Grund asymmetrisch ist.

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Wenn die Menschen und die Dschinn sich zusammentäten, etwas, das diesem Post gleicht, zustande zu bringen, würde ihnen das nicht gelingen – selbst wenn sie einander helfen würden.
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Pok
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Ok, danke für die Erklärung! Ist jetzt etwas klarer geworden.
Hätte ich noch in den Artikel gepackt, aber ich glaub, die aktuelle Erklärung reicht auch erstmal.
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Kristallolumineszenz von Natriumchlorid
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