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Kaltbrünnierung selber machen , Stahl
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Hallo zusammen,

da es wohl eher ne Rezeptfrage ist stell ich es mal ins Otopic.
Im Schützenverein wurde wieder mal über die hohen Preise von Kaltbrüniermittel geflucht, da wurde ich dann prompt gebeten sowas mal "selbst zusammenzumischen" Sad

Hat hier jemand dazu Erfahrungen?
Ich habe im Bereich Restauration bereits von C4 ein paar Rezepte gefunden und folgendes schon getestet:
1000 ml destilliertes Wasser
30 g Ethanol (Spiritus)
20 g Salpetersäure, 69 %ig
75 g Eisen (3) - chlorid, FeCl-3
20 g Kupfer-2-sulfat

Es funktioniert und wird auch gut angenommen brüniert aber braun mit Kupfernote.
Mir ist durchaus bewusst das eine längere Einwirkzeit den Farbton noch verändert, aber das anschließende kochen ist bei größeren Teilen eher unpositiv.

Ich suche also ein Rezept das ohne Hitzebehandlung auskommt , etwas schneller wirkt und einen deutlich schwärzeren Farbton erzeugt.

Über Tipps und persönliche Erfahrungen wäre ich mich sehr freuen.
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Re: Kaltbrünnierung selber machen , Stahl
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Mineraliensammler hat Folgendes geschrieben:

.... aber braun mit Kupfernote.


Hallo,

wenn das stört, dann lass das Kupfer(II)-sulfat weg. Durch eine elektrochemische Reaktion schlägt sich eben Kupfer auf dem unedlerem Stahl nieder...

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"Der einfachste Versuch, den man selbst gemacht hat, ist besser als der schönste, den man nur sieht." (Michael Faraday 1791-1867)

Alles ist Chemie, sofern man es nur "probiret". (Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832)

„Dosis sola facit venenum.“ (Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus 1493-1541)

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Stören kann man nicht sagen.
Mit nem Coyoteschaft geht diesen Sommer ein so brünierter Lauf nach Afrika.
Ich suche eben noch einen Weg ein schönes schwarz zu erzeugen.
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Erstmal Hallo und Willikommen!

Du hast ja eine sehr spezielle Frage. Persönliche Erfahrung ahbe ich mit solchen Verfahren nicht. Ich habe auf die Schnelle folgendes (im "Buchheister/Ottersbach - Voschriftenbuch für Drogisten" von 1919) gefunden:

Die Vorschriften a), b) und d) scheiden aus, weil sie hochgiftige Stoffe enthalten (Antimonbutter = Antimon(III)-chlorid bzw. Sublimat = Quecksilber(II)-chlorid)!
Nr c) und e) werden dir nicht gefallen, weil da auch im Wesentlichen mit Kupfersalzen gearbeitet wird. Ob der Farbton besser ist, als bei deiner Rezeptur, müsste man ausprobieren. Ich finde f) wäre einen Versuch wert. Silbernitrat ist nicht so riskant und gibt erfahrungsgemäß schwarze Flecken überall - und Schwarz willst du ja haben. Handschuhe anziehen und die Umgebung abdecken!

oder (aus "Römpp- Rezeptbuch des Alltags 1940):

Diese Rezepturen enthalten wenigstens keine stark giftigen Substanzen. Wie d) wirkt, kann ich mir schlecht vorstellen. e) enthält wieder Kupfer. f) und g benötigen Hitze. g) könnte einen Versuch wert sein. Am besten du probierst es vorher an einem anderen Stück Eisen/Stahl aus.

Wenn du was passendes gefunden hast wäre es nett, wenn du uns das Ergebnis mitteiltest (am besten mit Bildern)!

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Da war der Kollege lemmi mit seinen "Rezeptbuch" vom guten Römpp schneller Wink :

Auch ich halte Mischung g.) für einen Versuch wert.

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Hallo Mieraliensammler,

ich würde dir eine Rostbrünierung vorschlagen, damit erzielt man auch sehr gute Ergebnisse. Das Werkstück muss dafür zuerst entsprechend fein geschliffen werden, entfettet und dann einfach ein Gemisch aus Wasserstoffperoxid und Salzsäure auftragen, am besten mit einem Pinsel etc. bis ein guter Rostflim vorhanden ist. Anschließend wird der Stahl dann in Wasser für 10 bis 15 min. gekocht, wodurch der Rost in schwarzes Eisenoxid umgewandelt wird. Jetzt wird noch der restlich verbliebene lose Rost mit etwas Stahlwolle entfernt und zurück bleibt dein brüniertes Werkstück. Man muss das allerdings ein paar Mal wiederholen, um eine gleichmäßige und intensive Schicht zu erhalten. Die Rostbrünierung wird - je nach Glanzgrad des Werkstücks - zumeist einem Satin - Finish ähneln, was recht attraktiv aussieht. Zudem hat die Rostbrünierung den Vorteil, dass bereits alles an der Oberfläche rostbare Eisen zu Eisenoxid umgesetzt wird, was dieses Verfahren zu einem der empfehlenswertesten beim Rostschutz macht. Auch der Aufwand und die benötigten Chemikalien halten sich in Grenzen.

Ich habe das Ganze mal vor einiger Zeit bei dem Lauf einer Vorderladerpistole ausprobiert. Um welche Bauteile handelt es sich in deinem Fall?

Alternativ könnte man evtl. auch Schwarzbrennen oder in heißer Natronlauge brünieren (ergibt glaube ich einen noch höheren Glanzgrand).

Viel Erfolg

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...the question is not, Can they reason? nor, Can they talk? but, Can they suffer? (Jeremy Bentham)


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Kaltbrünnierung selber machen , Stahl
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