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Interpretation der Trinkwasseranalysen
Illumina-Mitglied

Anmeldedatum: 20.06.2013
Beiträge: 1
Artikel: 0
Hallo zusammen,

ich bräuchte einmal etwas Hilfe bei der Interpretation dreier Trinkwasseranalysen und hoffe dass ich hier richtig bin.

Alle Proben wurden natürlich am gleichen Ort genommen und die Wassertemperaturen bei der Probenahme waren ziemlich gleich (+-1°C)
Die ersten beiden Proben wurden vom gleichen Institut ausgewertet, die 3. von einem anderen.

Die erste (1) war eine Nullbeprobung.
Einen Monat nach dieser Beprobung wurde als Maßnahme zur Trinkwasserentkeimung eine Ultrafiltration verbaut.
Vier Monate nach Verbau wurde die zweite (2) Probe genommen und eine letzte (3) fünf Monate nach Verbau der UF.

Die Daten sind in etwa wie folgt:
KBE 22°C/ml
(1) 1500
(2) 500
(3) 0

KBE 36°C
(1) 0
(2) 250
(3) 15

Wie kann man das interpretieren?
Dass die Keimzahl (bei 22°C) nach Verbau absinkt ist logisch und war zu erwarten. Was ich jedoch nicht verstehe ist, warum die Zahl der KBE bei 36°C ansteigt.
Gibt es da einen Zusammenhang? Ist der entgegengesetzte Verlauf der "Kurven" typisch?

Könnte man das so erklären, dass die absterbenden Mikroorganismen die bei der Bebrütungstemp. 22°C gemessen werden den 36°C MO als Nährstoffe zur Verfügung stehen? Da keine weiteren MO mehr nachströmen, ist diese "Nährstoffquelle" irgendwann auch aufgebraucht und dann beginnt auch hier wieder ein Absterben?

Oder kann man diesen Ausreißer als Messungenauigkeit erklären (Stichwort VBNC-Zustand)? Dafür kommt mir der Wert allerdings etwas zu hoch vor.

Viele Grüße
Sebastian
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Illumina-Mitglied

Anmeldedatum: 22.07.2011
Beiträge: 31
Artikel: 0
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Hallo Sebastian,
bei der Beurteilung von UF-, NF- und UO-Anlagen genügt die Keimzahl allein nicht. Man braucht ebenso die Rückhaltwerte von Ca im Verlauf der Zeit,
natürlich bei UF i.d.R. nicht sehr hoch.
Gerade bei UF-Anlagen siedeln gerne MOs auf der Permeatseite, da die chemische Situation noch sehr wohnlich für MOs ist, im Gegensatz von UO-An-
lagen bei Grund-/Teichwasserbetrieb. Man muß sich darüber im Klaren sein, daß keine Membrane, gleich ob Wickel- oder Plattenmodul, eine 100%ige
Dichtheit gegen MOs bietet. Lecks im 0.1%-Bereich liegen meist noch in der Toleranz.
Aus diesem Grund sind regelmäßige Hygiene-Reinigungen sehr wichtig.
Ein weiterer Aspekt kommt noch hinzu: die Rückhaltwerte der Membranen sind stark temperatur-abhängig. Wenn also bei 36°C die KBE erheblich ansteigt,
liegt dies sowohl an der schnellen Vermehrung als auch an dem erhöhten Durchlass, bzw. geringerem Rückhalt der Membranen.

Übrigens sinkt auch bei einer Verkeimung der Flow-Seite der Membrane deren Rückhaltewert.


Mit besten Güßen
Römpp63
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