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Grätzel-Zelle
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Bau einer Grätzel-Zelle

Bei einer Grätzel-Zelle handelt es sich um eine Solarzelle, welche auf Basis von mit einem Farbstoff sensibilisiertem Titandioxid aufgebaut ist.

Materialen:

Becherglas, Trockenschrank, Muffelofen, Magnetrührer, TCO-Glasplatte, Filterpapier, Trichter, Stativ, transparentes Klebeband, Spannungsmessgerät, Spatel, Magnetrührfisch, Graphitstab

Chemikalien:

Kupferphthalocyanin

Titanylphthalocyanin

dest. Wasser

Titandioxid

Lugolsche Lösung (N, Xn)



Durchführung:

Zuerst wird auf eine 1,5 cm breite und 3,5 cm lange TCO-Glasplatte (mit Antimonzinnoxid beschichtete Glasplatte) auf der beschichteten Seite (mit einem Widerstandsmessgerät messen) gleichmäßig mittels eines ca. 1 cm breiten Graphitstabs auf einer Fläche von 1 cm*3 cm Graphit aufgetragen. Im Gegenlicht sollte die Graphitschicht sehr regelmäßig aussehen, Unregelmäßigkeiten in der Beschichtung können zu Spannungsverlusten führen.

Anschließend wird 1 g Titandioxid in 15 mL Wasser suspendiert und 3 mg Kupferphthalocyanin und 3 mg Titanylphthalocyanin abgewogen und dazu gegeben. Dann wird 30 Minuten lang magnetisch gerührt, um die Farbstoffe möglichst gut mit dem Titandioxid zu vermischen. Wärenddessen wird eine weitere TCO-Glasplatte mittels Klebeband auf handelsüblichem Papier an den Rändern festgeklebt.
Dann wird die Titandioxid-Farbstoffsuspension abfiltriert und der noch feuchte Filterkuchen möglichst gleichmäßig auf die Glasplatte aufgetragen.

Anschließend wird die auf dem Papier aufgeklebte Glasplatte im Trockenschrank bei 70° für 2 Stunden getrocknet. Danach wird die Glasplatte vom Papier entfernt und das Titandioxid bei 450° für 2 Stunden im Muffelofen aufgesintert.

Nach dem Abkühlen werden die mit Graphit beschichtete Glasplatte und die mit Titandioxid beschichtete Platte so übereinander gelegt, dass an jeder Seite ca. 0,5 cm der Glasplatte überstehen. Dann werden die Platten mit transparentem Klebeband aufeinander fixiert. Anschließend werden 4 Tropfen Lugolsche Lösung zwischen die Platten gegeben, sodass das Titandioxid-Farbstoffgemisch durch das Iod braun gefärbt ist.

Zuletzt wird die Spannung mithilfe des Spannungsmessgeräts gemessen.

Erklärung:

Im ersten Schritt wird der Farbstoff durch Lichtenergie in einen angeregten Zustand überführt:

2 Fs + hv --> 2 Fs*

Das angeregte Farbstoffmolekül (Fs*) überträgt Elektronen in das Leitungsband des Titandioxids.

2 Fs* + 2 TiO2 --> 2 Fs+ + 2 (TiO2 + e-)

An der Anode entsteht dabei atomares Iod, dieses vereinigt sich zum Iodmolekül, I2. Das Iodmolekül reagiert mit Iodidionen (I-) zu I3-.

Aus den Triiodidionen entstehen dann an der Kathode wieder Iodidionen.

Bilder:


Farbstoff-Titandioxid-Suspension


Auf TCO-Glasplatte aufgetragene Titandioxid-Titanyl- und Kupferphthalocyaninsuspension


Aufgesinterte Titandioxid-Farbstoffsuspension und mit Graphit beschichtete TCO-Glasplatte


Zusammengebaute Grätzel-Zelle


Test der Zelle bei schwachem Umgebungslicht im Abzug

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„Es gibt eine Theorie, die besagt, wenn jemals irgendwer genau rausfindet, wozu das Universum da ist und warum es da ist, dann verschwindet es auf der Stelle und wird durch etwas noch Bizarreres und Unbegreiflicheres ersetzt. Es gibt eine andere Theorie, nach der das schon passiert ist. “
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Eventuell werde ich in 2 Wochen noch die Beschichtung der Kathode mit Pt posten, damit lassen sich wesentlich bessere Spannungen erzielen...auch wenn es die Zelle "etwas" teurer macht Wink

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Gefällt mir. Hast Du das ATO-Coating selber aufgebracht?

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Nein. Es ist extrem schwierig, die Antimonzinnoxidbeschichtung selbst gleichmäßig aufzubringen, wobei die Betonung aus gleichmäßig liegt. Das reine Aufbringen ist dabei kein Problem, nur ist die Beschichtung dann eben alles andere als gleichmäßig.

Grüße

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Bei mir hat das recht gut geklappt:
http://www.versuchsgenie.de/forum/viewtopic.php?f=16&t=548

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Ok, bei mir hat es nicht besonders gut geklappt, und irgendwann wollte der Chemie-Fachleiter sein Methanol wieder haben Mr. Green

Bevor ich's vergesse, ich hatte vor einigen Tagen versucht, metallfreies Phthalocyanin (von Fluka ) mit obiger Methode mit Titandioxid zu mischen. Doch selbst nach 50-minütigem (!) starkem Rühren (ca. 1000 Umdrehungen pro Minute, darunter war garnicht mal an eine richtige Vermischung zu denken, weiß der Teufel warum) setzte sich der Farbstoff immer wieder auf der TiO2-Suspension ab und bildete eine dunkelblau-lila Schicht. Das Zeug ließ sich einfach nicht mischen, selbst beim filtrieren "schwamm" eine Farbstoffschicht auf dem Filterkuchen, selbiger war im Prinzip weß...

Hat jemand einige Idee zur Lösung des Problems? Ich habe auch schon versucht, das ganze Aufzukochen und weiß der Teufel was, aber es will einfach nicht funktionieren...

vgl.:



Grüße

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Mein Onkel hatte ein selbiges Problem in seiner Promotion. Er hat am Roti das Lösungsmittel langsam abgedampft und so eine Farbstoffschicht erzeugt.

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Haribo macht Kinder froh, KCN tut's ebenso Mr. Green
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Hallo,

ich habe mittlerweile mit so einer kleinen Zelle (3,5* 1,5cm) Spannungen von 650mV bei Umgebungslicht (!) erzeugt, das ganze läuft über verschiedene Kathodenbeschichtungen, wodurch sich der Wirkungsgrad extrem erhöhen lässt. Da ich in die Richtung auch etwas bei JuFo mache, werde ich das ganze erst im Januar bis Februar posten. Das ganze ist aber auf jeden Fall ein wirklich schöner Versuch, auch kann man mit den Zellen wirklich Spaß haben, kann man mit der Taschenlampe drüber leuchten und sich über zeitweilige Spannungsdifferenzen von 200-400% im Gegensatz zu Umgebungslicht freuen.

LG

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Miss doch auch mal den Kurzschlußstrom! Würde mich mal interessieren wie der sich bei den unterschiedlichen Kathoden benimmt. Die (Leerlauf-)Spannung alleine sagt bei Solarzellen eben nur die Hälfte. Wink

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Gute Idee, kann ich nächste Woche machen.

Ich habe mittlerweile übrigens schon 50 verschiedene Zellen gebaut, mal schauen, was passiert, wenn die alle aneinander gekoppelt werden...noch ein paar mehr und ich bau die Teile aufs Dach Mr. Green

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Hast du ein Loch im Filter, oder sieht das nur so aus? Mitte-Oben Links siehts aus, als ob Licht reinstrahlt ...
Könnte es sein, dass dir da Feststoff durchgekommen ist, der sich wieder abgesetzt hat?


MfG TC

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Das sieht mir eher nach einem Reflex auf der Flüssigkeitsoberfläche aus. Man kann den Meniskus erahnen (der rötliche "Schimmer").

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Ein sehr interessanter Versuch!

Ich hätte nicht gedacht; dass es so "einfach" ist. eine funktionierende Solarzelle zu "basteln"... "Einfach" ist natürlich relativ gemeint...

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Ne, der Filter ist dicht (natürlich nur so dicht, wie ein Filter sein sollte Mr. Green ), auf den anderen Bildern sieht das nicht so aus.

@Jochen

Man kann es auch kompliziert machen, ich versuche mich im Moment an Ag-Pt-Au-Beschichtungen für die Kathode, versuch das mal GLEICHMÄSSIG auf eine Glasoberfläche aufzutragen Wink

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Ja Sam, kann ich mir vorstellen... Für mich ist diese Fummelarbeit nichts. Wink

Ich wünsche Dir möglichst gutes Gelingen dabei!

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Grätzel-Zelle
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