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Glasolive zerbrochen
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Beim Abbauen dieses Experiments http://illumina-chemie.de/brennspiritus-plus-gluehdraht-t4746.html ist mir der Kühler durchgerutscht und unsanft auf der unteren Schlaucholive mit 29er Schliff gelandet. Die hat es dabei leider in sechs Einzelteile zerlegt Sad

Hat jemand einen Tipp, wie ich das reparieren könnte? Habe allerdings nur einen Bunsenbrenner und wahrscheinlich auch kein Glasrohr einer passenden Glasart (das ist auch in dickerer Schicht farblos, während das meiste Hitzefeste, das ich sonst habe, hellgrün ist).
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Am besten gehst du mit der Olive zum Glasbläser das ist nicht so teuer ohne geeignete Infrastruktur und Übung kommst Du nicht weit.
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Re: Glasolive zerbrochen
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Phil hat Folgendes geschrieben:
Am besten gehst du mit der Olive zum Glasbläser das ist nicht so teuer ohne geeignete Infrastruktur und Übung kommst Du nicht weit.

Ja, das wäre wohl das Einfachste.
Andererseits ist es hier auch etwas Aufwand bis ich an einen Geräte-Glasbläser komme.
Habe mir jetzt mal paar Bücher zu dem Thema bestellt. Denn an sich wollte ich da immer schon etwas mehr können.
(Für die, die das noch nicht kennen: Bei Uni-Bibliotheken kann man sich oft auch anmelden, wenn man als Nicht-Uni-Angehöriger in der Nähe wohnt.).
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Da stimme ich voll zu. Ohne (reinen) Sauerstoff in der Flamme kommt man nicht weit, egal ob mit Erdgas (der Profi) oder Propan (der Mobile) gefeuert wird. Zusätzlich sollte man nach der Reparatur im Ofen tempern, um die Spannung im Werkstück abzubauen.

Die Schliffbauteile bestehen meistens aus Borosilikat 3.3 (Marken DURAN, SIMAX, PYREX). Wenn ich mir die Form der Schlaucholive ansehe, dann sieht das nach Handarbeit aus, auch wenn der Rest (Kernschliff, Verbindungsstelle) sehr professionell oder nach Maschine aussieht.

Ein Ersatzteil kostet zwischen 5,50 und 15€ im Handel (http://www.mbm-lehrmittel.de https://www.neubert-glas.de). Beim günstigeren Anbieter lohnt sich die Reparatur nur, wenn man keine Lohnkosten rechnen muß. Suchbegriff "kernolive gebogen NS29" in Suchmaschine.


PS: Es gibt kaum aktuelle Lehrbücher zum Glasapparatebau. Man bekommt Vieles auch über die "Fernleihe" der Stadtbibliotheken; das kostet zwar Etwas, ist aber oft billiger als das Porto für beide Wege.

Bei Bedarf kann ich Tipps zu Brenner, Werkzeug und Material (...) geben, da ich im Hobby mit heißem Glas arbeite.
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Das kannst du in der Form eher knicken (wenn es nicht schon geknickt wäre Wink)
Den liebevoll gesammelten Teilehaufen kannst du sicher nicht brauchbar einfach wieder miteinander verbinden, das geht so nicht. Wenn dann müsste man an das Schliffteil einen neuen Ansatz mit Olive dran machen, das geht. Dafür brauchst du aber:
- einen brauchbaren Gebläsebrenner der die Termepratur schafft
- ein gleichwertiges Glas für das neu anzustückelnde Teil (sonst werden die Spannungen beim Auskühlen alles was auch immer du dran hängst gleich wieder absprengen)
- viel Geduld um dieses Handwerk zu erlernen.
- hochtemperaturfeste Finger Smile

Glasbearbeitung ist eine Handwerkskunst die viel Übung und Geduld und Gefühl erfordert. Es ist löblich dass du dir Bücher dazu besorgst, aus Büchern kannst du es aber nicht lernen. Ich hatte damals auf der Uni eine Glasbläserkurs, der war sehr nett und hat mal gewisse Grundlagen und Konzepte vermittelt und ich konnte dann einigermaßen kontrolliert aus einfachem Kalkglas lustige Sachen machen. Von einer brauchbaren Bearbeitung von Geräteglas noch meilenweit entfernt.

Solltest du dahingehend eine Berufslaufbahn planen - go ahead. Sollte es nur um die olle Olive gehen - gib die paar Euro aus und kauf dir eine neue, das war noch vergleichsweise wenig Lehrgeld...
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Die Geduld und das Geschick (mit entsprechender Übung) kann ich bestätigen. Aber die "hitzefesten Finger" braucht man nicht, da man mit Handhaben, auch "Anstecker" genannt, arbeitet, wenn man zu kleine Werkstücke bearbeitet. Das Problem mit dem "gleichwertigen" (=kompatiblen) Glas kenne ich. Das Werkstück zerbröselt knirschend, noch bevor es richtig kalt ist, wenn die Gläser nicht passen. Ich hatte mal eine "Implosionsmurmel" gemacht, in der ich absichtlich Weichglas in Borosilikat eingehüllt hatte. Die ist innen zerbröselt und hielt außen einige Jahre zusammen, bevor sie "durch" war.

PS: Nomen est Ohmen: Der "Glaskocher" arbeitet schon seit 1986 mit Glas in der Flamme.
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Glaskocher hat Folgendes geschrieben:
Aber die "hitzefesten Finger" braucht man nicht, da man mit Handhaben, auch "Anstecker" genannt, arbeitet, wenn man zu kleine Werkstücke bearbeitet.


ja klar, trotzdem schätze ich mal wird man vor allem wenn man noch nicht die Übung hat so einige Brandblasen im Lauf der Karriere sammeln Smile

Zitat:
PS: Nomen est Ohmen: Der "Glaskocher" arbeitet schon seit 1986 mit Glas in der Flamme.


ahja, sieh an, sowas dachte ich mir schon Smile Höchsten Respekt vor dieser Handwerksfähigkeit!
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Glaskocher hat Folgendes geschrieben:
Das Problem mit dem "gleichwertigen" (=kompatiblen) Glas kenne ich. ...

Ich erinnere mich dunkel an eine Prüfmethode, indem man an das zu bearbeitende Glas einen glühenden Glasstab aus Gläsern bekannter Zusammensetzung drückt oder so ähnlich. Kennt da jemand was?
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... oder so ähnlich...

Man schmilzt zwei dünne Stäbe seitlich aneinander und zieht diesen Bereich zu einem Faden aus. Der unter Zug erkaltete Faden wird in der Mitte geteilt und man beobachtet die Krümmung der dünnen Fadenbereiche. Je krummer der Faden, desto schwieriger die Verbindung. Das ist eine Schätzhilfe, da Erweichungstemperatur, Viskosität und der exakte Fadendurchmesser mit ins Ergebnis eingehen. Aber um Borosilikat 3.3 von Fiolax, G20 und AR zu unterscheiden reicht der Test immer.

Im Schnelltest schmilzt man die Gläser in der Flamme aneinander und zieht die Verbindungsstelle neben der Flamme lang. Nur das deutlich weichere Glas wird sich zum Faden ausziehen lassen, das Zähere bleibt "stehen"
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Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass man mit ein wenig Übung und Geduld solch Sachen gut reparieren kann. Gerade dieser Fall hier ist eine gute Übung. da es nicht so schlimm ist, wenn etwas schieff geht.
Wie schun gesagt wurde, brauchst du um Borsilikatglas zu bearbeiten eine Heisse Flamme. Dies geht aber auch mit einem einfachen Schweissbrenner (zumindest bei kleineren Teilen) recht gut. Du könntest dir etwas Borsilikatglas rohr besorgen und zuerst mal als vorübung zwei Rohrstücke miteinander verbinden und Röhrchen biegen.
Bezüglich des brenners: Da ich den Brenner nur gelegentlich nutze war mir eine Sauerstoffmietflasche zu teuer, dennoch sind die kleinen wegwerf- Sauerstofflaschen aus dem Baumarkt zu schnell leer (und dadurch auch sehr teuer). Ich habe das Problem dann so gelöst, dass ich mir einen alten Sauerstoffkonzentrator aus dem Medizinischen bereich besorgt habe. Dieser liefert eine Menge von bis 5 l O2 * min-1 bei einer Reinheit von 95% O2. Ich habe einen kleinen Schweissbrenner mit verschiedenen Düsen und einen Kleinen Glasbläserbrenner. Dies reicht problemlos aus, um z.B. bei einem Liebigkühler eine neue NS29/32 Schliffhülse anzuschmelzen.
Ich finde es sehr praktisch, wenn man solche kleine Reperaturen (oder auch ganze einfachere Geräte) selber machen kann. Jedenfalls braucht die Glasbearbeitung einfach viel Übung.

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Lithiumoxalat hat Folgendes geschrieben:
Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass man mit ein wenig Übung und Geduld solch Sachen gut reparieren kann. Gerade dieser Fall hier ist eine gute Übung. da es nicht so schlimm ist, wenn etwas schieff geht.
Wie schun gesagt wurde, brauchst du um Borsilikatglas zu bearbeiten eine Heisse Flamme. Dies geht aber auch mit einem einfachen Schweissbrenner (zumindest bei kleineren Teilen) recht gut. Du könntest dir etwas Borsilikatglas rohr besorgen und zuerst mal als vorübung zwei Rohrstücke miteinander verbinden und Röhrchen biegen.
Bezüglich des brenners: Da ich den Brenner nur gelegentlich nutze war mir eine Sauerstoffmietflasche zu teuer, dennoch sind die kleinen wegwerf- Sauerstofflaschen aus dem Baumarkt zu schnell leer (und dadurch auch sehr teuer). Ich habe das Problem dann so gelöst, dass ich mir einen alten Sauerstoffkonzentrator aus dem Medizinischen bereich besorgt habe. Dieser liefert eine Menge von bis 5 l O2 * min-1 bei einer Reinheit von 95% O2. Ich habe einen kleinen Schweissbrenner mit verschiedenen Düsen und einen Kleinen Glasbläserbrenner. Dies reicht problemlos aus, um z.B. bei einem Liebigkühler eine neue NS29/32 Schliffhülse anzuschmelzen.
Ich finde es sehr praktisch, wenn man solche kleine Reperaturen (oder auch ganze einfachere Geräte) selber machen kann. Jedenfalls braucht die Glasbearbeitung einfach viel Übung.

Jo, das wäre etwa auch die Größenordnung an Möglichkeiten, die mir reichen würde Very Happy Duran habe ich schon öfter gebogen usw. Darüber hinaus war die Flamme leicht zu kalt - aber nicht viel. Ich überlege ja, ob ein Bunsenbrenner + Sauerstoff schon reichen könnte. Ist sicher nicht ganz ohne, aber wenn die normale Luft-Flamme erstmal brennt, dürfte es zumindest keine Explosionsgefahr geben, wenn ich am Luft-Ansaugloch zusätzlich Sauerstoff einsaugen lasse.
Ein O2-Konzentrator könnte auch für Experimente interessant sein. Vllt. kann man den Stickstoff auch halbwegs sauber gewinnen.
Reizt du die 5 l O2 * min-1 aus? Denn hier hätte ich einen mit 3 l und 95% oder 4l und 90%:
https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s-anzeige/sauerstoffkonzentrator-kroeber-aeroplus-6/863903935-288-3660
Ich schätze ja der Maximaldruck wäre auch noch wichtig, aber da ist in der Anleitung nichts angegeben.
Was würdest du nach deiner Erfahrung zum Start eher empfehlen, den Schweissbrenner oder den Glasbläserbrenner?
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Achtung: Der zusätzliche Sauerstoff erhöht neben der Temperatur auch die Abbrandgeschwindigkeit. Das heißt, daß die Strömungsgeschwindigkeit, die gereicht hatte, um die Bunsenflamme aus dem Rohr hinaus zu blasen dann zu langsam ist und die Flammfront ins Innere vom Brenner wandert. Das Rohr würde dann innerlich geheizt und vermutlich bald schmelzen.

In der Schweißtechnik sind Vormischbrenner mit gut wärmeleitenden Düsen der Standard. Die Gasmischung tritt mit recht hoher Geschwindigkeit aus und erzeugt eine sehr konzentrierte Flamme. Diese Brenner werden oft im "überfetten" Gemisch betrieben, um die Oxidation der Schweißnaht in Grenzen zu halten.

Die meisten Glasbläserbrenner sind sogenannte Oberflächenmischer. Das heißt, daß Brenngas und Sauerstoff erst nach dem Verlassen der Düsen vermisht werden. Man kann mit niedrigerer Strömungsgeschwindigkeit arbeiten und den Sauerstoffanteil an die Aufgabe anpassen, da nicht jedes Glas das reduzierende, überfette Gemisch verträgt.

Der gezeigte Konzentrator sollte für einen kleinen Tischbrenner (Minour-Burner von Nortel, Minni-CC von Charlisle, Bobcatt von GTT, ein Kleinbrenner von H. Arnold) zum Betrieb ausreichen, auch wenn alle Brenner gerne auch an zwei gedrosselten 5L-Konzies arbeiten.
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Bei dem Preis kann man auch direkt eine 10L/20L Sauerstoffflasche kaufen? Dann kann der Brenner auch mal groß sein, man hat reinen Sauerstoff zur Verfügung und weniger Platz kostet es ebenfalls. Nachfüllen kostet auch nicht viel, sollte man die 2Nm³ bzw. 4Nm³ wirklich mal verbrauchen.
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Unter Glasperlenmachern werden nahezu ausschließlich Konzentratoren verwendet. Das ist fast wie "Sauerstoff aus der Steckdose" und bis zu 10L/min immer günstiger als die Flaschenfüllung.

Wenn man nur sehr selten den Brenner startet, dann ist die Mietflasche besser, da Konzentratoren etwas Pflege (=regelmäßigen Betrieb in trockener Umgebung) brauchen.
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