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Könnte mir das vielleicht mal einer erklären wieso man da (und wie genau) von der Gasphase des Destillates etwas zurückströmen lassen sollte?

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Du sollst nicht die Gasphase sondern Destillat zurückleiten. Überleg doch mal, worauf bei der Rektifikation die Trennwirkung beruht, dann kommst du vllt. auch darauf, wozu die Gasphase weiter Kontakt mit dem Destillat braucht.

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Also durch den Siedepunkt des niedrigersiedenen Stoffes wird die Kolonne so weit gekühlt, dass sie als Refluxkühler für den höhersiedenen Stoff fungiert, oder? Aber wenn ich jetzt da wieder flüssiges destillat durch die Kolonne zurücklaufen lasse , dann bringt das doch auch kaum was, also das zögert die ganze sache doch nur raus?

Oder hat das dann sone Art Kühlwirkung falls der niedrigsiedenere Stoff bereits komplett in der Gasphase vorliegt und dadurch die Kühlwirkung nicht mehr da ist?

Also bis jetzt weiß ich nur, dass man es so macht:


Quelle: Prof. Blumes Bildungsserver für Chemie


Und das was ihr meint is dann das oder?


Quelle: Experimentalchemie.de

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Du hast ein Gleichgewicht zwischen Kondensation und Verdampfung, zumindest so lange, wie noch flüssige Phase vorhanden ist. Dein Stoff verdampft nicht einfach, geht durch die Kolonne und wird dann kondensiert. Stattdessen wird er verdampft, kondensiert und verdampft in der Kolonne immer und immer wieder und schließlich wird er danach endgültig kondensiert. Wie oft er zwischendrin kondensiert und verdampft bestimmt wie gut die Trennwirkung ist. Sieh dir z.B. mal ein McCabe-Thiele-Diagramm an.

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Mc. Cabe? Der fette Typ aus der alten Serie? Wink
Spass beiseite, letztlich ist das ein wirklich wichtiges Prinzip. Eine GC-Säule z.B. arbeitet auch sehr ähnlich (theoretische Bodenzahl). bei Kapillarsäulen liegt der Fall etwas anders, ist aber letztlich das gleiche in grün. Eine Gepackte kann man sich allerdings recht gut als eine Art Kolonne vorstellen.

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Achso und wieso sollte ich dann nicht einfach einen Kühler auf meine Kolonne setzen? Also das beeinträchtigt dann doch eigentlich nicht die Trennwirkung der Kolonne, so wie du beschrieben hast.

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Mit 100% Rücklauf könntest du unendliche Trennwirkung erzielen. Errätst du auch, was das Problem dabei ist? Wink

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Man hätte kein Destillat mehr Mr. Green

Trozdem weiß ich das jetzt immer noch nicht wieso ich meinen Liebigkühler nicht dierekt auf auf die Kolonne setzen sollte..

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...aber das wäre dafür seeeeehr sauber Wink

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Natürlich kann man auch nach der ersten deiner beien vorgestellten Apparaturen arbeiten, das nennt man dann "Wilder Rücklauf", erzielt jedoch nicht die Trennleistung einer Rektifikation mit definiertem Rücklauf mit mit möglichst kleinem Rücklaufverhältnis (ca. 1:5, 1:10, 1:15, 1:20 ... (in Tropfen in Vorlage zu Tropfen an Rücklaufteiler/Kolonnenkopf)).

D.h. je größer die Siedepunktdifferenz, die Kolonnengröße und Wirksamkeit (th./pr. Trennstufenhöhe) und je weniger Kondensat du in einer bestimmten Zeitspanne abnimmst (=aus dem GG entfernst) desto besser die Trennleistung.
Das geht von realistisch bis utopisch Very Happy.

Halbwegs definierten Rücklauf kannst du ohne Rücklaufteiler zur Not auch mit einem - zwischen Kolonne und Produktkühler geschalteten - Rückflusskühler (Dephlegmator), den du an ein Thermostat hängst und der je nach Temperatur einen bestimmten Teil der Gasphase vorzeitig kondensiert, erreichen. Is allerdings recht umständlich und träge, aber manchmal besser als garnix.


MfG TC

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Jup, danke.

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