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Das sieht aus wie erstarrte Schmelze mit Resten vom Tiegel dran. Von der Farbe her würde ich auf Rubin tippen. Die Farbsättigung ist echt toll gelungen, nicht zu dunkel und nicht zu blass; gerade richtig für einen Schmuckstein. Auch die Klarheit ist bestechend! Die Herstellung wäre glatt einen Artikel wert.

Danke fürs Zeigen.
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Tiegel ist es nicht sondern das Material (als ehemals Pulver, jetzt gesintertes Pulver) selbst (dass seinen eigenen Tiegel bildet...)
Sonst stimmt es schon aber nicht nur erstarrte Schmelze sondern Monokristalle bzw. Kristallsäulen, die zusammenkleben. Im Bild ein Einkristall.

Die schöne Farbe ist nur bei gutem Sonnenlicht oder Glühlampe, denn es gibt da einen leichten Alexandriteffekt....

PS wir sind bei deutlich über 2500°C.
Jetzt weiß man das meißte, oder? Wink
Edit: Im unteren Bild sind wohl zwei Kristallsäulen nebeneinader und die Grenzfläche zu erkennen.

Bei Leuchtstofflampenlicht:


Übrigens einer von denen sieht an Sonnenlicht oder Glühlampe ganz anders aus!
Und was mit dem oben gezeigten passiert, sieht man jetzt. Farbschwächer und leicht ins graue.
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Dieser Alexandriteffekt ist mir von Neodymglas her bekannt. Im Vollspektrum ein schönes Rosarot, und im Linienspektrum nur ein bläuliches Grauviolett. Für Glasbläserbrillen wird gerne "Didymium", also die billigere Mischung aus Neodym und dem grünlichen Prasseodym, als Färbemittel verwendet.

Über 2500°C bleibt außer Aluminiumoxid noch Einiges übrig. Wie hast Du das denn geschmolzen, ohne die Umverpackung zu zerlegen? Das geht vermutlich nur induktiv oder per Mikrowelle.
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Ja, Neodymdotiert für das lila ist richtig. Und es sind alles YSZ, also cubic zirconia, ZrO2, yttriumstabilisiert plus eben 3-6% Nd2O3 u.a.
Kennt man also als Swarovskikristalle und wer um die 10000 Volt hochfrequent mit vielen Kilowatt "rumstehen" hat, kann im kalten Tiegel Verfahren (induktiv) eben Skullschmelzen machen aber das konnten seinerzeit nur 5 Standorte in Deutschland.
Das gezeigte habe ich selbst gemacht und die ganz dunklen im Bild sind nur zwei mal gemacht worden und mit Kobalt dotiert und sehr farbintensiv und interessant bei Durchlicht.
Aber einen vom letzten Bild kann man noch nicht kaufen und der hat zwei Farben... Die rosane (Fleisch- oder lachs-farbe) davon sieht man ja oben.
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@Pok: ich halte es für sehr unwahrscheinlich, daß sich so reguläre Tetraeder allein durch äußere mechanische Einflüsse bilden. Das muss m.E. an der Kristallstruktur des Cholesterins liegen. Es muss im regulären System kristallisieren - dann sind verschiedene habitus möglich (Würfel, Oktaeder und halt auch Tetraeder). Allerdings habe ich zu dieser Annahme keine Belegstelle gefunden.

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Gallenstein:
Meine Tante hat eine größere Anzahl von Gallensteinen, die ihr herausoperiert wurden. Die haben sehr unterschiedliche polygonale Formen und immer diese typischen Ringe in den Flächen. Es sind auch irreguläre Formen (nicht nur platonische und archimedische Körper) darunter, die aber aussehen, alsob sie sich ungefähr raumfüllend zusammensezten lassen.

CSZ:
Die dunklen mit Cobalt dotierten Kristalle müßte man recht dünn verarbeiten, um ihre Farbe voll zur Geltung zu bringen. Eventuell läßt sich eine weitere Schmelze mit stärker verdünnter Dotierung herstellen, um die Farbe in größeren Stücken erkennen zu können. In jedem Fall ist CSZ ein interessantes Material. Interessantes am Rande: Von der Wärmeausdehnung passt CSZ zu den häufig verwendeten Gläsern im Artglassektor (Weichglas für Skulpturen und Perlen ...).

Ich vermute, daß man CSZ mit recht vielen Übergangsmetallen dotieren kann. Ob man allerdings jedes Metall in jeder Oxidationsstufe einbringen kann bezweifle ich, da höhere Oxide bei höheren Temperaturen auch gespalten werden können. Die in der Phosphorsalzperle farbigen Elemente sollten in jedem Fall irgendwie Effekte zeigen.
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zweitens hat Folgendes geschrieben:
Tiegel ist es nicht sondern das Material (als ehemals Pulver, jetzt gesintertes Pulver) selbst (dass seinen eigenen Tiegel bildet...)
Sonst stimmt es schon aber nicht nur erstarrte Schmelze sondern Monokristalle bzw. Kristallsäulen, die zusammenkleben. Im Bild ein Einkristall.

Die schöne Farbe ist nur bei gutem Sonnenlicht oder Glühlampe, denn es gibt da einen leichten Alexandriteffekt....

PS wir sind bei deutlich über 2500°C.
Jetzt weiß man das meißte, oder? Wink
Edit: Im unteren Bild sind wohl zwei Kristallsäulen nebeneinader und die Grenzfläche zu erkennen.

Bei Leuchtstofflampenlicht:


Übrigens einer von denen sieht an Sonnenlicht oder Glühlampe ganz anders aus!
Und was mit dem oben gezeigten passiert, sieht man jetzt. Farbschwächer und leicht ins graue.

Sehr geil, hatte ich auch mal vor, bei Holmium ist der Effekt noch einiges stärker (und bei noch einem, Erbium?). Allerdings hab ich bisher keine feuchtigkeitsstabile niedrigschmelzende Glasmischung gefunden mit der man das mal ausprobieren könnte.
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Definiere doch mal "niedrigschmelzende Glasmischung" als Maximale Temperatur, die zum Verflüssigen (mindestens "Honigzäh") ausreichen muß. Man muß für Experimente ja nicht unbedingt aus der "Primärschmelze" arbeiten, das Wiederaufschmelzen von vorhandenem Glas ist hier sicher einfacher. Ich könnte mir vorstellen, daß Bleiborat-Gläser recht niedrig schmelzen. Allerdings erfordern Bleigläser sine erhöhte Vorsicht bei der Ofensthmosphäre, da sie recht leicht reduziert und dadurch dunkel und undurchsichtig werden.

Mit einem Bunsenbrenner lassen sich viele Gläser so weit erhitzen, daß man sie zwischen zwei metallenen Handhaben gut kneten kann. Mit einem Propan-Sauerstoff-Brenner kommt man auf deutlich höhere Temperaturen. Zum Schmelzen im Tiegel braucht man in vielen Fällen einen Ofen. Recht niedrig schmelzende Glaspulver bekommt man im Bereich Emaille, egal ob für Metall oder zur Deko von Glas.

Bisher habe ich nur fertig geschmolzene Gläser untereinander verknetet und gelegentlich mit Gold und Silber bedampft. Das Einarbeiten von färbenden Oxiden vermeide ich, da ich in der Wohnung keine schwermetallhaltigen Stäube aufwirbeln will.
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@Zweitens: sehr schöne Kristalle! Dazu würde ich gerne mehr erfahren, ich habe vor kurzer Zeit etwas polykristallinen Rubin hergestellt.

PS: Seit einigen Tagen bringe ich den Gedanken nicht mehr aus dem Kopf, ob man nicht Diamanten nach dem CVD-Verfahren selber herstellen könnte?

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Gemacht sind die Kristalle mit 138kW Stromanschluss (200A bei 400V) und theoertisch bis zu 110kW Stromaufnahme (bis zu 60kW im Material). Aber entscheidend sind 10kV bei 1,4 MHz und das bis zu 10A, wobei dann im Betieb je nachdem ca. 7 kV mit 1,2-2A benötigt werden (jedenfalls nicht mehr als 3 A) in der Schmelze (8 cm Tiegelduchmessr innen, also um 1kg Material).
Wärmetauscher bis zu 60kW Wärmeabfuhr bei unter 10°C Temperaturdifferenz.

Temperaturen der Schmelze werden nicht gemessen aber sind um 2850°C aufwärts in der Mitte. Sinterkruste ist seitlich nur 1 mm dünn, also Kühlwasser, 20°C, dann 1mm Wanddicke der Kupferkühlfinger, dann 1mm Sinterkruste und dann eben 2800°C. Also in 2 mm Abstand von 20°C auf 2800°C. Das hat was.

Kupferinnenwand also nur gut 20°C und außen geraten bei 100- über 300°C.
Aber das hat man nicht zu Hause leider Wink

Anbei Blick auf die Schmelze mit Polfilter:

Das Bild könnte wer schon mal auf einer Titelseite gesehen haben...

Neodymskull unopened:


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Glaskocher hat Folgendes geschrieben:
Definiere doch mal "niedrigschmelzende Glasmischung" als Maximale Temperatur, die zum Verflüssigen (mindestens "Honigzäh") ausreichen muß. Man muß für Experimente ja nicht unbedingt aus der "Primärschmelze" arbeiten, das Wiederaufschmelzen von vorhandenem Glas ist hier sicher einfacher. Ich könnte mir vorstellen, daß Bleiborat-Gläser recht niedrig schmelzen. Allerdings erfordern Bleigläser sine erhöhte Vorsicht bei der Ofensthmosphäre, da sie recht leicht reduziert und dadurch dunkel und undurchsichtig werden. [...]

Naja, so ähnlich wie Phosphatgläser (wie bei der Phosphatperle) hätte schon was, sodass man durchaus etwas gießen kann mit einem normalen Propanbrenner (ohne Sauerstoff).
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Pok
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Ein lustig geformter Caesiumchlorid-Kristall unter dem Mikroskop


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NI2
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Ist ein (verestertes) Naturstoffextrakt (nur wenige mg Substanz).

Wer kanns erraten? Very Happy

Stepfan und Xyrofl sind wie immer ausgeschlossen :3

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Ursprung pflanzlich oder tierisch? Europäisch oder aussereuropäisch?

@Pok: das sind schöne Fotos! wie hast du die gemacht?

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NI2
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