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Finkelstein-Reaktion
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Finkelstein-Reaktion

Die Finkelstein Reaktion ist eine Umhalogenierung eines Alkylhalogenids mit einem Alkalihalogenid.
Sie wird oft zur Darstellung von Alkyliodiden aus den entsprechenden Alkylchloriden/-bromiden und Alkaliiodid in Aceton genutzt.

Benannt nach: Hans Finkelstein (D)
Entdeckung: 1910

Mechanismus:

Bei der nach einem SN2-Mechanismus verlaufenden Reaktion wird ein Alkylhalogenid mit einem Alkalihalogenid als Nukleophil umgesetzt.
Im Gegensatz zu den gut löslichen Alkaliiodiden sind die Alkalichloride/-bromide in Aceton unlöslich und fallen als Niederschlag aus.
So wird das Gleichgewicht der Reaktion auf die Seite der thermodynamisch weniger stabilen Alkyliodide verschoben.



Aus sterischen Gründen reagieren primäre Alkylhalogenide gut, sekundäre und tertiäre Alkylhalogenide dagegen nur schlecht nach der Finkelstein-Reaktion.
Dies kann dazu genutzt werden Dialkylhalogenide mit primär und sekundär/tertiär gebundenem Halogen selektiv umzuhalogenieren.


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Nett gemacht Tobi !
Allerdings nimmt man doch wegen der besseren Löslichkeit NaI in Aceton oder ?
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Jup, es wird mit dem Natriumsalz gemacht, damit lassen sich halt noch bessere Ausbeute erzielen. Ich könnte das nächstes Jahr mal mit 1,2-Dichlorethan und Kaliumiodid ausprobieren, hatte das auch schon mal ins Auge genommen.. kommt da noch etwas praktisches von dir Tobi?

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Also praktisch ist da nix geplant von mir...

Was das Kalium angeht: Es stimmt zwar das Na-Salze bessere Ausbeuten geben, aber mit K-Salz gehts auch.
Ich hab das mit den Kaliumiodid so aus der Literatur übernommen. Grundsätzlich gehen aber alle Alkalihalogenide.

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Also um mal etwas beizutragen :

Kaliumiodid geht ebenso wie Natriumiodid gut, allerdings hat man mit Natriumiodid schon sehr kurze Reaktionszeiten.
An secundären Alkylhalogeniden geht das ganze auch noch ganz mäßig, hier ist dann die Inversion des vermeindlichen Stereozentrums interessant, so kann man aus einem Alkohol durch Bromierung und anschließende Finkelsteinreaktion das Iodid der gleichen Konformation wie der Alkohol erhalten.
Ich behaupte auch mal einfach so, dass der Löslichkeitsunterschied stark auf dem HSAB Prinzip beruht und auch in anderen Lösungsmitteln beobachtet wird.
DIe Originalvorschrift findet sich übrigens hier : Hans Finkelstein , Chem.Ber. 1910, Seite 1528-1531
Interessante Untersuchen zur Katalyse bei solchen nucleophilen Substitutionen finden sich auch in Adv.Synth.Catal. und Perkin Transactions.
Bei Interesse könnte ich das vllt. mit Quellenangabe im Publikationsforum hochladen.
Wenn noch weitere Fragen zur Finkelsteinreaktion sind, könnt ihr mich gerne fragen, seit mehreren Monaten koche ich daran für meine JuFo Arbeit.

EDIT : Mit Lithiumiodid geht es nicht ! Alle Lithiumhalogenide sind in Aceton mehr oder weniger gut löslich !
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Illum.-Ass.

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Zitat:
Kaliumiodid geht ebenso wie Natriumiodid gut, allerdings hat man mit Natriumiodid schon sehr kurze Reaktionszeiten.

Hatten wir ja oben schon angemerkt.

Zitat:
An secundären Alkylhalogeniden geht das ganze auch noch ganz mäßig

Kaum zu glauben, ist ja auch eine Sn2 Reaktion!

Zitat:
Ich behaupte auch mal einfach so, dass der Löslichkeitsunterschied stark auf dem HSAB Prinzip beruht und auch in anderen Lösungsmitteln beobachtet wird.

und ich dachte es basiert auf den Wochentagen endend auf "Tag" Rolling Eyes

Zitat:
Interessante Untersuchen zur Katalyse bei solchen nucleophilen Substitutionen finden sich auch in Adv.Synth.Catal. und Perkin Transactions.

Das könntest du hochladen, ja Wink

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