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Fäulnisfähigkeit
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Bestimmung der Fäulnisfähigkeit

In diesem Versuch wird beschrieben, wie man die Qualitatät eines Oberflächenwassers, anhand seiner Faulfähigkeit bestimmen bzw. bewerten kann.

Geräte:


Becherglas 100ml, Spatel, Chemikalienflasche 1000ml, Maßkolben 1000ml, Chemikalienflasche bzw. Steilbrustflasche Klarglas mit Schliff bzw. Schraubkappe, Präzisionswaage (Ablesbarkeit 0,000g),
Wasserfester Stift und Etiketten, Wärmeschrank, Latexhandschuhe, Cellstoff-Tücher, Injektionsspritze (2ml), Trichter

Chemikalien:

Methylenblau krist. oder plv.


Dest. Wasser

Wasserprobe verschiedener Herkunft
z.B. Flusswasser, Teichwasser, Wasser aus Tümpeln

Hinweise:


Bitte beachtet das Methylenblau ein extrem intensiver Farbstoff ist. Ich empfehle euch auf jeden Fall gleich eine große Menge an Methylenblau-Lösung anzusetzen.
So ist das Risiko geringer irgend wann mal etwas zu verschütten oder sich seine Waage zu versauen. Die Lösung sollte fest verschlossen, in einer
stabilen Kunststoffflasche aufbewahrt werden.

Durchführung:


Zuerst legt ihr am besten den ganzen Arbeitsplatz mit Zeitungspapier aus. Legt euch alle Materialien übersichtlich zurecht und fangt dann an die Substanz (Methylenblau) abzuwiegen.
Um eine 0,05%ige Methylenblau-Lösung herzustellen, müsst ihr 0,5g Methylenblau einwiegen. Diese Masse bezieht sich auf 1 Liter.
Jetzt nehmt das Becherglas und füllt es bis zur Hälfte mit Dest. Wasser. Gebt die leicht verrührte Lösung über den Trichter in den Maßkolben und wiederholt den Vorgang so lange, bis sich das gesamte Methylenblau
im Maßkolben befindet. Gebt weiter, unter kreisenden Bewegungen, Dest. Wasser in den Maßkolben, bis kurz vor die Ringmarke und stellt dann mit etwas Gefühl den Meniskus ein. Bitte beachtet, das bei dunklen Flüssigkeiten
der Meniskus gesondert eingestellt wird (seht dazu Bild 1 und 2). Ist der Meniskus eingestellt, wird der Maßkolben verschlossen und die darin enthaltene Lösung durch kräftige Auf- und Ab-Bewegungen des Kolbens durchmischt
(Bitte den Stopfen gut festhalten). Nun werden, je nach Anzahl an Wasserproben, die 100ml Flaschen bereitgestellt und mit jeweils 1ml Methylenblau-Lösung beschickt. Jetzt gibt man so lange die jeweilige Wasserprobe hinzu,
bis die Flasche komplett gefüllt ist. Je weniger Luft sich in der Flasche befindet, um so genauer wird am ende das Ergebnis. Achtet bitte darauf das die Flaschen fest verschlossen sind. Jetzt wird jede Flasche solange geschüttelt, bis die
Lösung darin einheitlich blau erscheint. Denkt bitte daran die Flaschen zu beschriften. Am besten mit dem Datum des jeweiligen Tages und der Art der Probe, bzw. Ort. Stellt die Flaschen nun an einem warmen Ort oder wenn vorhanden in einem Brutschrank und kontrolliert am ersten Tag stündlich, ab dem 2. bis zum 5. Tag, täglich, auf eine Entfärbung.
Tritt eine Entfärbung ein, so notiert das Datum und errechnet daraus die Tage bis zur entfärbung. Ist am 5. Tag immer noch keine Entfärbung eingetreten, kann man daraus schließen, dass das Wasser gering mit organisch-faulfähigen Stoffen belstet ist.
Die Beurteilung erfolgt dabei am ersten Tag in Stunden bis zur Entfärbung (z.B. nach 4 Stunden entfärbt: 4he) vom 2. bis 4. Tag in Tagen (z.B. nach 3 Tagen entfärbt: 3de). Ist die Lösung am 5. Tag immer noch nicht entfärbt
wird die Probe als n.e. (nicht entfärbt) beurteilt.

Entsorgung:


Die bei der Betimmung anfallende Lösung (entfärbt oder nicht entfärbt), wird stark verdünnt dem Abwasser zugeführt.

Erklärung:


Methylenblau ist ein Redoxindikator. Dieser entfärbt sich unter absoluten Luftabschluss in dem Maße, in dem anaerobe Vorgänge ablaufen.
Je stärker diese, um so stärker ist auch die Entfärbung des Methylenblau.



Bilder:


Meniskus bei hellen Flüssigkeiten
Bild 1.


Meniskus bei dunklen Flüssigkeiten
Bild 2.


Hier das Methylenblau als Feststoff und als Lösung
Bild 3.


Hier die Flaschen mit Probelösungen nach 5 Tagen
Bild 4.
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Interessanter Versuch!

Nur finde ich persönlich die extrem genaue Beschreibung der Herstellung der Indikatorlösung etwas übertrieben, das kommt einer 3-seitigen Belehrungen bei sämtlichen Synthesen, bei denen mit Brom gearbeitet wird, gleich, finde ich.

Interessant wäre auch noch die genauere Beleuchtung der Vorgänge, die bei der Entfärbung der Lösung auftreten.
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Ja, tut mir leid, aber bei mir is mit Methylenblau schon zu viel passiert, was ich anderen gerne ersparen möchte.
Über die genauen vorgange muss ich mich noch mal genauer informieren. Ich wollte erstmal nichts falsches aufschreiben.
Denke mal das das etwas mit der Leukoform von Methylenblau zu tun hat.
mfg. Tim
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Sehe ich allerdings ähnlich wie CsOH.
Das Zeug ist in etwa so gefährlich wie Fluorescein. Wer nicht sauber arbeiten kann, lernt es eben damit, sodass sich als erforderlicher Hinweis "hat eine starke Färbewirkung, besonders in Feinstverteilung" als vollkommen ausreichend anbieten würde. Bei Ethidiumbromid wär so ein Text wohl eher angebracht.

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Habe den Text nochmal bearbeitet, hoffe das geht so.
Nochmal danke,

mfg. Tim
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Will ja nicht Nicht meckern, aber heißt das nicht meßkolben und nich maßkolbem

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Boxah hat Folgendes geschrieben:
aber heißt das nicht meßkolben und nich maßkolbem



Im Übrigen: Sowohl Maßkolben als auch Messkolben ist verständlich als Bezeichnung für das Ding, mit dem geeichten Volumen auf Einlauf (Flüssigkeit in den Kolben zum Erreichen des spezifischen Volumens).

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Schöner Artikel, nur würde ich vorschlagen den Artikel noch objektiver zu gestalten (insbesondere 2.Person --> 3.Person) und nochmals auf Rechtschreibfehler zu scannen, sind nicht viele aber noch ein paar.

Ist auf dem Bild links die entfärbte Form zu sehen? Geht das am Umschlagspunkt so wie bei ner Titration, dass dann auf einen Schlag die Lösung entfärbt wird oder dauert das etwas? Und meine letzte Frage wäre, ob es sinnvoll ist die Flaschen mit Schutzgas zu fluten, da du sagtest unter absolutem Luftausschluss. Daher würde ich vermuten, dass das nicht schaden könne. Wink

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Das mit der Rechtschreibung is mir ein bischen peinlich. Sind bestimmt viele Komma-Fehler, oder? Die Flasche links hat sich allmählich entfärbt. Nach 3 Tagen sah sie dann wie abgebildet aus. Also der Farbumschlag kann eine Weile dauern. Am besten eignen sich Schliff-Flaschen. Bei denen bekommt man die Luft gut raus. Am besten geht man wie bei der Sauerstoffbestimmung nach Winckler vor. Mfg. Tim
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Kohlenstoff hat Folgendes geschrieben:
ob es sinnvoll ist die Flaschen mit Schutzgas zu fluten, da du sagtest unter absolutem Luftausschluss.


Den blue bottle-versuch kannst du auch ohne Stickstoff/Argonspülung machen. Es geht ja darum anaerobe Prozesse nachzuweisen, die eben dann Eintreten wenn die aeroben nicht mehr so richtig funktionieren. Aus diesem Grund lässt man das ja auch ein paar Tage stehen.

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Dann wäre es ja vielleicht bei sich schnell entfärbenden sinnvoll, mit Sauerstoff zu fluten und bei denen, die sich langsam entfärben mit Argon zu fluten.

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Oder einfach den Gashahn zulassen und feststellen, dass das eine schneller und das andere weniger schnell blau wird.

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Und erreicht keine womöglich genauere Staffelung...

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Die aber vollkommen verfälscht ist, wenn du keine genaue Aussage darüber machen kannst wie viel Gas du verwendet, bzw. über irgendwelche Interaktionen deines Substrates mit dem Gas/deiner Arbeit beim Gaseinleiten/Äußeren Bedingungen.
Mach die Gläser allgemein einfach gestrichen voll (Sauerstoffbestimmungsflasche) um einigermaßen repräsentative Resultate zu haben.

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Also Moment, zunächst ging es nur, ob und wenn ja, was für Gas verwendet wird. Von Mengen, Vorgehen etc. war also noch nicht die Rede. Wink
Außer Frage steht, dass das wichtige Faktoren sind.

Bei denen die langsam reagieren werden, ist das wohl sinnvoll.
Generell hat man mit dem Sauerstoff ja auch nur Einfluss darauf, wie lange es braucht bis die anaeroben Reakionen ablaufen.
Gilt also?
Viel O2 = lange Zeit (bis aller O2 wegreagiert ist) Also setzen die anaeroben immer erst NACH den aeroben ein
oder
viel O2 = kure Zeit (weil alle aeroben Prozesse schneller ablaufen)

Lange Rede, kurzer Sinn: Begrenzt der Sauerstoff oder die Verbindungen im Wasser den aeroben Prozess?

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