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Extraktion von Phytotoxinen
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Haaaaallo

ich bin erst neu hier aber wollte direkt schon eine Frage (bzw. ein paar Fragen) stelle.

In meiner Abschlussarbeit behandele ich das Thema Giftpflanzen und Pflanzengifte. In Rahmen dessen wollte ich zusätzlich einige Nachweise der Gifte durchführen. Also zum Beispiel Atropin aus der Tollkirsche, Cytisin aus Goldregen, Digitoxin aus dem Fingerhut oder Taxine aus der Eibe. Ich plane das mit einer "einfachen" DC zu machen, jedoch weiß ich nicht, wo ich Referenzsubstanzen herkriegen kann, denn ich habe keine Lust zum Beispiel 500 € für 10mg L-Hyoscyamin bei Merck oder Roth zu bezahlen...
habt ihr dafür vielleicht eine Lösung?
(Natürlich könnte ich mich einfach auf die R f -Werte aus der Literatur beziehen aber das würde ich schon als sehr unchemisch bezeichnen, oder?)

Meine zweite Frage ist: woher könnte man grob die Versuchsvorschriften herbekommen um zum Beispiel die Digitalisglykoside zu Extrahieren? Ich habe schon bisschen in der Uni-Bib rumgewühlt, konnte jedoch nichts wirklich sinnvolles finden ...
Dies sind die einzigen Bücher die ich habe:
Akute Vergiftungen von R. Ludewig und K. Lohs (1971)
Toxikologie von W. Dekant und S. Vamvakas (1994)
Digitalis von Luckner und Wichtl (2000) (jedoch keine Extraktionsvorschriften)
Handbuch Dünnschichtchromatografie von E. Stahl (1962)
Isolierung und Charakterisierung von Naturstoffen von E. Stahl und W. Schild (1988)
Dünnschiftchromatografie in der Apotheke P. Pachaly (1983)
Lehrbuch der Pharmakognesie und Phytopharmazie von E.Steinegger und R. Hänsel 4. Aufl. (1988)

Falls jemand mir helfen könnte, würde ich mich sehr freuen
[/sub]

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NI2
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Referenzlösungen für die DC wären (hier für die meisten Sachen) nicht das Problem. Ich nehmen an du meinst die Taxane und nicht die Taxine oder?

Soll der praktische Teil der Arbeit eher sein überhaupt einen Nachweis durchzuführen oder geht es darum spezifisch die Toxine aus dem Pflanzenmaterial nachzuweisen oder (als Reinstoffe) zu extrahieren?

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Eine gute Quelle sollten die Parmakopöen (= Arzneibücher) sein, anhand der die Apotheker ihre Extrakte herstellen und charakterisieren (können). Besonders die älteren Ausgaben können wahre Fundgruben sein.

Im Buch "Arzneimittel und Chemie; Unterrichtsmaterialien für einen zeitgemäßen Chemieunterricht" von der Bayer AG (mit Uni Kassel, Uni Frankfurt) für den Schuluntericht werden einige Naturstoffe extrahiert (Chinin und Coffein). Da sind noch weitere interessante Experimente mit Bayer-Pharmaka für den Schuluntericht aufbereitet drin.

Von vielen Pflanzengiften (=Phytopharmaka) gibt es Massenspektren in einer großen Bibliothek. Die wird dann interessant, wenn Du mit den nach DC aufgereinigten Extrakten im Pharmakologischen Institut (zur Not Chemischen Institut, OC) fragst, ob man Dir dort bei der finalen Charakterisierung helfen kann. Mit etwas Glück hilft man Dir und macht ein GC-MS oder LC-MS von der Substanz. Bei hochreinen Substanzen kann man auch NMR-Spektren machen.


Nachtrag: Schau auch mal im "Römpp" Chemielexikon nach. Da sind recht ausführliche Artikel zu vielen Stichworten drin.
Nachtrag 2: Manche Alkaloide (z.B. Aconitin) sind auch als homöopatische Medikamente im Handel ab einer gewissen Verdünnung frei verkäuflich.
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Hi,
ich kann dir zu dem Thema erstmal Giftpflanzen und Pflanzengifte empfehlen. Da finden sich zwar keine Vorschriften zu Extraktion oder Nachweis, aber es ist erstmal eine recht umfangreiche Aufstellung der häufigeren Giftpflanzen und -pilze und ihrer Gifte.

vllt. ist der Hinweis irgendwie von Nutzen.

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@N12

Es soll jetzt keine vollständige Extraktion, sodass man nur den Reinstoff (ohne Umkristallisation usw.) besitzt, aber es soll jetzt auch nicht einfach so sein, dass man das Pflanzenmaterial in Ethanol einlegt, dann eine Hälfte von einem Stück Küchenpapier in die Tinktur hält, das Papier mit zum Beispiel dem Dragendorff Reagens besprüht und sagt,dass aufgrund der verschiedenen Farbe der eingetauchten Hälfte und der nichteingetauchten Hälfte die Tinktur und somit die Pflanze Alkaloide enthält...

Wenn man sich zum Beispiel die Extraktionsvorschrift von lemmi zu den Nachtschattengewächsen ansieht, dann würde ich wahrscheinlich nach seiner Vorschrift handeln.

Danke für die rasche antwort und sorry für die verspätete Rückantwort Very Happy

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@eule
oh das Buch habe ich ganz vergessen aufzulisten...
das war das erste Buch, was ich gefunden habe Very Happy

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@Glaskocher

1. Nach was muss man dann in der Pharmakopöen suchen? Findet man dann solche sachen., wie "Extraktion der Digitalisglykoside" oder muss man da dann schon nach speziellen Präparaten suchen mit Markennamen? (Keine Ahnung ob du es beantworten kannst)
2. Vielen Dank für die Idee!!! Ich habe im Fachbereich der Pharmazie schon ein Praktikum gemacht, die kann man natürlich anschreiben...
3. Leider habe ich keinen Zugriff auf das Römpp-Lexikon und als ich auf deren Seite war konnte ich keinen Zugang für Privatpersonen finden. Wie kriegt man darauf dann einen Zugriff?
4. Ist aber bei Homöopatischen mitteln da nicht der Fall, dass die Wahrscheinlichkeit ein Molekül des Giftes in der Flasche zu finden geringer ist, als im Lotto zu gewinnen Confused

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In den Pharmakopöen steht drin, wie man den Gahalt an Wirkstoffen bestimmen kann. Somit lassen sich standardisierte Zubereitungen herstellen, die immer gleich stark wirken.


Das Römpp-Lexikon sollte auch als Papierversion in der Uni-Bib stehen.

Bei D4 ist noch Substanz drin (0,01% der Ausgangskonzentration), höhere "Potenzen" sind zunehmend leerer.
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Für deine Fragen wären die geeigneten Monografien folgende:

Wagner/Blatt/Zgainski : Drogenanalyse, - Dünnschichtchromatographie Analyse von Arzneidrogen; Springer Verlag 1983 (gibt es auch in einer englischen Auflage und heißt dort plant drug analysis) und

Jürgen Wolf: Micro- Dünnschichtchromatographie; dritte Auflage 2012, Govi Verlag(auch da gibt es soweit ich weiß bereits eine neuere Auflage)

Beide Bücher beinhalten so ziemlich genau das was du suchst: die Anleitung zur Extraktion der Substanzen aus den Pflanzen ohne allzu großen Aufwand aber mit einem guten Dünnschichtchromatografischen Ergebnis und die Herstellung von Referenzlösungen. Als Referenzsubstanzen würde ich Arzneimittel empfehlen, falls du eine Zugangsmöglichkeit hast. Z.b. Atropin und Digitoxin sind gängige Arzneimittel, allerdings rezeptpflichtig. Bei Wagner finden sich Anleitungen zur Herstellung von Referenzlösungen aus Arzneimitteln. Homöopathische Arzneimittel sind da eher nicht geeignet, weil die Konzentration an wirksamer Substanz viel zu gering ist.

Schau mal in ein Arzneibuch rein! Dort werden keine Fertigmedikamente aufgeführt sondern sogenannte Arzneistoffe, also Substanzen, die zur Herstellung von bzw. Weiterverarbeitung zu Arzneimitteln verwendet werden, und für die das Arzneibuch Kriterien festlegt. Die Dünnschichtchromatographie wird dabei oft als Verfahren zur Identitätsprüfung und Reinheitsprüfung angewandt. Was Pflanzen mit stark wirkenden Inhaltsstoffen angeht, findet man da allerdings nicht mehr so viel, weil fast nur noch die isolierten Wikrstoffe (z.B. Atropin, Digitoxin etc.)verwendet werden. Es gibt aber z.B. noch eine Monografie zu Belladonnablättern, Chinarinde (auch ein sehr lohnendes Analysenobjekt oder auch zur Extraktion der alkaloide!) oder Digitalisblättern. Da ist auch die Gehaltsbestimmung beschrieben, die im Falle der Belladonna zwar zeitaufwändig, aber nicht eigentlich kompliziert ist.

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@glaskocher ok vielen Dank. Werde das nächste Mal, wenn ich in der Uni bin nachschauen

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