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Die Altvorderen haben das Natriumacetat-Trihydrat getrocknet indem sie es schmolzen. Etwas irreführend wird in den Datenblättern angegeben, dass es sich bei >320 Grad zersetzten würde. Stimmt - aber in wasserfreies und Wasser. Natriumacetat-wasserfrei zersetzt sich erst bei über 400 Grad.

@ Bariumchlorid: Die ernüchternden Ergebnisse deines Onkels kamen wahrscheinlich daher, dass er von der falschen Konzentration ausging. Die Essigsäure muss schon etwa 90%tig sein. Erst dann fällt beim Abkühlen auf Temperaturen [b]unter 17 Grad und Impfen mit einem Eisessigkristall][/B der Eisessig aus.
Scheint etwas kniffelig zu sein.

MfG, Karl Heinz
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Zitat:
Scheint etwas kniffelig zu sein.

...ist es erfahrungsgemäß auch.Ich habe mal vor Jahren reine Essigsäure in Eine Ampulle eingeschmolzen und mir im Herbst/Winter in die Fensterbank gestellt um abschätzen zu können wie dick ich mich einpacken muss.
Das Zeug hat nicht ein einziges Mal das gemacht was es sollte!Erst nach mehrfachem anklopfen ist es hin und wieder mal aufgewacht und hat sich so benommen wie es die Literatur vorschreibt...Essigsäure ist ja weiblich (Die Essigsäure) und deshalb manchmal etwas zickig (duckundweglauf) Wink

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"...wie ein Sprecher betont,hat für die Bevölkerung zu keinem Zeitpunkt Gefahr bestanden."
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Meine 99%ige Essigsäure steht auch bei stets 10-15°C im Keller und macht keine Anstalten, sich zu verfestigen. Was mir bei einigen Synthesen derzeit aber auch sehr gelegen kommt. Das extremste Beispiel für unterkühlte Flüssigkeiten ist bei mir jedoch Gallium. Nachdem das im Sommer mal geschmolzen war (Fp ~ 30°C) war es mindestens zwei Monate lang bei den im Sommer und im Herbst im Keller herrschenden 15-20°C flüssig...

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Zitat:
Das extremste Beispiel für unterkühlte Flüssigkeiten ist bei mir jedoch Gallium. Nachdem das im Sommer mal geschmolzen war (Fp ~ 30°C) war es mindestens zwei Monate lang bei den im Sommer und im Herbst im Keller herrschenden 15-20°C flüssig...

Heftig Shocked
Das Material muss dann wirklich hochrein sein.Grade bei Metallen hätte ich das nicht erwartet.

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Mein Onkel ist Chemiker und hatte das in nem sehr sehr alten Buch gelesen. Dann hat er es ausprobiert. Mit verschiedenen Konzentrationen und Temperaturen...
ChemDoc, meinst du also ich hätte gar kein wasserfreies Acetat bekommen ? Dann werde ich mich mal dahierklemmen, denn es war ein ordentlicher Gewichtsunterschied zu bemerken.

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Zitat:
Dann werde ich mich mal dahierklemmen, denn es war ein ordentlicher Gewichtsunterschied zu bemerken.

Bei 150°C und einer Stunde war das garantiert nicht Wasserfrei.Da hättest deutlich länger heizen müssen(Stichwort Massenkonstanz) zwischenzeitliches Umschichten nicht vergessen sonst hast Du oberflächlich was das trocken aussieht und innen noch kladdernass ist.

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Stimmt, man trocknet Niederschläge immer bis zur Gewichtskonstanz...naja nächstes Mal mache ich es sauberer...

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Etwas zur Destillation:



Werte aus dem Tabellenanhang von:

Die Wirkungsweise der Destillier- und Rektifizierapparate-Hausbrand(1921)

Die Werte sind alle auf zwei Stellen hinter dem Komma bestimmt. Allein die Textverarbeitung wollte sie nicht anzeigen.
Mathe-Fans können nun leicht die Dimension der Trennkolonne (Böden, etc) ausrechnen.

Man sieht jedoch: Es gibt kein azeotrop und mit Geduld kann man Eisessig durch Destillation gewinnen.

Gruss, Karl Heinz
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Also ich habe das nochmal nachgemacht vor 3 Wochen und eine 95 %ige Essigsäure erhalten.

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ChemDoc hat Folgendes geschrieben:
[...]1. Unterkühlen und Impfen mit Arrow einem Eisessigkristall.[...]



Seeehr wichtig. Habe eine Flasche 80% Essigsäure und aufkonzentrieren wollen. Also eine Probe bei ~ -18° ins Eisfach. Und es tat sich... nichts. Es half auch kein kräftiges Schütteln. Erst die Zugabe eines Eisessigkristalls bewirkte eine Kristallisation. Eigentlich sollte die Säure schon bei ~ -7,5° fest werden Sad
Jetzt will ich mal versuchen, ob evtl ein Glassplitter als Kristallisationskeim dienen könnte. Eine langsame Kristallisation (und dadurch größere Kristalle) ist wünschenswert um die Phasen besser trennen zu können. Dies ist aber nur durch eine sehr geringe Unterkühlung möglich...
Bei 10° Unterkühlung und der dadurch hervorgerufenen schnellen Kristallisation erhält man eher "Slush". Nicht wirklich schön zu trennen
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Helft mir mal bitte weiter, habe langsam das Gefühl doof zu sein.

Habe den Versuch jetzt schon zwei Mal durchgeführt und habe eigenartige Beobachtungen gemacht. Doch zuerst zur Vorbereitung:
Habe "aus dem Handgelenk" Essigessenz (25%) mit Soda (beides von "DM") neutralisiert. (weder Essig- noch Sodaüberschuss sollten doch Probleme machen?) Danach in der Pfanne eingeengt und "getrocknet". Kurz darauf schmolz wieder alles im Kristallwasser. Nachdem wieder alles fest wurde und trocken war, (hatte die Pfanne bestimmt 8h auf dem Heizrührer) habe ich alles gemörsert und nochmals einige Stunden auf dem Heizer stehen lassen. Bis zum eigentlichen Schmelzpunkt konnte ich nicht heizen, habe aber ~180°C im Pulver gemessen und die Temperatur lange gehalten.

Habe dann im Kolben 1mol NaOAc und 1mol H2SO4 vorgelegt. Nachdem das Pulver nicht mal richtig durchfeuchtet war, habe ich die Säuremenge verdoppelt. Beim Destillieren hat es zu Beginn etwas geschäumt, ich vermute bei der Herstellung vom NaOAc war etwas zu viel Soda dabei. Habe dann mit dem Gasbrenner geheizt, die Brühe begann zu sieden und braun bis dunkelbraun zu werden.
Da das von Langer geliehene Schliffthermometer zu lange ist, kann ich es nur im ersten Anschluss des Claissens einstecken, dort taucht es bis unterhalb des zur Seite abzweigenden Rohres ein. Habe zu Beginn 120°C gemessen und dies für einige Minuten gehalten. Nachdem ca. 10ml Destillat erzeugt waren, stieg die Temperatur langsam aber stetig an. Zu erwarten waren 50-60mL Destillat. Da die Temperatur über 130°C stieg (ja, das Thermometer hängt zu tief, aber kann eine so hohe Temperatur sein?) habe ich improvisiert und mittels durchbohrtem Stopfen ein normales Thermometer in den zweiten Anschluss des Claissens gesteckt, der Anschluss, in den das Thermometer eigentlich gehört. Dort konnte ich ca. 108°C messen. Die Temperatur beim Schliffthermometer hatte derweil 140°C erreicht!

Ist solch eine starke Temperaturdifferenz denn plausibel???


Außerdem hatte ich zu Beginn der Destillation einen weißen "Nebel" in der gesamten Apparatur, der sich im Kühler mit Leitungswasser nicht kondensieren ließ. Kann das am entstehenden CO2 liegen?
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Das Problem mit den unterschiedlichen Temperaturen im Claisenaufsatz hatte ich bei der Destillation von Ethylacetat auch (siehe die Diskussion hier). Das kommt daher, daß der Dampf aus zwei verschieden hoch siedenden komponenten besteht. Die Höhersiedende kondensiert vor dem Kühler, daher ist die Temperatur nahe des Destillierkolbens höher als vor dem Kühler.

Dass sich deine Mischung beim Erhitzen braun verfärbte deutet auf Zersetzung / freiwerdenden Kohlenstoff hin. Das sollte bei reinem Natriumacetat mit Schwefelsäure eigentlich nicht passieren. Deshalb erste Frage: können Verunreinigungen drin gewesen sein? (Keine Ahnung wie sauber Essigessenz ist).
Daß die Temperatur im kolben so sehr über den Siedepunkt der Essigsäure stieg, kann eigentlich nur bedeuten, daß Schwefelsäure verdampft ist. Hast du das Destillat mal auf Sulfat geprüft (mit Bariumchlorid + Salzsäure)?
Die weißen Nebel kann ich mir nicht erklären. Kohlendioxyd kann es nicht sein, das ist komplett farblos.

Ich würde den versuch nochmal wiederholen, das Natriumacertat ohne Überschuss von Natriumcarbonat darstellen, wirklich komplett bis zur Gerwichtskonstanz trocknen (z.B. im Backofen bei 200-250° für ein paar Stunden). Wasserfreies Natriumacetat schmilzt bei ca 315°C. Dann nochmal mit reiner Schwefelsäure destillieren. Die Mengenangaben nach Hager (s.u.) würde ich einhalten - egal ob die Flüssigkeit das Natriumacetat nun ganz durchfeuchtet oder nicht. Also auf 80 g Natriumacetat 100 g (55 ml) konzentrierte Schwefelsäure nehmen.

Im HAGER steht dazu folgendes:



Die so hergestellte Essigsäure ist also offenbar grundsätzlich nicht rein. Eine gewisse Zersetzung scheint unvermeidlich zu sein.

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1.
Die Temperaturdifferenz deutet (wie Lemmi ja schon so in etwa gesagt hat) meiner Ansicht nach darauf hin, dass sich neben den Essigsäuredämpfen auch Schwefelsäurenebel/Dampf direkt über dem Gemisch befindet und dort die Temperatur ja sowieso deutlich höher ist als der Siedepunkt deiner Essigsäure. Auch wenn Schwefelsäure einen deutlich höheren Siedepunkt hat ist es wahrscheinlich so, dass die verdampfende Essigsäure sie mit in die Gasphase zieht.

2.
Das mit den Nebeln ist ebenfalls normal, wie du es hier im folgenden Video sehen kannst: https://www.youtube.com/watch?v=8iG_qnkF08Y
Demnach wird es sich wohl um bereits entstandene Essigsäurenebel handeln. HCl wäre aber bei Verunreinigungen ebenfalls denkbar. Dass diese nicht wirklich in der Apparatur kondensierbar sind ist aber nichts außergewöhnliches, es ist halt ein Nebel. Außerdem ist es anzunehmen, dass es nichts mit der Carbonat-Verunreinigung/entwickeltem CO2 Aerosol etc. zu tun hat, denn im Video wird offenbar reines Natriumacetat eingesetzt. Auch die Braunfärbung ist normal.

P.S. Bei solchen Geschichten halte ich ein eigentständiges Herleiten der Ereignisse für nicht allzu schwer...

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Habe in der Essigsäure definitiv Chlorid und Sulfat. (mit Silbernitrat und Bariumchlorid getestet). Vermutlich liegt direkt HCl vor, mit Ammoniak ergaben die Säuredämpfe einen weißen Nebel.
Ich werde die Rohsäure von mehreren Ansätzen einer weiteren Destillation unterwerfen und weiter berichten. Ich vermute mal, dass nicht nur mein Ansatz solch unreine Säure produziert. Da wäre evtl. eine Erweiterung der Vorschrift oder zumindest ein Hinweis von Nöten...
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@Timmopheus

Silberacetat ist auch nicht (also nur kaum) löslich in Wasser...
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Essigsäure
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