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Erstes richtiges Labor/Abzug Eigenbau
Illumina-Mitglied

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Hallo zusammen,

Da ich demnächst meine erste Eigentumswohnung ziehe, und diese einen eigenen Hobbyraum im Keller hat, möchte ich meiner derzeitige Laborecke deutlich mehr Platz einräumen.
Habt ihr ein Paar Tipps, wie man Preisgünstig Chemikalienbeständige Arbeitsflächen schafft, und einen Chemikalienschrank beschafft? Den Chemikalienschrank würde ich gerne, falls das
sinnvoll ist, an den ebnfalls neu zu bauenden Abzug anschließen, um eventuelle Dämpfe (Die HCL-Flasche scheint nicht richtig dicht, wie man an der Korrosion von Metallgegenständen sieht)
abzusaugen.

Meine Fragen:

-Ist ein oben beschriebener Anschluss an die Abzugsentlüftung sinnvoll und nötig?
-Wie realisiert man so etwas?
-Was für einen Motor nimmt man am besten für einen Abzug?
-Im Hanfmuseum in Amsterdam habe ich eine eindrucksvolle Entlüftungsanlage gesehen, könnte man so eine verwenden?
dort waren Kohlefilter zur Geruchsfiltration eingebaut, sind diese ebenfalls zu empfehlen?
-Wie könnte man einen Gasanschluss für den Brenner realisieren?
Theoretisch hat das Haus eine Gasheizung, aber ob man da einen Anschluss in den Kellerraum legen lassen kann, weiß ich nicht, kann man das auch mit einer Propanflasche wie beim Grillen machen?
-Der Kellerraum hat ebenfalls keinen Wasseranschluss. Ich dachte mir, auf ein Regal einen 100l Tank selbst bauen, am besten aus Metall (Kupfer), gut zu bearbeiten), und dann über einen Schlauch mit Hahn über die Schwerkraft meine Kühler zu betreiben, das Kühlwasser unten in einem Eimer wieder aufzufangen und dann manuell Nachschütten. Das wäre auch Sparsam. Für Lösungsmittelzwecke würde ich mir sowieso einen Kanister aufs Regal stellen.

Die Abluft für den Abzug wollte ich durch ein Kellerfenster hinauslassen, darüber sind zum Glück keine Balkone, sondern ein Blumenbeet.
Ich möchte jetzt nicht mit T/T+-Substanzen arbeiten, aber elementare Halogendämpfe und diverse Lösungsmittel sollte die Anlage aushalten können.
Ich bin sehr gespannt auf eure Erfahrungen.

Liebe Grüße,
Chikikyo

PS: Habt ihr sonst noch Tipps, was man beim ersten richtigen Labor beachten sollte? Evtl auch in rechtlicher hinsicht?
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Alle Fragen kann ich dir nicht beantworten, aber ein paar Tipps habe ich.

Meine Arbeitsfläche besteht aus einer Holzplatte mit 4 großen Fliesen (dir größten glatten, die es im Baumarkt gab. Außen noch ein Rand mit kleinen Holzleisten, falls mal etwas umkippt/kaputt geht. Das Ganze hab ich mit Flüssigkunststoff gestrichen. Das quillt zwar leider etwas im Kontakt mit unpolaren Lösemitteln, war aber für mich nie ein wirkliches Problem und zur Not streicht man mal einfach nochmal drüber. Drunter sind ja noch die Fliesen.

Meinen Chemikalienschrank wollte ich auch mal entlüften, hab es aber nie getan. Der mit den Säuren/Lösemitteln ist direkt unterm Abzug und vorne offen, da sorgt der Abzug schon für einen gewissen Luftwechsel. Und wenn du Probleme mit undichten Flaschen hast, würde ich andere Flaschen oder Parafilm empfehlen.

Mit Kohlefilter hast du einen enormen Widerstand in der Abluftleitung - du brauchst also einen erheblich stärkeren Motor.
Ich hab keinen Filter und hatte damit auch nie Probleme. Die Verdünnung löst bei den kleinen Mengen das Meiste.

Ich hab eine Propangas-Flasche im Labor, mit zwei Anschlüssen für zwei Brenner. Einmal im Abzug, einmal außerhalb. Dazu in geschlossenen Räumen aber unbedingt einen Gaswarner installieren!!!

Für den Wassertank würde ich Kunststoff empfehlen. Der ist leichter und deutlich günstiger als Kupfer. Für Kühlwasser empfiehlt sich eine kleine Pumpe, das wird von Hand sehr schnell sehr mühsam, das kann ich dir garantieren 🙈.
Ansonsten ggf. mal auf Ebay nach einem gebrauchten Umlaufthermostaten schauen.

Materialtechnisch: Keine von diesen flexiblen Aluschläuchen für die Abluft verwenden. Da mein Abzug verschiebbar ist, hatte ich das anfange mal - das hat sich mit den Salzsäuredämpfen aber gar nicht vertragen und der Schlauch wurde löchrig, bis er sich quasi immer mehr aufgelöst hat und auseinandergefallen ist.

_________________
Chemistry is like cooking - just don't lick the spoon!

Sag' nicht, es funktioniert nicht, bevor du es nicht versucht hast!
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Als Arbeitsfläche empfehle ich ebenfalls die großen Fliesen (Steinzeug) wie sie im Küchenbereich verwendet werden. Steinzeug ist dicht und nimmt keine Flüssigkeiten auf, eine Versiegelung mit Kunststoff odgl ist daher nicht nur unnötig sondern sogar eher störend (empfindlich auf Lösemittel, nimmt alle arten von Flecken leicht auf...). Bitte bloß keine glatten (glasierten) Fliesen, auf denen rutschen Glasgeräte etc. viel zu viel, das ist unsicher.

Und ja, eine Randleiste muß auch her damit ewas was umkippt nicht gleich über die Schuhe läuft! Ich habe da beim Verlegen der Fliesen eine Alu-Abschlussleiste mit einem Rundprofil eingebaut. Alu ist zwar nicht 100% Chemikalienbeständig aber man lässt drauf ja auch nichts lange einwirken, also praktisch kein Problem.

Chemikalienschrank entlüften - die Frage wäre für mich wozu. Gemacht wird das gerne für LöMi Schränke zur Sicherheit damit sich keine Ex-Atmosphäre bilden kann. Aber ansich ist schon der Ansatz zuerst mal dichte Behälter zu benutzen... vor allem: willst du den Lüfter (mit all seiner Lärmbelastung und Stromverbrauch) dauernd laufen haben? Und wenn nein kannst du dir den Aufwand gleich sparen.

Motor/Lüfter: nimm das stärkste wa du bekommen kannst, durch die Ableitung verlierst du noch ordentlich an Durchsatz. Dazu evtl eine Drehzahlsteuerung damit nicht immer Vollgas gesaugt wird.
Einschlägige Axiallüfter sollte man finden...

Gasanschluss - die Flasche ist die günstigste und praktischste Möglichkeit, alles andere ist sehr teuer (und wirft beim Installateur vermutlich viele Fragen auf wenn du da einen Hahn in der Wand willst aus dem einfach so Gas strömt... ob du das überhaupt genehmigt bekommst?) Ich persönlich habe einen kleinen Kartuschenbrenner in Verwendung. Für ein bisschen Reagenzglas ab und zu reicht das, meist heizt man sonst doch eher elektrisch.

Kein Wasseranschluss - das sehe ich sehr problematisch. Wasser und Abwasser ist das A&O!
Nicht nur Kühlwasser (das wäre als Kreislauf ja noch sparsam...) auch zum Abwaschen, Verdünnen und Entsorgen, als erste Hilfe wenn du was auf die Haut bekommst, usw usf. Wenn Installateur dann lass dir einen Wasseranschluss und Abwasser machen!

Abluft aus dem Kellerfenster blasen - das sehe ich auch etwas problematisch, aus mehreren Gründen. Zum einen werden bei wenig Wind schwere Gase wie Chlor wieder hineingedrückt, je nach Luftzug auch anderes hineingeweht. Be- und Entlüften eines solchen Raums sollten verschiedene Öffnungen sein. Zum anderen könnten sich vor einem Fenster in so niedriger Höhe auch Tiere oder Kinder aufhalten... möchte man nicht. Es dürfte dir auch jede Menge Schmutz etc. hinein wehen wenn es mal etwas windig ist. Und ein "Hingucker" der misstrauische Nachbarn anzieht ist es allemal, das könnte die "Hausbesuchsfequenz" steigern. Was weiß denn Otto Normalverbraucher schon wie sich ein Hobbylabor von einer Drogenküche unterscheidet... Alternative: eine anständige Lüftungsöffnung wie man sie für Dunstabzüge einer Küche benutzt, am besten über Dach. Ich habe zB einen alten stillgelegten Kamin missbraucht (einziges Problem: der hat relativ viel Luftwiderstand...)

Rechtlich sehe ich die praktischste Relevanz bei der Frage der Brandlast die du mit Lösungsmitteln etc einbringst... keine Ahnung wie das feuerpolizeilich gesehen wird? (Lagerungsvorschriften zB für Treibstoff als Anhaltspunkt?)
Generell kann man natürlich immer sagen "wer viel fragt, geht weit irr" - die andere Frage ist halt was eine Versicherung sagen würde falls mal etwas passieren sollte (und das muß nicht mal im Labor gestartet haben!)
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Ich gehe mal kurz auf das Thema "Gasflasche unter Erdgleiche" ein:
Man soll keine Gasflaschen mit brennbaren Gasen, die eine höhere Dichte als Luft haben, unter Erdgleiche lagern. Das Ablüften von Gaspfützen, die durch mögliche Leckagen entstehen können ist sehr schwierig, wenn man auf Diffusion angewiesen ist. Auch leicht flüchtige Lösemittel wie Ether, Pentan und Ähnliches bringen das gleiche Problem mit. In dem Falle hilft nur eine Absaugung, die unten am Boden die Luft mit abzieht UND Ex-geschützt ist.


Man beachte folgendes Experiment.


Des Weiteren muß man beim Wort Abluft sich auch Gedanken um die Zuluft machen. Man kann nur das kontinuierlich rausblasen, was woanders nachkommt. Wenn man einen Schlauch zum Fenster rausblasen hat, dann kommt der Ersatz an Luft den bequemsten Weg rein. Oft ist es dann das offene Fenster, was oben schon besprochen wurde. Es gibt "Air-Exchanger", also Anlagen, die Zu- und Abluft "können". Zusätzlich haben die Dinger einen Wärmetauscher, der die Wärme der Abluft auf sie Zuluft überträgt. Im Winter bekommt man dann wenigstens keine "Pinguine" in die Bude geblasen. Von Filtern im Umluftbetrieb halte ich wenig, da die Dinger irgend-(aber)-WANN voll sind und auch nicht gegen Alles wirken.
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