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Erste Geräte für die Mikrobiologie
Illumina-Mitglied

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Hallo Leute,

ich möchte sehr bald mit der Mikrobiologie anfangen. Und dazu habe ich momentan so einige Fragen. Bitte entschuldigt mich, wenn die Fragen etwas Dumm erscheinen.
Okay, ich fange mal an mein Netz an Fragen zu spinnen.

1) Ich brauche Petrischalen mit Nährböden. Am liebsten wäre mir CASO-Agar. Leider habe ich keine Ahnung, wie ich welche herstellen kann. Ich habe in meinem Leben ein Mal eine Kultur angelegt, da habe ich allerdings die Nährböden allerdings Steril aus einem Labor bekommen. Bei den Petrischalen habe ich die Auswahl zwischen Glas und PET. Mit etwa 1,50-2€ für eine Petrischale aus Glas könnte es eine relativ teure Angelegenheit werden. Was nimmt man da also am besten?

2) Wie ich schon sagte, würde ich gerne CASO-Agar für die Nährböden nehmen. Bei Ebay gibt es eine Flasche mit 200ml für knapp 30€ mit Versandkosten. Zwar hat iTim hier im Forum die Zusammensetzung von CASO-Agar veröffentlicht, aber an die Stoffe komme ich genauso wenig ran. Kennt ihr eine Möglichkeit da günstiger ranzukommen?


3) Das nächste Problem wäre die Sterilisation. Womit sterilisiere ich die Petrischalen ohne dass mir der Nährboden kaputtgeht? Nimmt man da ein Autoklav - würde im Vergleich mit z.B. UV Licht relativ teuer (Anschaffungskosten) werden.

4) Wie bekomme ich die Agar-Flüssigkeit in die Petrischale - ja mit einer Pipette. Aber wieviel oder wie dick muss der Nährboden sein? Und wenn ich schon bei der Pipette bin - mein Ziel ist die Arbeit mit Enzymen und Bakterien. Dafür werde ich ja wahrscheinlich eine Mikropipette mit entsprechenden Spitzen brauchen. Was für ein Volumen brauche ich denn da? Ich habe da leider irgendwie kein Gespühr, was da für ein Volumen benötigt wird. Zur Auswahl hätte ich da 0,1-10000μl.

5) Die Nährböden müssen ja in einem Inkubator gezüchtet werden. Macht es eher sinn, mir ein Gerät zu besorgen, das z.B. für Eier angeboten wird? Oder irgendwie ein gebrauchtes Laborgerät für 100-200€ bei ebay? Oder macht es Sinn, sich ein Gerät zu holen, bei dem die Temperaturkurve programmiert werden kann?

So, das wars erstmal von mir. Ich freue mich schon auf eure Antworten.

LG
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Illumina-Moderator

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Fang am besten mit LB-Agar an, dass ist ein absoluter Standardagar auf dem viele Bakterienarten wachsen. Im Labor wird er meistens für die Anzucht von E. coli verwendet (und findet daher vor allem in der Molekularbiologie Anwendung).
Man kann ihn außerdem relativ günstig das Trockenmedium bestellen. Wenn du nicht die Möglichkeit hast über Laborfachhändler wie Roth zu bestellen (was als Privatperson nahe zu unmöglich ist), dann empfehle ich dir Doctorlab: http://www.doctorlab.com/naehrmedien-c-2-3.html?sessID=aa3f46806f9deba1a0cc1629527a7d88
Die Preise sind im Vergleich zu anderen Händlern außerdem äußerst günstig.

Leider hat der auch nur wenige Standartagar und bestimmte Selektivmedien bekommt man halt nur über Roth, Merck oder Sigma oder man muss sich diese selber herstellen.


Ich benutze immer sterile PS-Petrischalen. Diese kann man ebenfalls sehr günstig und in großer Anzahl bei Doctorlab bestellen. Die Glasdinger zu reinigen ist eine ekelhafte Aufgabe, erst recht wenn sich irgendwelche Bakterien sich vorher drin vermehrt haben.
PS bietet sich für Leute an die viel mit Mikroorganismen arbeiten. Wenn du das nur einmal ausprobieren willst, dann würde ich dir sogar nur Glas empfehlen (trotz Ekelfaktor).

Die Nährmedien erstelle ich, indem ich zu den Trockenmedien die entsprechenden Wassermenge gebe, anschließend koche (auf dem Magnetheizrührer), dann autoklaviere und erst dann (!), nach Abkühlung (sollte etwa 60 °C haben), diese in die Petrischalen gebe. Relativ steriles arbeiten ist natürlich dafür von Nöten. Zum Kochen und Autoklavieren nehme ich einen Erlenmeyerkolben.
Die Petrischale sollte dann mit dem noch flüssigen Nährboden etwa 1/3 befüllt werden. Nun wartet man bis das Agar erstarrt ist und kann die Nährböden in den Kühlschrank stellen.

Wenn du UV-Licht ist für die Sterilisation von Nährböden ungeeignet, es eignet sich eher für Reinhaltung von Oberflächen z.B. in Sterilwerkbänken.

Wenn du ernsthaft Mikrobiologie betreiben willst, dann würde ich mir mehrere Pipetten (meine sind z.B. von Eppendorf, Thermo und Gilson) anschaffen.

Es empfehlen sich hier am besten:

0,1 bis 10 µl
10 bis 100 µl
100 bis 1000 µl

Alle anderen Pipettengrößen sind obligatorisch und nicht zwingend erforderlich.
Spitzen und Pipetten bekommt du auch bei Doctorlab sehr günstig.

Anfang habe ich auch einen Inkubator für Reptilieneier benutzt, aber ich war auf die Dauer mit dem unzufrieden und der hat auch irgendwann nicht mehr meinen Bedürfnissen entsprochen. Für Sachen wie Zellkultur kann man solche leider vergessen. Wenn du die Gelegenheit hast günstig an einen gebrauchten von Heraeus, Thermo oder von den anderen bekannten Herstellern zu kommen, dann schlag zu. Lieber etwas mehr Geld ausgeben, meiner Meinung nach lohnt es sich.

Achja, ein Autoklav ist eigentlich auch unverzichtbar, genauso wie Gasbrenner, Impföse etc.

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Illumina-Moderator

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Da kann ich DMSO nur recht geben.
Ein paar kleine Tips noch die er da übersehen hat.
Zitat:
und kann die Nährböden in den Kühlschrank stellen.
Man stellt diese nach dem Gelieren immer kopfüber ab. Sowohl in der Kühlung als auch im Brutschrank. Das verhindert ein zurücktropfen von Kondenswasser.
Beim Befüllen und Animpfen etc. Immer einen brennenden Bunsen oder Teclubrenner neben den Schalen stehen haben und diesen ~5 min vor beginn der Arbeit anmachen.
Die, z.B. in einem Schnellkochtopf, autoklavierten Nährmedien vor dem Autoklavieren mit Alufolie abdecken. Besser autoklavierbare Flaschen aus Boro 3.3 verwenden.

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