SSL (?): an | aus

Bitte die Forenregeln und die Hinweise zu den Versuchen lesen!

Neue Antwort erstellen
Pok
Illumina-Mitglied

Anmeldedatum: 19.08.2013
Beiträge: 1314
Artikel: 31
Für mich ist Punkt 1, die Originalität, am wichtigsten. Ich denke, bei Punkt 3 (anschauliche, nachvollziehbare Dokumentation) gibt es keine Meinungsverschiedenheiten mehr. Der Punkt muss einfach erfüllt werden. Ich finde 4 Kriterien zu sehr einschränkend. Was ist, wenn jemand einen ultraoriginellen Artikel verfasst oder den Stein der Weisen findet, wobei die Durchführung supersimpel ist? Der wäre dann als Preisträger ausgeschlossen, obwohl alle davon total begeistert wären.

Viele Kriterien führen auch nicht zu mehr Objektivität. Das sieht man ja jetzt schon. Ob etwas hobbytauglich ist oder nicht, darüber kann man ewig diskutieren. Sogar bei der Kompliziertheit trifft das zu. Wie will man das auch nur halbwegs sicher definieren?

Wenn man zu viele Kriterien anwendet, besteht auch die Gefahr, dass die Gewinnerartikel etwas einseitig werden über die nächsten Jahre. Alle Gewinnerartikel wären z.B. originell, praxistauglich, kompliziert, hobbytauglich. 1-2 Kriterien reichen doch, oder? Wie Stepfan schon sagte: bei früheren Artikelwettbewerben gab es überhaupt keine Kriterien, sondern entweder hat eine Jury abgestimmt oder die User wurden in Form von Kommentaren einbezogen. Ich fände das ok - auch für Leute, die erst 2 Posts geschrieben haben. Viele lesen über Jahre mit bevor sie sich anmelden und können genauso gut ihren Senf dazu abgeben. Das würde auch zu mehr Beteiligung/Diskussion führen, als wenn eine Jury den Preis hinter verschlossenem Vorhang vergibt. Andererseits wäre die Jury-Variante spannender. Vielleicht kann man auch eine Kombination machen, wie 2009, aber vielleicht noch mit einer Begründung statt nur "find ich toll". Dann hätte man beide Vorteile der User- und Jury-Abstimmung vereint.

_________________
Removing barriers in the way of science: Sci-Hub.
Benutzer-Profile anzeigenAlle Beiträge von Pok anzeigenPrivate Nachricht senden
Illumina-Mitglied

Anmeldedatum: 02.01.2016
Beiträge: 526
Artikel: 2
Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Alter: 19
Jetzt geb ich auch noch meinen Senf dazu Very Happy .

Also ich finde die Idee super, ich wäre gleich dabei. Ich denke das wäre durchaus eine Motivation. Ich hätte z.B. einen Versuch, den ich schon länger mal machen will aber bisher nicht gemacht habe, wo ich mir jetzt dachte, den könnte ich doch dafür mal machen.

Das mit der "Praxistauglichkeit" von mgritsch sehe ich aber problematisch. Soll jemand vom Wettbewerb ausgeschlossen werden, weil er sich nur mit seltenen Elementen beschäftigt? Das widerspräche der Idee, damit zu motivieren und stünde auch im Kontrast zu der hier durchaus willkommenen und gewünschten Diversität der Artikel.

_________________
Chemistry is like cooking - just don't lick the spoon!

Sag' nicht, es funktioniert nicht, bevor du es nicht versucht hast!
Benutzer-Profile anzeigenAlle Beiträge von Cumarinderivat anzeigenPrivate Nachricht senden
Illumina-Mitglied

Anmeldedatum: 12.05.2009
Beiträge: 622
Artikel: 5
Wohnort: Oberpfalz
Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Alter: 25
Zitat:
Für mich ist Punkt 1, die Originalität, am wichtigsten. Ich denke, bei Punkt 3 (anschauliche, nachvollziehbare Dokumentation) gibt es keine Meinungsverschiedenheiten mehr. Der Punkt muss einfach erfüllt werden. Ich finde 4 Kriterien zu sehr einschränkend. Was ist, wenn jemand einen ultraoriginellen Artikel verfasst oder den Stein der Weisen findet, wobei die Durchführung supersimpel ist? Der wäre dann als Preisträger ausgeschlossen, obwohl alle davon total begeistert wären.


Naja, die vier Kriterien von mir (oder von wem auch immer) sind ja nur als grobe Richtlinie zu sehen. Wäre ja nicht so, dass man alle Punkte systematisch von 1-10 bewertet und daraus dann den Mittelwert bildet. Eben so, dass es Augenmaß ist. Ich vertraue den Leuten hier und ich denke, die meisten vertrauen sich auch gegenseitig, sodass eine solche nicht 100% systematische Bewertung nicht abgelehnt werden wird...

Zitat:
Das mit der "Praxistauglichkeit" von mgritsch sehe ich aber problematisch. Soll jemand vom Wettbewerb ausgeschlossen werden, weil er sich nur mit seltenen Elementen beschäftigt? Das widerspräche der Idee, damit zu motivieren und stünde auch im Kontrast zu der hier durchaus willkommenen und gewünschten Diversität der Artikel..


Genau. Ich finde gerade solche Sachen immer sehr interessant. Das ist aber meine persönliche Präferenz.


@mgritsch: An mir selbst werde ich die "Sonnencreme" bzw. das DBA nicht testen... Razz
Benutzer-Profile anzeigenAlle Beiträge von Vanadium anzeigenPrivate Nachricht senden
NI2
Illumina-Moderator

Anmeldedatum: 19.08.2008
Beiträge: 5287
Artikel: 84
Geschlecht: Geschlecht:Männlich
mgritsch hat Folgendes geschrieben:
Reden wir jetzt eher vom selben?


Nein.

_________________
I OC

There is no sadder sight in the world than to see a beautiful theory killed by a brutal fact. [T. Huxley]

But just because we live does not mean that we’re alive. [E. Autumn]

The pursuit of knowledge is hopeless and eternal. Hooray! [Prof. H. J. Farnsworth]
Benutzer-Profile anzeigenAlle Beiträge von NI2 anzeigenPrivate Nachricht senden
Illumina-Mitglied

Anmeldedatum: 08.05.2017
Beiträge: 688
Artikel: 7
Wohnort: Wien
NI2 hat Folgendes geschrieben:
mgritsch hat Folgendes geschrieben:
Reden wir jetzt eher vom selben?


Nein.


Die Antwort ist in ihrer Kürze recht schwer zu interpretieren. Wenn es um die Frage geht was "hobbytauglich" ist und ob zB einige deiner Synthesen darunter fallen dann bitte ich um Aufklärung wie/woher ich die Ausgangsstoffe beziehen kann (ggfs als PN), denn interessant finde ich sie allemal und würde das auch gerne machen können. Wenn es nur darum geht, dass das generell kein Kriterium für eine Auszeichnung sein soll, dann sind das Meinungen und wir lassen das so stehen und gut ists.

Letztendlich ist es eine Frage wen oder was man motivieren möchte. Natürlich sind alle diese Sachen (und auch das sprichwörtliche Exoten-Element) auch wertvolle und spannende und willkommene Beiträge.
Wenn man aber mit anspruchsvolleren Dingen schon alleine aufgrund der innewohnenden Originalität eine gute oder besser Chance hat zu gewinnen, dann demotiviert das jedenfalls den "klassischen" Hobbychemiker und das Forum wird eher eine Spielwiese für wenige mit special interests. Diese Bedenken wurden auch bereits von Dir geäußert (Stichwort post-docs.). Die Bedenken kamen in anderer Form auch bereits von anderer Seite (früher konnte man mit Sulfat-Nachweis mit BaCl2 schon reüssieren). Daher fände ich es im Sinne der Belebung und des Breiteninteresses hier nützlich irgend eine Form des "cut offs" nach oben einzuziehen, wie auch immer definiert. Einfacher geht zumindest immer, auch wenn das manche Profis langweilen wird.

Ich verstehe schon die Bedenken überhaupt ewtas zu machen. Denn wie auch immer man es angeht - egal ob mit engerer Einschränkung oder völlig offen - irgendjemanden schließt man immer mehr oder weniger aus. Entweder aufgrund der Kriterien oder aufgrund der (mangelnden) Möglichkeiten. Leztendlich eure Entscheidung als Betreiber welchen Weg ihr gehen wollt (oder auch gar keinen).
Benutzer-Profile anzeigenAlle Beiträge von mgritsch anzeigenPrivate Nachricht senden
Pok
Illumina-Mitglied

Anmeldedatum: 19.08.2013
Beiträge: 1314
Artikel: 31
Das Problem könnte man wie gesagt umgehen, wenn Gewinner in der Zukunft von der Teilnahme ausgeschlossen sind. Sonst gewinnen eh immer nur lemmi oder NI2. Mangel an kompetentem Nachwuchs wird es nicht geben. Wir haben schließlich außer den beiden mindestens 5 hochkompetente Leute hier, die aktuell ziemlich aktiv sind. Neue werden in Zukunft auch kommen, war ja die letzten Jahre immer so.

Natürlich schließt man immer irgendwelche User aus. Sehr einfache Standardversuche sind weiterhin willkommen, aber deren Autoren machen sich wohl auch kaum Hoffnung auf einen Preis. Überhaupt sollte jedem klar sein, dass die Chance bei 10 aktiven Usern durchschnittlich bei 10 % liegt. Also darf auch niemand traurig sein, wenn er verliert. Es macht doch auch Spaß zu sehen, wenn ein anderer guter Artikel gewinnt. Wink

_________________
Removing barriers in the way of science: Sci-Hub.
Benutzer-Profile anzeigenAlle Beiträge von Pok anzeigenPrivate Nachricht senden
Illumina-Mitglied

Anmeldedatum: 12.05.2009
Beiträge: 622
Artikel: 5
Wohnort: Oberpfalz
Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Alter: 25
Ich finde, dass auch relativ einfache Versuche oder Synthesen so gemacht werden können, dass es evtl. auszeichnungswürdig ist. Wenn jemand z.B. Sulfat in Teichwasser gravimetrisch mit Bariumchlorid bestimmen würde (ist vermutlich nicht sehr selektiv, aber nur als Beispiel) und die Ergebnisse schön aufbereiten und präsentieren würde, und dann noch zeigen würde, warum sich welche Gewässer wie unterscheiden, wäre das doch ein super Artikel. Damit will ich nur sagen, dass man aufbauend auf einfachen Prinzipien auch kreative und interessante Versuche machen kann.
Benutzer-Profile anzeigenAlle Beiträge von Vanadium anzeigenPrivate Nachricht senden
IllumiNobel-Gewinner 2012

Anmeldedatum: 06.01.2012
Beiträge: 2935
Artikel: 54
Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Alter: 53
Ich würde die 4 Kriterien von mgritsch mal so ausbuchstabieren:

1. Originalität = der Ersteller hat den Artikel selbst verfasst (unter anderem an eigenen - sachlich korrekten - Formulierungen erkenntlich), etwas eigenes dazu beigetragen und nicht einfach irgendwo abgekupfert. Damit meine ich nicht gefakt, sondern eher "copy und paste" ohne Verständnis dessen was da passiert (das merkt man beim Lesen eines Artikels sehr rasch). Dass ein Versuch nicht schon woanders beschrieben sein darf würde ich nicht so hart sehen. Dann hätte man rasch keine Auswahl mehr.

2. Hobbylabor-tauglich sehe ich ähnlich wie mgritsch, würde das aber nicht als strenges Kriterium anwenden.
@ NI2: es geht nicht darum, ob du dir etwas zutraust oder kannst. Es geht darum, daß es prinzipiell ohne hochprofessionellen Support möglich ist. Die einfachen Lötarbeiten, die DHMO für seien Caesium-Darstellung angwendet hat, kannst auch du im Keller mit Equipment machen, das man im Baumarkt bekommt. Du musst üben und es liegt dir vielleicht gar nicht - aber es ist prinzipiell möglich. Auch für meine Kjeldahl-Methode brauchst du nichts aus der Uni zu besorgen. Aber das ist m.E. nicht in jedem Fall als Kriterium anzulegen.

3. gut dokumentiert - keine Diskussion.

4. Praxisbezug - ich würde das interdisziplinären Bezug nennen. Ich persönlich finde genau diesen Aspekt sehr wichtig. Nicht in Hinsicht auf praktische Anwendbarkeit aber das über-den-Tellerrand-schauen finde ich absolut fördernswert. Kann auch ein historischer, biologischer, medizinischer, philosophischer odern sonst ein Bezug sein. Aber auch das würde ich nicht als hartes Kriterium für alle Preise verwenden.

Mein Vorschlag wäre, fünf verschiedene Preiskategorien einzuführen. Zum Beispiel:

- Kategorie: Preis für die beste Synthese
- Kategorie: Preis für die beste Analytik
- Kategorie: bester Versuch mit interdisziplinärem Bezug
- Kategorie: bester Versuch mit einfachen Materialien
- Kategorie: schönster Versuch/beeindruckendster Effekt

jede dieser Kategorien hat eigene Bewertungskriterien! Punkt 1 und 3 müssen alle erfüllen. Kriterium 2 ("Hobbytauglichkeit") wird bei Kategorie 4 angelegt. Kriterium 4 (Lebens-/Praxisbezug) bei Kategorie 3. Mit der Kategorie 5 würde ich Versuche auszeichnen, die entweder besonders schön sind (z.B. das chemische Nordlicht) oder ein beeindruckendes Phänomen nachvollziehbar machen (z.B. überkritsiches CO2 oder eine Nebelkammer), wobei ich da Krieterium 2 anlegen würde! Eine Nebelkammer in der Kernforschungsanlage Jülich zu bauen wäre hier nicht preiswürdig.

Ich denke so könnte es gehen. Wir müssen nicht jedes Jahr alle Preise vergeben - wenn es eben keinen preiswürdigen Versuch mit einfachen Materialien gibt, wird der Preis halt nicht vergeben.

Frühere Preisträger müssen m.E. nicht unbedingt von der Zweitverleihung ausgeschlossen sein, wir können maximal zwei Preise (in verschiedenen Kategorien und nicht im gleichen Jahr) pro Person zulassen. Fände ich gangbar (es gibt ja auch doppelte Preisträger von diesem anderen Peis, wie heißt er doch gleich, der immer am 10. Dezember verliehen wird... Cool ).

Die Preise sollte eine Jury vergeben, die sich per PN (nicht öffentlich) abspricht - und zwar für jeden Preis eine eigene Jury. Die Zahl der Juroren sollte begrenzt sein, ich finde 4 eine gute Zahl. Zwei der Juroren wären Mods (z.B. NI2 und ich) und zwei wären User, die wechseln. Der Beschluss muss einstimmig gefasst werden. Meine Idee ist, dass immer der Preisgewinner des Vorjahres für die nächsten zwei Jahre Juror wird. Das gibt dem Preis noch einen zusätzlichen "Status". Und die Spannung, bis die Juroren ihre Entscheidung bekanntgeben, ist doch ganz lustig. Die Entscheidungsunterlagen werden frühestens nach 10 Jahren veröffentlicht! Mr. Green

Vorschläge für Preisträger können alle einreichen, aber nur per PN bei der Jury. Ein juror kann einen Preis in einer Katergorie bekommen, in der er nicht in der Jury sitzt (in der eigenen geht eh nicht, da ein zweiter Presi in einer anderen Kategorie sein muss)
Als Termin für die Preisvergabe sollten wir einen Zeitpunkt nehmen, an dem möglichst viele user aktiv sind. Also vielleicht nicht zu Semesterbeginn. Die erste Dezemberhälfte wäre vielleicht günstig für den Illumi-Nobel-Tag (warum nicht der 10.12. ? Wink )

Klingt vielleicht etwas kompliziert, ist es aber nicht. Denkt mal drüber nach und sagt, was ihr meint.

_________________
"Alles sollte so einfach wie möglich gemacht werden. Aber nicht einfacher."(A. Einstein 1871-1955)

"Wer nur Chemie versteht, versteht auch die nicht recht!" (G.C. Lichtenberg, 1742 - 1799)

"Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung der Leute, die die Welt nie gesehen haben." (Alexander v. Humboldt, 1769 - 1859)
Benutzer-Profile anzeigenAlle Beiträge von lemmi anzeigenPrivate Nachricht senden
Pok
Illumina-Mitglied

Anmeldedatum: 19.08.2013
Beiträge: 1314
Artikel: 31
Klingt wirklich etwas kompliziert, aber machbar. Mir fällt kein Punkt auf, der grundsätzlich schlecht ist und die Begründungen finde ich alle nachvollziehbar. Also ohne die Diskussion ins Endlose ausufern zu lassen: ich bin dafür.

_________________
Removing barriers in the way of science: Sci-Hub.
Benutzer-Profile anzeigenAlle Beiträge von Pok anzeigenPrivate Nachricht senden
Illumina-Mitglied

Anmeldedatum: 02.01.2016
Beiträge: 526
Artikel: 2
Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Alter: 19
Ich finde lemmis Vorschlag auch sehr ansprechend, bin auch dafür.

_________________
Chemistry is like cooking - just don't lick the spoon!

Sag' nicht, es funktioniert nicht, bevor du es nicht versucht hast!
Benutzer-Profile anzeigenAlle Beiträge von Cumarinderivat anzeigenPrivate Nachricht senden
Illumina-Mitglied

Anmeldedatum: 12.05.2009
Beiträge: 622
Artikel: 5
Wohnort: Oberpfalz
Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Alter: 25
Ich stimme ebenfalls zu, bin aber stark dafür die Preise für die Kategorien nicht nach einem Automatismus zu vergeben. Eben so, dass in mehreren Kategorien auch niemand gewinnen kann, wenn keine guten Artikel kommen. Aber das hat Lemmi ja schon angedeutet. Von daher- super.
Benutzer-Profile anzeigenAlle Beiträge von Vanadium anzeigenPrivate Nachricht senden
Illumina-Mitglied

Anmeldedatum: 08.01.2015
Beiträge: 419
Artikel: 5
Wohnort: Schweiz
Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Ich habe jetzt gerade die ganze Diskusion durchgelesen, schon das Lesen hat bei mir wieder Interesse geweckt bei Gelegenheit wieder mal einen Artikel zu verfassen. Ich finde den Vorschlag von lemmi sehr gut!

_________________
"Ohne Schrott im Haus, kommt der Erfinder nicht aus!"
Benutzer-Profile anzeigenAlle Beiträge von Lithiumoxalat anzeigenPrivate Nachricht senden
Illumina-Mitglied

Anmeldedatum: 12.05.2009
Beiträge: 622
Artikel: 5
Wohnort: Oberpfalz
Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Alter: 25
Zitat:
Ich habe jetzt gerade die ganze Diskusion durchgelesen, schon das Lesen hat bei mir wieder Interesse geweckt bei Gelegenheit wieder mal einen Artikel zu verfassen. Ich finde den Vorschlag von lemmi sehr gut!


Haha, bei mir auch! Ich bin schon dauernd am Überlegen, was ich alles machen soll. Spoiler: Es wird vanillin-lastig Laughing
Benutzer-Profile anzeigenAlle Beiträge von Vanadium anzeigenPrivate Nachricht senden
Illumina-Mitglied

Anmeldedatum: 25.09.2010
Beiträge: 675
Artikel: 0
Zitat:
Es geht darum, daß es prinzipiell ohne hochprofessionellen Support möglich ist. Die einfachen Lötarbeiten, die DHMO für seien Caesium-Darstellung angwendet hat, kannst auch du im Keller mit Equipment machen, das man im Baumarkt bekommt. Du musst üben und es liegt dir vielleicht gar nicht - aber es ist prinzipiell möglich. Auch für meine Kjeldahl-Methode brauchst du nichts aus der Uni zu besorgen. Aber das ist m.E. nicht in jedem Fall als Kriterium anzulegen.


In Zeiten, wo außer professionellen Anwendern niemand mehr mit Basischemikalien wie Salpetersäure oder Natriumnitrat arbeiten darf, wird eine stringente Klassifikation von Reagenzien in hobbytypisch und nicht hobbytypisch zur Farce. Damit wären Butyllithium, DIBAL-H und Superhydrid weniger professionell als Salpetersäure, denn erstere kann man daheim einsetzen - mit einer wenn auch sehr teueren, aber völlig legal und problemlos beschaffbaren Ausrüstung, letztere dagegen ist schon vom Gesetzgeber her dem professionellen Anwender vorbehalten. Selbst starke Gifte können privat erworben und unter Wahrung der Sorgfaltspflichten in Versuchen verwendet werden und wären damit formal eher etwas für Privatleute als ein einfacher Aufschluss mit Königswasser.
Das führt schnell zu paradox anmutenden Urteilen und deswegen schlage ich vor, diesen Aspekt komplett auszublenden und eine vollkommen mittelneutrale Bewertung anzusetzen, die nur das handwerkliche Geschick, die Rationalität der Methodenwahl und den relativen Mehrwert bewertet. Verwendet jemand beispielsweise Dess-Martin-Periodinan, wo man auch viel simpler und billiger hätte oxidieren können, dann bekommt er in meinem mittelneutralen Ansatz nicht deswegen einen Malus, weil das Reagenz generell im Hobbylabor nichts zu suchen hat, sondern einfach weil er mit Kanonen auf Spatzen schießt (schlechte Wahl der Mittel), er es sich unglaublich leicht macht (geringe handwerkliche Fähigkeiten beweist) und seine Wertsteigerung generell in den Keller geht. Jeder, der die gleiche Oxidation mit simplen Oxidationsmitteln erzielen kann, gewinnt dann gegen diesen Teilnehmer, denn wer das schafft, der beweist größeres Geschick.

Bei neutraler Bewertung der eingesetzten Mittel haben 90% von NI2's Versuchen keine Chance, einen Wettbewerb zu gewinnen. Klar, sind sind gut dokumentiert und die Produkte sind teilweise hochkomplex. Wenn man aber zugrunde legt, aus was für Edukten sie entstanden sind und wie simpel die involvierten Reaktionen bezüglich der Handhabung letzten Endes sind, dann ist NI2 ein ausgesprochener Dünnbrettbohrer und von all dem Glanz bleibt fast nichts mehr übrig. Die beeindruckenden Produkte und sein Elan, überhaupt als Privatperson auf so einem Gebiet zu arbeiten bleiben sicher beeindruckend, aber der Eindruck, er sei in einem Wettbewerb konkurrenzlos überlegen, muss dann deutlich relativiert werden.
Simple Reaktionen mit komplexen oder speziellen Edukten und Reagenzien sind eben immer noch nur simple Reaktionen und deswegen in der neutralen Bewertung bereits unten durch. Es braucht keinen weiteren Malus für mangelnde Hobbytauglichkeit um sie auszusortieren.
Benutzer-Profile anzeigenAlle Beiträge von Xyrofl anzeigenPrivate Nachricht senden
Illumina-Mitglied

Anmeldedatum: 08.05.2017
Beiträge: 688
Artikel: 7
Wohnort: Wien
Xyrofl hat Folgendes geschrieben:
In Zeiten, wo außer professionellen Anwendern niemand mehr mit Basischemikalien wie Salpetersäure oder Natriumnitrat arbeiten darf, wird eine stringente Klassifikation von Reagenzien in hobbytypisch und nicht hobbytypisch zur Farce. Damit wären Butyllithium, DIBAL-H und Superhydrid weniger professionell als Salpetersäure, denn erstere kann man daheim einsetzen - mit einer wenn auch sehr teueren, aber völlig legal und problemlos beschaffbaren Ausrüstung, letztere dagegen ist schon vom Gesetzgeber her dem professionellen Anwender vorbehalten. Selbst starke Gifte können privat erworben und unter Wahrung der Sorgfaltspflichten in Versuchen verwendet werden und wären damit formal eher etwas für Privatleute als ein einfacher Aufschluss mit Königswasser.


*seufz* das bringt die Absurdität unserer Situation bestens auf den Punkt Sad Das schlimmste: selbst wenn so eine Erkenntnis jemals in den Hirnen der Entscheider ankommt, wird das nicht zu einer Verbesserung sondern wieder in weiteren Verboten münden Sad Aber lassen wir das, das führt zu nichts und ist off-topic.

btw, fällt eine Substanz wie Chloralhydrat eigentlich unter Forenregeln, Punkt 2?

Zitat:

Das führt schnell zu paradox anmutenden Urteilen und deswegen schlage ich vor, diesen Aspekt komplett auszublenden und eine vollkommen mittelneutrale Bewertung anzusetzen, die nur das handwerkliche Geschick, die Rationalität der Methodenwahl und den relativen Mehrwert bewertet.


Das klingt sehr vernünftig, benachteiligt/bevorteilt niemanden aufgrund Mittelzugang, fördert die Kreativität etwas ggfs auch einfacher zu erreichen und damit die Breitwnwirksamkeit - ich denke das ist eine perfekte Formulierung!

lg
Martin
Benutzer-Profile anzeigenAlle Beiträge von mgritsch anzeigenPrivate Nachricht senden
Ergebnisse des Artikelwettbewerbs 2012
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.
Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde  
Seite 4 von 6  



Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
  
   
  Neue Antwort erstellen