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Entsorgung von Chemikalienabfällen
IllumiNobel-Gewinner 2012

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Ich weiß nicht ob es so einen thread schon irgendwo gibt, deshalb fange ich mal einen an. Wie entsorgt man als Hobbychemiker seine Abfälle?

Bis vor kurzem fand ich das problemlos. Ich ging immer zur Schadstoffsammelstelle mit einem Behälter "Schwermetallabfälle", und einem für halogenierte und nicht halogenierte Lösungsmittel. Ansonsten fällt bei mir nichts entsorgenswertes an. Bisher haben das die Mitarbeiter der städtischen Abfallwirtschaft auch immer kommentarlos entgegengenommen und ich ging davon aus, daß alles geregelt sei.

Nun wurde ich beim letzten Mal gefragt: "Schwermetallabfall - was soll denn das sein? Was ist denn da drin?"
Ich: "Naja, Kupfer, Nickel, Kobalt, Cadmium, Zink, Antimon, vielleicht auch 'n bisschen Arsen... Schmermetalle eben"
"Ja aber, das sagt mir nix! Ist das sauer oder alkalisch?"
"Naja eher leicht alkalisch, aber das ist ja nicht das entscheidende"
"Weil, wir haben hier nämlich nur die Kategorien Säuren oder Alkalien"

Mit den Quecksilberabfällen (die sammle ich extra - vielleicht muss man das nicht, aber ich mache es halt) hatte ich dasselbe Problem.
"Wo soll ich das jetzt hintun? Das ist doch kein Quecksilber!"
"Nein, aber da ist Quecksilber drin gelöst!
"Und wohin soll ich das jetzt tun? Ich kann nur Quecksilbermetall annehmen."
Unter dem Tisch strand eine Plastikdose mit Thermometern. Der "Quecksilberabfall".

Die Gefäße wurden dennoch angenommen - aber ich frage mich ernsthaft, ob ich da richtig bin, bzw. ob meine Abfälle da wirklich sachgerecht entsorgt werden. Noch so ein Punkt: die Lösungsmittel wanderten alle in die gleiche Tonne - egal ob mit oder ohne Halogen.

Wie macht ihr das?

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Du solltest hierbei bedenken, dass bereits von Landkreis zu Landkreis/Stadt zu Stadt unterschiedliche Firmen mit der Entsorgung beauftragt werden... Damit hast du also gute Chancen für Deutschland 295 unterschiedliche Methoden anzutreffen...

Dazu kommen verschiedene Entsorgungsanbieter bei den einzelnen Betrieben und Forschungseinrichtungen... Du hast also eine breite Auswahl Rolling Eyes

Eine generelle Sammlung und zweckmäßige Trennung ist sinnvoll. Allerdings hätte ich bei Kleinmengendurchsatz immer so ein flaues Gefühl, wenn manche Dinge wirklich EWIG stehen. Denn einerseits will man ja auch nicht wegen jeder 10 mL Pfütze oder 1-2g Problemabfall zum Entsorger rennen. Andererseits ist es gut, wenn das Zeug endlich im Ofen verschwindet, bevor, gerade im LöMi-Bereich, alles durchdiffundiert ist, oder endlich die Dichtung zerfressen hat usw...

Was die endgültige Abfallbehandlung angeht, scheint es auch kein "idealrezept" zu geben. Im Zweifel ist es Verbrennung (Was wohl mit ALLEM geschieht, außer vllt. Hg-Metall welches wohl direkt wieder aufbereitet wird) im Drehrohrofen oder Beifütterung in andere (Ver-)Brennanlagen.

Bei mir an der Uni wird z.B. nur in Weiß (AC wässrig) und Schwarz (OC, ALLES was mal "LöMi" gesehen hat) unterschieden. Das wird dann abgeholt und niemand weiß was damit passiert...

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Wären Maulaffen giftige Gefahrstoffe im Sinne der GefStoffV, könnte man das Gaffen an Privatpersonen durch Personen ohne Sachkunde nach §5 ChemVerbotsV nach §328 StGB bestrafen.
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Also bei uns an der Uni gibt's ne Menge Behälter:

(1) “Andere Säuren“ (Gemische von verdünnter Salz- und Schwefelsäure, schwermetallhaltig; keine Salpetersäure, Nitrate und organische Substanzen)
(2) “Andere Säuren“ (verdünnte Säuren, die auch verdünnte Salpetersäure und Nitrate enthalten, schwermetallhaltig; kein Königswasser und keine organischen Substanzen)
(3) “Andere Basen“ (verdünnte Laugen; keine Ammoniumsalze und kein Ammoniak)
(4) “Andere organische Lösungsmittel“ (peroxidfrei, schwermetallfrei, keine Halogenkohlenwasserstoffe)
(5) Halogenhaltige und/oder giftige organische Lösungsmittel
(6) Aufsaug- und Filtermaterialen
(7) Mit Chemikalien verunreinigtes Laborglas
(8) Hausmüll und Glasbruch (keine Chemikalien, kein mit Chemikalien verunreinigter Glasbruch)
(9) Kanülen(ungiftig)
(10) Kanülen(giftig)


Hat schonmal jemand erlebt, dass die am Schadstoffmobil Behälter mit einem Geigerzähler untersucht haben?
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Bei uns an der Uni (bzw. in der AG) gibt es:

(1) nicht halogenhaltig
(2) halogenhaltig
(3) wässrig

(4) Hg-Abfälle

(5) eine mannsgroße blaue Blechtonne wo alles verschwindet was sonst noch anfällt.

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Guter Punkt! Feststoffabfälle fallen natürlich auch an, diese kommen an der Uni, sofern nicht in Kanister überführbar (Kanülen/Wischlappen/Filterpapier) in eine großen Sammelcontainer (~0,75m³, Stahlkorpus mit Stahldeckel)

Für den Privatanwender ist es also eher schwierig... Am besten bedient ist man wohl wenn man sich vorher informiert welche Abfallbehandlung/Entsorgungsmöglichkeiten überhaupt zur Verfügung stehen.

Wenn man sich sicher ist, dass z.B. der Hausmüll direkt thermisch behandelt wird, würde es ja theoretisch nichtmal ein Problem darstellen gewisse Dinge über diesen Weg zu entsorgen.
Kann allerdings auch nach hinten losgehen: Siehe hier
Generell sollte es helfen, die Problemstoffentsorgungsstelle durchaus einfach mal zu befragen.
In so nem Fall wie bei lemmi, dass die Leute GAR keinen Dunst haben was wohin soll, ist das natürlich nicht so toll. Im Zweifel direkt ein Entsorgungsunternehmen kontaktieren.

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Ich denke sowas unterscheidet sich stark von Kommune zu Kommune. Bei uns in Duisburg ist es soweit kein Problem Laborabfälle zu entsorgen. Ich fahr da jedes halbe Jahr hin und bringe meine 10 Kanister (wenn es ein wirklich erfolgreiches Halbjahr war) dahin. Einmal wurde ich gefragt ob es gewerblicher Abfall sei, aber da ich dies verneinen konnte musste ich auch kein Gebühr bezahlen. Laut dem Gefahrstoffbeauftragten unserer Wirtschaftsbetriebe wäre es kein Problem bis 200 l als Privatperson Gefahrstoffe abzugeben.
Meine Abfälle sammel ich relativ spezifisch, d.h. natürlich die üblichen Abfälle wie Lömis halogenfrei/-haltig, Säure/Basen, Schwermetalle, ansonsten spezifischerer Abfall wie Ethidiumbromidhaltige Lösungen, Färbelösungen. Sachen wie Chromate oder Azide sammel ich auch getrennt, ebenso wie Glasbruch und benutzte Aufsaufgmittel. Biologische Abfälle (bis auf Kanülen) werden autoklaviert und kommen in den Hausmüll/Ausguss.
Alles war kritischer ist und über den normalen Laborbetrieb hinaus geht entsorge ich an der Uni.

Lemmi, eigentlich müsste jede Kommune/Wirtschaftunternehmen der Stadt einen Gefahrgutbeauftragten haben, der u.a. auch für sowas zuständig ist. Der müsste dir eigentlich weiterhelfen können, jedenfalls sicher besser als die "einfachen" Mitarbeiter dort.

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Also um den Abfall zu deklarieren gibts http://de.wikipedia.org/wiki/Abfallschl%C3%BCsselnummer
Wenn er deklariert ist sollte der Entsorger damit etwas mehr anfangen können (oder auch nicht weil er es nicht entsorgen darf)
Unsere Entsorger (im geschäftlichen Bereich) brauchen diese Abfallschlüsselnummer sonzt wird der Abfall nicht angenommen.

Die Leute die hier mit einem "Schadstoffmobil" vorbeikommen sammeln allerdings alles ein, die haben aber auch nicht den leisesten Schimmer davon was sie mitnehmen und Entsorgen...

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Danke für die Antworten!
Chaoschemiker hat Folgendes geschrieben:
Allerdings hätte ich bei Kleinmengendurchsatz immer so ein flaues Gefühl, wenn manche Dinge wirklich EWIG stehen. Denn einerseits will man ja auch nicht wegen jeder 10 mL Pfütze oder 1-2g Problemabfall zum Entsorger rennen. Andererseits ist es gut, wenn das Zeug endlich im Ofen verschwindet, bevor, gerade im LöMi-Bereich, alles durchdiffundiert ist, oder endlich die Dichtung zerfressen hat usw...

Geht mir auch so! Worin sammelt man als "Kleinmengendurchsetzer" solche Lömis denn am besten? Ich gestehe, ich habe bisher einfach Schraubdeckelgläser genommen.

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