SSL (?): an | aus

Bitte die Forenregeln und die Hinweise zu den Versuchen lesen!

Neue Antwort erstellen
Einführung in die UV-Vis-Spektroskopie
Illumina-Admin

Anmeldedatum: 07.05.2006
Beiträge: 6181
Artikel: 266
Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Alter: 25
Einführung in die UV-Vis-Spektroskopie

Bei der UV-Vis-Spektroskopie wird die Absorption von elektromagnetischer Strahlung (Licht) durch eine Probe im nahen Infrarot-, im sichtbaren und im UV-Bereich (1200 - 200 nm) gemessen. Dies liefert Informationen über die elektronische (teilweise auch molekulare) Struktur von Verbindungen und erlaubt deren quantitative Bestimmung. Die UV-Vis-Spektroskopie kann (je nach Analyt) eine äußerst empfindliche Nachweismethode sein und problemlos Stoffmengen im Mikro- und Nanogrammmaßstab nachweisen. Weiterhin ist sie einfach und vergleichsweise kostengünstig durchzuführen. Sie eignet sich jedoch nur für farbige oder UV-aktive Substanzen, in der Organik also ausschließlich für ungesättigte Verbindungen oder solche mit chromophoren Gruppen (z.B. Nitrogruppen). Die folgende Einführung wird sich auf die Anwendung der UV-Vis-Spektroskopie in der Organischen Chemie beschränken.


1. Grundlagen zur Absorption im UV-Vis-Bereich

Wird eine farbige Substanz oder Lösung mit Licht durchstrahlt, werden bestimmte Wellenlängenbereiche absorbiert, sodass die Lichtintensität hinter der Substanz (I) geringer ist als die vor der Substanz (I0) (Abb. 1).

---folgt---
Abb. 1 - Schematische Darstellung der Abschwächung von Licht beim Durchqueren einer absorbierenden Probe

Diese Abschwächung wird quantitativ über die sogenannte Absorbanz beschrieben, die dem negativen dekadischen Logarithmus des Verhältnisses von austretender (I) zu einfallender Strahlung (I0) entspricht:

A = -log(I/I0)

A = Absorbanz
I = Intensität austretender Strahlung
I0 = Intensität einfallender Strahlung

Unter idealisierten Bedingungen erlaubt die Absorbanz die quantitative Bestimmung der Konzentration einer Substanz in Lösung. Dazu muss die Probe homogen sein, darf keine relevante Lichtstreuung aufweisen, Eigenemission der Probe muss vernachlässigbar sein und die Substanz sollte keine zu Absorptionsänderungen führenden intermolekularen Wechselwirkungen zeigen. Dann gilt für monochromatische Strahlung, also solche von nur einer einzigen Wellenlänge, das Lambert-Beersche Gesetz:

A = ε * c * d

A = Absorbanz
ε = molarer dekadischer Absorptionskoeffizient
d = Weglänge der Strahlung durch das absorbierende Medium

Dieses bildet also die mathematische Grundlage der quantitativen UV-Vis-Spektroskopie. In realen Lösungen ist vor Nutzung des Lambert-Beer-Gesetzes jedoch dessen Anwendbarkeit durch Messung einer Konzentrationsreihe zu überprüfen, da oben genannte Faktoren oft nicht ganz zu vernachlässigen sind. Während die Absorbanz gemessen wird und die Weglänge durch die Wahl der Probenküvette vorgegeben ist, muss der molare dekadische Absorptionskoeffizient ε als stoffspezifische Größe bekannt sein oder vorab empirisch ermittelt werden. Dabei muss beachtet werden, dass dieser Wert von vielen Faktoren abhängig ist, insbesondere vom verwendeten Lösemittel und dem pH-Wert.

Die theoretische Grundlage für die Absorption elektromagnetischer Strahlung im UV-Vis-Bereich bilden elektronische Übergängen vom Grundzustand in einen angeregten Zustand, in organischen Molekülen meist π → π*-Übergänge. Entspricht in einem ungesättigten, organischen Molekül die Energie eines eintreffenden Photons der Energiedifferenz zwischen höchstem besetztem Molekülorbital (HOMO) und niedrigstem unbesetztem Molekülorbital (LUMO), kann das Photon absorbiert werden, wobei ein Elektron vom HOMO in das LUMO angehoben wird. Diese Anregung ist sehr kurzlebig (Größenordnung der Fluoreszenzlebensdauer: 10-9 s); die angeregten Spezies kehren über Fluoreszenz oder strahlungsfreie (thermische) Relaxationsmechanismen in den Grundzustand zurück. Da die elektronischen Zustände überlagert sind von Rotations- und Schwingungszuständen gibt es in Wirklichkeit nicht einen Übergang von einem Grundzustand in einen angeregten Zustand, sondern sehr viele, die aber energetisch nahe beieinanderliegen. Dadurch sind Absorptionsbanden in der UV-Vis-Spektroskopie meist vergleichsweise breit. Diese Rotations- und Schwingungszustände sind auch verantwortlich für die Stokes-Verschiebung, durch die Fluoreszenz bei einer längeren Wellenlänge und somit anderen Farbe erfolgt als Absorption. Die Stokes-Verschiebung ist bedingt durch den Verlust von Energie direkt nach der Anregung, wenn die angeregte Spezies thermisch von einem höheren Schwingungszustand in den Schwingungsgrundzustand der angeregten Spezies zurückfällt (Zeitskala 10-15 - 10-12 s). Die beteiligten elektronischen Übergänge werden anschaulich in einem sog. Jablonski-Diagramm dargestellt (Abb. 2).

---folgt---
Abb. 2 - Jablonski-Diagramm

Bedingt durch die vergleichsweise hohen Energieunterschiede zwischen elektronischem Grundzustand und angeregtem Zustand und damit einhergehender hoher Besetzungszahlendifferenz ist die UV-Vis-Spektroskopie erheblich empfindlicher als beispielsweise die  NMR-Spektroskopie, da nahezu jedes Probemolekül zur Absorption befähigt ist. Weiterhin ist die Relaxation deutlich schneller als bei der NMR-Spektroskopie, sodass ein Molekül schneller zu erneuter Absorption bereit ist.


2. Praktische Einzelheiten zur Messung

UV-Vis-Spektren werden üblicherweise an stark verdünnten Lösungen der Probensubstanz in einem Lösemittel gemessen, das im Messbereich keine relevante eigene Absorption zeigt. So sind insbesondere aromatische Lösemittel im mittleren und fernen UV-Bereich ungeeignet. Gut geeignet sind beispielsweise Wasser, Acetonitril, Chloroform und Hexan. Auch die Wahl der Küvette muss den zu messenden Wellenlängenbereich berücksichtigen, da beispielsweise PMMA, Polystyrol oder auch normales Glas im UV-Bereich nicht mehr ausreichend lichtdurchlässig sind. Für den gesamten üblichen Messbereich von 1200 - 200 nm geeignet sind Küvetten aus Quarzglas, die jedoch recht teuer sind. Die Wahl der Küvette und insbesondere ihrer optischen Weglänge richtet sich auch nach der Menge vorhandener Probe und ihrem Absorptionskoeffizienten. Für quantitative Messungen von Analyten mit bekanntem Absorptionskoeffizienten sollte die Absorbanz der Probe (je nach Empfindlichkeit des Spektrometers) einen Wert von 1.0 nicht überschreiten. Bei Proben mit unbekanntem Absorptionskoeffizienten muss zusätzlich zu dessen Bestimmung die Stoffmengenkonzentration der Probelösung bekannt sein. Am häufigsten werden Küvetten mit einer optischen Weglänge von 10 mm verwendet.


3. Besonderheiten bei Porphyrinen

Während aus UV-Vis-Spektren meist kaum Strukturinformationen gewonnen werden können, kann bei Porphyrinen anhand des UV-Vis-Spektrums viel über Protonierungs- und Reduktionsgrad sowie das Substitutionsmuster ausgesagt werden. Die Anzahl und relative Intensität der Q-Banden im sichtbaren Bereich erlaubt Aussagen darüber, ob es sich um ein (protoniertes) Porphyrin-Dikation, ein Porphyrin-Kation, ein freies Porphyrin oder ein (deprotoniertes) Metalloporphyrin handelt. Bei den freien Porphyrinen lassen die Q-Banden Rückschlüsse darauf zu, ob nur β-Alkylsubstituenten vorliegen (Spektrum des Etio-Typs; die Intensität der vier Q-Banden nimmt mit zunehmender Wellenlänge ab), ob ein elektronenziehender β-Substituent vorliegt (Spektrum des Rhodo-Typs; die Intensität der Q-Bande bei zweitniedrigster Wellenlänge ist gegenüber dem Etio-Typ-Spektrum verstärkt), zwei elektronenziehende β-Substituenten an entgegengesetzten Pyrrolringen vorliegen (Spektrum des Oxorhodo-Typs; die Intensität der mittleren beiden Q-Banden ist gegenüber dem Etio-Typ-Spektrum verstärkt) oder ob ein Alkylrest an eine der meso-Positionen gebunden ist (Spektrum des Phyllo-Typs; die Intensität der Q-Bande bei zweithöchster Wellenlänge ist gegenüber dem Etio-Typ-Spektrum verstärkt). Starke Verzerrungen des Porphyringrundgerüsts durch sterisch anspruchsvolle Substituenten bewirken eine Rotverschiebung der normal bei etwa 400 nm gelegenen Soretbande. Reduktion des Porphyringerüsts zum Chlorin (2,3-Dihydroporphyrin) oder Bacteriochlorin (7,8,17,18-Tetrahydroporphyrin) führt zu weiteren sehr starken Absorptionsbanden bei 670 nm (Chlorine) bzw. 650 nm (Bacteriochlorine).


4. Literatur

---folgt---

_________________
"It is arguably true that the tetrapyrrole system is Nature's most remarkable creation."
- Claude Rimington
Benutzer-Profile anzeigenAlle Beiträge von Cyanwasserstoff anzeigenPrivate Nachricht sendenWebsite dieses Benutzers besuchen
Illumina-Mitglied

Anmeldedatum: 25.09.2010
Beiträge: 538
Artikel: 0
Es wäre lieb wenn du darauf hinweisen würdest, dass virtuelle Orbitale eigentlich informationslos sind und dass man in der quantitativen Betrachtung keine Übergänge zwischen HOMO und LUMO als Modell verwenden würde. Im Jablonski-Diagramm werden die normalerweise auch nicht verwendet, da benutzt man die klassische Formulierung mit elektronischen Anregungsniveaus ohne eine Zerlegung in die Orbitale.

Es ist wichtig zu verstehen, dass die hier beschriebenen Orbitale nicht diejenigen sind, die man in der theoretischen Chemie berechnen kann, also nicht das was durch den Hartree-Fock-Formalismus auf einer physikalisch sinnvollen Näherungsbasis unter dem Namen "Orbital" eingeführt wurde. Es sind Hilfskonstrukte, die einen Sinn in der Chemie haben, aber kein quantitatives, physikalisches Fundament. Sowas sorgt oft für Verwirrung wenn man in Lehrbüchern liest, dass virtuelle Orbitale neutraler Moleküle meistens positive Orbitalenergien aufweisen.
Das würde bedeuten, dass eine Photoionisation für diese Moleküle günstiger wäre als der tiefste UV-Vis-Übergang — eine absurde Vorstellung!
Benutzer-Profile anzeigenAlle Beiträge von Xyrofl anzeigenPrivate Nachricht senden
IllumiNobel-Gewinner 2012

Anmeldedatum: 06.01.2012
Beiträge: 2277
Artikel: 52
Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Alter: 52
Lieber HCN, du verstehst es wirklich, einfache Zusammenhänge kompliziert darzustellen!

Das ist keine Kritik am Inhalt der Darstellung, sondern an der Form. Wenn ich deinen Text lese bekomme ich Schwindel und Kopfweh. Dabei kenne ich mich im Thema eigentlich gut aus, jedenfalls in den Grundlagen. Du hast die Absicht eine Einführung zu schreiben. Eine Einführung richtet sich an Leser für die der Stoff, in den eingeführt werden soll, neu ist. Das sind andere Anforderungen als wenn man sich an ein Fachpublikum richtet, das den Stoff schon beherrscht. Wenn man als Leser einer Einführung Schwindel und Kopfweh bekommt und das Gefühl hat, daß alles wahnsinnig kompliziert ist, ist das kein Zeichen von mangelndem Verständnis oder dass sich der Lesser nicht genug Mühe gibt. Die Symptome sind ein Zeichen für eine schlecht geschriebene Einführung.

Daß Xyrofl ihn sofort versteht und gleich auf spezielle Details des Jablonski-Diagramms eingeht, zeigt, daß der Text für Fachleute Anregung zur Diskussion ist. Aber er ist als Einführung in der vorliegenden Form nicht geeignet und verdient den Titel nicht.

Du wirst nicht darum herumkommen, den Text
a) im Aufbau und
b) im Stil
anders zu gestalten, wenn du willst, daß er verständlich ist.

Nach dieser Standpauke muss ich dich erstmal dafür loben, daß du deinem Text immerhin eine Einleitung voranstellst. Das hattest du bei der letzten "Einführung" (in die NMR-Spektroskopie - die hat mir auch Schwindel gemacht, aber damals glaubte ich noch, es läge an mir, weil ich mich in dem Thema nicht auskannte) erst nicht gemacht.

Jetzt versuche ich mal konkret zu zeigen, was den Text schwer verständlich macht und wie man ihn verbessern kann:


1. anschaulich beginnen, dann erst das Phänomen abstrakt erklären
2. Fachbegriffe und Abkürzungen erläutern, wenn sie zum ersten Mal benutzt werden.
3. nur für das Verständnis wichtiges anführen


Dein Text "Grundlagen" beginnt so:

HCN hat Folgendes geschrieben:
Die Absorption elektromagnetischer Strahlung im UV-Vis-Bereich beruht auf elektronischen Übergängen vom Grundzustand in einen angeregten Zustand, in organischen Molekülen meist π → π*-Übergänge.
Entspricht in einem ungesättigten, organischen Molekül die Energie eines eintreffenden Photons der Energiedifferenz zwischen HOMO und LUMO, kann das Photon absorbiert werden, wobei ein Elektron vom HOMO in das LUMO angehoben wird.

Ist das ein guter Beginn einer Einführung? Nein. Wieso nicht?

ad1.:
Es kommt dir wahrscheinlich zu simpel vor - aber in einer Einführung solltest du wirklich vom beobachtbaren Phänomen ausgehen. "Durchstrahlt man die Lösung einer Substanz in einer Küvette mit Licht einer bestimmten Wellenlänge, so beobachtet man hinter Der Küvette eine Abschwänchung der Lichtintensität ..." Dazu eine einfache Zeichnung mit Lichtquelle, Strahl vor und hinter der Küvette und Detektor. Am besten noch Io, I und d dazuschreiben. Wenn du danach erklärst, worauf die Absorption elektromagnetischer Strahlung beruht, kann der Leser das viel besser nachvollziehen. Aber gleich im ersten Satz mit elektronischen Übergängen zu kommen macht den Text schwer verständlich

ad2.:
Als jemand, der sich in die Grundlagen der Spektroskopie einliest, muss man nicht wissen was ein n->n* Übergang ist und auch nicht was HOMO und LUMO sind. Du selbst nimmst an, daß der Leser das nicht muss, denn im zweiten Punkt erläuterst du, was HOMO und LUMO sind. Das macht den Text schwer leserlich, denn die Begriffe werden erläutert nachdem sie gebraucht wurden. Man muss im Text hin- und herspringen. Noch schlimmer: beim Lesen des ersten Abschnittes weiß man gar nicht, daß weiter unten eine Begriffserklärung folgt. Die Gefahr ist hoch, daß der Leser nach dem ersten Abschnitt die Flinte ins Korn wirft und den Text weglegt und gar nicht erst bis zu den Begriffserklärungen kommt.

ad3.:
Der n->n*-Übergang wird gar nicht erläutert. Stell dir die Frage, ob das, was du in den Text hineinpackst zum Verständnis dessen, was du vermitteln willst beiträgt! Man kann die Spektroskopie gut einführen, ohne die n->n* Übergänge zu erwähnen, denn sie tragen zum Verständnis der Methode nicht bei. Wenn du das anders siehst, erkläre, was es ist! Fachdetails ohne Bezug zum Thema zeigen zwar, was der Schreiber alles weiß, machen einen Text aber schwer lesbar.


4.Textaufbau

Wenn mehrere Fachausdrücke eng mit einader zusammenhängen, ist es besser, sie auch zusammenhängend zu erklären, als sie im Telegrammstil aneinaderzureihen und dann getrennt die verwendeten Begriffe zu erklären. Beispiel:

HCN hat Folgendes geschrieben:
Absorbanz - (Extinktion); quantitative Beschreibung der Abschwächung einer Strahlung bei Durchqueren eines Mediums. Die Absorbanz ist der negative dekadische Logarithmus des Transmissionsgrads:

A = -log(I/I0)

A = Absorbanz
I = Intensität austretender Strahlung
I0 = Intensität einfallender Strahlung

ε molarer dekadischer Absorptionskoeffizient (Extinktionskoeffizient); stoffspezifische Größe, die konzentrations- und weglängenabhängig die Absorbanz einer Lösung bei gegebener Wellenlänge, Temperatur, gegebenem Lösemittel [und einer definierten Schichtdicke - lemmi] und pH angibt und so zur photometrischen Bestimmung der Konzentration einer Substanz in Lösung genutzt werden kann.

Es wäre zum Verständnis viel besser, wenn du diese Begriffsdefintionen (Transmission, Extinktion, Absorbanz) in einen laufenden Text ganz zu Anfang einbaust, am besten (wie gesagt) mit einer Schemazeichnung versehen. Was der Transmissionsgrad ist hast du wieder nicht erklärt. Vermutlich nimmst du an, daß das Wort selbsterklärend ist. Dem ist aber nicht so! Du musst dir schon die Mühe machen und darstellen, daß der Quotient von I/Io Transmission heißt und in % ausgedrückt wird (das macht es viel anschaulicher) und daß die Extinktion sich als Logarithmus daraus ableitet. Denk daran, daß du für Anfänger schreiben willst!


5. lesbarer Stil

HCN hat Folgendes geschrieben:
Lambert-Beer-Gesetz - die mathematische Grundlage für die quantitative UV-Vis-Spektroskopie. Das Lambert-Beer-Gesetz beschreibt die idealisierte Weglängen- und Konzentrationsabhängigkeit der Absorbanz einer Lösung. Für monochromatische Strahlung und homogene Lösungen, in denen Lichtstreuung, Eigenemission und zu Änderungen der Absorption führende intermolekulare Wechselwirkungen vernachlässigt werden können, gilt:

A = ε * c * d

A = Absorbanz
ε = molarer dekadischer Absorptionskoeffizient
d = Weglänge der Strahlung durch das absorbierende Medium

In realen Lösungen ist vor Nutzung des Lambert-Beer-Gesetzes dessen Anwendbarkeit durch Messung einer Konzentrationsreihe zu überprüfen, da oben genannte Faktoren oft nicht ganz zu vernachlässigen sind.

Man kann die gleichen Aussagen in viel anschaulicheren Stil machen. Z.B. so:

HCN Gostwrither hat Folgendes geschrieben:
Lambert-Beer'sches Gesetz: Wie viel Licht von einer Probelösung absorbiert wird, hängt proportional von der Konzentration des Stoffes in der Lösung und von der Schichtdicke (dem Küvettendurchmesser) ab. Das Lambert-Beer'sches Gesetz beschreibt den Zusammenhang zwischen der Abschwächung des Lichts und diesen beiden Parametern folgendermaßen:

A = ε * c * d

A =Absorbanz
ε = molarer Absorptionskoeffizient [das "dekadisch" stört und kann wegfallen - oder gibt es andere als dekadische Logarithmen bei der Berechnung der Absorbanz? - falls ja und falls diese Ausnahme für eine Einführung von Bedeutung ist, sollte das woanders im Text erwähnt werden]
d = Weglänge der Strahlung durch das absorbierende Medium
c = Konzentration der zu untersuchenden Substanz (in Mol) [das hattest du vergessen!]

Diese mathematische Beziehung gilt streng aber nur für monochromatisches Licht und in einer idealen Lösung, in der Störfaktoren (wie Lichtstreuung, Eigenemission des Analyten und intermolekulare Wechselwirkungen, die zu Änderungen in der Absorption führen) vernachlässigt werden können. Unter realen Bedingungen muss daher in einer Messreihe an Lösungen verschiedener Konzentration für jeden Fall überprüft werden, ob das Lambert-Beer'sche Gesetz gewahrt ist. Häufig ist es z.B. nur in einem bestimmten Konzentrationsbereich gültig.

Wieso ist dieser Text besser lesbar?

Erstens, weil er Substativisierung von Verben vermeidet (in deinem Text "Weglängen und Konzentrationsabhängigkeit" statt "hängt ab von Weglänge und Konzentration" - "Nutzung" - statt "wenn man es nutzen will" - "Anwendbarkeit" statt "ob es angewendet werden kann" - "Messung einer Konzentrationenreihe" statt "an einer Konzentrationsreihe messen"). Das ist ein typisches Stilproblem vieler wissenschaftlicher und technischer Texte ("die Mesung erfolgte" statt "es wurde gemessen" - da wird es mir jedesmal übel !) und daß es alle so machen ist keine Entschuldigung! Generell wird ein Text besser verständlich, wenn man Verben Verben sein lässt und mit Substantiven sparsam umgeht - versuchs mal!

Zweitens weil ich Information gliedere, indem ich Nebensätze bilde und Klammern verwende, statt die monotone Aneinanderreihung von Hauptworten mit einem armen kleinen Verb am Schluss vorzunehmen ( bei Dir "für ... Strahlung ... Lösungen ... Lichtstreuung, Eigenemission ... Änderungen der Absorption ... Wechselwirkungen ... gilt"). Letzteres macht, daß man leicht den Faden verliert. Mein Text hat Bedeutungsebenen ("gilt streng nur unter zwei Bedingungen, nämlich erstens ... und zweitens - in Klammern die Details, di zu zweiterem führen können) und ist deswegen besser verständlich.

Ich hoffe dass ich ein bisschen rüberbringen konnte, worauf es ankommt. Natürlich hat jeder seinen eigenen Stil. Aber Stilprobleme werden bei wissenschaftlichen Texten nicht genug gewürdigt. Die Fachleute verstecken sich oft hinter Sachfragen und die Anfänger bekommen dann - ungerechtfertigter Weise! - das Gefühl es läge an Ihnen, wenn sie das, was der Dozent sagt oder schreibt, unverständlich finden (als ob sie zu doof wären). Es wäre schade, wenn die Weitergabe Deines Wissens - denn darum geht es Dir ja - dadurch behindert würde!

In diesem Sinne!
lemmi

_________________
"Alles sollte so einfach wie möglich gemacht werden. Aber nicht einfacher."(A. Einstein 1871-1955)

"Wer nur Chemie versteht, versteht auch die nicht recht!" (G.C. Lichtenberg, 1742 - 1799)

"Wissenschaft ist das organisierte Töten von Vorurteilen." (Joachim Kügler)
Benutzer-Profile anzeigenAlle Beiträge von lemmi anzeigenPrivate Nachricht senden
Illumina-Admin

Anmeldedatum: 07.05.2006
Beiträge: 6181
Artikel: 266
Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Alter: 25
Erstmal danke für die Kritik, ihr seid aber ein wenig zu früh. Trotzdem sind natürliche gute Anregungen dabei, die ich noch berücksichtigen werde.

lemmi hat Folgendes geschrieben:
Es kommt dir wahrscheinlich zu simpel vor - aber in einer Einführung solltest du wirklich vom beobachtbaren Phänomen ausgehen. "Durchstrahlt man die Lösung einer Substanz in einer Küvette mit Licht einer bestimmten Wellenlänge, so beobachtet man hinter Der Küvette eine Abschwänchung der Lichtintensität ..." Dazu eine einfache Zeichnung mit Lichtquelle, Strahl vor und hinter der Küvette und Detektor. Am besten noch Io, I und d dazuschreiben. Wenn du danach erklärst, worauf die Absorption elektromagnetischer Strahlung beruht, kann der Leser das viel besser nachvollziehen. Aber gleich im ersten Satz mit elektronischen Übergängen zu kommen macht den Text schwer verständlich


Ich bin ja auch längst noch nicht fertig... Wink Dieser Text ist vorgestern nebenbei auf der Arbeit während einer ewig dauernden Säulenchromatographie entstanden. Es kann aber zugegebenermaßen insgesamt auch sein, dass ich mittlerweile etwas zu viel als selbstverständlich voraussetze.

Zitat:
ad2.:
Als jemand, der sich in die Grundlagen der Spektroskopie einliest, muss man nicht wissen was ein n->n* Übergang ist und auch nicht was HOMO und LUMO sind. Du selbst nimmst an, daß der Leser das nicht muss, denn im zweiten Punkt erläuterst du, was HOMO und LUMO sind. Das macht den Text schwer leserlich, denn die Begriffe werden erläutert nachdem sie gebraucht wurden. Man muss im Text hin- und herspringen. Noch schlimmer: beim Lesen des ersten Abschnittes weiß man gar nicht, daß weiter unten eine Begriffserklärung folgt. Die Gefahr ist hoch, daß der Leser nach dem ersten Abschnitt die Flinte ins Korn wirft und den Text weglegt und gar nicht erst bis zu den Begriffserklärungen kommt.


Nachdem man diesen Artikel gelesen hat sollte man es aber wissen. Eine Einführung zur Anwendung der UV-Vis in der Organik hat zu erklären, was da konkret angeregt wird (pi-pi* übrigens, nicht n - wichtiger Unterschied), allein schon um zu verstehen, welche Strukturmerkmale für die Anwendbarkeit der Methode vorausgesetzt sind! Zur Begriffserklärung zitiere ich mal dich beim NMR-Artikel, bei dem die Begriffserklärungen anfangs vorangestellt waren:

lemmi hat Folgendes geschrieben:
Dann würde ich vorschlagen, die Abbildung 5 mit der zugehörigen Erklärung ganz an den Anfang des Textes zu stellen. Um die Erklärung zu verstehen braucht man die ganzen Definitionen des Abschnittes 1 zunächst mal nicht, vielmehr stellt diese die Grundlage dar, aufgrund derer man die Definitionen zuordnen kann.


Zitat:
ad3.:
Der n->n*-Übergang wird gar nicht erläutert. Stell dir die Frage, ob das, was du in den Text hineinpackst zum Verständnis dessen, was du vermitteln willst beiträgt! Man kann die Spektroskopie gut einführen, ohne die n->n* Übergänge zu erwähnen, denn sie tragen zum Verständnis der Methode nicht bei. Wenn du das anders siehst, erkläre, was es ist! Fachdetails ohne Bezug zum Thema zeigen zwar, was der Schreiber alles weiß, machen einen Text aber schwer lesbar.


...noch nicht fertig...

Zitat:
ε molarer dekadischer Absorptionskoeffizient (Extinktionskoeffizient); stoffspezifische Größe, die konzentrations- und weglängenabhängig die Absorbanz einer Lösung bei gegebener Wellenlänge, Temperatur, gegebenem Lösemittel [und einer definierten Schichtdicke - lemmi] und pH angibt und so zur photometrischen Bestimmung der Konzentration einer Substanz in Lösung genutzt werden kann.

_________________
"It is arguably true that the tetrapyrrole system is Nature's most remarkable creation."
- Claude Rimington
Benutzer-Profile anzeigenAlle Beiträge von Cyanwasserstoff anzeigenPrivate Nachricht sendenWebsite dieses Benutzers besuchen
IllumiNobel-Gewinner 2012

Anmeldedatum: 06.01.2012
Beiträge: 2277
Artikel: 52
Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Alter: 52
Zitat:
Ich bin ja auch längst noch nicht fertig... Wink Dieser Text ist vorgestern nebenbei auf der Arbeit während einer ewig dauernden Säulenchromatographie entstanden. Es kann aber zugegebenermaßen insgesamt auch sein, dass ich mittlerweile etwas zu viel als selbstverständlich voraussetze.

Das war mir klar, daß der Text noch in Arbeit ist. Genau deswegen wollte ich die "Stilkritik" sofort machen, damit du das beim Fortschreiben des Textes berücksichtigen kannst. Und je weiter man von den Grundlagen eines Gebietes entfernt ist, umso selbstverständlicher kommen sie einem vor. Das geht mir manchmal auch so (merke ich immer, wenn mich Studenten was fragen). Als Lehrender muss man sich das selbstkritisch immer wieder vor Augen halten.


Zitat:
Zur Begriffserklärung zitiere ich mal dich beim NMR-Artikel, bei dem die Begriffserklärungen anfangs vorangestellt waren:

Ich weiß, damals mit dem NMR-Artikel hatest du die Definitionen vorangestellt. Das war noch schlechter als in dem jetzigen Text. Aber zusätzlich war die Situation eine andere. Das Grundphänomen der NMR-Spektroskopie konntest Du erklären, ohne die Begriffe, die du im Glossar gebracht hast, zu benutzen. Das ist hier anders. Hier muss man wissen was HOMO undsoweiter ist, damit man die Erklärung des Phänomens versteht. Deswegen widersprechen sich meine damalige und meine jetzige Kritik keineswegs.

Eigentlich handelt es sich schlicht darum, den Text in sich logisch und flüssig aufzubauen. Schlüsselbegriffe sollten, sofern sie neu und wesentlich sind, im Zusammenhang mit dem Versuchsaufbau selbst erläutert werden. Oder man verweist im Text auf das Glossar. Aber besser zu lesen ist eine Erläuterung im Text. Aus dem Grundaufbau später abgeleitete Begriffe (z.B. die die man zur Beschreibung der Messergebnisse bei der NMR-Spektroslkopie verwendet) kann und soll man dagegen auch später erklären. Eben dann, wenn sie gebraucht werden.


Zitat:
Nachdem man diesen Artikel gelesen hat sollte man es aber wissen. Eine Einführung zur Anwendung der UV-Vis in der Organik hat zu erklären, was da konkret angeregt wird (pi-pi* übrigens, nicht n - wichtiger Unterschied), allein schon um zu verstehen, welche Strukturmerkmale für die Anwendbarkeit der Methode vorausgesetzt sind!

Dann wirst du noch erklären, was ein pi-pi*Übergang ist? Denn nach Lesen des bisherigen Textes weiß man es nicht!


Zitat:
ε molarer dekadischer Absorptionskoeffizient (Extinktionskoeffizient); stoffspezifische Größe, die konzentrations- und weglängenabhängig die Absorbanz einer Lösung bei gegebener Wellenlänge, Temperatur, gegebenem Lösemittel [und einer definierten Schichtdicke - lemmi] und pH angibt und so zur photometrischen Bestimmung der Konzentration einer Substanz in Lösung genutzt werden kann.

Das zeigt, wie missverständlich der Text ist! Denn der Extinktionskoeffizient ist ja weder konzentrations- noch weglängenabhängig, sondern eine für eine vorgegebene Konzentration (1 mol) und eine bestimmte Weglänge (1 cm) definierte Größe. Was konzentrations- und weglängenabhängig ist, ist die Extinktion, in deren Berechnung der Koeffizient eingeht. Wie auch immer man darüber jetzt spitzfinddig diskutiert - man kann diese Definition besser formulieren. Unmissverständlich und anschaulicher. Z.B. so:

HCN Ghostwriter hat Folgendes geschrieben:
Der molare Absorptionskoeffizient Epsilon gibt an, welche Absorbanz ein Stoff aufweist, der in einer Lösung von definierter Konzentration (in der Regel 1 M) bei einer definierten Schichtdicke (in der Regel 1 cm) von Licht einer bestimmten Wellenlänge durchstrahlt wird. Die Einheit wird daher in der Regel in [Epsilon]=[1/Mol*cm] angegeben. Das Lösungsmittel, sein pH [ist der pH wirklich hier in der Definition wichtig?] und die Wellenlänge des Lichtes müssen mit angegeben werden. Über das Lambert-Beer'sche Gesetz (siehe oben/unten) kann Epsilon analytisch genutzt werden, um die Konzentration einer Substanz in einer Lösung zu bestimmen.

_________________
"Alles sollte so einfach wie möglich gemacht werden. Aber nicht einfacher."(A. Einstein 1871-1955)

"Wer nur Chemie versteht, versteht auch die nicht recht!" (G.C. Lichtenberg, 1742 - 1799)

"Wissenschaft ist das organisierte Töten von Vorurteilen." (Joachim Kügler)
Benutzer-Profile anzeigenAlle Beiträge von lemmi anzeigenPrivate Nachricht senden
IllumiNobel-Gewinner 2012

Anmeldedatum: 06.01.2012
Beiträge: 2277
Artikel: 52
Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Alter: 52
Der Artikel ist jetzt über ein Jahr alt und nicht weiter bearbeitet worden.
@HCN: möchtest du das noch machen? Sonst würde ich vorschlagen, ihn in die Spielweise zu stellen.

_________________
"Alles sollte so einfach wie möglich gemacht werden. Aber nicht einfacher."(A. Einstein 1871-1955)

"Wer nur Chemie versteht, versteht auch die nicht recht!" (G.C. Lichtenberg, 1742 - 1799)

"Wissenschaft ist das organisierte Töten von Vorurteilen." (Joachim Kügler)
Benutzer-Profile anzeigenAlle Beiträge von lemmi anzeigenPrivate Nachricht senden
Illumina-Admin

Anmeldedatum: 07.05.2006
Beiträge: 6181
Artikel: 266
Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Alter: 25
Ich werde das noch machen, kann aber noch nicht sagen wann, habe deswegen erstmal verschoben. Vllt. komme ich zwischen den Jahren dazu.

_________________
"It is arguably true that the tetrapyrrole system is Nature's most remarkable creation."
- Claude Rimington
Benutzer-Profile anzeigenAlle Beiträge von Cyanwasserstoff anzeigenPrivate Nachricht sendenWebsite dieses Benutzers besuchen
Einführung in die UV-Vis-Spektroskopie
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.
Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde  
Seite 1 von 1  



Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
  
   
  Neue Antwort erstellen