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| Diphenylselenid |
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Synthese von Diphenylselenid
Geräte: Ölbad, Destille, 50ml Becherglas, 250ml Becherglas, 100ml Kolben, Thermometer, Brenner, Magnetrührer, Rührfisch, Scheidetrichter, Saugflasche, Filternutsche, Wasserstrahlpumpe, Pipette, Mörser, Pistill, Drahtnetz, Dreifuß Chemikalien: Selen (schwarz) (N, T) ![]()
Anilin (N, T) ![]()
Salzsäure (36%) (C)
Kaliumhydroxid (C)
Natriumnitrit (N, O, T) ![]() ![]()
Chloroform (Xn)
dest. Wasser ____________ Diphenylselenid (N, T) ![]()
Hinweis: Das entstehende Produkt ist giftig und umweltgefährlich, allerdings sind die Eigenschaften noch nicht vollkommen geklärt, weswegen man das Produkt handhaben sollte als wäre es sehr giftig! (Quelle 1 Quelle 2) Durchführung: Lösung A: In einem 50 ml Becherglas werden 3,6 g gepulvertes Kaliumhydroxid mit 2,4 g gepulvertem schwarzem Selen vorgelegt, welche zuvor im Mörser kräftig zusammen zerrieben worden sind (beide Substanzen müssen nicht vollkommen trocken sein, allerdings wird bei Kontakt mit Wasser bereits eine Rotfärbung deutlich). Das Becherglas wird dann im Ölbad bei 140-150°C so lang erhitzt, bis sich eine dunkelrote zähflüssige Masse bildet. Dann wird die Masse in kleinen Portionen in 4 ml Eiswasser gegeben, welches sich in einem 250ml Kolben befindet. (Ich habe aus Versehen zu erst ein 100ml Becherglas genommen, weswegen ich die Lösung umschütten musste!) Es muss darauf geachtet werden, dass die Masse nicht zu kalt wird, da sie sonst erstarrt. Das Becherglas mit der roten Lösung wird dann in ein Eisbad gestellt, bis sie wieder benötigt wird. Lösung B: Zu einer Mischung aus 3,7 ml 36%iger Salzsäure und 20 g zerkleinertem Eis kommen 1,4 ml Anilin und 1 g Natriumnitrit. Letztlich wird noch soviel Eis hinzugefügt, wie nötig ist, um die Lösung bei einer Temperatur von unter 5°C zu halten, dann wird mit dest. Wasser bis auf 100 ml aufgefüllt. Diphenylselenid: Die fertige, gut gekühlte Lösung B wird nun unter starkem magnetischem Rühren langsam zu Lösung A gegeben. Dabei bildet sich eine Art roter Schaum (es ist empfehlenswert, eine größere Menge an Edukten zu verwenden, da das Selen nicht quantitativ umgesetzt werden kann und ein Großteil als Nebenprodukt in Form von rotem Selen wieder ausfällt.) Nun sollte sich ein dunkles Öl in der Lösung abscheiden von welchem, falls noch schwarzes Selen sichtbar ist, dann die wässrige Phase abdekantiert und separat zum Sieden erhitzt werden sollte, bevor sie wieder zum Öl gegeben wird. Ist keine Phasentrennung erkennbar verfährt man einfach weiter wie folgt: Die Lösung wird nun mit Chloroform versetzt und die Selenpartikel kleben nun nicht mehr an der Glaswand sondern sammeln sich im Chloroform, was das Abnutschen sehr erleichtert. Das in der Fritte verbleibende Selen wird mit weiterem Chloroform gereinigt, allerdings sollte das Filtrat zuvor aus der Saugflasche entfernt (und nicht verworfen!) werden ehe mit Chloroform gewaschen wird. Das Selen wird getrocknet und aufgehoben (ich habe das Chloroform, was von der Reinigung des Selen in der Saugflasche verblieben ist, mit zur Diphenylselenidgewinnung verwendet, da es schien, als habe sich am roten Selen einiges am Produkt gehalten). Jetzt wird die Lösung mehrfach mit Chloroform in Scheidetrichter geschüttelt und die nun dunkel eingefärbte Chloroformphase abgetrennt. Die vereinigten Chloroformphasen sollten dann destilliert und Fraktion zwischen 300 und 315 °C aufgefangen werden. Anm.: Das Chloroform ließ sich einfach und sauber abdestillieren, allerdings stellte der verbleibende Sumpf ein Problem dar. Die Destillation verlief aufgrund der nur noch sehr kleinen Menge sehr unsauber, da die Dämpfe sogar zu schwer waren bis zur Destillationsbrücke aufzusteigen, allerdings sieht man das entstandene gelbe Öl, das Diphenylselenid, schon sehr deutlich. Darauf wurde versucht, mit einem zweiten Brenner und einer direkten Flamme das Gemisch stärker zu erhitzen, allerdings war die Menge zu gering und die Dämpfe erreichten die Brücke immer noch nicht. Letztendlich wurde die Destillation abgebrochen und das kondensierte Öl durch Erhitzen aus dem Kolben getrieben, da die Menge zur Destillation nicht ausreichte. Das Diphenylselenid wurde in einem kleinen Spitzkolben aufgefangen. Eine genaue Analyse wir Schmelz- und Siedetemperatur oder eine Dichtemessung ist bei der entstandenen Menge nicht möglich, allerdings sind die Kriterien der Farbe und des (unangenehmen) Geruchs erfüllt. Entsorgung: Das Diphenylselenid kann entweder aufgehoben oder dem organischen halogenfreien Abfall zugeführt werden. Das abdestillierte Chloroform sollte nochmals gereinigt und aufgehoben werden, außerdem kann es neben Ethanol zur Reinigung der Glasgeräte verwendet werden. Erklärung:
(aus der Quelle übernommen) Da ich nur etwa 1/100 der vorgeschriebenen Mengen benutzt habe, und OrgSyn eindeutig sagt, dass bei geringerer Menge der Edukte die Ausbeute sinkt, ist es kein Wunder, dass ich kaum 0,5 ml Diphenylselenid erhalten habe. Außerdem war mein Anilin bereits stark verfärbt und eine Reinigung für die kleinen Mengen und die versuchte Synthese schienen mir nicht lohnend. Eine Reinigung oder genauere Bestimmung des Endproduktes ist wegen der geringen Menge eher schwer möglich und unnütz, da das Produkt sowieso nicht für eine Weiterverarbeitung geeignet ist. Dass bei mir keine Phasenbildung erfolgte führe ich auf die geringen Eduktmengen und evtl. auch auf das alte Anilin zurück, außerdem hatte ich Lösung B auf -5°C gekühlt, was aber dann der Phasentrennung nichts ändern sollte. Was es noch interessantes zum Produkt zu sagen gibt ist, dass es wahrscheinlich thermochrom ist, da es sich beim Erhitzen immer dunkelrot bis braun und teilweise sogar schwarz verfärbte, sich allerdings irgendwann als gelber Rauch auflöste und als gelbes Öl kondensierte. Da die Ausbeute bei geringeren Mengen als 240 g Selen mit maximal 75% angegeben ist, bin ich bei 1/100 der Eduktmengen mit meiner Ausbeute von wenigen Prozent sehr zufrieden. Bilder:
2,4 g Selen
Die Se/KOH-Mischung
Heiße Se/KOH-Mischung
Fertige Lösung A
Eis, Salzsäure und Anilin
Nach Zugabe des NaNO2 entfärbt sich die Lösung leicht
Die gerührte Lösung A
Rotes Selen scheidet sich auf der Oberfläche als eine Art Schaum ab
Das nicht umgesetzte rote Selen
Die untere Chloroformphase ist deutlich gefärbt
Destille um das Diphenylselenid zu isolieren
Aktuelle Übergangstemperatur: 61 °C (Chloroform)
An der Kolbeninnenwand kondensierendes Diphenylselenid
Kolben mit zwei Brennern
Das wenige aufgefangene Diphenylselenid im Spitzkolben |
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Illumina-Admin
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Sehr gerne, immer her damit. Auch wieder sehr interessant und gut dokumentiert. |
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_________________ "To be able to fill leisure intelligently is the last product of civilization, and at present very few people have reached this level." - Bertrand Russell "There is no nonsense so arrant that it cannot be made the creed of the vast majority by adequate governmental action." - Bertrand Russell
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Illumina-Moderator
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noch andere wünsche?? hab noch synthesen für VOCl3, CrO2Cl2, 2,5-diketopiperazin und ein paar andere kleinere dinger auf lager,...
btw: kann man das ammoniumdiuranat NUR aus uranylsulfat fällen?? hab in sämtlicher literatur nur gefunden, dasses nur mit dem sulfat gehen soll,... :/ |
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Illumina-Mitglied
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Also An chromylchlorid wäre ich intressiert wobei eigentlich muss man da ja nicht viel machen .... |
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_________________ Haribo macht Kinder froh, KCN tut's ebenso
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Illumina-Admin
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Ich bin mehr der Organiker, also wäre aus deiner Liste für mich das Diketopiperazin am interessantesten... |
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_________________ "To be able to fill leisure intelligently is the last product of civilization, and at present very few people have reached this level." - Bertrand Russell "There is no nonsense so arrant that it cannot be made the creed of the vast majority by adequate governmental action." - Bertrand Russell
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Illumina-Moderator
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da ich mich der Organik ebenfalls mehr vertraut fühle als der AC werde ich mich dem meister beugen und noch das piperazinderivat posten |
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Illumina-Mitglied
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Auch ich finde die Synthese sehr schön. Vor allem bin ich von scharfen Fotos (nein nicht das) begeistert.
Was mich ein wenig stört ist die direkte Erwärmung mit ein, sogar zwei Brennern. So was kenne ich sonst nur von meinem Praktikum beim Glasbläser. Schön, dass der Schliffkolben diese Marter aushält. Spricht für seine Qualität. Schlecht ist jedoch das die Temperaturen im Kolben auf diese Art unbekannt bleiben- und was passiert beim Platzen? Ein Letztes: Habe mir den Versuch auf VC angesehen. Da steht als erstes gelöscht. Ist ziemlich kurzsichtig, weil es nur einen Fingerklick deines heissgeliebten Admins bedarf alles wieder im Original zu haben. Wenn du dich wirklich rächen möchtest, was ich im Übrigen auch nicht für die feine Art halte, dann ändere doch die Posts in Fakes. Werde doch keinem Admin zu Kreuze kriechen. Motto "jetzt erst recht". |
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Illumina-Moderator
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ja^^ die bilder sind aber einfach nur mit dem handy gemacht ich weiß was du meinst,... allerdings bekommt man mit nem ölbad keine >300°C in nem ölbad hin,... außerde hatte ich damals keine vakuumpumpe und co... und mit einer wiedereinstellung des artikels würde er dem urheberrecht zuwieder handeln,.. alleine der bilder wegen,.. aber auch egal,... ist eh müllig dort (geworden) xDD |
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Illumina-Mitglied
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Hier ist aber einer mächtig synthesenschreibwütig Schön, auch die Bilder sind der schön Nur vielleicht noch den Hinweis in rot |
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_________________ „Es gibt eine Theorie, die besagt, wenn jemals irgendwer genau rausfindet, wozu das Universum da ist und warum es da ist, dann verschwindet es auf der Stelle und wird durch etwas noch Bizarreres und Unbegreiflicheres ersetzt. Es gibt eine andere Theorie, nach der das schon passiert ist. “
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Illumina-Moderator
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och so schlimm isses gar nicht |
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Illumina-Mitglied
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Cool! Gefällt mir Mach weiter! Vielleicht kannst du noch den Stickstoff und HCl als Abgangsgruppe bei der 2.Formel dazuschreiben! |
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Illumina-Moderator
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danke erstma naja hab die grapfik damals der einfachheit halber1:1 übernommen,... wenn wer lust hat, dann kann er gleich ma nen gesamten mechanismus zu schreiben,... bin dafür (noch) zu dumm |
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Illumina-Admin
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Mache ich, aber erst in den Ferien... |
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_________________ "To be able to fill leisure intelligently is the last product of civilization, and at present very few people have reached this level." - Bertrand Russell "There is no nonsense so arrant that it cannot be made the creed of the vast majority by adequate governmental action." - Bertrand Russell
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Illumina-Moderator
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kein ding,... vll versuchs ichs auch selber,.. aber naja xDD das wird dan glaube nicht sonderlich toll *lach* |
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Illumina-Admin
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Ich habe es jetzt noch etwas überarbeitet. Lade die Bilder aber bitte bei Illumina hoch. Das hat nichts mit Konkurrenz zwischen uns und VC zu tun, aber wenn VC wieder abstürzt sollen die Bilder auch weiter hier verfügbar sein. |
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_________________ "To be able to fill leisure intelligently is the last product of civilization, and at present very few people have reached this level." - Bertrand Russell "There is no nonsense so arrant that it cannot be made the creed of the vast majority by adequate governmental action." - Bertrand Russell
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