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IllumiNobel-Gewinner 2012

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Danke dir für diese Erläuterungen!

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Wie war das noch mal mit der Koinzidenz? Wenn man sich mit etwas beschäftigt stößt man unverhofft alle Nase lang darauf! In meinem Falle fand ich auf dem Flohmarkt folgendes Röhrchen:





Obwohl das Präparat "Novalgin-Chinin" heißt, ist in der Zusammensetzung nicht "Chinin" sondern "Alkaloide aus Chinarinde" angegeben! Das riecht doch nach Prochinin! Also habe ich ein Dragee zerrieben, mit etwas Wasser und ein paar Tropfen Salzsäure versetzt, vom Ungelösten abgegossen, mit Ammoniak alkalisiert und mit Ether ausgeschüttelt:



Der flockige Niederschlag ist Calciumhydroxid, weil das Präparat Novalgin als Calciumsalz enthält. Den Ether habe ich grob abpippetiert, abgedunstet und den Rückstand in Methanol gelöst einer DC unterworfen. Die Referenz links enthält Chinidin (Referenzsubstanz Nerck), Chinin (dito) und Cinchonidin (eigenes Präparat).


links v.u.n.o: Chinin, Cinchonidin (blau) und Chinidin
rechts: Probe

Das Präparat enthält Cinchonin (oberster, in der Referenz nicht auftauchender Fleck), Chinidin (wenig) und der Hauptanteil ist Cinchonidin. Chinin ist in Spuren enthalten, wie die Fluoreszenz zeigt (im UV sieht man ausserdem, daß auch die Referenzpräprate nicht frei von Dihydrobasen sind!). Das passt dazu, daß hier nicht Chinin , sondern "Prochinin" verarbeitet wurde - vielleicht sogar eines mit einem noch höheren Cinchonidinanteil als ursprünglich (47,5%) vorgesehen. Eigentlich ein Ettikettenschwindel. Sowas ginge heute nicht mehr.

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Toll, was Du für alte Schätzchen so findest... Wink

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Das Prochinin-Rätsel und die Chemie der Chinaalkaloide
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