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Cyanotypie
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Ein, in der unmodifizierten Form, wegen der Unbedenklichkeit der Chemikalien auch für Kinder geeignetes Experiment.



a) Die Chemikalien:

Ammoniumeisen(III)citrat
Auf dem Bild sieht man die rote Form, die sich laut der Seite von Mike Ware http://www.mikeware.co.uk/mikeware/Traditional_Cyanotype.html zwar auch für den Zweck eignet, aber die Belichtungszeit verlängert:




Kaliumhexacyanoferrat(III):





b) Die Lösungen:

25% (m/V) Ammoniumeisen(III)citrat in Wasser (rechts)
10% (m/V) Kalliumhexacyanoferrat(III) in Wasser (links)





c) Vorbereitung und Auftrag:
Jeweils gleiche Mengen werden davon gemischt (u.U. noch mit einigen Tropfen Tween 20 versetzt) und mit einem Schwamm auf Papier aufgetragen:




d) Trocknung:

und im Ofen getrocknet:




e) Ergebnis:

Lichtempfindliches Papier, wobei ein Testpapier sich schon ins Blaue verfärbte d.h. hier ist eine chemische Unverträglichkeit vorhanden (war Papiertischdecke):




f) Belichtung:
Es wurde 4 h mit UV 365nm belichtet:



worauf sich die Umrisse der Objekte auf dem Papier abzeichneten:



g) Waschen:
Mehrmals mit kaltem Wasser bis die Flüssigkeit klar ist:



und die blaue Farbe mit einem Bad in verd. Wasserstoffperoxid-Lösung (einige Milliliter 30%iges) hervorbringen:




BJ68
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NI2
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Schöne Sache,... hättest du denn Lust (und Zeit) das ganze in nen Artikel zu packen? (+Erklärung etc.) Denn ich fände es schade wenn solche schönen Sachen, wie auf VC in den "User's Schandtaten" (Wird nach dt. Rechtschreibung eigentlich nicht mit Katapostroph geschrieben, aber egal), versauern würden. Bei der Form würde ich dir auch wieder helfen Wink

Grüße

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Finde ich super!

Ich erinnere mich noch gern an die erste eigene Cyanotypie....

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Ich finde diesen Versuch auch schön! Schon interessant, daß das rote Blutlaugensalz heute als "unbedenkliche Chemikalie" gilt. Zu meiner Zeit (um das mal so zu sagen) galt es noch als giftig...

Ergänzend ist vielleicht noch interessant, daß man kein Ammoniumeisen-III-citrat zu besorgen braucht, das eh keine stöchiometrisch definierte Substanz ist. Es geht sehr gut mit Ammoniak, Zitronensäure und Eisen-III-chlorid sowie Kaliumhexacyanoferrat-III in einer Lösung. In meinem Versuchsprotokoll vom 4.11.1989 steht:



Gemeint ist, daß man 4 Lösungen zu 100 ml ansetzt, die dann gemsicht werden.

Weißes Schreibmaschinenpapier einlegen, durchziehen lassen, herausnehmen und im Dunklen trocknen lassen (ich habe das Papier bei Kerzenlicht hergestellt). Dann Schablone auflegen, evtl. Glasplatte drauf und belichten. Zum Belichten ist Sonnenlicht am besten. Danach wird einfach nur 20 Minuten gewässert. Dieses Bild hier entstand nach 15-minütiger (!) Belichtung nachmittags um 3 Uhr in der November(!)sonne (die Schreibtischlampe war dagegen auch nach 45 Minuten ohne Wirkung):



(Ja ja, lacht nur! Natürlich war ich damals in eine G. verliebt....)

Grüße

lemmi

P.S.: @NI2: User ist aber ein englisches Wort, da greift die deutsche Rechtschreibung nur bedingt...auch wenn ich dir wegen der Inflation des Apostroph´s grundsätzlich recht gebe!

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NI2 hat Folgendes geschrieben:
Schöne Sache,... hättest du denn Lust (und Zeit) das ganze in nen Artikel zu packen? (+Erklärung etc.) Denn ich fände es schade wenn solche schönen Sachen, wie auf VC in den "User's Schandtaten" (Wird nach dt. Rechtschreibung eigentlich nicht mit Katapostroph geschrieben, aber egal), versauern würden. Bei der Form würde ich dir auch wieder helfen Wink

Grüße



Yep...werde ich machen, wenn ich Zeit habe....


Bj68
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Cyanotypie auf Glas in etwas größerem Format:





Die Scheibe hat 500 x 350 mm und wurde mit einer Gelatine-Schicht beschichtet, in der die "Cyanotypie-Chemie" gelöst war.....allerdings sind 50 ml viel zu wenig für die Größe, so dass die Beschichtung unregelmäßig wurde.

Source: https://www.dropbox.com/s/u4ne7nn62llised/glasscyanotype.pdf?dl=0
https://www.youtube.com/watch?v=mygeYLcPuJM


Edit: und die 4 min Belichtung sind zu lang....



Bj68
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BJ68 hat Folgendes geschrieben:
Die Scheibe hat 500 x 350 mm und wurde mit einer Gelatine-Schicht beschichtet, in der die "Cyanotypie-Chemie" gelöst war.....allerdings sind 50 ml viel zu wenig für die Größe, so dass die Beschichtung unregelmäßig wurde.


WOW! Echt gut! Macht große Lust das auch mal auszuprobieren und das Video und die Rezepte sind sehr gut nachvollziehbar...
ich finde ein bisschen Unregelmäßigkeit macht auch den Charme dieser Bilder aus.

Frage: wie hast du die Dame dazu gebracht aufder Platte still zu liegen? Mr. Green
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War am Anfang gar nicht so einfach...die Schicht ist bei ersten waschen sehr empfindlich und es wäre bei mir nicht das erste Mal, dass die komplett wegschwimmt....Größe ist da nicht nur beim beschichten ein Problem....

Die Dame ist ein freies Stock Photo was unter CC0 https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/ veröffentlicht wurde. Das Negativ habe ich auf einem Epson SureColor P600 Drucker auf Pictorico — Transparent Film http://www.mitsubishiimaging.com/pictorico-transparent-film.html gedruckt und per Vakuumbelichter "Vakuum-UVBelichtungsgerät
3 für einseitige Belichtungen" http://gie-tec.de/wp-content/uploads/2017/03/db_140001.pdf auf das Glas gebannt.

Geht natürlich auch weit einfacher und billiger.....mal sehen am Wochenende werde ich wohl eine Printing-Session einlegen....da ich eh 200 ml der Lösung ansetzen werde und dann mehrere Glasplatten beschichten möchte.....

Bj68
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hm, Negativ am Computer erstellen und einfach mit Laserdrucker auf Overhead-Folie drucken müsste auch gehen, oder?
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mgritsch hat Folgendes geschrieben:
hm, Negativ am Computer erstellen und einfach mit Laserdrucker auf Overhead-Folie drucken müsste auch gehen, oder?



Ja geht auch...habe ich für einen Workshop in einem Pfadi-Lager benutzt, allerdings die Teile dann mit einem Tonerverdichter http://www.huber-graphics.com/druck-chemie-hilfsmittel/vorstufe-plattenchemie/repro-und-filmchemie/tonerverdichterlf-am/ oder https://www.reichelt.de/Aetzmittel-Entwickler/TVD-LF-A/3/index.html?ACTION=3&LA=446&ARTICLE=89770&GROUPID=7788&artnr=TVD+LF-A&SEARCH=tonerverdichter&trstct=pos_0 behandelt um bessere "UV-Dichtigkeit" zu erzeugen.
Schau mal hier: http://illumina-chemie.de/cyanotypie-t3305-s30.html#60237 die Negative sind alle mit dem Laserdrucker auf Folie gemacht....Tintenstrahler nutze ich daheim, weil feinere Vorlagen, wenn die Teile wirklich groß werden sollen....

Bj68
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Wie stark hängt das von UV Intensität ab?
Dass eine Schreibtischlampe nicht reicht - Okay, zu erwarten. Aber würde zB ein kräftiger Baustrahler (so 500W Halogen) aus 1m Entfernung auch reichen?
Wenn man einen UV354 Filter aus der Fotografie (der sonst völlig klar und farblos erscheint) auf das Papier legt bzw eine gewöhnlche Glasplatte daneben und das der Sonne aussetzt, was würde sich da abzeichnen?
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mgritsch hat Folgendes geschrieben:
Wie stark hängt das von UV Intensität ab?
Dass eine Schreibtischlampe nicht reicht - Okay, zu erwarten. Aber würde zB ein kräftiger Baustrahler (so 500W Halogen) aus 1m Entfernung auch reichen?
Wenn man einen UV354 Filter aus der Fotografie (der sonst völlig klar und farblos erscheint) auf das Papier legt bzw eine gewöhnlche Glasplatte daneben und das der Sonne aussetzt, was würde sich da abzeichnen?



UV brauchst Du....Erfahrung von mir: 5 min Sonne reichen....

Baustrahler: Kommt auf den UV Anteil an....keine Ahnung.....CD-Rom-Laufwerk hat einen 400W HQI Strahler dafür benutzt....müsste also gehen....siehe den anderen Cyanotypie Thread: http://illumina-chemie.de/cyanotypie-t3305.html#60188

Was definitiv geht ist diese Lampe OSRAM Ultra Vitalux 300W E27
https://www.amazon.de/dp/B003PGJ462/ref=pe_386171_37038021_TE_3p_M3T1_dp_1
Allerdings leuchtet eine Lampe nur einen "kleinen" Kreis aus d.h. selbst aus ca. 1 m Abstand wird eine DIN A4 Fläche nicht gleichmäßig belichtet.

UV-LEDs müssten auch gehen....allerdings keine Erfahrung damit....

Was gehen müsste: eine alte Höhensonne wo der Brenner schön freiliegt...


Die Fläche unter der Glasplatte wäre heller als die Fläche ohne die Platte....wie sich da der Filter einordnet keine Ahnung....

Zum lesen: http://www.academia.edu/8928524/From_Ultraviolet_to_Prussian_blue_A_spectral_response_for_the_cyanotype_process_and_a_safe_educational_activity_to_explain_UV_exposure_for_all_ages

Obiges sollte auch ohne Uni-Account gehen....

plus:
https://www.flickr.com/groups/95427799@N00/discuss/72157636435365114/


Lichtquellen: http://sandykingphotography.com/resources/technical-writing/uv-light-sources-for-printing


Bj68
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Das Paper ist super, alle Fragen beantwortet Smile Alles unter 380 nm ist also gut, darüber wird es mau...
Cyanotypie als einfachen Indikator für UV-Dosis zu benutzen ist auch eine nette Idee!
Baustrahler - Farbtemperatur müsste >= 4000K sein damit ein nennenswerter Anteil <400 nm drin ist...

Ein UV0-Filter wird also sicher eine gewisse Abschwächung bringen, sollte aber bei typisch so einem Absorptionsspektrum kein kompletter Block sein:
[/img]
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NI2
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mgritsch hat Folgendes geschrieben:

Cyanotypie als einfachen Indikator für UV-Dosis zu benutzen ist auch eine nette Idee!


Da lobe ich mir doch mein photochromes Papier, das kann man wenigstens mehrfach benutzen Wink


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NI2 hat Folgendes geschrieben:
Da lobe ich mir doch mein photochromes Papier, das kann man wenigstens mehrfach benutzen Wink


das ist natürlich schon sehr nett, aber der Aufwand für die Cyanotypie ist doch erheblich geringer als bei deinem Material sodass die nur einmalige Benutzbarkeit sehr verschmerzbar ist Wink
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Cyanotypie
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