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Chloralhydrat R bei der mikroskopischen Prüfung pfl. Drogen
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Moin,
ich habe vor Kurzem seit bestimmt 10 Jahren mal wieder eine CD-ROM installiert, das Europäische Arzneimittelbuch Version 7 mit Grundwerk und Nachträgen 1 bis 7.
Bei sehr vielen Monographien über pflanzliche Drogen steht, dass man sie mikroskopisch nach 7.0/2.08.23.00 identifizieren kann.
In 7.0/2.08.23.00 steht, dass man meist Chloralhydrat-Lösung R nutzt. Zwei bis drei Tropfen werden auf einen Objektträger getropft und eine sehr kleine Menge der pulv. Droge wird darin verteilt. Das ganze wird erhitzt und kann dann unter dem Mikroskop betrachtet werden.
In den Einzelmonographien sind Bilder abgebildet und kleine Texte geschrieben wie das unter dem Mikroskop auszusehen hat.

Was bewirkt die Chloralhydrat-Lösung?

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mfg
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NI2
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Ich würde eine Acetalisierung von vicinalen Diol-gruppen erwarten wie es bei der α-Chloralose der Fall ist.

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Das ist ein übliches Verfahren in der Drogenanalyse. Da man meist mittelfein bis grob gepulverte Droge mikroskopiert, erscheinen die Stücke unter dem Mikroskop bei normaler Hellfeldbeleuchtung sehr dunkel oder komplett undruchsichtig, wenn man einfach nur in Wasser (oder Wasser-Glycerin) aufschwemmt. Durch kurzes (!) Erhitzen des Präparates in Chloralhydratlösung wird das Material aufgehellt und die Zellverbände im Inneren der Partikel werden gut sichtbar. Die Lösung ist ziemlich konzentriert (50 Masse% bis 80 Masse% für besonders "hartnäckige" Materialien, z.B. Rinden oder Fruchtschalen). Man muss sich aber darüber im Klaren sein, dass die Behandlung mache Strukturen auch verändert. Zum Beispiel lösen sich kristalline Einschlüsse (Calciumoxalatdrusen) in Chloralhydrat auf, vor allem, wenn man zu lange erwärmt.

@NI2: wenn Chloralose ein Derivat von Glucose ist, wieso enthält sie dann einen Fünfring und statt der CH2-OH Seitenkette eine CHOH-CH2-OH Seitenkette. Wie kommt das zustande?

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Ah okay, also zum Aufhellen. Danke Smile

Wieso macht man das eigentlich überhaupt, würde es nicht auch funktionieren, eine Probe mit verschiedenen LöMis zu extrahieren und die Extrakte durchs Massenspektrometer zu schicken?

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mfg
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Illumina-Mitglied

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Nicht jeder Apotheker hat ein Massenspektrometer herumstehen, das Mikroskop gehört eher zur Grundausstattung. Außerdem hat das Ganze historische Wurzeln aus der Zeit vor erschwinglichen MS-Geräten.
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IllumiNobel-Gewinner 2012

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Indikator hat Folgendes geschrieben:
Wieso macht man das eigentlich überhaupt, würde es nicht auch funktionieren, eine Probe mit verschiedenen LöMis zu extrahieren und die Extrakte durchs Massenspektrometer zu schicken?


Wieso so umständlich, wenn es auch einfach geht?
Aber die Arzneibücher schreiben daneben in aller Regel noch weitere Prüffungen vor. Wenn auch nicht mit Massenspektrometrie... Cool

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