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Mit Strontium kann man nicht dotieren. Da waren in deinen Ausgangsstoffen irgendwo Schwermetallspuren drin, die das bewirkt haben. Was ich auch beobachtet habe ist, daß eine Mischeung aus Sr/Ca-sulfid viel heller leuchtet als das CaS alleine (mit reinem Sr-Leuchtsteinen habe ich keine gescheiten Erfolge gehabt)

Das mit der Leuchtschrift habe ich auch mal gemacht (weiter obern in diesem thread zu sehen) und habe schon lange ein bisschen Flüssigharz 'ruzmstehen um damit mal was zu machen. Bin aber noch nicht dazu gekommen.

Mir gefällt das 2. Foto am besten.

Weiter viel Erfolg!

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Es ist gut möglich, dass in meinem CaO Spuren (das genügt ja schon) von Schwermetallen sind, da dieses von mir aus Marmor gebrannt wurde. Ich hatte jedenfalls bis jetzt mit Sr Mischungen am meisten Erfolg, aber diese brauchen ziemlich hohe Temperaturen (zum brennen), dass sie funktionieren. Jedenfalls werden in verschiedenen Anleitungen Temperaturen von 1200°C angegeben. Erfahrungsgemäß leuchten bei mir die am heißesten gebrannten Stellen am hellsten.

Da sind ab Seite 616 einige Anleitungen:
https://ia801406.us.archive.org/29/items/archivderpharmaz248deut/

mfG
Lithiumoxalat.
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Lithiumoxalat hat Folgendes geschrieben:
... Ich hatte jedenfalls bis jetzt mit Sr Mischungen am meisten Erfolg, aber diese brauchen ziemlich hohe Temperaturen (zum brennen), dass sie funktionieren. ... Erfahrungsgemäß leuchten bei mir die am heißesten gebrannten Stellen am hellsten.


Das ist so, weil das Sr-carbonat eine sehr hohe Zersetzungstemperatur hat. Bei mir war das auch so, daß die am stärksten erhitzten Stellen (Randschichten) noch am besten geleuchtet haben. Aber Leuchtmassen mit ausschließlich Sr sind mir, wie gesagt, nicht besonders gut gelungen. Ich habe mir immer mal überlegt, ob man nicht irgendwie Sr(OH)2 oder SrO herstellen könnte, als Ausgangsprodukt.

Hast du auch mal Massen mit Barium probiert?

Dein Link zeigt mir nichts verwertbares an. Gib doch mal das Zitat des Artikels an. Ist der auch von Vanino?

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Hallo,

Massen mit Barium habe ich noch nicht probiert, aber werde ich tun, sobald meine Bestellung angekommen ist.
Momentan ist meine beste Mischung: 6 g SrCO3, 6 g CaO, 1 g Lithiumcarbonat, 3 g S, dotiert mit Wismutnitratlösung (Ethanolisch). Diese Mischung braucht, für ein gutes Ergebnis, auch recht hohe Temperaturen.
Die Phosphoreszenz dieser Mischung ist blau bis grünlich (stellen die nicht heiß gebrannt wurden leuchten orange, aber nur sehr kurz).

mfG
Lithiumoxalat.
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Gib deine Quelle nochmal in einer verwertbaren Form an, bitte!

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Ja @lemmi, der Beitrag in dem Link ist einer von Vanino, ein Beitrag von 1910.
Zitat:
ARCHIV DER PHARMAZIE
herausgegeben vom
Deutschen Apotheker - Verein
unter Redaktion von
E. Schmidt und H. Beckurts.
Band 248. Heft 1.

Ich meine, es handelt sich um eine vereinfachte Fassung eines solchen Beitrags aus einem anderen Buch, das ich schon auf VC mal gelinkt fand. Er beginnt mit einem historischen Abriß über die Bologneser Leuchtsteine und bringt erstmal eine allgemeine Formulierung/Rezeptur
Zitat:
1. Die stark leuchtenden Kalkphosphore sind Gemenge aus
drei wesentlichen Bestandteilen, bestehend
a) aus einem Erdalkalisulfid,
b) aus einem wirksamen Metall,
c) aus einem farblosen Salze (Flußmittel).
Von den wirksamen Metallen seien insbesondere Wismutsalze,
Mangan, Rubidium, Thallium, Thor- und Uransalze erwähnt, von
den Flußmitteln Lithiumsalze, Natrium- und Kahumsalze. Nach
W a e n t i gl) soll Platin in sehr geringer Konzentration eine Rosafärbung
hervorrufen.

geht dann auf einige einzelne Rezepte genauer ein.

Zitat:
Folgende Vorschrift ist zu empfehlen:

Baryumkarbonat ....40 g
Schwefel .................6 g
Lithiumkarbonat .......1 g
Natriumkarbonat ......0,02 g
Rubidiumkarbonat ....0,47 g

Diese Vorschrift führt zu dem schönsten Rot, was bis jetzt
existiert.
Gelbleuchtende Massen erhält man mit Strontiumkarbonat.
Nach den Versuclien von R o d r i g u e z M o u r e 1 o gibt
folgende Mischung eine hervorragende Leuchtmasse.

Strontiumkarbonat ...100 g
Schwefel ...................30 g
Mangansulfat ..............0,2 g
Natriumchlorid ........... 0,5 g
Entwässerte Soda .......2 g

Auch zur Herstellung von grüngelbleuchtenden Massen eignet
sich Strontiumkarbonat.

Becguerel empfiehlt folgende Mischung:

Strontiumkarbonat 40 g
Schwefel ...............6 g
Litliiumkarbonat ......1g

Vanino und Z u m b u s c h nachstehende:

Strontiumkarbonat 40 g
Schwefel ...............6 g
Lithiumkarbonat .....1g
Thornitratlösung ....2 ccm
..............(0,5: 100 Wasser)

Geht man von Strontiumthiosulfat aus und arbeitet nach
folgender Vorschrift :

Strontiumthiosulfat 60 g
Wismutnitrat .........12 ccm
.....(0.5 : 100 Alkohol)
Urannitrat ..............6 ccm
....(0,5 : 100 Alkohol)

so erhält man eine smaragdgrün leuchtende Masse von seltener
Schönheit.
Als Handelsartikel spielten bis jetzt nur die violett leuchtenden
Luminophore eine gewisse Rolle, da die übrigen zu rasch auslöschen.
Früher benutzte man zur Darstellung derselben vorzugsweise die
zurzeit von C a n t o n empfohlenen Austernschalen, daher der
Name C a n t o n'scher Phosphor. Jetzt geht man von Calciumoxyd
aus und mischt mit Schwefel, Flußmitteln und Spuren von
Wismut- und Thalliumsalzen. Folgende Vorschrift gibt einen guten
Leuchtstein:

Calciumoxyd ........40 g
Schwefel ...............6 g
Lithiumkarbonat ....2 g
Stärke .................2 g
Kahumsulfat .........1 g
NatriumsuKat .......1 g
Wismutnitrat ........2 ccm
.....(0,5: 100 Alkohol)
Thalliumnitrat ......2 ccm
.....(0,5: 100 Alkohol)

Alle diese Mischungen müssen einer Temperatur von etwa
1200° 3/4 Stunden lang ausgesetzt werden. Im Laufe der Zeit hat
sich nun gezeigt, daß insbesondere Mischungen von Calcium und
Strontiumverbindungen, gemischt mit Schwefel, Lithiumkarbonat
und geringer Menge von Rubidium oder Thalliumsalzen blauleuchtende
Steine liefern, die sich durch außerordentlich langsames
Abklingen auszeichnen. Eine solche Komposition enthält z. B.
Calciumoxyd bezw. Calciumhydroxyd und Strontiumkarbonat als
Grundsubstanz.

Vorschrift.
Calciumhydroxyd ..10g
Strontiumkarbonat 10 g
Schwefel , ............ 3 g
Kahumsulfat , ....... 0,5 g
NatriumsuKat ........0,5 g
Lithiumkarbonat ....1 g
Stärke ..................1 g
Wismutnitrat .........1 ccm
..................(0,5: 100)
Rubidiumnitrat ......1 ccm
..................(0,5 : 100)


Den kompletten Beitrag zu zitieren wäre sicher nicht angebracht, aber die Rezepte zentralen Bemerkungen sind mal da...


LG,

die eule

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Unendliche Vielfalt in unendlicher Kombination.

Agressiv und feindselig, boshaft, manipulierend und hinterhältig, hämisch, überkritisch, herrschsüchtig und sinnlos brutal, das sind die Primärtugenden, die zusammengenommen Menschen vor allen anderen Spezies auszeichnen.
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Hallo,

heute habe ich von meinem Chemielerer noch verschiedene Chemikalien bekommen (Rubidiumnitrat, Bariumcarbonat, Bariumhydroxid, Cäsiumnitrat,...), jetzt werde ich mal noch andere Mischungen machen.

Ich habe jetzt gerade noch auf meinem Komputer noch eine Kopie eines Beitrags von VC gefunden:

Zitat:
Hallo zuammen,

Die Gläser wurden im Dunkeln fotografiert, ohne dass die UV-Lampe noch leuchtete.

So, jetzt habe ich mal meine Aufzeichnungen sortiert.
Die sind etwas kompliziert, weil darin immer Wieder Bezug genommen wird auf "Ansatz Nr. xy", mit dem die Vorschriften aus dem Handbuch der präparativen Chemie, anorganischer Teil von Vanino. Daher schicke ich diese Vorschriften voraus, die ich teils übernommen, teils modifiziert habe:


1. 20 g Calciumoxyd werden feinst gepulvert, dann innig mit 6 g Stangenschwefel, 2 g Stärke, 0,5 g Natriumsulfat und 0,5 g Kaliumsulfat gemengt. Man verreibt dann das Pulver mit 2 ccm Wismutnitratlösung (0,5 : 100 Alkohol und etwas konzentrierte Salzsäure) und 0,5 g Thallosulfat (0.5 : 100 Wasser).
Die Masse leuchtet violett.

2. 20 g Calciumoxyd, 20 g Bariumhydroxyd, 6 g Schwefel, 1 g Kaliumsulfat. 1 g Natrinmsulfat. 2 g Lithiumcarbonat. 2 g Stärke, 2 ccm Wismutnnitrat (Lösung wie oben), 2 ccm Rubidinnmitrat (l : 100 Wasser).
Die Masse leuchtet tiefblau.

3. 20 g Calciumoxyd, 20 g Strontiumcarbonat, 6 g Schwefel, 1 g Kaliumsulfat, 1 g Natriumsulfat, 2 g Lithiumcarbonat, 2 g Stärke 2 ccm Wismutnitrat (Lösung wie oben), 2 ccm Rubidiumnitrat (Lösung wie oben).
Die Masse leuchtet hellblau.

4. 20 g Calciumoxyd. 20 g Strontiumoxyd, 6 g Schwefel, 1 g Kaliumsulfat, 1 g Natriumsulfat, 2 g Lithiumcarbonat. 2 g Stärke. 2 ccm Wismutnitrat (Lösung wie oben), 2 ccm Rubidiuninitrat Lösung wie oben).
Die Masse leuchtet blaugrün.

5. 10 g Calciumoxyd, 10 g Calciumwolframat. 20 g Strontiumoxyd, 6 g Schwefel, 1 g Kaliumsulfat, 1 g Natrinmsulfat, 2 g Lithiumcarbonat, 2 g Stärke, 2 ccm Wismutnitrat (Lösung wie oben), 2 ccm Rubidiumnitrat (Lösung wie oben).
Die Masse leuchtet meergrün.

6. 40 g Strontiumcarbonat, 6 g Schwefel, 1 g Lithinmcarbonat. 1 g Arsentrisulfid, 2 ccm Thallonitrat (0.5 :100 Wasser).
Die Masse leuchtet hellgrün.

7. 20 g Strontiumcarbonat, 20 g Strontmmhydroxyd, 6 s Schwefel. 1 g Lithiumcarbonat, 1 g (2 ccm) Thalliumnitrat (Lösung wie oben).
Die Masse leuchtet gelbgrün.

8. 100 g Stontiumcarbonat, 100 g Schwefel. 0.5 g Kaliumchlorid. 0,5 g Natriumchlorid. 0,4 g Manganchlorid.
Die Masse leuchtet gelb.

9. 100 g Strontiumcarbonat. 30 g Schwefel, 2 g Soda. 0.5 g Natriumchlorid, 0,2 g Mangansulfat.
Die Masse leuchtet gelb.

10. 60 g Strontiumthiosulfat, 2 ccm Wismutnitrat (Lösung wie oben), 6 ccm Urannitrat (0.5 : 100 Alkohol).
Die Masse leuchtet smaragdgrün.

11. 40 g Bariumcarbonat, 6 g Schwefel, 1 g Lithiumcarbonat, 0.47 g Rubidiumcarbonat. 0.02 g Natriumcarbonat entw.
Die Masse leuchtet tieforangerot.


Das Werk hat drei Auflagen von 1913 bis 1938 erlebt, in denen diese Rezepte unverändert blieben.
Außerdem habe ich mich immer wieder bezogen auf "Vanino 1935 S. 86 (oder 87)", damit ist diese Doppelseite gemeint:



Sie stammt aus: Vanino, Ludwig, Die Leuchtfarben, Verlag von Ferdinand Enke, Stuttgart, Zweite Auflage 1935.
Damit werden meine kurzen Notizen verständlicher, auch wenn der Text wegen der vielen internen Bezüge (ich habe alle Ansätze dreistellig nummeriert von 001 bis 041) sperrig bleibt.
Ich hasse Protokolle Schreiben!
Hier also mein Text.
Bitte bis unten runterscrollen, denn dort steht noch ein Hinweis, wie die Ansätze dem Foto zugeordnet werden können.

001

Halber Ansatz Nr. 10 aus Sr-thiosulfat.
Das Thiosulfat war bei 120°C getrocknetes aus eigener Synthese, also Monohydrat. 30g davon zerrieben und abgewogen (passt genau in den kleinen Tiegel mit Deckel), dazu mit grober Pipette 3 ml Uranlösung und 1 ml Wismutlösung. Wismut war zuviel, bis zu 2 ml, weil der Peleusball undicht war.
Erst bei 120°C getrocknet (20 min.), dann im Tiegel geglüht: 20 Min. bei knapp 900 °C lt. Skala.
Nach Abkühlen ging der Kuchen leicht aus dem Tiegel. Am oberen Rand und in den äußeren Schichten deutlich bessere Phosphoreszenz als innen.
Vermutung, dass Hitze oder Dauer innen nicht ausreichten. Das gesamte Produkt daher pulverisiert und nochmal mit ca. 1,5g Schwefel bei 850-1000°C 30 min. geglüht. Phosphoreszenz auf den ersten Blick enttäuschend, schlechter als die äußeren Teile zuvor, aber besser als die inneren. Insgesamt diesmal überall etwa gleich.

Kann mit UV-Lampe stark angeregt werden, fluoresziert auch gelbgrün mit etwas Verzögerung.
Phosphoreszenz nachhaltig.
11.05.2012, 20.50



002

Halber Ansatz Nr. 10 aus Sr-thiosulfat.
Sr-Thiosulfat wie in 001.
Bi- und U-Lösung genau dosiert.
45 Min. bei 900 °C (durchschnittlich) geglüht.
Kuchen wesentlich schwerer zu pulverisieren als 001, aber die ganze Masse leuchtet gleichmäßig,
nicht stärker als 001. Tiegelinhalt am Rand grauweiß, sonst gelblich, leuchtet überall gleichmäßig.

12.05.2012, 15.45


003

Ganzer Ansatz Nr. 2 aus Bariumhydroxid und Calciumoxid. (Bariumhydroxid war aus Bariumcarbonat durch Glühen mit medizinischer Kohle hergestellt worden. Das Zeug war hart gesintert und dunkel gefärbt vom überschüssigen Kohlenstoff. Reaktion mit Wasser
unter starker Erhitzung zu grauem Pulver)
Alle Komponenten genau eingewogen, Rb-Lösung auf der Waage, ebenso Bi-Lösung, die aber ca. 50% überdosiert wurde. Portionsweise alles fein gemahlen (Sauarbeit, staubt) und in Porzellanschale hinterher nochmal gemischt. alles in kl. Blumentopf umgefüllt und ohne Deckel 45 Min. bei gut 900 °C durchschnittlich geglüht. Spitzentemperatur etwa 1000 °C. Der Tondeckel war beim Hineinstellen heruntergefallen.
Die noch heiße Masse sieht gleichmäßig weiß aus.

Obere Kruste leuchtet gar nicht. Der Konus aus dem Blumentopf leuchtet an den übrigen Teilen
schon nach kurzer Belichtung überraschend stark und schön blau!
Schlackeschicht an Tiegelwänden nur hauchdünn.
Konus mit Sägemesser geteilt: Im Inneren schwach gelblich, aber unterschiedslos gut leuchtend.
Schlackeschicht oben nur 3 mm dick. Kann leicht abgerieben werden.
Masse leuchtet/fluoresziert unter UV an den äußeren Zonen violett, aber phosphoresziert gleichmäßig blau, sehr hell

12.05.2012, 15.20


004

Ganzer Ansatz Nr. 2 wie 003, aber Bariumhydroxid ersetzt durch 23g Bariumcarbonat und 1,4g
medizinische Kohle.
Alle anderen Komponenten eingewogen wie bei 003, Mahlen und Mischen war einfacher, weil eine
vorgefertigte Pulvermischung aus Natrium- und Kaliumsulfat 1:1 verwendet wurde.
Alles in kl. Blumentopf von 003 umgefüllt und mit (zu kleinem) Porzellantiegeldeckel 45 Min.
bei gut 900 °C durchschnittlich geglüht. Spitzentemperatur etwa 1000 °C, alles genau wie 003.

Blumentopf zersprungen. Der Konus ist in zwei Hälften zerfallen. Erwartet wird entsprechend viel
nichtleuchtende Kruste.
Die noch heiße Masse sieht genau so aus wie bei 003.

Alle Krusten leuchten nicht, auch das Innere wesentlich schwächer als 003. Masse scheint insgesamt stärker gesintert (zu hohe Temperatur?). Fluoreszenz unter UV meist blau, wenig Pink, Unterschied zu 003, der fast nur pink fluoreszierte. Starke Schichtung in der Fluoreszenz, was auf Zerstörung der Masse durch Oxidation schließen lässt.
Fazit: Sollte wiederholt werden, diesmal mit neuem Blumentopf, auch durchgehend unter 1000°C.

13.05.2012, 13.00


005

Ganzer Ansatz Nr. 2 wie 003, aber Rubidium ersetzt durch äquimolare Menge Caesium.
Vorgefertigte Pulvermischung aus Natrium- und Kaliumsulfat 1:1 wie bei 004.
In neuem Blumentopf wie 003 umgefüllt und mit (zu kleinem) Porzellantiegeldeckel 45 Min.
bei durchschnittlich 900-950 °C geglüht. Spitzentemperatur etwa 1000 °C, alles genau wie 003, dabei darauf geachtet, dass 1000°C nicht ganz erreicht werden..

Tiegel hatte Sprünge, blieb aber am Stück.
Produkt ließ sich wie 003 leicht und vollständig als konusförmiger Kuchen entnehmen.
Unterer Teil des Konus leuchtet blaugrün in noch warmem Zustand (<100°C).
Nach vollständigem Abkühlen Konus geteilt:

Nichtleuchtende Kruste an Tiegelwand sehr dünn < 1/2 mm kann vernachlässigt werden.
Rest innen gelber als außen, fluoresziert unter UV blau-hellblau (003 war pink)
Kurze Anregung mit Sonnenlicht führt zu sehr heller Phosphorsezenz, innen sehr geringfügig
schwächer als außen, Farbe überall gleich, dabei etwas mehr ins Hellblau als 003. Direkter
Vergleich mit 003 zeigt 003 etwas mehr ins Violett, nach kurzem Abklingen sehen beide gleich aus.
Die Steine auf Raumtemperatur zeigen identische Fluoreszenz in Pink.

13.05.2012, 15.30



006

Ganzer Ansatz Nr. 1. dabei deutlich zuviel Tl-Lösung (gut 1 ml statt 0,5).
In neuem Blumentopf umgefüllt, war nicht halb voll, daher dieselbe Mischung nochmal
hergestellt und insgesamt einen doppelten Ansatz eingefüllt.
Mit passendem Tondeckel 45 Min. geglüht wie Ansatz 005, Spitzentemperatur knapp unter 1000 °C
Stank anfangs stark nach Schwefeldioxid.

Tiegel hatte Sprünge, blieb aber am Stück.
Produkt ließ sich wie 003 leicht und vollständig als konusförmiger Kuchen entnehmen.
Unterer Teil des Konus leuchtet blaugrün in noch warmem Zustand (<100°C).
Nach vollständigem Abkühlen Konus geteilt:

leuchtet insgesamt deutlich schwächer als Ansatz 2 nach Vanino

14.05.2012, 17.20


007

Ganzer Ansatz Nr. 1. dabei Tl durch 2,5ml U-Lösung ersetzt.
Nur ein einfacher Ansatz, ebenso wie 006 geglüht.

Tiegel hatte Sprünge, blieb aber am Stück.
Produkt ließ sich wie 003 leicht und vollständig als konusförmiger Kuchen entnehmen.

Völlig identisch mit 006, in Farbe und Intensität. Vielleicht minimal heller als 006.

14.05.2012, 18.00



008

Ganzer Ansatz Nr. 1. wie bei Vanino, aber zusätzlich 1g Lithiumcarbonat zugegeben, denn
dies könnte zum Sintern gefehlt haben.
Nur ein einfacher Ansatz, ebenso wie 006 und 007 geglüht.
Frappierender Effekt: Phosphoreszenz drastisch verstärkt, in den äußeren Schichten des
Konus schwächer.
Warmer Konus fluoresziert unter UV im Innern in schönem Türkis, außen blau. Nach dem Abkühlen außen Pink, innen blau.

Farbe etwas mehr ins Violette als 002, daher etwas dunkler erscheinend, aber wenig Unterschied.
Vermutlich hätte etwas milderes Glühen eine noch bessere Phosphoreszenz gebracht (weil innen
besser).

14.05.2012, 19.00



009

Um zu ergründen, ob sich der schwache Ansatz ohne Lithiumcarbonat durch erneutes Glühen mit
Lithiumcarbonat "retten" lässt, wurde die Hälfte in einem kleinen Tontiegel mit Deckel nochmals
mit 1g davon und etwas Schwefel (ca. 0,5g zum Ausgleich von Oxidationsverlusten) geglüht.
Tiegel war voll ausgefüllt.

Fazit: Phosphoreszenz deutlich verbessert, aber nicht ganz wie der richtig hergestellte Ansatz.
Das "Nachbessern" kann den Mangel also nur teilweise ausgleichen, ca halb bis 2/3.

14.05.2012, 19.50


010

Halber Ansatz Nr. 10 aus Sr-thiosulfat, diesmal mit 1,5g Lithiumcarbonat zusätzlich,
das den Ansatz Nr. 1 bedeutend verbessert hat.
Mischung wie 001, halber Ansatz plus 1,5 g Lithiumcarbonat

Geglüht in kleinem Blumentopf, bedeckt mit Scherben eines Tiegeldeckels, 35 min. bei 800
bis 950 °C.
Kuchen war erheblich gesintert und innen teils hart. Ging aber noch gut aus dem Topf.

Phosphoreszenz viel stärker als bei 001/002 und schön smaragdgrün.

Fluoreszoert hell gelb unter UV.
Phosphoreszenz nachhaltig.

15.05.2012, 16.20


011

Ansatz Nr. 3, ganzer Ansatz.
Leicht zu mischen. Keine nennenswerte Wärmeentwicklung der Lösungen mit CaO.
Rb versehentlich überdosiert (3 ml statt 2)

Geglüht in großem Blumentopf, bedeckt mit kl. Untersatz, 40 min. bei 900 bis 950 °C
Topf gesprungen, aber noch am Stück. Daher Oxidationsverluste am Rand erwartet.

Konus gut gesintert, zeigt ausgeprägte Höhlung innen.
In heißem Zusatnd (gut 100 °C) starke gelbgrüne Fluoreszenz im UV, phosphoresziert
blaugrün, abgefallene Stücke, die erst für Schlacke gehalten wurden
phosphoreszieren hellblau. Vielversprechend!
Konus teilweise innen hohl, fluoresziert bei ca.60 °C stark hellblau im UV, die heißen
Teile mit schnell nachlassender kräftig blaugrüner Phosphoreszenz.
Sehr schönes Farbenspiel von außen nach innen von hellblau nach blaugrün übergehend.
(Von diesem Ansatz kam das erste Foto in der chinesischen Suppenschüssel)

16.05.2012, 18.50


012

Ansatz Nr. 4, ganzer Ansatz.
Vorsicht: die Rb-Lösung reagiert heftig mit SrO, ein Plastikbecher durchgeschmort!
Rb ebenfalls versehentlich überdosiert (3 ml statt 2)

Geglüht in großem Blumentopf, bedeckt mit kl. Untersatz, 40 min. bei 900 bis 950 °C
geplant, aber nicht aufgepasst!
Temperatur zeitweise bis fast 1100 °C. Daher bereits nach 33 Min. rausgenommen.

In warmem Zustand (ca. 80°C) starke blaugrüne Fluoreszenz, gleichmäßig.
Im Innern ein loser "Kern", der entnommen werden kann.
Im direkten Vergleich fluoresziert unter UV Ansatz 11 in Pink und Aquamarin in
scharf unterschiedenen Zonen, phosphoresziert aber in hellblau/blaugrün sehr schön.
Ansatz 12 dagegen fluoresziert in Türkis und phosphoresziert auch so. In der
Schichtung wesentlich gleichmäßiger als 11

16.05.2012, 19.20


013

Ansatz Nr. 5, ganzer Ansatz.

Geglüht in großem Blumentopf, bedeckt mit kl. Untersatz, 40 min. bei 850 bis 950 °C

Konus gut gesintert, etwas geschrumpft und leicht entfernbar.
In warmem zustand (ca. 80°C) blaugrüne Fluoreszenz im UV, außen mehr blau, innen mehr grün.

Vollständig erkalteter Konus fluoresziert gleichmäßig hellgrün,bei unveränderter Phosphoreszenz:
außen heller und mehr blau, innen etwas schwächer und grünlich.
Unterschied zu 011 scheint nur sehr gering zu sein.

17.05.2012, 13.20



014

Ansatz Nr. 6, ganzer Ansatz.

Geglüht in großem Blumentopf, bedeckt mit kl. Untersatz, 40 min. bei 850 bis 950 °C

Konus erheblich geschrumpft, fällt fast von selbst aus dem Topf.
der fast kalte Konus zeigt krass unterschiedliche Zonen: Fluoreszenz im UV, meist orange(!)
die beiden Enden blaugrün / aquamarin. Die gesamte der Luft ausgesetzte Oberfläche fluoresziert aquamarin.

Phosphoreszenz in gleicher Farbe, wobei das Orange deutlich schwächer ist.
geteilter Konus zeigt enttäuschendes Ergebnis: Im Inneren fast gar keine Phosphoreszenz,
außen schwach orange, und nur am unteren und oberen Rand eine schmale Zone mit hellem Aquamarin.
Die aquamarin-Zonen waren alle beim Glühen mit Luft in Berührung.
Möglicherweise ist der Ansatz zu schwefelhaltig und bekam nur an den gerösteten Stellen
die richtige Zusammensetzung.
Statt den Ansatz zu verwerfen, soll versucht werden, ihn durch kurzes Glühen an der Luft
zu verändern.
Grob zerkleinert auf Untersatz gehäuft und 20 Min. bei 850-950°C geglüht.
Untersatz natürlich gesprungen
Nach erneutem Glühen alles unverändert, nur Phosphoreszenz noch etwas schwächer. Ansatz verworfen.

17.05.2012, 15.30


015

Ansatz Nr. 11, ganzer Ansatz.

Geglüht in großem Blumentopf, bedeckt mit kl. Untersatz, 40 min. bei 850 bis 950 °C

Fluoresziert teils gelb, teils sehr schwach orange.
Phosphoreszenz gelb, aber nur an einigen Stellen.
Ganz anders als beschrieben.
Ansatz taugt nichts, verworfen.

17.05.2012, 15.20



016

Ansatz Nr. 11, ganzer Ansatz.

Geglüht in großem Blumentopf, bedeckt mit kl. Untersatz, 40 min. bei 850 bis 950 °C

Diesmal 0,5g Kaliumsulfat und 0,5g Natriumsulfat zugesetzt, weil möglich ist, dass dem
in Originalzusammensetzung gescheiterten Ansatz dieses Sintermaterial fehlte (obwohl
unwahrscheinlich, weil nur sehr wenig Natriumcarbonat zugesetzt werden sollte)
Noch sehr heiße Mischung leuchtet gar nicht. stellenweise rosa Fluoreszenz im UV.
beim Abkühlen kommt stellenweise schwache gelbe Phosphoreszenz durch, die schnell
abklingt.
Ansatz wie 015 - verworfen.

17.05.2012, 18.00



017

Ansatz Nr. 11, ganzer Ansatz.

Geglüht in großem Blumentopf, bedeckt mit kl. Untersatz, 40 min. bei 850 bis 950 °C

Diesmal wieder Originalzusammensetzung mit vertauschten Mengen Natriumcarbonat und Rb-carbonat.
Möglich, dass im gescheiterten Original-Ansatz diese Bestandteile verwechselt wurden.

Nur die dünne gelbe Schlackeschicht fluoresziert.
Alles genau wie 016. der Ansatz wird verworfen.
Mischung 11 ist nicht zu reproduzieren.

17.05.2012, 18.40


018

Ansatz Nr. 7, ganzer Ansatz.

Geglüht in großem Blumentopf, bedeckt mit kl. Untersatz, 40 min. bei 850 bis 950 °C
(wie immer)
Fluoreszenz unter UV mäßig in hellgrün-gelb bis orange. Außen heller als innen.
Ebenso die Phosphoreszenz. Mäßig, uneinheitlich und außen heller als innen.

Gerade noch akzeptabel zum Aufbewahren, aber kein guter Ansatz.

18.05.2012, 14.20



019

Ansatz Nr. 8, halber Ansatz.

Geglüht in großem Blumentopf, bedeckt mit kl. Untersatz, 40 min. bei 850 bis 950 °C
Temperaturkontrolle fiel aus, vermutlich wegen der großen Mengen Schwefeloxide, die
aus dem Ofen kamen. Furchtbarer Gestank.
Topf bald gesprungen.
Gasentwicklung lässt nur langsam nach. Nach ca. 20 Min. funktionierte die temperatur-
kontrolle plötzlich wieder.
Fast 1000 °C, immer noch leichte Rauchentwicklung.
Material schlecht gesintert.
Unter UV ist der noch warme Konus fast dunkel. Phosphoreszenz mittelmäßig nur außen
in einer dünnen Schicht unter der schlacke, innen schwach, alles in gelb, ohne Farbschattierungen.
Insgesamt schlechter Ansatz.
Wegen der Gefahr durch die massive Gasentwicklung und möglicher Schäden am Ofen wird
auf Ansatz 9 daher komplett verzichtet und weitere Versuche mit Massenansätzen 8 und
9 nicht mehr durchgeführt.

18.05.2012, 15.10


020

Ansatz Nr. 1, Dabei Calciumoxid durch Strontiumoxid ersetzt. 3,5g Schwefel um eine
ähnliche stöchiometrische Zusammensetzung zu erzielen, 2ml Tl-Lösung, 1g Lithiumcarbonat,
alles andere wie Vanino Ansatz 1.

Geglüht in kl. Blumentopf, bedeckt mit kl. Untersatz, 30 min. bei 850 bis 950 °C

Ansatz stark gesintert, teils geschmolzen und mit Tiegel verbacken, kaum herauszukriegen.
Teilweise schöne hell blaugrüne-hellblaue Fluoreszenz und Phosphoreszenz.

Zusammengeschmolzene Masse teils extrem hart und nicht zu mahlen.
Versuch mit weniger Schmelzmittel wäre angebracht.

19.05.2012, 16.10


021

Ansatz nach Nr. 1, Dabei Calciumoxid durch 40g Strontiumcarbonat ersetzt. 7g Schwefel,
je 1 g Kalium- und Natriumsulfat, 2g Lithiumcarbonat, 2g Stärke.
Als Schwermetalle: 2ml Tl-Lösung, 4ml Bi-Lösung

Geglüht in großem Blumentopf, bedeckt mit kl. Untersatz als Deckel, 40 min. bei 850 bis 950 °C

Stark verbacken, aber noch aus dem Topf zu lösen.
Kräftige gelbgrüne unterschiedslose Fluoreszenz im UV, Phosphoreszenz gleicher Farbe nur außen!

Vermutung, dass beim raschen Erhitzen Schwefel außen verdampft und innen kondensiert, wo der zu hohe Sulfidgehalt Phosphoreszenz stört.

Also nächster Ansatz mit weniger Schwefel und halber Schmelzmittelmenge.

20.05.2012



022

Ansatz nach Nr. 1, Lehren aus 021 berücksichtigt.
40g Strontiumcarbonat, 5,2g Schwefel, je 0,5 g Kalium- und Natriumsulfat, 1g Lithiumcarbonat, 2g Stärke.
Als Schwermetalle: 2ml Tl-Lösung, 3ml Bi-Lösung

Geglüht in großem Blumentopf, bedeckt mit kl. Untersatz als Deckel, 35 min. bei 850 bis 950 °C

Ansatz deutlich weniger verschmolzen und besser aus topf zu lösen, aber ansonsten völlig gleicher Befund.

Vermutung, dass reduzierende Stärke im Innern stört. Nochmal ohne Stärke versuchen.

20.05.2012,



023

Ansatz nach Nr. 1, Lehren aus 021 und 022 berücksichtigt.
40g Strontiumcarbonat, 6g Schwefel, je 0,5 g Kalium- und Natriumsulfat, 1g Lithiumcarbonat.
Als Schwermetalle: 2ml Tl-Lösung, 3ml Bi-Lösung

Geglüht in großem Blumentopf, bedeckt mit kl. Untersatz als Deckel, 35 min. bei 850 bis 950 °C

Wieder der gleiche Befund: weitere Schicht innen fluoresziert zwar stark aber leuchtet nicht. Kern
komplett dunkel.

Bleibt die Möglichkeit, dass innen hartnäckige Polysulfide entstehen.

20.05.2012


024

Ansatz wie 023, aber mit der Hälfte (nur noch 3g) Schwefel.
40g Strontiumcarbonat, 3g Schwefel, je 0,5 g Kalium- und Natriumsulfat, 1g Lithiumcarbonat.
Als Schwermetalle: 2ml Tl-Lösung, 3ml Bi-Lösung.
Rohmasse im Topf diesmal nicht festgedrückt.

Geglüht in großem Blumentopf, bedeckt mit kl. Untersatz als Deckel, 35 min. bei 850 bis 950 °C

Ergebnis identisch, Kuchen etwas lockerer, abe rnur außen phosphoreszierend. Innen sehr schwach.
kein Unterschied.
Ansatz verworfen.
20.05.2012


025

Ansatz wie 024, aber wieder mit 6g Schwefel.
40g Strontiumcarbonat, 6g Schwefel, je 0,5 g Kalium- und Natriumsulfat, 1g Lithiumcarbonat.
Als Schwermetalle: 2ml Tl-Lösung, 3ml Bi-Lösung, 10 mg Eisen II sulfat in wss. Lsg.

Eisen deshalb, weil noch der rote Tontopf als Eisenlieferant in Frage kommt, weil nur an den
Außenwänden eine dünne Schicht wirklich gut phosphoreszierte.

Wieder 40 Min. bei 850-950°C geglüht. Kein Unterschied zu vorher. Ansatz verworfen.

20.05.2012


026

Ansatz wie 024, aber zunächst das Carbonat mit Schwefel allein geglüht, pulverisiert und dann
mit Tl/Bi versetzt und weitergeglüht (Methode nach Lenard)

Ergebnis genau wie zuvor, selbe Farbe, aber nur sehr dünne phosphoreszierende Schicht.
Ansatz verworfen.

23.05.2012



027

Weil die bisherigen Versuche mit aktivierenden Schwermetallen Bi/Tl fehlschlugen,
ein neuer Versuch mit Bi/U, 40g Sr-carbonat, 8,5g Schwefel.
2g Lithiumcarbonat, 2g K/Na-sulfat Gemisch, dann mit 6ml U-Lösung und 2 ml Bi-Lösung
verrieben.

Locker in Tiegel gehäuft und fast 70 Minuten in kaltem ofen erhitzt, bis auf 950 °C.

Ebenfalls nur dünne Schicht mit sehr heller Phosphoreszenz, darunter etwa 2/3 des
Ansatzes gelb, fluoresziert blaugrün, phosphoresziert auch gut. Nur innerer Kern weiß
und taub ohne UV-Aktivität und ohne Phosphoreszenz. Kern verworfen.
Rest leuchtet stark aber unregelmäßig hell einheitlich in aquamarin bis smaragd.

24.05.2012, 18.00


028

Ansatz wie 027, mit der halben Schmelzmittelmenge beider Sorten, auch langsam im Ofen erhitzt.
Diese Methode ergibt keinen Unterschied zu den in den heißen Ofen gebrachten Ansätzen.

In den Ansatz wurde ein kleinerer Blumentopf eingesetzt, weil immer die mit dem Ton in
Kontakt stehenden Schichten am besten bzw. überhaupt leuchteten.
So war es auch hier.
Außerdem war der kleinere Topf innen und außen vollkommen "glasiert", als ob Schmelzmittel
hinein diffundiert wäre.
Die gut leuchtenden Teile waren gelb, die übrigen, inneren, weiß. Letztere konnten einfach
mit einer groben Feile entfernt werden.
Schön hell smaragdgrün, unterschiedslos.

25.05.2012, 16.20



029

Ansatz wie 027, nur mit 2,4g Lithiumcarbonat als Schmelzmittel in den heißen Ofen gestellt.

Hier genügt weniger, denn der ganze Ansatz war stark gesintert.
Ein wesentlich größerer Teil leuchtet, aber innen immer noch schlechter.

Brocken sehr hart. Höchstens 1,5g Lithiumcarbonat sollten reichen.

Zwischen Ansatz und Topf stellenweise schwarze Schmelzschicht gefunden.
Vermutlich auch Temperatur zu hoch.

25.05.2012, 16.20



030

Ansatz wie 027, plus 2 ml Rb-Lösung, aber nur 1,1g Lithiumcarbonat als Schmelzmittel
in den heißen Ofen gestellt.

Nur eine dünne Schale leuchtet gut, Befund wie bei den ersten Versuchen.
Inneres leuchtet schwächer, Kern gar nicht, etwa haselnussgroß und weiß, andere Teile
waren gelblich.
Lässt sich leicht pulverisieren.

25.05.2012, 16.20


031

Ansatz wie 030, dabei 10g des Carbonats durch 10g Thiosulfat ersetzt, entsprechend
weniger Schwefel genommen (6g), mit 1,5g Lithiumcarbonat als Schmelzmittel
70 Min. im kalten Ofen erhitzt.

Ergebins identisch mit 030: Nur eine dünne Schale leuchtet gut,
Inneres leuchtet schwächer, Kern gar nicht, etwa haselnussgroß und weiß, gelungenere
Teile waren gelblich. Lässt sich leicht pulverisieren.
Kern ist weiß und fluoresziert auch nicht. Schlechtes Material mit Feile abgesondert,
hat sandige, körnige Konsistenz (etwa 1/3 des Ansatzes) und mit etwas Schwefel und
Lithiumcarbonat erneut 25 Min. im heißen Ofen (850-950 °C) geglüht.

Ergebnis: Zusatz von Lithiumcarbonat wäre nicht nötig gewesen, zu stark verbacken.
Aber der größte Teil des Materials leuchtet gut!
Im Innern scheint also Schwefel zu fehlen.

Vermutung: Der Schwefel entweicht aus einem größeren Ansatz im Inneren, indem er geschmolzen
in die trockenen Partien einsickert, in denen er bereits verdampft oder abreagiert ist.
Dort kommt dann eine ausreichende Menge Schwefel hin, während das Innere, bevor es heiß genug
zum Reagieren ist, an Schwefel verarmt.
Andererseits hatte ein Ansatz nach Lenard (mit fertigem Sulfid) ebenfalls diese Schichtung.
Aber so kommt man der Sache doch näher!

26.05.2012, 18.00 me


032

Hälfte des Ansatz 028 nochmal mit etwas Schwefel 30 Min. geglüht, in kleinem Topf, mit Scherben abgedeckt.
Unter einer dünnen, nicht leuchtenden Schlackeschicht war der Ansatz erheblich verbessert, so gut wie das gekaufte Präparat.

Demnach ist der Schwefelverlust beim Erhitzen im Inneren die Ursache für das frühere Scheitern der Sr-Ansätze.
Damit ist das Thema reine Sr-Phosphore abgeschlosssen.

29.05.2012, 18.00



033

55g Bariumcarbonat 9,5g Schwefel, 1,1g Lithiumcarbonat, 3ml Kupfersulfatlösung (0,65g Pentahydrat auf 100 ml Wasser)
Das sollte dem von Vanino beschriebenen rot leuchtenden Ansatz (S. 86) stöchiometrisch etwa entsprechen.

Ofen 20 min. vorgeheizt, dann eine Stunde den Tiegel hineingestellt, für schnelle Abkühlung gesorgt.

Masse leuchtet in warmem Zustand (ca. 100 °C schlecht, aber bei 30 °C sehr schön hell gelborange,
unterschiedslos durch die ganze Masse. Sehr kräftige Fluoreszenz im UV in gleicher Farbe. Durch Erwärmen (heißes Stück Masse hineingeworfen) wird die Phosphoreszenz stark erhöht.
Nicht sehr dauernd aber stark.
Stellenweise gelbgrüne Phosphoreszenz, scheint von Temperatur abzuhängen.
In der Kälte (Gefrierfach, ca. 0 °C) Phosphoreszenz mehr orange und dauernder.
Wird durch sichtbares Licht nur schlapp angeregt, UV wesentlich (!) besser.

Vanino beschreibt in der Tabelle (S. 88/89), dass beim Strontiumsulfid Uran und Tl kein sichtbares
Nachleuchten geben, dabei werden im Handb. d. präp. Chemie gerade solche Ansätze beschrieben und haben hier auch geklappt.
Auch mit BaS soll U kein Nachleuchten geben. Wird morgen ausprobiert. Ggf. in Kombination mit Cu.
Danach Borate als Schmelzmittel ausprobieren.

31.05.2012, 19.20


034

Ansatz von 033 mit 1,5g Li2CO3 und 5g Uranylnitratlösung statt Cu wiederholt.

Ofen 20 min. vorgeheizt, dann eine Stunde den Tiegel hineingestellt, für schnelle Abkühlung gesorgt.
Genau wie bei 033.

Masse leuchtet überhaupt nicht, nur stellenweise ganz schwach wie 033, möglicherweise durch Verunreinigung.
Deshalb nach Erkalten pulverisiert (schwierig, weil stark zusammengebacken) und mit 4g Cu-Lsg.
nochmal 1/2h auf 900°C erhitzt.

Ergebnis identisch mit 033

01.06.2012, 19.20


035

18,25g SrCO3, 25g BaCO3, 10,5g Schwefel, 1g Li2CO3, 1,42g Mg-Hydroxid, 3ml Kupfersulfatlösung und
3 ml U-Lösung, entsprechend Vanino (S. 86) mit U statt Th.

Ofen 20 min. vorgeheizt, dann eine Stunde den Tiegel hineingestellt, für schnelle Abkühlung gesorgt.
Genau wie bei 033.

Hier fällt auf, dass der Ansatz zwar noch heiß, aber bereits weitgehend abgekühlt immer noch rotglühend scheint, wenn er aus dem Tiegel kommt.
Vanino beschreibt das auch, aber ohne die Farben zu nennen.
Zeigt in heißem Zustand weder Phosphoreszenz noch Fluorezenz, aber nach dem Auskühlen unter 100 °C durchgehend beides gelb mit kleinen gelbgrünen Bereichen.

03.06.2012, 16.20


036

Ansatz wie Nr. 1 S. 86 nach Vanino 1935.
Alles genau abgewogen, passte gut in kleinen Blumentopf.

Leuchtet ganz genau wie 008. Entspricht in jeder Hinsicht dem Ansatz Nr. 1 nach Vanino
im Handb. d. präp. Chemie, aber einfacher herzustellen und mit dem sympathischen
Schmelzmittel Lithiumsulfat: Konus gleichmäßig verbacken, sehr leicht entfernbar, keine
Reste am Topf.

Zerkleinern des Konus macht etwas Mühe. Vorsicht, druckempfindlich.
Lieber warten und verwittern lassen?
Im Dunkeln werden nichtleuchtende Bereiche bemerkt, umgeben von hellem Hof. Diese erscheinen
bei Licht braungrau - Nester von Bi-sulfid! Möglicherweise nicht richtig gemischt.
Daher pulverisiert und mit 1g Schwefel und 1/2 ml Bi-Lösung nochmal 20 Min. bei 900°C geglüht.
Ergebnis gleichmäßiges Leuchten, gut, aber nicht insgesamt besser als zuvor.

07.06.2012, 13.20


037

Ansatz wie 033, aber mit Lithiumphosphat.
Großer Tiegel mit Deckel.

Beim Herausnehmen nach 30 Min. Topf völlig zerfallen, aber Ansatz zum großen Teil gerettet.
Im oberen Bereich geht das Leuchten mehr ins Gelbliche.
Diesmal leicht mit Tageslicht anzuregen, auch mit LED-Lampe.
Wesentlich heller als mit Lithiumcarbonat!
Leuchten wie bei den Ca-Phosphoren auch im Schatten im Haus gut zu erkennen, erheblich röter
als die anderen Ba-Cu-Asätze, die gelborange waren.

07.06.2012, 12.20




038

Ansatz wie Nr. 2 S. 86 nach Vanino 1935.
Alles genau abgewogen, Barium stöchiometrisch als Carbonat eingewogen, in großem Blumentopf mit Deckel.
Leuchtet genau wie 003, aber fluoresziert etwas mehr hellblau im Inneren und pink außen.
Auch hier waren (wenige) Wismut-Nester zu erkennen,mit geringfügig hellerem großen „Hof“.
Farbe der Phosphoreszenz überall gleich blau, bis zur nicht leuchtenden Schlackeschicht. Teile des Konus unzerkleinert aufbewahrt.

08.06.2012, 15:00



039

Ansatz wie Nr. 3 S. 86 nach Vanino 1935.
Alles genau abgewogen, Sr stöchiometrisch als Carbonat eingewogen. in großem Blumentopf mit Deckel.
Entspricht in jeder Hinsicht dem Ansatz Nr. 3 nach Vanino-Handbuch.
Höhlung im Inneren hatte sich gebildet. An den Grenzflächen zur Höhlung und zur Außenschicht ist die Phosphoreszenz blau/hellblau und geht nach innen über aquamarin in hellgrün über. Sehr ästhetisch. Die Stücke des Konus wurden nicht weiter zerkleinert.

08.06.2012, 15:30



040

Ansatz wie Nr. 4 S. 86 nach Vanino 1935.
Alles genau abgewogen, Sr als Oxid, in großem Blumentopf mit Deckel.

Fluoresziert sehr schön hellblau, phosphoresziert ähnlich wie 039, mit weniger Unterschieden zwischen Mitte und Rand. Evtl. insgesamt etwas schwächer.

In Intensität ähnlich dem Ansatz mit dem Calciumwolframat nach Vanino-Handbuch, aber mehr hellblau statt grünlich.

09.06.2012, 15:30



041

Erster Versuch eines Samarium-Phosphors
Auf der Grundlage der Vorschrift von Travnicek (Vanino 1935, S. 89) wurde der Calcium- und Strontium-Ansatz 1:1 gemischt und auf 20g SrO umgerechnet. Grund: erfahrungsgemäß leuchten Ca/Sm-Mischphosphore am besten.
Mangels LiF wurde Lithiumsulfat zugesetzt, 30 Min. bei der üblichen Temperatur geglüht (im gr. Topf mit Deckel).

Zusammensetzung:
CaO 18g
SrO 20g
Li2SO4 2,5g
Sm-Lösung (1 mg/ml Ethanol) 1,5g (überdosiert, es sollten 1,4 ml sein)
Schwefel: 19,4g
Stärke: 3,3g

Interessantes Ergebnis:
Außenschicht am Topf hängengeblieben, weil Konus geschrumpft ist. Dieses Material wurde abgekratzt und im UV untersucht. Braucht mehrere Sekunden, um pink-rosa zu fluoreszieren und phosphoresziert gelborange, aber nicht besonders stark.
Der Konus selbst wurde zerteilt. Die oberste dünne Schicht nur in der Mitte phosphoresziert hellblau – violett, der Rest der oberen Schicht hell pink-orange. Erst nach dem Abkühlen wird der ganze Konus angeregt mit UV. Dabei fängt er mit mehreren Sekunden Verzögerung zu fluoreszieren an.
LED-Licht kann auch anregen, aber wesentlich schwächer.
Das Innere leuchtet insgesamt schwächer, alles in pink.

09.06.2012, 21:00


042

Ansatz wie 041, aber:
Strontiumcarbonat statt Oxid, 1,2g Lithiumphosphat als Schmelzmittel und Stärke vergessen.

Vergessene Stärke hat keinen Einfluss, denn der Ansatz leuchtete etwas besser, mit etwas größerem Anteil an besseren Zonen außen am Konus.
Gleiche Farbe, ebenso die Erscheinung, dass unter UV die Masse erst langsam in die Gänge kommt.
Li-Phosphat sollte vorsichtiger dosiert werden, denn der Konus ist ungewöhnlich hart. 0,8g sollten ausreichen.
Wieder die typische Krankheit der Sr-Ansätze, die innen schlechter leuchten. Nächster Versuch soll reiner CaSm-Phosphor sein.

10 06 12, 15:00



043

Ca/Sm nach Vanino/Travnicek Nr. 1, Schmelzmittel 1g Li-Phosphat.in zehnfachem Ansatz. Gesamtmenge zweigeteilt (043a und 043b), mit zusätzlich a ml Bi-Lösung in Ansatz b.
Ergebnis enttäuschend. In kleinen Töpfen geglüht zersprangen die Deckel bald, starke Qualmentwicklung (evtl. auf Stärke verzichten?)
Ansatz a sehr schwaches Leuchten mit langer Verzögerung der Fluoreszenz in UV, Ansatz b zeigte fast nur Bi-Leuchen, Sm-Leuchten auch sehr schwach, bei beiden Ansätzen wie zuvor mehr außen. Innen durchweg wenig Sm-leuchten, in b dafür starkes Bi-Leuchten.

10.06.12, 16.15



044

Analog zu Ansatz 31 auf Tabelle Vanino S. 89:
51g Bariumcarbonat, 9g Schwefel, 1,5g Kaliumtetraborat, 1ml Bi-Lösung.
30 Min. im abgedeckten Blumentopf geglüht, gut 800 °C.
Hat sich gelb verfärbt, bis auf weißen Kern, der nicht leuchtet. Im UV helle gelbe Fluoreszenz, von UV und normalem Licht zu gelber Phosphoreszenz angeregt, hell, aber nicht besonders, und auch nicht sehr dauernd.

15.06.12 16.20



045

Ba-Bi-Ansatz wiederholt mit Lithiumphosphat als Schmelzmittel.
Kann man vergessen, leuchtet nur in den äußersten Bereichen hell gelb.
Verworfen.

16.06.12 20.00


046

SrSm-Ansatz nach Vanino-Travnicek mit Lithiumphosphat als Schmelzmittel, 4facher Ansatz in kleinem Topf geglüht.
Sieht sehr gut aus! Helle Phosphoreszenz in mehr als 2/3 der Masse nach UV-Anregung, sichtbares Licht regt kaum an.

Gesamter Ansatz pulverisiert und nochmal mit 2g Schwefel im selben Topf geglüht. Danach durchgehend gut und hell leuchtend. Vermutlich wird das Phosphat es auch tun. Ein ansatz mit LiF wird später noch zur Kontrolle gemacht.

16.06.12


Das waren schon alle.


Grüße vom
Dr. Death




mfG
Lithiumoxalat.
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Ich erinnere mich an diesen Beitrag von Dr. Death damals auf VC. Diese Rezepte sind auch von Vanino gewesen (siehe links in meinem Artikel unter "Literatur").

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Guten Abend,

hab jetzt gerade mal eine Ba-Leuchtmasse ausprobiert (kleine Menge, da Ofen noch nicht fertig) und hatte sehr guten Ervolg.

Die zusammensetzung:

2 g Bariumhydroxid
2 g Calciumoxid
0,6 g Schwefel
0,1 g Kaliumchlorid
0,1 g Natriumchlorid
0,2 g Lithiumcarbonat
0,2 g Stärke

Dotiert mit 0,2 ccm Rubidiumnitratlösung und 0,2 ccm Wismutnitratlösung.
Die Phosphoreszenz (blau) ist sehr stark, leuchtet sehr lange nach und es genügt schon Glübirnenlicht zur anregung.

Diese Mischung ist bisher die beste mischung, die ich gemacht habe.

mfG
Lithiumoxalat.

PS: Kennt jemand Literatur, wo beschrieben wird wie das Leuchten zustandekommt?
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Pok
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Zu der Literatur sollte man mal in der aktuellen Literatur (nicht in der alten) einfach nach Bologneser Leuchsteinen suchen. Es gibt garantiert auch Dissertationen, wo der Mechanismus der Phosphoreszenz ganz speziell für die Leuchtsteine beschrieben wird. Müsstest du selbst mal googeln.

Hattest du nicht noch Schwierigkeiten an Strontium- und Lithiumthiosulfat zu kommen? Hier sind mögliche Anleitungen:

SrS2O3:
- Sr(OH)2-Lösung mit Schwefel kochen und mit Alkohol niederschlagen
- SrS-Lösung mit SO2 behandeln
- kochende Sr(NO3)2-Lösung mit Natriumthiosulfat-Lösung versetzen, abkühlen und ggf. mit Alkohl versetzen

Für Li2S2O3 muss man sich erstmal Bariumthiosulfat herstellen:
- heiße konzentrierte BaCl2-Lösung mit heißer konz. Natriumthiosulfat-Lösung versetzen und abkühlen lassen. Ob die wirklich heiß sein müssen, ist fraglich, da das Ba-Thiosulfat nur wenig wasserlöslich sein soll.

Das ausgefallene Bariumthiosulfat versetzt man dann in Suspension/Lösung mit Lithiumsulfat, wobei BaSO4 ausfällt und Li-Thiosulfat gelöst zurückbleibt und eingedampft wird. Es soll hygroskopisch sein. Der ganze Aufwand fürs Li-Thiosulfat lohnt sich vermutlich nicht, weil ja in der Liste nur eine einzige Anleitung damit gearbeitet hat.
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Danke Pok,

Ich werde so Strontiumthiosulfat herstelle, aber zuerst muss ich noch Strontiumcarbonat zum Oxid umwandeln und mit wasser versetztn... Weisst du gerade wie heiss man Strontiumcarbonat glühen muss um das Oxid zu erhalten?


Bis jetzt sind folgende Mischungen zu empfehlen:

20 g Bariumhydroxid
20 g Calciumoxid
6 g Schwefel
1 g Kaliumchlorid
1 g Natriumchlorid
2 g Lithiumcarbonat
2 g Stärke

2 ccm Rubidiumnitratlösung
2 ccm Bismutnitratlösung

Da ich mein zweiten Ofen noch nicht fertig habe, habe ich kleine Portionen dieser Mischung mit dem Lötbrenner auf einem Feuerleichtstein gebrannt. (nur kurz aber ziemlich heiß)
Die Mischung Phosphoresziert sehr hell Dunkelblau, und nach längerer Zeit geht das dunkelblau in ein grün über.

Diese Mischung eignet sich auch wunderbar zur Herstellung von Leuchtfarben (hell, langsame Abklingzeit).
Lustig sah es aus, als ich nach dem pulverisieren und umfüllen von Leuchtsteinen den UV Scheinwerfer den Arbeitsplatz beleuchtete und nachher das Licht ausschaltete... überall hat es ein bisschen Phosphoresziert, sogar mein Kittel und meine Hände haben geleuchtet.


Auch gut bewährt hat sich diese Mischung:

6 g Strontiumcarbonat
6 g Calciumoxid
2 g Soda
Bismuthnitratlösung als Dotierung


Gleich wie Oben gebrannt.
Die Phosphoreszenz ist türkis-grün (weniger heiß gewordene Stellen rot! aber leider nur kurz) und sehr stark.
Die Phosphoreszenz ist auch bei dieser Mischung ziemlich lange anhaltend.

mfG
Lithiumoxalat.

PS: Heute ist mir aufgefallen, dass ich es beim bestellen der Chemikalien ziemlich gut gemeint habe, denn ich könnte damit etwa 5 kg Leuchtsteine machen...
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@Pok: hast du nicht auch einen gangbaren Weg zur Darstellung von Strontiumoxid, oder -hydroxid in Petto? Einen, ohne dass man dabei auf 1200 °C erhitzen muss?

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Lithiumoxalat hat Folgendes geschrieben:
aber zuerst muss ich noch Strontiumcarbonat zum Oxid umwandeln und mit wasser versetztn... Weisst du gerade wie heiss man Strontiumcarbonat glühen muss um das Oxid zu erhalten?

Wieso willst du das Oxid mit Wasser versetzen? Wenn dein Ziel Strontiumhydroxid ist, geht das auch einfacher. Eine Strontiumsalzlösung (Nitrat oder Chlorid, wie Wikipedia sagt) mit NaOH-Lösung versetzen und die Suspension langsam unter Rühren bis zum Sieden erhitzen. Möglichst großes Gefäß benutzen und sehr langsam Abkühlen lassen (sofort nach dem Erhitzen mit Rettungsdecke umhüllen). Dann entstehen massive Sr(OH)2*x H2O - Kristalle (einige mm groß). x = vermutlich 8. Die lassen sich gut umkristallisieren, was man auch machen sollte, um Natriumspuren loszuwerden. Ich weiß nicht, wie Natrium-frei das Produkt dann wirklich wird, aber kann mir nicht vorstellen, dass da größere Verunreinigungen drin sind nach mehrmaligem Kristallisieren. Laut Brauer muss man auf 1300 °C erhitzen, um das Carbonat zum Oxid zu verwandeln (im H2-Strom).

@lemmi: Strontiumoxid kann man ansonsten noch durch Glühen des Nitrats oder Hydroxids erhalten. Das Problem ist, dass die Tiegel aus Aluminiumoxid oder Nickel sein müssen (Ni hier wohl ungeeignet, weil Schwermetall), weil beides als Schmelze gewöhnliche Porzellantiegel angreift. Das Nitrat kann man auch gut durch Umkristallisieren reinigen (Verdunstungsmethode scheint da besser zu sein als Erwärmen und Abkühlen). Man muss auf 1100 °C erhitzen. Beim Hydroxid reichen 850 °C (alle Angaben aus dem Brauer). Nitrat und Hydroxid klingen also auf den ersten Blick besser, aber wenn das Tiegelmaterial falsch gewählt ist, bringt das vermutlich auch nix.

Bei Ebay gibts momentan bezahlbare Al2O3-Tiegel aus China: hier. Da muss man nur auf die Zollgebühren achten (bei dem 2er Set fällt noch kein Zoll an).
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Das hatte ich mir auch schon mal rausgesucht. Wegen der zu Erwartenden Verunreinigung mit Natrium, den Verlusten beim Umkristallisieren und der CO2-Sensitivität des Produktes habe ich es noch nicht gemacht und hoffte, es gäbe da einen eleganteren Weg.
Strontiumnitrat auf 1100°C zu erhitzen ist es aber auch nicht. Wenn man da 20 g erhalten will braucht man schon einen sehr großen Tiegel Cool

@ C2O4Li2: mach doch mal ein paar gute Fotos von deinen neuesten Präparaten!

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Die Verluste sind beim Umkristallisieren aber sehr gering, weil die Löslichkeitskurve ganz steil mit der Temperatur steigt. Das lässt sich noch besser umkristallisieren als z.B. Kaliumchlorat oder die allermeisten anderen Salze. Laut Brauer ist Umkristallisieren sogar nicht mal nötig. Man soll einfach zu einer Lösung von 20 g Strontiumnitrat-Tetrahydrat gelöst in 40 ml Wasser eine äquivalente Menge KOH gelöst in 100 ml Wasser tropfenweise bei 0 °C zugeben (unter CO2-Ausschluss) und den Niederschlag mit 1,5 Litern (Eis?)Wasser waschen. Das Produkt soll "frei" von K+- und NO3--Ionen sein. Da muss man sich also keine Sorgen machen um Verunreinigungen.
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Bologneser Leuchtsteine
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