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| Benzylchlorid |
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Illum.-Ass.
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Synthese von Benzylchlorid
Geräte: Dreihalskolben, Gaseinleitungsrohr, Rückflusskühler, Gasentwicklungsapparatur, Quickfit mit Thermometer oder passendes Thermometer, Destillationsmaterial, Gaswaschflaschen, je nach Verfügbarkeit: zusätzliche Quecksilberdampftauchlampe/Halogenstrahler/gewöhnliche Lampen Chemikalien: Trichlorisocyanursäure (N, O, Xn) ![]() ![]()
Salzsäure (C)
(bzw. andere Chemikalien zur Chlorgasentwicklung) möglichst wasserfreies Toluol (F, Xn) ![]()
____________ Benzoylchlorid (C)
Chlor (N, T) ![]()
Hinweis: Während der Reaktion entstehen größere Mengen an Chlorwasserstoff und Chlorgas! Daher wird dringend geraten im Abzug oder im Freien zu arbeiten, und das entstehende Gas wenn möglich sofort zu neutralisieren. Benzylchlorid steht unter Verdacht carcinogene Eigenschaften zu besitzen. Benzylchlorid hydrolysiert unter dem Einfluss von Feuchtigkeit sehr schnell zu Benzylalkohol und großen Mengen Chlorwasserstoff, der die Augen zu Tränen reizen kann. Generell ist also festzuhalten, dass jegliche Exposition mit Benzylchlorid zu meiden ist. Durchführung: Zuerst wird das Toluol vorgetrocknet. Dazu reicht eine einfache Destillation, bei der 5% des Vorlaufes verworfen werden. Während des glatten Destillationsvorganges kann vorausarbeitend bereits ein Chlorgasentwickler (mit einer Gastrocknungswaschflasche (konzentrierte Schwefelsäure) und einer Rückschlagsicherung) aufgebaut werden, damit dieser dann nur noch an den Reaktionskolben angeschlossen und in Gang gesetzt werden muss. Der als Reaktionskolben dienende Dreihalskolben kann dabei gleich als Vorlage für das Toluol dienen, sodass ein unnötiges Umfüllen vermieden wird; ansonsten wird das Toluol aus der Vorlage möglichst zügig in den Dreihalskolben gegeben. Der befüllte Dreihalskolben wird mit einem Rückflusskühler, einem in das Toluol eintauchenden Gaseinleitungsrohr und einem Thermometer zur Sumpftemperaturmessung versehen. Nun wird mit der Chlorgaseinleitung und Erhitzen des Kolbens begonnen. Das Reaktionsgemisch beginnt zu sieden, das Sumpfthermometer zeigt zu Beginn noch annähernd den Siedepunkt von Toluol an, ändert die Anzeige jedoch mit fortschreitender Gaseinleitung. Dabei ist Geduld vonnöten, da das Thermometer mitunter nur sehr schleppend einen höheren Siedepunkt anzeigt (+1K in 10Min). Die Reaktion kann beschleunigt werden, indem eine starke Lichtquelle auf den Kolben ausgerichtet wird. Eine Sumpftemperatur von ca. 157°C ist anzustreben, darüber würde vermehrt α,α-Dichlortoluol entstehen, darunter würde man Benzylchlorid in Form von nicht umgesetztem Toluol einbüßen. Aus dem verbliebenen Sumpf wird nun, möglichst auch direkt wieder aus dem Dreihalskolben, das Benzylchlorid abdestilliert. Dazu errichtet man eine Destillationsanlage, z.B. mit Liebigkühler, wobei NICHT mit Wasser gekühlt wird, oder eine Vakuumdestille. Im Falle einer Destillation bei Normaldruck wird ein Heizbad eingerichtet und dieses erhitzt. Die bei <177°C übergehenden Teilfraktionen werden verworfen und nur die bei 177-180°C siedende Benzylchloridfraktion aufgefangen. Nachdem die Menge übergehenden Benzylchlorids nachlässt und die Kopftemperatur sich aus dem 180°C-Bereich nach oben hin bewegt wird die Heizung abgeschaltet. Der Sumpf sollte nicht zur Trockene abdestilliert werden. Reste im Sumpf sind beispielsweise α,α-Dichlortoluol und α,α,α-Trichlortoluol, deren Menge sich jedoch bei besagter Chloreinleitung in Grenzen hält. Die Vorlage wird abgenommen und möglichst schnell im Abzug in das Aufbewahrungsgefäß umgefüllt. Der Rest der Anlage wird teilweise auseinandergebaut und schnellstmöglich im Abzug in ein Wasserbad mit Ammoniaklösung gegeben in der die Geräte über Nacht verweilen können, sodass anhaftendes Benzylchlorid hydrolysiert. Es ist zu bemerken, dass Benzylchlorid erstaunlich gut an sämtlichen Geräten (auch an Handschuhen!) anhaftet und dort einen charakeristischen Geruch von sich gibt. Daher sind alle Geräte die mit Benzylchlorid in Kontakt kamen nach Gebrauch gründlich zu reinigen! Entsorgung: Theoretisch sind alle entstehenden Substanzen recht gut abbaubar, jedoch wird empfohlen Benzylchlorid im alkalischen zu hydrolysieren und dann verdünnt über das Abwasser zu entsorgen. Chlorwasserstoffgas/Salzsäure werden neutralisiert und verdünnt über das Abwasser entsorgt. Erklärung: Es findet eine radikalische Substitution an der Seitenkette des Benzolringes des Toluols statt. Diese erfolgt gemäß der SSS-Regel ('Sonne, Siedehitze, Seitenkette') und folgt dem Schema einer Kettenreaktion. Zuerst wird das Chlormolekül, unter der Bildung von 2 Chlorradikalen, durch den Einfluss von Licht homolytisch dissoziiert/radikalisiert:
Ein Chlorradikal erzeugt eine Radikalisierung an der Methylgruppe des Toluols und startet somit die Kette:
Das entstandene Radikal pflanzt sich nun fort:
Bis es zu einem Kettenabbruch kommt. Beispielsweise:
Bilder:
Destillationsapparatur zur Vorbereitung des Toluols (130,5 g vorgetrocknetes Toluol in die Vorlage destilliert)
Reaktionsgemisch mit beigestelltem 500 W-Halogenstrahler (Chlorgaseinleitung im Überschuss, bis θsoll erreicht)
Das abdestillierte Produkt (97,05 g). Benzylchlorid bricht das Licht sichtlich stark, ähnlich Benzol/Xylol. In kälterer Umgebung wurde es leicht trübe. Hier bei Raumtemperatur ist es wieder glasklar. Ausbeute: 54% d.Th. |
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_________________ Don't throw anything away. There is no 'away'. Abusus non tollit usum. Wären Maulaffen giftige Gefahrstoffe im Sinne der GefStoffV, könnte man das Gaffen an Privatpersonen durch Personen ohne Sachkunde nach §5 ChemVerbotsV nach §328 StGB bestrafen.
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Illumina-Mitglied
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Na das is ja mal was feines, Felix. Sag mal, ist das Benzylchlorid trübe oder entsteht der Schein durch die Lichtbrechung? |
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_________________ Alle Ding' sind Gift und nichts ohn' Gift; allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist. (Paracelsus 1493-1541)
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Illum.-Ass.
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Das ist nach abkühlen tatsächlich "trübe" geworden.
Vorher war es glasklar. Zu beachten wäre noch, dass Benzylchlorid in Gegenwart von Metallverunreinigungen/Nässe eine Friedel-Crafts/Autokondensationsreaktion mit sich selbst eingeht. Ärgerlich wäre es wenn die Trübung daher rühren würde.
(Quelle: SIAL) |
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Illum.-Ass.
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Cool, gefällt mir Gibt es eigentlich auch das analoge Benzyliodid? Das müsste doch aus Benzylchlorid über die Finkelstein-Reaktion auch möglich sein oder? |
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_________________ Interessenvereinigung Naturwissenschaft und Technik IVNT e.V. Der Verein für alle, die gerne selbst forschen und experimentieren. Homepage: www.ivnt.de
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Illum.-Ass.
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Sicherlich, aber es ist dringend zu beachten, dass Benzylchlorid wirklich sehr wasserempfindlich ist.
Alle Reagenzien sollten daher, auch zur Ausbeuteverbesserung, penibel getrocknet werden. |
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Illum.-Ass.
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Schade ist nur das man über Benzyliodid nicht wirklich viel im www findet. Wahrscheinlich genau deswegen, da man es halt über Umwegen herstellen muss. |
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Illum.-Ass.
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Schoen gemacht mfg |
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Illum.-Ass.
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Nenne mir einen Händler für Hg-Tauchlampen mit NS Und die wären ganz sicher teuer, ja ... Noch nichts bestimmtes vor |
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Illumina-Mitglied
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Auch von mir ein Hatte dir ja auch schonmal geschrieben, dass ich die wohl nachkochen werde sobald mein Abzug fertig ist. Eine Frage daher: Du schreibst:
Wie soll man denn den Kühler dann kühlen wenn nicht mit Wasser? Achso und verstehe ich das:
das richtig so: Gasentwickler | waschflasche mit konz. H2SO4 | Sicherheitsflasche | Reaktionskolben Was hast du für Schläuche genommen? ist es nicht so, dass Chlor Gummi porös werden lässt? Achso und jetzt sind es schon 3 Fragen xD: Hast du auf den Rückflusskühler ein Gasableitungsrohr gesetzt um die übrigen Chlorgase zu neutralisieren oder reagiert das wirklich vollständig mit dem Toluol |
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Illumina-Admin
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Die Luft erledigt die Kühlung, bei ~180°C Siedepunkt kann man locker über einen Luftkühler destillieren. |
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_________________ "To be able to fill leisure intelligently is the last product of civilization, and at present very few people have reached this level." - Bertrand Russell "There is no nonsense so arrant that it cannot be made the creed of the vast majority by adequate governmental action." - Bertrand Russell
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Illum.-Ass.
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Ganz genau Und zusätzlich würde es auch hinsichtlich der massiven Siedepunkts/Temperaturunterschiede (punktuelle Differenz von >80 K (mit kaltem Wasser über 160 K(!) Differenz)) nur zu einer Belastung des Glases des Kühlers an der "Naht" des Kühlmantels kommen. Besser wäre eine Vakuumdestillation gewesen, keine Frage, aber so geht es genausogut und momentan fehlt noch das Vakuumpumpenöl, was ich auch nicht gerade gern mit Benzylchloriddämpfen versiffen wöllte, da dieses Zeug wirklich bestialisch ist. (Meine Schutzhandschuhe riechen nach mehrmaligem Waschen mit Ammoniaklösung/Fit/warmem Wasser noch immer unangenehm.)
1) Ja, in der Reihenfolge. 2) Einmal-Opferschlauch 3) Chlorgas wird im Überschuss eingesetzt, daher blubbert folglich ein gewisser Teil daneben. Ich habe einfach ein Absorbtionsrohr aufgesetzt, bzw. dann, als es zuviel Gasdurchsatz wurde, die Gase einfach, um eine Sicherheitsflasche zu sparen, oben aus dem Rückflusskühler mit einem Adapter in einem Langhalsrundkolben ÜBER alkalische Thiosulfatlösung (Kommt ja eine Mischung aus Chlor und Chlorwasserstoff heraus) geleitet. PS: Bild verbessert! |
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