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Aufarbeitung von altem Natrium
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Jeder kennt die entstehenden Krusten bei der längeren Lagerung von Natrium, diese bestehen hauptsächlich aus Natriumhydroxyd, Natriumoxyd, -peroxyd, -hyperoxyd. Wenn man große Stücke hat, lassen sich diese leicht wegschneiden. Doch manchmal - wie es bei mir der Fall war - hat man eine Flasche mit lauter kleinen Natriumfetzen, die sich schlecht schneiden lassen. Deswegen beschreibe ich hier die Methode Natrium aus seinen Krusten rauszuschmelzen.


Geräte:

Spiritusbrenner
Reagenzglas mit Zange
Schale
Tiegelzange oder große Pinzette
Uhrglas

Chemikalien:

Altes Natrium


Petroleum


Brennspiritus



Ich weise ausdrücklich darauf hin, diese Methode NUR mit Natrium durchzuführen. Bei altem Kalium besteht durch Schlag und Reibung Explosionsgefahr. Beim Erhitzen bewegt sich das Natrium. Kalium kann während diesem Vorgang heftig detonieren.

Durchführung:

Es werden ein paar Stücke altes Natrium mit der Pinzette auf das Uhrglas gelegt.


Daraufhin gibt man die Stücke sorgfältig in das Reagenzglas und bedeckt das Natrium vollständig mit Petroleum.


Nach ein bis zwei Minuten sieht das Ganze dann so aus:


Nach beendeter Reaktion wird das Natrium mit dem Petroleum und den Krusten in die Schale gelegt. Das Natrium wird nun von den Krusten getrennt.


Und hier das Endprodukt, frisches glänzendes Natrium:


Erklärung:

Natrium bildet nach einiger Zeit die oben genannten Stoffe. Diese haben einen höheren Schmelzpunkt als Natrium. So hat Natriumperoxyd einen Schmelzpunkt von 460 °C, während Natrium einen von 97,7°C besitzt. Das Petroleum wird also solange erwärmt, bis der Schmelzpunkt des Natriums erreicht wird. Daraufhin schmilzt es aus seinen Krusten raus.


Entsorgung:

Das frische Natrium wird wieder unter seine Schutzflüssigkeit gelegt und weiter verwendet. Tipp: am besten eine Braunglasflasche nehmen, da das Petroleum dann weniger Radikale bilden kann, die ein Verkrusten zur Folge haben. Alle Peroxyde und ganz kleinen Natriumkügelchen werden mit Brennspiritus umgesetzt und daraufhin mit viel Wasser in den Ausguss gegeben.

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Re: Aufarbeitung von altem Natrium
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Hast du es mal mit Zusatz von ein paar Tropfen Isopropanol versucht? Normalerweise klappt das so besser, weil die bei der Reaktion von Na + Isoprop. entstehenden Wasserstoffbläschen die Kruste beim Schmelzen abheben.

Auf ner Heizplatte wäre das ganze besser, weil so die Brandgefahr geringer ist.

Zitat:
Das frische Natrium wird wieder unter seine Schutzflüssigkeit gelegt und weiter verwendet. Tipp: am besten eine Braunglasflasche nehmen, da das Petroleum dann weniger Radikale bilden kann, die ein Verkrusten zur Folge haben.

Petroleum ist eigentlich frei von Sauerstoff. Da können sich m.W. auch unter Lichteinfluss keine Radikale bilden. Die Krusten entstehen, weil sich Sauerstoff in der Schutzflüssigkeit löst und dann das Na oxidiert. Deshalb wäre es besser, das Na in einem sehr gut schließenden Gefäß (Typ Marmeladenglas) mit wenig Luft drin zu lagern. Und statt Petroleum wäre klares, geruchsarmes Lampenöl am besten (vorher auf Wasserfreiheit testen bzw. wasserfrei machen). Das ist garantiert frei von Sauerstoffverbindungen, die Peroxide bilden könnten.
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Bei mir hat das Natrium mit Petroleum und Klarglas schon nach 3 Tagen leichte Krusten angesetzt. Mit Braunglas schon seit 3 Wochen nicht.
Die Ispropylalkoholmethode kenne ich auch, aber ich möchte ja soviel Natrium wie möglich retten. Bei großen Ansätzen mache ich es auch auf einer Heizplatte.

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1-2 Tropfen Isopropanol vernichten nicht soo viel Natrium. Aber wenns so auch geht, ist ja ok.

Der Unterschied zwischen Klar- und Braunglas könnte auch andere Ursachen haben (andere Deckel, leicht undichter Deckel, mehr/weniger überstehende Luft, usw.). Man müsste das ganz ordentlich vergleichend testen und mehrfach (10 Gefäße Braunglas, 10 klar). Ich bin sicher, dass sich dann keine Unterschiede ergeben. Mit der Radikalbildung kann das jedenfalls nicht erklärt werden. Ich habe auch Alkalimetalle gelagert und 2 Natrium-Gefäße (1 klar, anderes braun, ansonsten identisch) zeigen keinerlei Unterschiede. Es kommt wirklich nur auf den Luftzutritt an. Wenn dein Petroleum natürlich irgendwelche Sauerstoffverbindungen drin hat (was aber extrem komisch wäre), wäre das erklärbar. Sonst aber nicht.
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Ich lagere zu Hause eigentlich -wie auch auf meinen Bildern fast alles in Schliffflaschen. Erst hatte ich Klarglas verwendet -> schnelle Verkrustung. Bei meinem jetzigen Braunglas mit Schliffstopfen ist noch überhaupt nichts verkrustet.

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Diese Flaschen mit PE Stopfen sind in etwa so luftdicht wie ein offenes Scheunentor Wink

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Die Schliffstopfen sind aber aus Plastik, wie es aussieht. Da kann Sauerstoff relativ leicht durchdiffundieren, jedenfalls and der Grenze zum Glas. Für Alkalimetalle sind diese Gefäße eher nicht geeignet. Kann wie gesagt noch andere Ursachen haben. Zum Beispiel bist du mittlerweile geübter darin, das luftdicht zu verschließen oder so. Das ist wie bei Homöopathie. Der Experimentator darf keine Vorerwartungen haben. Unbewusst (!) könntest du z.B. sorgfältiger gewesen sein beim Braunglas-"Versuch", sodass es nur deshalb nicht so schnell oxidiert ist. Wenn du das 10x mit beiden Glasarten im Blindversuch (!) machst und dann immer noch das Braunglas besser vor Oxidation schützt, dann glaube ich es. Jedenfalls wäre das eine wissenschaftliche Herangehensweise an das Problem.

Einfacher: die vermeintlichen Peroxide anders nachweisen (mit Iodstärke-Papier zum Beispiel). Einfach eine Braunglasflasche und eine ebenso große Klarglasflasche mit gleicher Menge Petroleum (ohne Natrium oder sonstwas) füllen, beide gleichermaßen fest verschließen, 3 Wochen unter genau gleichen Lichtbedingungen stehen lassen und mit KI-Stärke-Papier die vermeintlichen Peroxide nachweisen. Wenn du dann beim Klarglas tatsächlich Peroxide nachweist und beim Braunglas nicht, dann ist deine gesamte Vermutung richtig. Ich bezweifle aber stark, dass das der Fall ist. Wäre doch ein einfaches Experiment. Wink
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Das Lustige ist: Mein Natrium jetzt ist ja in einer Braunglasflasche mit Schliff. Vorher war es in einer dieser Schott-Klarglasflaschen mit dem blauen Deckel. Dort hat es relativ schnell Krusten angesetzt.

@Lars: Kommt darauf an was man darin lagert. Sachen wie Maßlösungen oder Kalziumchlorid lagere ich natürlich nicht drinn. Aber Stoffe wie Natriumchlorid, Kupfersulfat und auch die meisten Säuren sind darin gut aufgehoben. Sachen wie Salz- oder Salpetersäure habe ich in Säurekappenflaschen. Ich habe eigentlich recht gute Erfahrungen mit NS-Flaschen.

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Kommt nicht darauf an was man darin lagert. Undicht ist undicht egal ob Platin oder Natrium in der Flasche ist Wink Beim Platin merkt man nur nicht das ein Gasaustausch in den Dingern stattfindet weil es sich nicht verändert. Kappenflaschen sind auf Dichtigkeit ausgelegt Bei denen ist das was ganz anderes.

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Ich weis schon was du meinst. Ich find halt nur komisch, dass diese Flaschen immer so verteufelt werden. Die sind eigentlich recht gut geeignet. Naja, jeder wie er meint. Nicht auf dich, sondern auf die Allgemeinheit bezogen Wink.

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Ich hab auch mal verkrustetes Natrium durch Umschmelzen gereinigt. auch so wie du unter Petroleum und es ist auch ohne Isopropanol schön zusammengeschmolzen (dazu habe ich auf VC mal was gepostet). Das flüssige Natrium setzte sich unter der braunen flockigen Schicht aus ich-weiß-nicht-was gut ab und floß zu einem großen Tropfen zusammen. Ich würde das aber beim nächsten Mal auf jeden Fall in einem Sandbad machen, es wäre ziemlich eklig wenn das RG mit geschmolzenem Natrium und heißem Petroleum über der Flamme des Spiritusbrenners zerspringt. Ausserdem nie zu viel auf einmal umschmelzen, falls doch irgendein Peroxid in den Krusten auf die Idee komt zu explodieren. Obwohl Natrium da unproblematischer zu sein scheint als Kalium, sind explosionen durch oxydiertes Natrium im Schutzflüssigkeit vorgekommen.

Das mit dem Isopropanol hat mich nicht so überzeugt. Auf VC stand mal, daß man Kalium vor der Verkrsutung bewahren kann, wenn man zur Aufbewahrungsflüssigkeit etwas davon zusetzt. Das konnte ich nicht bestätigen. Abgesehen davon ist mir unverständlich wie das chemisch funktionieren soll.

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Diese Menge ist auch das Limit von Natrium was ich mit dieser Methode auf einmal entrinden würde. Eigentlich mach ich es auf einer Herdplatte. Aber bei diesem kleinen Ansatz hab ich nicht so lange nachgedacht.

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Eine ganz schöne Aufarbeitung!

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Mit freundlichen Grüßen

Sven
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Sven1105 hat Folgendes geschrieben:
Eine ganz schöne Aufarbeitung!

Du musst nicht in beiden foren das selbe schreiben.
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Ist doch in Ordnung. Nicht jeder ist auf VC aktiv.

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