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Alte Drahtnetze - Asbest? Kann man die noch benutzen?
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Hallo liebes Forum,

ich habe vorgestern ein ganz ordentliches Sammelsurium gebrauchter Laborsachen geschenkt bekommen. Darunter auch zwei Drahtnetze, die aufgrund ihres Alters gut noch mit Asbest beschichtet sein könnten.

Könnt ihr mir sagen, ob man das erstens unterscheiden kann von modernen Keramikbeschichtungen, also sieht man das im Vergleich? Und zweitens, wie gefährlich ist das, kann ich die bedenkenlos verwenden (solange sie heil sind) oder sollte ich sie lieber direkt entsorgen?

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Solange Du da nichts abkratzen tust, sollte eigentlich nichts passieren. Und optisch unterscheiden die sich nicht von den Keramiknetzen.

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Gut, dann werde ich sie mal behalten. Ich stecke sie mal in den Vorrat und verwende weiterhin hauptsächlich mein Keramikdrahtnetz, dann stellen sie erstmal sowieso keine Gefahr dar.

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Das mit dem "abkratzen tust" passiert leider schon bei jedem Bewegen und normalem Gebrauch. Wenn das Teil ein ähnlich faseriges Aussehen wie Eierpappe auf der "Rückseite" hat, dann liegt der Verdacht beim Asbest. Die Keramikbeschichtungen sehen wesentlich kompakter und "feinkörniger" aus. Allerdings gibt es bei uns in der Uni die Devise "Im Zweifelsfall Entsorgung", da man nicht von jedem Teil eine Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme mit Röntgenfluoreszenzanalyse machen will. Gerade solche relativ einfach ersetzbaren Teile, die groben Temperaturwechseln unterliegen und IMMER einen Luftzug unter sich haben, würde ich definitiv ausmustern. Es gibt doppellagige Drahtnetze für diesen Zweck (Rundkolben erhitzen). Für Becherhläser und Erlen-Eimer kann man gut Ceranplatten verwenden.

Gerade bei Leuten, die lange mit losem Asbest gearbeitet haben, zeigt sich im rentenfähigen Alter gehäuft Lungenkrebs. Asbest hat viel Zeit, da die Fasern in der Lunge stecken bleiben und sich eher längs spalten als quer zerbrechen. Je spitzer desto Entzündung. Je Langzeitentzündet desto Krebs.

Solange Asbest in einer Matrix gebunden ist und nicht angekratzt wird ist er harmlos. Aber sobald das Zeugs bricht, staubt oder sonstwie flugfähig gemacht wird, geht das Risiko los. Bei uns werden alle Heizpilze ausgesondert, die im VERDACHT stehen, aus einer Asbest-Serie zu kommen. Geräte mit kleinen Asbestmengen in irgendeinem Schalter werden meistens komplett entsorgt.
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Wenn man einmal Asbest gesehen hat kann man den gut von Keramik unterscheiden. Glaskocher hat das schon beschrieben.

Asbestdrahtnetze würde ich nicht aufheben! Ausser in Harz eingegossen als historisches Schaustück ("guck mal: sowas hat man früher verwendet, bevor man wusste wie gefährlich das Zeug ist!") - aber sonst nicht. Das ist ein vermeidbares Gesundheitsrisiko und Drahtnetze sind nun wirklich nicht so wertvoll, dass man dieses Risiko eingehen könnte.

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Da wäre ich auch lieber vorsichtig!
Es ist aber immer wieder erstaunlich, wie verbreitet Asbest immer noch ist. Vor kurzer Zeit habe ich in einer Brockenstube einen alten "Katalyt" Ölheizofen gesehen, dessen Pilzförmiger Katalysator aus einem groben Drahtnetz bestand, welches prall gefüllt mit Asbestwolle war. Ich habe das Verkaufspersonal dann darauf aufmerksam gemacht (die anscheinend keine Ahnung hatten), worauf sie es dann weggenommen haben.

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Jetzt, wo Glaskocher den Unterschied beschreibt - .... faseriges Aussehen wie Eierpappe auf der "Rückseite" .... - kommt mir das auch wieder in den Sinn. Sorry Cumarinderivat, dann besser in den Sondermüll damit.

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Gut, dann werde ich sie wohl doch entsorgen. Schade, aber sicher ist sicher, das stimmt natürlich.
Der eine ist etwas aufgekratzt an einer Stelle, da sieht es schon so etwas faserig aus:


Kann ich das einfach in den Hausmüll schmeißen? Oder ist das dann Sondermüll.

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Eigentlich ist das schon Sondermüll. Kannst die Dinger ja zusammen mit den Laborabfällen beim nächsten mal abgeben.

Mir fiel noch ein: kleb doch mal einen Tesafilstreifen auf die aufgeraute Stelle, dann auf einen Objektträger und mikroskopiere das! Da sollte man im Falle von Asbest die typischen Fasern gut sehen können - im Gegensatz zu Ton, der eine krümelige, jedenfalls keine feinfaserige, Struktur hat.

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Das "kleb doch mal einen Tesafilstreifen" sollte man im Freien machen, da dabei sicher noch einige weitere Fasern gelockert und somit flugfähig gemacht werden. Spätestens danach sollte man die Dinger in eine (mehrlagige) dichte Plastiktüte verpacken und möglichst gut versiegeln. Jetzt noch ein Aufkleber mit dem Asbestlogo und das Ganze ist perfekt verpackt zur Entsorgung. Ersatzweise für den Aufkleber halt ein ähnlich beschriftetes Fähnchen zum anhängen. Zumindest das Wort "Asbest" sollte man lesen können.
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Cumarinderivat hat Folgendes geschrieben:
Kann ich das einfach in den Hausmüll schmeißen? Oder ist das dann Sondermüll.


siehe oben:

Zitat:
ich habe vorgestern ein ganz ordentliches Sammelsurium gebrauchter Laborsachen geschenkt bekommen.


Twisted Evil Cool

ne, Spass beiseite... gehört schon aus dem Verkehr gezogen. Wobei man muss es auch nicht übertreiben - alter Asbestzement als Dachdeck-Material ist auch noch in großen Mengen in Umlauf und wird nicht im Vollkörper-Kondom abgetragen und entsorgt...
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Glaskocher hat Folgendes geschrieben:
Das "kleb doch mal einen Tesafilstreifen" sollte man im Freien machen, da dabei sicher noch einige weitere Fasern gelockert und somit flugfähig gemacht werden. Spätestens danach sollte man die Dinger in eine (mehrlagige) dichte Plastiktüte verpacken und möglichst gut versiegeln.

Man kann es auch übertreiben. Das erinnert mich an die Angst vor Quecksilber.
Lungengängige Partikelgrößen erzeugt man auch nicht mal eben so durch angucken.
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Man muß sie nicht absichtlich erzeugen, sie entstehen bei jedem abrasiven Prozess nebenbei.

Zur Info: Die ersten Monolagen Graphen wurden mit Hilfe von Tesafilm erzeugt. Man kommt also auch auf Atomare Schichten herunter, nur mit Tesafilm.


Zitat:
... und wird nicht im Vollkörper-Kondom abgetragen und entsorgt ...

Sollte man aber, da man dabei nahezu "Vollkontakt" mit dem Material hat, wenn man nicht peinlich auf das Binden flugfähigen Materials achtet. Es wird viel zu oft auf den nötigen Arbeitsschutz verzichtet, auch aus Bequemlichkeit und wider besseres Wissen.
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Ich werde das mal testen, wenn ich es wieder auspacke. Mal sehen, ob ich da mit meinem Kosmos-Mikroskop vernünftig etwas erkennen kann. Und sicherheitstechnisch werde ich es wohl einfach kurz im Abzug machen.
Momentan sind die Drahtnetze aber erstmal gut verpackt in einem der Kartons, die demnächst von meiner Wohnung zu meinem Labor bei meinen Eltern transportiert werden.

Und dann werde ich sie, wie vorgeschlagen, einfach beim nächsten Entsorgungsgang gut verpackt beim Schadstoffmobil abgeben.
Ich wusste gar nicht, dass es ein gesondertes Zeichen für Asbest gibt.

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